Yucatán – Maya-Stätten, Cenoten und ein Bilderbuchstrand

8 05 2016

Wie kommt man am schnellsten von Flores, Guatemala nach Chetumal, Mexiko? Mit einem Minibus der uns innert 10 Stunden ans Ziel fuhr. Es war die letzte lange Fahrt auf dieser Reise, doch es brauchte auch dieses Mal eine Portion Geduld, da wir 2 Grenzübergänge passierten. An einem Sonntag zu reisen, stellte sich als gute Entscheidung heraus, da wir bei keiner Grenzkontrolle lange warten mussten. Zuerst aus Guatemala ausreisen, in Belize einreisen damit wir nach Belize City fuhren konnten. Dort 2 Stunden auf weitere Leute warten und weiter geht’s an die mexikanische Grenze. Um aus Belize auszureisen mussten wir je USD 15.00 bezahlen, auch wenn wir uns insgesamt nur etwa 5 Stunden in diesem Land aufhielten. Die letzten Kilometer bis nach Mexiko waren gesäumt von hohen Mauern, welche zusätzlich mit Stacheldraht versehen waren. Auch der Grenzposten sah etwas anders aus, als wir uns dies gewohnt sind. Wir sowie auch das Gepäck wurde einer gründlichen Kontrolle unterzogen und kurze Zeit später hatten wir schon den letzten Einreisestempel im Pass. Bienvenidos a Mexico.

Bis nach Chetumal war es dann nur noch ein Katzensprung. Chetumal ist die Hauptstadt der Provinz Quintana Roo und fungiert durch seine Nähe zu Belize als Handelszentrum der Region. Von hier aus besuchten wir die Laguna de Bacalar. Die Lagune ist durch den Zusammenschluss von sieben Cenoten, also dolinenartigen Kalksteinlöchern, entstanden. Der See bestehend aus Süsswasser wird auch als Lagune der sieben Farben bezeichnet, da die Wasserfläche in den verschiedensten blau und türkis Farbtönen schimmert. Dieser wunderschöne Platz mit dem lauwarmen Wasser lädt zum Verweilen und Baden ein.

Valladolid ist die drittgrösste Stadt des Yucatáns und zeichnet sich als Basislager für Ausflüge zu Maya-Stätten und Cenoten aus. Das schöne und überschaubare Städtchen mit seinen pastellfarbenen Häusern gefiel uns sehr gut, auch wenn das Thermometer fast 40 Grad anzeigte, blieben wir 3 Tage. Die gute Lage des Ortes nutzen wir um die berühmteste und bestrestaurierte Maya-Stätte des Yucatáns, Chichén Itzá, zu besuchen. Chichén Itzá ist anders als Tikal aber nicht weniger imposant. Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert muss diese Stadt, mit einer Fläche von 1547 Hektar, eine überregionale bedeutende Rolle gespielt haben. Mit vielen anderen Touristen bestaunten wir die Tempel in den verschiedensten Architekturstilen.

In Mexiko befindet sich das weltweit zweitlängste und bekannte Unterwasserhöhlensystem. Insgesamt sind 163 Cenoten mit der Oberfläche verbunden und das System erstreckt sich über 222,7 km. Viele Teile dieser Höhlensysteme sind bis heute unerforscht. Einen Fahrradausflug machten wir zu den 7 Kilometer entfernten Cenoten Dzitnup und Samulá. Beide Cenoten befinden sich in einer Höhle und Tageslicht kommt fast keines dazu. Die gigantischen Kalksteinformationen reichen imposant von der Decke bis fast ins Wasser. Wie bei jeder Cenote ist das Wasser kristallklar und bietet zu den draussen herrschenden hohen Temperaturen eine willkommene Abkühlung.

Unser letzter Stopp dieser Reise legen wir in Tulum ein, wo wir für 4 Tage eine Unterkunft am Strand gebucht hatten. Bereits einen Tag vorher reisten wir hierher, um noch die Ruinen sowie die Gran Cenote zu besuchen. Die Bauten der Maya-Stätte von Tulum sind nicht so grandios wie die anderen Maya-Stätten im Land, doch was die Szenerie und Aussicht betrifft, ist es schwierig, um mit diesen auf einer Klippe thronenden Ruine mitzuhalten. Beim letzten Ausflug besuchten wir die Gran Cenote etwas ausserhalb von Tulum. Dies war für uns die schönste Cenote aber zugleich auch die meist besuchteste.

Und dann war es soweit und der letzte Umzug an den wunderschönen weissen Strand von Tulum stand uns bevor. Die Unterkunft im Playa Selva sorgte für den perfekten Reiseabschluss. Den Bewegungsradius reduzierten wir aufