Vom Volcanic-Loop bis zum Wine-Trail

31 10 2011

21. Oktober – 30. Oktober 2011

Route: Turangi – Egmont National Park – New Plymouth – Hawera – Wanganui – Dannevirke – Napier – Hastings – Dannevirke – Martinborough – Cape Palliser – Wellington

Am 21. Oktober als wir Turangi verliessen, wollten wir schon noch einen Blick auf die umliegenden Vulkane werfen. So entschieden wir uns dem Volcanic Loop, welcher rund um den Tongariro National Park führt, entlang zu fahren. Dieses Bild auf die 3 Vulkane Mt. Tongariro (1986 MüM), Mt. Ngauruhoe (2287 MüM) und Mt. Ruapehu (2797 MüM) erinnerte uns stark an Südamerika, nur waren die Vulkane dort doch etwas höher als diese hier. Weiter ging’s auf den Forgotten World Highway der in Taumarunui beginnt und kurz vor Stratford aufhört. Diese Strasse, von welcher ein Teil noch nicht asphaltiert ist, geriet wirklich ein wenig in Vergessenheit. Die meisten Häuser die man während den 155 km sieht, sind nicht mehr bewohnt. Die Gegend hat uns gut gefallen aber wohnen möchten wir dort auch nicht. Fast am Ende dieser hügeligen Landschaft angekommen, konnten wir bereits einen Blick auf einen weiteren Vulkan, den Mt. Taranaki oder auch Mt. Egmont genannt, werfen. Zu diesem wollten wir heute noch hinfahren. Einige Kilometer vor dem Egmont National Park übernachteten wir vor einem Restaurant mit einem grossen Parkplatz. Der nette Besitzer, ein ausgewandeter Holländer (ja die Holländer haben wir besonders gerne :-)), lud uns dann am Abend noch zu einem Happen Essen und einem Bier ein. So als Reisender hat man es zwischendurch schon sehr schön ;-). Am Morgen planten wir wieder mal eine Wanderung beim Mt. Egmont aber eben, das liebe Wetter machte uns schon wieder einen Strich durch die Rechnung. Nein, wir wollen uns ganz und gar nicht über das Wetter beklagen aber manchmal fällt uns wirklich nicht viel ein, was wir hier bei Regen noch tun können. Nur noch so viel zu diesem Thema, wir haben sogar angefangen Yatzy zu spielen :-). So fuhren wir halt weiter nach New Plymouth, gingen dort im wunderschönen Pukekura Park spazieren und verweilten dann noch im Puke Ariki, was ein Informationszentrum, Museum und zugleich eine Bibliothek ist.

Da es am anderen Morgen mal nicht regnete und der Mt. Egmont National Park nicht so weit weg von New Plymouth war, fuhren wir dieselbe Strecke nochmals zurück, damit wir doch noch bei diesem immer noch aktiven Vulkan (der letzte Ausbruch war vor 250 Jahren) etwas Wandern gehen konnten. Danach verabschiedeten wir uns von den Vulkanen und unsere Route führte zurück nach New Plymouth und dann auf den Surf Highway. Die Strände die auf dieser 105 km langen Strecke liegen, gelten als die besten Surf-Strände Neuseelands. Leider verläuft die Strasse nicht direkt der Küste entlang, sondern man muss meistens noch einige Kilometer zu den Stränden hinausfahren. Übernachtet haben wir an diesem Sonntag, dem legendären Sonntag im Rugby Sport, in Hawera. Dieser kleine Ort ist zugleich der letzte auf dem Surf Highway. Es gibt nicht allzu viel zu sehen hier aber Hauptsache es hatte ein Pub, welches den Rugby Final übertrug. Wir waren dann auch die einzigen Nicht-Einheimischen die sich unter das Rugby-Volk mischten und wurden auch dementsprechend begafft. Der Match verlief bis zur Pause sehr gut für die All Blacks aber als dann in der 2. Halbzeit die Franzosen innert ein paar Minuten bis auf einen Punkt 7:8 aufholten, wurde es ganz still im Pub. Während den letzten 20 Spielminuten hätte man wahrscheinlich gehört, wenn eine Stecknadel auf den Boden gefallen wäre, so angespannt waren die Kiwis. Zum Glück kam dann endlich der erlösende Schlusspfiff und Neuseeland konnte sich nach langen 24 Jahren wieder einmal als Rugby Weltmeister selber feiern. Wir freuten uns natürlich auch sehr über diesen Sieg aber zugegeben, am meisten beeindruckte uns bei den All Blacks-Spielen immer der HAKA :-)!

Am Montag wollten wir dann nochmals an die Ostküste fahren, da wir die Umgebung um Hawke‘s Bay noch nicht kannten. Der Weg führte uns nach Wanganui und dann von dort weiter Richtung Palmerston North. Eigentlich ist diese Strecke nichts Besonderes aber an diesem herrlichen Montag sahen wir plötzlich ein Schild mit dem Slogan „Free Food 4 km“. Dann etwas weiter kam ein weiteres Schild „Free Coffee 2 km“. Bidu meinte dann zu mir, komm wir fahren da raus und sehen was los ist. Gut, so bogen wir ab und gelangten zu einem Festzelt. Ein netter Herr in oranger Weste wies uns in den Parkplatz ein und fragte uns von wo wir sind. Eben ja die schöne Schweiz kommt schon bei allen Leuten immer sehr gut an aber automatisch bekommen wir dann auch zu hören, wie reich wir dort ja alle seien. Klar bei uns wächst das Geld ja auch an den Bäumen und somit müssen wir nicht dafür arbeiten gehen :-). Wir erhielten dort frischen Kaffee, Wasser, Äpfel und eine Wurst vom Grill und in der Zwischenzeit wurde uns sogar noch die Windschutzscheibe geputzt. Der Grund für diesen Anlass war, eine Kampagne gegen übermüdetes Autofahren. Vielleicht könnte man dies zur Abwechslung auf den Schweizer Autobahnen auch einführen.

Insgesamt verbrachten wir 2 Tage in Napier. Diese Stadt wurde 1931 von einem Erdbeben vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau setzte man auf die Art-déco-Architektur, womit heute recht viel Geld mit Touristenführungen verdient wird. Uns gefiel die Stadt sehr gut, da man dort einige Möglichkeiten hat, etwas zu unternehmen. So mieteten wir wieder 2 Fahrräder und fuhren der ellenlange Küste entlang. Natürlich durfte ein Besuch in einem Weingut nicht auf unserem Programm fehlen, da in dieser Region auch guter Wein produziert wird. Da wir an diesem Tag mit dem Auto unterwegs waren, beschränkten wir uns auf die folgenden 2 Weingüter die etwas ausserhalb von Napier beieinander liegen.

Church Road Winery, renommiertes Weingut mit einem interessanten Museum
http://www.churchroad.co.nz

Mission Estate Winery, ältestes Weingut in Neuseeland welches 1851 gegründet wurde
www.missionestate.co.nz

Leider gab es an diesem Tag keine Führungen und so probierten wir halt nur den Wein. Das tolle hier ist, dass die Degustationen von mehreren Weinen kostenlos ist. Das Weingut Mission Estate hatte sogar noch einen Malbec zum Probieren. Bei diesem Glas Wein erhellten sich unsere Gesichter ganz spontan und unsere Gedanken schwappten wieder einmal über den Pazifik nach Mendoza, Argentinien. Danach fuhren wir weiter nach Hastings, wo es aber nicht allzu viel zu sehen gab. Mit einem Abstecher zum Ort mit dem längsten Namen der Welt, landeten wir am Abend im Ort Dannevirke, wo wir über Nacht blieben. Von hier aus fuhren wir dann weiter nach Martinborough. Dummerweise brach unterwegs noch der Scheibenwischer auf der Fahrerseite ab. Vor ca. 2 Wochen haben wir bereits den Scheibenwischer auf der Beifahrerseite verloren, den wir dann aber wieder fanden und mit einem Kabelbinder fixieren konnten. Doch dieser heute ging bei Tempo 100 km/h verloren und umdrehen war etwas Schwierig. Nun gut, fuhren wir halt zur nächsten Garage und dieser wechselte dann die Scheibenwischer miteinander aus, damit wenigstens Bidu als Fahrer an diesem Tag freie Sicht hatte, was auch nötig war, da es zur Abwechslung wieder einmal in Strömen regnete.

Martinborough ist ein winziger Ort unweit von Wellington. Dieses Dorf hat sich aber in eine bekannte Weinregion verwandelt, die einige der besten Rotweine Neuseelands produziert. Der Pinot Noir von hier, ist in der ganzen Welt berühmt. Wie ihr euch schon denken könnt, gingen wir natürlich wieder einige Weingüter besuchen. Dieses Mal machten wir uns nicht wie in Argentinien mit dem Fahrrad auf den Weg, sondern liefen ganz einfach von Weingut zu Weingut. Diese sind nämlich so nahe beieinander, dass man das Geld besser in guten Wein investiert, als in ein Fahrrad.

Ata Rangi, eines der besten Weingüter in Neuseeland
http://www.atarangi.co.nz

Cambridge Road, eine ganz kleines Weingut welches nur 12‘000 Flaschen Rosé- und Rotweine produziert pro Jahr. Leider keine Weisswein-Produktion
http://www.cambridgeroad.co.nz

Haythornthwaite Wines, kleines aber feines Weingut mit sehr gutem Gewürztraminer
http://www.haythornthwaite.co.nz

Schubert Wines, dieses Weingut wird von Kai Schubert und Marion Deimling, welche ursprünglich aus Deutschland sind, geführt
http://www.schubert.co.nz

Vynfields, Weingut mit kleinem Restaurant. Produzieren einen Rotwein namens Mad Rooster, was so viel wie verrückter Hahn bedeutet. Die Traubensorte die dafür verwendet wird konnte bis heute nicht identifiziert werden
http://www.vynfields.com

Auch hier gab es leider keine Touren sondern man ging direkt über ins Degustieren. Beim Weingut Vynfiels verweilten wir etwas länger, da wir dem leckeren Angebot von frisch duftendem Brot mit diversen anderen Köstlichkeiten nicht wiederstehen konnten. Am Sonntagmorgen haben wir dann das schöne Martinborough, bei noch schönerem Wetter, verlassen. Wir fuhren der herrlichen Strasse, die eingerahmt vom Meer und der Berge der Aorangi Range ist, bis zum Cape Palliser hinaus. Das Cape Palliser ist der südlichste Punkt der Nordinsel. Um zum Cape Palliser Leuchtturm hoch zu gelangen, müssen zuerst 250 Treppenstufen überwindet werden, doch danach wird man mit einer grossartigen Aussicht, welche bis auf die Südinsel reicht, belohnt. Etwas weiter hat es auch noch eine Pelzrobben-Kolonie. Es war wieder fantastisch diesen „härzigen“ Tieren beim Spielen und Faulenzen zuzusehen. Wir hätten dort Stunden verweilen können. Dieser Abstecher hatte sich definitiv gelohnt und können wir sehr weiter empfehlen.

Nun sind wir am Ende der Nordinsel in Wellington angekommen. Hier können sich unsere Rücken in den nächsten Tagen auf einer richtigen Matratze entspannen, da wir die Gelegenheit haben, bei einer Bekannten von uns (Lina Sutherland) zu verweilen. Wir wollen uns nicht über unsere Maträtzchen, welche wir im Camper haben beklagen aber nur so viel dazu, man könnte gerade so gut auch nur auf einem Brett schlafen ;-).

Wir grüssen euch ganz lieb aus Wellington und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

https://photos.app.goo.gl/kHiYdimXXDnVUHZX7



Auf der Suche nach heissen Quellen

20 10 2011

11. Oktober – 20. Oktober 2011

Route: Mangonui – Paihia Bay of Islands – Whangarei – Red Beach Whangaparoa – Miranda – Kauaeranga Valley – Coromandel – Hahei – Tairua – Rotorua – Taupo – Turangi

Nach der Portion Fish-and-Chips machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Touristen-Informationsbüro in Mangonui. Als wir uns ein wenig umgesehen hatten, sprach uns ein älterer Mann an, mit der Frage, ob wir ihm rasch mit seinem PC Problem helfen konnten. Ich hielt mich schön zurück und überliess das Helfen Bidu, da er mit dem Thema PC vertrauter ist als ich. Nach längerer Zeit funktionierte alles so wie sich der Mann das wünschte. Als Dank lud er uns zu sich nach Hause ein. Wir erhielten etwas zu Essen und konnten über Nacht vor seinem Haus campen. Dieses Angebot schlugen wir natürlich nicht aus und verbrachten einen netten Abend mit dem humorvollen Engländer der zwischen den beiden Ländern hin und her pendelt.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter nach Paihia zu den berühmten Bay of Islands die für ihre atemberaubende Küstenlandschaft bekannt ist. Vorab entnahmen wir dem Reiseführer diesen folgenden Satz: „Durchzogen von dutzenden Buchten mit klarem Wasser, das in türkisen und tiefblauen Farbtönen schimmert gehört die Bay of Islands zu den grossartigsten Sehenswürdigkeiten Neuseelands“. So konnten wir erahnen wie schön es dort doch sein mag. Doch eben der Wettergott meinte es nicht gut mit uns und wenn es regnet sieht man von all dem rein gar nichts. So entschlossen wir uns, ohne jegliche Bootstour gemacht zu haben die Bay of Islands bereits am nächsten Tag wieder zu verlassen. Auch hier sagt der Reiseführer folgendes: „Man kann die Bay of Islands nicht verlassen, ohne irgendeinen Ausflug mit einem Boot zu machen.“ 🙂 Weiter ging die Reise, natürlich bei Regen, nach Whangarei. Dort besichtigten wir die Whangarei Wasserfälle. Natürlich waren diese nicht ganz so spektakulär wie die Iguazu Wasserfälle. Als es aufhörte zu regnen nutzen wir die Gelegenheit um noch ein wenig am wunderschönen Flussufer entlang zu laufen. Danach wollte Bidu noch die Abbey Caves (Höhlensystem mit Glühwürmchen) besichtigen. Doch leider war bereits der Eingang voller Wasser, so das eine einigermassen trockene Besichtigung unmöglich war. Den Abend liessen wir dann im Brauhaus Frings bei einem köstlichen Bier ausklingen. Bevor wir von Whangarei aus weiterreisten, machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Kiwi Haus. Dort sahen wir unsere ersten Kiwis. Der Kiwi ist ein flugunfähiger Vogel sowie zugleich das Wahrzeichen Neuseelands. Wir hoffen natürlich sehr, dass wir diesen berühmten Vogel mit dem langen Schnabel auch noch in freier Natur sehen werden. Das Wetter wurde gegen Mittag an diesem Donnerstag auch immer besser und so konnten wir die schöne Küstenlandschaft und deren Strände um Waipu Cove und Whangaparoa so richtig geniessen.

Am Samstag hatten wir wieder einmal vor unsere Wanderschuhe zu gebrauchen. Wir waren ganz erstaunt, als wir am Morgen früh die Vorhänge unseres Campers öffneten und noch etwas Verschlafen den blauen Himmel über uns wahrnahmen. Nun aber rasch aus dem Schlafsack raus, rein in die Kleider, frühstücken, den Abwasch erledigen, alles zusammenpacken und los kann die Fahrt zum Kauaeranga Valley gehen. Auf einer fast 6 stündigen Wanderung, welche durch den Wald, über Bäche und vor allem über viele Treppenstufen führte, erreichten wir die spektakulären Pinnacles auf 759 MüM. Als ich oben ankam musste ich feststellen, dass meine Kondition auch schon mal besser war aber eben die letzte Wanderung liegt auch schon länger zurück. Mit etwas schweren Beinen ging es denselben Weg wieder zurück. Wir entschieden uns die Nacht hier im Coromandel Forest Park zu verbringen. Der Campingplatz hatte ausser einem WC nicht viel zu bieten, doch auf eine kleine Dusche wollten wir trotzdem nicht verzichten. So hiess es dann Wasser aus dem Fluss holen und da dies uns doch etwas kalt war, kochten wir halt einen Teil auf. Nach dieser Waschaktion rochen wir wieder besser als zuvor ;-)!

Als wir am anderen Morgen aufwachten, war der ganze Campingplatz unter Wasser. Es hatte fast die ganze Nacht durchgeregnet und somit mussten wir schauen, wo wir am besten durch den Sumpf fahren konnten ohne stecken zu bleiben. Das heutige Tagesziel war klar, ein Ort finden, der am Abend das Spiel All Blacks gegen die Wallabies überträgt. Wir fuhren auf der SH25 nach Coromandel und da es uns dort so gut gefiel, entschieden wir spontan die Nacht hier zu verbringen. Vom Camping aus konnten wir auch zu Fuss ins Pub laufen. Doch vor dem Match mussten wir einmal schauen, dass der Innenbereich unseres Campers trocken wurde und zugleich nutzen wir die Sonnenstrahlen für einen Waschaktion. Nach getaner Arbeit ging’s dann aber definitiv ins Pub und die All Blacks erledigten ihren Job souverän und siegten über ihren Erzfeind Australien. Auch wir waren über das Resultat erfreut, weil somit steigt hoffentlich nächsten Sonntag eine riesen Party im ganzen Land.

Etwas müde vom langen aufbleiben (wir sind uns das nicht mehr so gewöhnt, da wir ja auch nur älter werden) :-), fuhren wir nach Hahei, wo sich der Kalksteinbogen „Cathedral Cove“ befindet. Nach dem kurzen Spaziergang dorthin und am weissen Sandstrand von Hahei hatten wir für die nächsten Tage nur noch eine Mission. Die lautete im wahrsten Sinne des Wortes; von einer heissen Quelle zur nächsten zu fahren. 9 Kilometer südlich von Hahei liegt der berühmte Hot Water Beach, wo Thermalquellen direkt unter dem Sand brodeln. In den 4 Stunden Niedrigwasser kann man mit ganz vielen anderen Leuten ein Loch in den Sand buddeln, damit man sein eigenes Warmwasserpool hat. Voller Tatendrang marschieren wir zu dem bestimmten Strandabschnitt und Bidu schaufelte einmal drauflos, ja und ich sah ihm dabei zu. Bereits nach kurzer Zeit hatte er ein recht grosses Loch geschaufelt, das sich mit warmem Wasser füllte. Eine aufmerksame Mutter hatte dies auch bemerkt und setzte bereits einmal ihre 2 kleinen Kinder zu Bidu ins Pool :-). Es war unglaublich wie viele Kinder, Hunde und andere Leute an diesem Ort wie verrückt Löcher in den Sand gruben aber ganz so einfach war dann das Ganze doch nicht. Zum Teil war das Wasser so heiss, dass man sich schlichtweg fast verbrannte oder dann spülte das Meer wieder viel zu kaltes Wasser in die „Pools“. Zum Schluss schaffte es Bidu dann doch noch ein paar Minuten im selbstgeschaufelten Pool zu sitzen! Von hier aus fuhren wir entlang der Bay of Plenty zu unserem nächsten Ziel. Leider ist in dieser Bucht vor ca. 2 Wochen in der Nähe der Motiti Island ein schweres Frachtschiffunglück passiert und somit läuft seit Tagen Öl ins Meer. Dieses Unglück hat bereits vielen Tieren das Leben gekostet und die Strände vor allem rund um Papamoa sind mit Öl übersät. Da übers Radio Freiwillige gesucht wurden, die helfen die Strände wieder einigermassen zu säubern, haben wir uns gedacht, dass wir uns dort melden. Nun warten wir auf eine Antwort, ob unsere Hilfe benötigt wird.

Der nächste Ort in dem wir Halt machten, braucht unserer Meinung nach kein Ortsschild. Man riecht den Ort förmlich. Rotorua wo sich zischende Geysire, dampfende heisse Quellen und explodierende Schlammlöcher befinden gilt als aktivste Thermalgegend Neuseelands. Die Luft ist schwefelhaltig und so „stinkt“ es hier den ganzen Tag nach faulen Eiern. Wir durften uns im Polynesian Spa in einem privaten Pool, extra nur für uns zwei, erholen. Ganz herzlichen Dank nochmals an Gaby für diesen Gutschein, wir haben die 30 Minuten im 39°C heissen Wasser sehr genossen. Nahe von Rotorua befindet sich noch das Wai-o-Tapu Thermalgebiet. Auf über 18 km2 erstreckt sich dieses Gebiet, doch nur ein kleiner Teil davon kann von den Besuchern begangen werden. Wai-O-Tapu ist übersät mit kollabierten Kratern, heissen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Erdspalten. Es war recht spannend die vielen verschiedenen und meistens brodelnden Tümpel zu sehen. Der Lady Knox Geysir gehört auch noch zu diesem Wunderland. Dieser bricht täglich um 10.15 Uhr aus. Dies geschieht leider nicht auf natürliche Weise, sondern oben in den Geysir wird eine seifenartige Substanz geschüttet, damit dieser dann ausbricht. Na ja wir fanden diese Show nicht so toll aber Hauptsache den vielen anderen Zuschauern hat es gefallen.

Eigentlich wollten wir in der Nähe von Turangi im Tongariro National Park wandern gehen. Als wir aber hier ankamen, erklärte man uns, dass der Tongariro Alpine Crossing Treck wegen dem starken Wind und des Neuschnees von vorletzter Nacht geschlossen ist. Nun reisen wir halt ohne diese Wanderung weiter auf der Nordinsel Richtung Süden.

Wir wünschen euch eine gute Zeit, hasta pronto und GO ALL BLACKS!
Eliane, Beat und Grumo

PS. Vielen herzlichen Dank an McDonald’s für das gratis Internet :-)!!!

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Riesige Bäume, einsame Buchten und lange Strände

13 10 2011

1. Oktober -10. Oktober 2011

Route: Auckland – Muriwai Beach – Pahi – Trounson Kauri Park – Waipoua Kauri Forest – Ahipara – Cape Reinga – Mangonui

Die meisten Besucher Neuseelands werden von der herrlichen Natur angezogen. Das Land bietet vom subtropischen Norden bis zum subantarktischen Süden, abwechslungsreiche Städte und Landschaften. Besonders reizvoll sind Strände, tiefe Sounds, hohe Berge, die geothermischen Quellen und die Wälder. Neuseeland besteht aus 2 Hauptinseln der Nord- und der Südinsel sowie aus 700 kleineren Inseln. Die Fläche Neuseelands beträgt 268 680 km2 und ist 1600 km lang. Somit ist dieses Land etwas grösser als Grossbritannien. Gezählt werden etwa 4,4 Mio. Einwohner und 39,3 Mio. Schafe. Die Hauptstadt ist Wellington aber als Wirtschaftsmetropole zählt Auckland. Bezahlt wird hier mit dem neuseeländischen Dollar (NZD 1.00 = ca Fr. 0.71).

Speziell bekannt ist das Land auch für seine Outdoor-Aktivitäten. Das Angebot ist sehr vielfältig und es wird einem hier sicher nie langweilig. Bestimmt werden wir das einte oder andere auch ausprobieren aber eins steht schon fest, das Wandern wird in den nächsten 3 Monaten nicht zu kurz kommen. Wieso die Inseln hier so grün sind, haben wir bereits in den ersten Tagen bemerkt: Und die Rätsels-Lösung ist einfach; auch hier regnet es ab und zu :-).

Nach dem 6-stündigen Flug von Tahiti wurden wir in Auckland von einer kühlen Briese und trübem Wetter begrüsst. Da wir unterwegs die Datumsgrenze überschritten hatten, sind wir anstatt am Samstag 1. Oktober bereits am Sonntag 2. Oktober in Neuseeland gelandet. Die ersten 4 Tage verbrachten wir in einem Hostel nicht allzu weit entfernt vom Stadtzentrum. Wir erkundeten in dieser Zeit die Stadt, die sehr übersichtlich und organisiert ist. Alles erschien uns zudem sehr sauber und ordentlich, dies sind wir uns von Südamerika her, nicht mehr so gewöhnt. Auckland gilt als die Seglerstadt, hier wo das Alinghi Team im Jahr 2003 den Americas Cup gewonnen hat. Bei der Werft des Team New Zealand wird man sogar noch an diesen Titelgewinn erinnert. Am Mittwoch fuhren wir mit der Fähre in den ruhigen und sehr schönen Vorort Devenport. Ja und dann war es am Donnerstag endlich soweit und wir konnten unseren Campervan übernehmen. Kurt der Vermieter (klar ein ausgewandeter Schweizer) holte uns beim Hostel ab. Nach einer 40 minütigen Fahrt aufs Land erreichten wir sein Geschäft/Haus (www.banz.co.nz). Nach all den nötigen Erklärungen und ein paar schriftlichen Formalitäten ging unsere wirkliche Reise durch Neuseeland los und dies erst noch auf der verkehrten Strassenseite :-).

Die erste Mission die wir hatten, war einkaufen. Den Einkaufswagen war recht voll als wir die Kasse ansteuerten. Aber eben als Selbstversorger braucht man so einiges zum Überleben ;-). Vollbeladen fuhren wir ohne grosses Ziel los und landeten gegen Abend am Muriwai Beach. Der Campingplatz war direkt am schwarzen Sandstrand gelegen und bei einem Spaziergang entdeckten wir per Zufall noch die Gannets (australoasiatische Tölpelkolonie). Hunderte von diesen Tölpeln waren auf den Felsen am Nesten, da sie bald mit brüten beginnen. Ich weiss auch nicht mehr wie lange wir im kühlen Wind diesen wundervollen Vögeln zugeschaut hatten aber wir waren extrem fasziniert wie sie mit dem ständigen Wind leben können. Später genossen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und so ging unser erster Tag mit dem Büsli (und mal nicht mit dem Bus) zu Ende ;-).

Am Morgen starteten wir die Weiterreise nach Norden zu einer gemächlichen Zeit. Ein Tagesziel hatten wir auch an diesem Tag nicht wirklich und so führte die Route erstmals zum Shelly Beach. Der Strand war voller Muscheln und ich konnte mich gar nicht mehr sattsehen an den vielen farbigen Dingern. Am meisten Leid taten wir all die Muscheln die wir zertrampelten aber es gab ja keine andere Möglichkeit, als auf den Muscheln dem Strand entlang zu laufen :-). Weiter ging die Fahrt über Hügel und Wälder und die Landschaft erinnerte uns seit Monaten wieder einmal an zu Hause. Das viele schöne Grün nahmen wir aber besonders wahr.

Unsere Campingnachbarn in Pahi gaben uns den Tipp am Samstag das hervorragende Kauri Museum in Matakohe zu besuchen. An diesem Tag war noch der Settler‘s Day, an welchem Pioniere ihr Handwerk von früher dem Publikum präsentierten. Im Museum erhält man viele Infos zu den Kauri Bäumen und deren Harz. In einem separaten Raum sieht man das Harz, eine bernsteinfarbene Substanz welche geschnitzt, geformt und zu juwelenartiger Qualität poliert werden kann, ausgestellt. Das Museum ist mit viel Liebe aufgebaut und es beeindruckte uns wie viel es zu sehen gab. Wie schon erwähnt wurden auch Handwerksarbeiten den Besuchern vorgeführt. So kam ich nicht drumherum bei einer netten Schweizerdame, welche am Spinnrad arbeitete und unser „Schwizerdütsch“ verstand selber Handanzulegen. Ich gebe es zu, am Resultat muss ich noch schwer arbeiten, da „spinnen“ in manchen Situationen gar nicht so einfach ist ;-).

Nach so vielen Informationen zu den gigantischen Kauri Bäumen, wollten wir diese auch noch in Natura sehen. Auf der Weiterfahrt nach Norden befinden sich der Trounson Kauri Park sowie der Waipoua Kauri Forest. Bei beiden machten wir einen Halt, doch im Waipoua Kauri Forest befindet sich noch der grösste Rest der einst ausgedehnten Kauriwälder im Norden Neuseelands. Ein Kauri Baum kann bis zu 60 Meter hoch werden und einen Stammumfang von bis zu 17 Metern haben. Es gibt einen Weg der die Besucher zu den grössten Bäumen führt. Zuerst marschierten wir zum 7. grössten Baum, dem Yakas Kauri (Höhe 43,9 m / Umfang 12,04 m). Dann wanderten wir weiter zu den Four Sisters. Dies sind 4 Bäume die extrem nahe zusammengewachsen sind. Danach erwartete uns der Te Matua Ngahere / Vater des Waldes (Höhe 29,9 m / Umfang 16,41 m) welcher der 2. Grösste Kauri ist. Zum Abschluss wollten wir dann doch noch einen Blick auf den grössten Baum, Tane Mahuta (Höhe 51 m / Umfang 14 m / Alter 1‘500 bis 2‘000 Jahre), welcher von den Maori so genannt wurde, werfen. Ehrlich gesagt fühlten wir uns wie Zwerge neben diesen riesigen Dingern. Nach dem Besuch der grössten Kauri Bäume wollten wir dann noch einen langen Strand sehen. Somit führte die Fahrt weiter zum 90 Mile Beach. Dieser wird 90 Mile Beach genannt, doch seine korrekte Länge beträgt aber nur 60 Meilen. Bei der Namensgebung erlaubte sich wohl jemand einen kleinen Scherz. Die Nacht verbrachten wir im kleinen Surferdorf Ahipara was zugleich ein guter Ausgangspunkt zum Cape Reinga, welches fast der nördlichste Punkt des Landes ist, ist. Jedoch liegt der nördlichste Punkt am North Cap. Natürlich durften wir am Sonntagabend das Viertelfinal-Spiel der All Blacks (Neuseeland) gegen Argentinien nicht verpassen. Mit vielen anderen Campierenden schauten wir uns das Spiel an, welches nach Anlaufschwierigkeiten der All Blacks doch noch mit einem verdienten Sieg der Neuseeländer endete.

Die knapp 120 Kilometer ans Ende der Nordinsel nahmen wir am Montagmorgen in Angriff. Oben angekommen wehte uns ein stürmischer Wind entgegen, der einem sogar das Laufen erschwerte. Wir nahmen den kurzen Fussmarsch zum Leuchtturm auf uns, da wir ja auch sehen wollten, wo sich der Pazifik mit der Tasmansee trifft. Hier können sogar Wellen von bis 10 Metern entstehen, wenn das Wetter ganz stürmisch ist. Bevor wir dann wieder das Auto erreichten, fing es an zu regnen. Eigentlich wollten wir auf der Rückfahrt nochmals am 90 Mile Beach übernachten, doch dies machte nicht viel Sinn, da es doch Schöneres gibt als bei Regen dem Strand entlang zu laufen. Somit fuhren wir in die Doubtless Bay nach Mangonui. Bei strömendem Regen gönnten wir uns halt eine Portion Fish-and-Chips und überlegten uns, wohin wir in den nächsten Tagen reisen können.

Somit haben wir bereits einen kleinen Teil der Nordinsel gesehen und schon jetzt können wir zweifellos sagen, dass es uns hier im Land, welches der Schweiz wirklich ein wenig ähnlich ist, sehr gefällt! Nun reisen wir der Ostküste entlang wieder Richtung Auckland.

Liebe Grüsse von der anderen Seite der Erde und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Maeva au paradis

3 10 2011

22. September – 30. September 2011

Französisch Polynesien, eine Perle im südlichen Pazifik welche tausende Kilometer von zu Hause entfernt liegt. Es besteht aus einer Ansammlung kleiner Inseln, Atolle und Archipele und gehört zu Frankreich. Insgesamt besteht Französisch Polynesient aus 118 Inseln und Atollen, die zu fünf Archipelen (Gesellschaftsinseln, Tuamotu Archipel, Marquesasinseln, Austral-Inseln und Gambierinseln) gehören. Die Inseln verteilen sich auf einer Wasserfläche von etwa 4‘000’000 km2, bei einer Landfläche von nur etwas mehr als 4‘000 km2. Die bekannteste und bevölkerungsreichste Insel ist Tahiti wo sich auch die Hauptstadt Papeete befindet. Die Landessprachen sind französisch und tahitianisch. Bezahlt wird hier in Französisch Polynesischen Francs, welcher an den Euro-Wechselkurs angebunden ist (XPF 1‘000.00 =  CHF 10.30).

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum; nach diesem Zitat versuchen wir so oft wie möglich zu leben und in den letzten 6 Monaten, konnten wir uns viele unserer Träume verwirklichen. Das Reisen hat aber auch einen kleinen Hacken und zwar kommen laufend immer wieder neue Träume dazu. Die letzten 10 Tage verbrachten wir im Paradies auf Französisch Polynesien. Was heisst für uns Paradies? Ich versuche dies in einigen Worten zu erläutern. Kristallklares, türkisfarbenes Meer, weisse Sandstrände die umgeben von schattenspendenden Kokosnusspalmen sind, eine konstante Wassertemperatur von ca. 27°C, fast jeden Tag strahlender Sonnenschein, eine farbenfrohe und tierreiche Unterwasserwelt und natürlich herrliches Essen. Klar gibt es für uns verschiedene Arten von Paradies aber diese Inseln hier gehören definitiv dazu. Wir verbrachten unseren Urlaub vom Reisen auf folgenden Inseln:

22.09. – 25.09.2011 Bora Bora
25.09. – 27.09.2011 Huahine
27.09. – 30.09.2011 Moorea
30.09. – 01-10.2011 Papeete (Tahiti)

Geplant war eigentlich, dass wir die Nacht nach Ankunft in Papeete am Flughafen verbringen, da der Weiterflug nach Bora Bora vom 22.09.11 bereits um 06.45 Uhr war. Somit machte es für uns keinen Sinn ein Zimmer zu nehmen. Während der Woche auf der Osterinsel lernten wir Céline (La Star) und Camille, ursprünglich aus Frankreich aber seit längerem leben sie in Papeete, kennen. Sie luden uns ein die Nacht bei ihnen auf dem Balkon (das Bett steht wirklich auf dem Balkon) zu verbringen und zugleich feierten wir um Mitternacht noch Bidus Geburtstag. Als Geschenk bekam er vorerst einmal ein tahitianisches Bier mir einer Kerze oben drauf :-). Klar feierten wir dann am nächsten Abend bei einem leckeren Essen und einem kleinen Kuchen mit Kerzen auch nochmals Geburtstag. Am Morgen früh fuhren uns Céline und Camille an den Flughafen und dann verabschiedeten wir uns für die nächsten 8 Tage von ihnen. Der Flug auf die meistbesuchte Insel der Welt ging planmässig und auf Bora Bora wurden wir von strahlendem Sonnenschein und türkisblauem Meer begrüsst. Wir waren natürlich die einzigen Touristen die mit Rucksäcken unterwegs waren. Alle anderen, natürlich ausschliesslich Pärchen welche hier ihre Flitterwochen verbrachten, hatten schöne grosse Koffern von Louis Vuitton und Gucci bei sich :-). Wir wurden dann auch nicht von einem Hotelboot wie dem 4 Seasons abgeholt, sondern mussten als normales Fussvolk die Fähre nach Vaitape nehmen. Unsere Unterkunft lag etwas ausserhalb von Vaitape. Wir hatten ein wunderschönes Bungalow mit einer kleinen Terrasse von welcher, wir eine tolle Aussicht aufs Meer genossen. Der Besitzer stellte uns Fahrräder zur Verfügung die wir natürlich auch benutzen um an den Strand zu gelangen oder einmal am Morgen früh um die Insel zu radeln. In ganz Französisch Polynesien beginnt es bereits um 05.00 Uhr zu dämmern und so waren wir dann auch immer relativ früh auf, da es zu dieser Tageszeit am angenehmsten war. Die Insel ist sehr schön, extrem grün und natürlich blühen überall ganz viele Blumen. Zugleich hatte es alle Arten von Früchten, die momentan am reifen oder bereits essbar sind. Auf Empfehlung machten wir auf dieser Insel noch eine Lagunen Tour. Bora Bora ist ja nicht bekannt für seine Sandstrände, sondern für seine wunderschöne Lagune. Der Tag war perfekt und der strahlend blaue Himmel verstärkte somit die verschiedensten Farben des Meeres noch viel mehr. Es ist wirklich wunderschön und genau so wie auf den Postkarten von Bora Bora sieht es auch aus. Nach fast 4 Tagen ging es dann während einem 20 minütigen Flug weiter auf die Insel Huahine.

Huahine ist das totale Gegenteil von Bora Bora. Absolut nicht touristisch, keine 5 Sterne Resorts und die Leute sind extrem freundlich. Auch hier erwartete uns wieder ein schönes Zimmer und dieses Mal sogar fast direkt am Strand. Somit mussten wir nur einige Schritte bis zu unserem Liegestuhl machen. Neben baden, Kayak fahren und sünnele, mieteten wir auf dieser Insel einen Scooter, da wir die 60 km nicht mit dem Fahrrad zurücklegen wollten. Es hatte nämlich so einige Steigungen die sogar unserem Scooter etwas Mühe bereiteten. Auf Huahine war es noch grüner als auf Bora Bora und die Landschaft war auch wieder einmalig schön. Wir besuchten noch eine Vanille-Farm. Vanille wächst an einer Pflanze und sieht fast so wie die Stangenbohnen, nur wird die Pflanze nicht ganz so hoch. Die Besitzer bauen nicht nur Vanille an, sondern auch noch so einige Sorten an Früchten. Der Vanille Geruch war so stark, dass ich diesen am Abend immer noch in meiner Nase hatte.

Am Dienstagmittag ging’s dann mit dem letzten Flug auf die nächstgelegenste Insel zu Tahiti, auf Moorea. Moorea ist ungefähr so gross wie Huhaine aber doch wieder etwas touristischer. Viele Bewohner von Tahiti kommen übers Wochenende nach Moorea, da die Inseln nur 30 Minuten mit der Fähre auseinander liegen. Wie ihr euch denken könnt, diente auch hier wieder ein cooles Bungalow am Meer als Unterkunft. Das Angebot an Dingen die wir unternehmen konnten war wieder einmal riesig und so hatten wir die Qual der Wahl was wir machen wollten. Da momentan die Buckelwale hier in der Nähe sind um ihre Kälber zu gebären und aufzuziehen, entschlossen wir uns eine „Whale watching Tour“ zu machen. Die Wale kommen immer von Juni – November hierher da die Wassertemperatur ideal für die Jungen ist. Im November machen sie sich dann wieder auf den langen Weg zurück zum Südpol. Wir hofften sehr, dass wir Wale und Delfine sehen werden aber eben eine Garantie hat man ja nie, ausser natürlich im Zoo. Mit einem Boot fuhren wir aus der Lagune heraus ins offene Meer. Es vergingen keine 10 Minuten bis wir den ersten Buckelwal sahen. Bereits bei diesem Anblick waren wir alle total aus dem Häuschen und konnten unser Glück kaum fassen. Doch zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was uns als nächstes erwartet. Wir fanden dann eine Mutter mit ihrem Jungen und dann plötzlich hiess es (getting ready for snorkeling) und kurze Zeit später waren wir alle mit Schnorchel und Taucherbrille im Wasser. Einige Züge schwimmen und dann sahen wir unter uns dieses riesige und wunderschöne Tier mit seinem Jungen. Ganz ruhig schwammen die Beiden unter uns auf dem Meeresgrund und liessen sich durch unsere Anwesenheit nicht stören. Ab und zu kamen sie nach oben um Luft zu holen und das war dann der magische Moment, wo wir nur noch einige Meter von diesen gigantischen Meeressäugern entfernt waren. Einige Male wurde uns bereits erzählt, dass man mit Walen schwimmen kann, doch nie hätten wir uns träumen lassen, dass genau uns dies passieren wird. Insgesamt konnten wir etwa 40 Minuten bei diesen Tieren sein, um sie zu bewundern und zu bestaunen. Diesen magischen Moment werden wir nie vergessen und genau an diesem Tag hatten wir Halbzeit auf unserer Reise. Wie wenn dies nicht schon genug gewesen wäre, sahen wir auch noch Delfine, Riffhaie und Rochen. So ging ein eindrücklicher, perfekter und bestimmt unvergesslicher Tag zu Ende. Am letzten Tag auf Moorea mieteten wir wieder einen Roller, was zur Freude von Bidu war, da er nämlich wie ich das Gefühl habe, sehr gerne Roller fährt :-). Wie alles gingen auch diese Tage im Paradies einmal zu Ende. Am Freitagmittag fuhren wir mit der Fähre zurück nach Papeete wo bereits Camille auf uns wartete. Wir konnten das Gepäck bei ihm im Auto verstauen, um noch ein wenig die Stadt zu besichtigen. Viel zu sehen gab es hier nicht aber viele schöne Sachen hätte es zu kaufen gegeben. Unter anderem ist Tahiti auch bekannt für seine schwarzen Perlen und zum Glück brauchen die ja nicht so viel Platz im Rucksack! Den Abend verbrachten wir mit Céline und Camille bei ihren Freunden, da diese den Rugbymatch Frankreich gegen Tonga schauen wollten. Es war ein super Abend und unseren französisch Kenntnissen schadete dies auch nicht. Um Mitternacht lagen wir dann wieder wie bereits vor 10 Tagen im Bett auf dem Balkon und konnten ein letztes Mal zum Einschlafen den schönen Sternenhimmel über Tahiti geniessen.

Es gäbe noch viele Inseln die man in Französisch Polynesien besuchen könnte, doch eben die Zeit die wir zur Verfügung hatten war beschränkt so wie ja auch unser Budget. Es ist schwierig zu sagen auf welcher Insel es uns am besten gefallen hat aber klar ist, es ist nicht Bora Bora. Mittlerweile ist die Insel voll von Touristen und ist zugleich total überteuert, das sagen auch die Einheimischen. Vor 10 Jahren wimmelte es dort von Backpackern, doch heute ist die Insel eher für Leute die gerne ein paar hundert oder tausend Franken für eine Nacht hinblättern. Nun sind wir wieder gut erholt und weiterhin voller Tatendrang in den Reisealltag gestartet. Den Weg nach Neuseeland (Auckland) haben wir nun seit gestern auch gefunden. Das Land steht momentan Kopf und es dreht sich alles nur um ein Thema; um die ALL BLACKS und den Rugby World Cup. Wir hoffen natürlich, dass die ALL Blacks weiterhin so gut spielen wie bisher, damit wir glückliche und zufriedene Neuseeländer erleben. Während den nächsten 3 Monaten bereisen wir für einmal „nur“ ein Land aber dies dafür richtig :-)!

Pour Céline (LA STAR) et Camille: MERCI beaucoup pour tous et spécialement votre hospitalité! C’était magnifique en Polynésie Française et nous espérons que nous vous rencontrons en Suisse où en France. Profiter de votre trip en Amérique!!!

Wir grüssen euch ganz lieb aus Auckland und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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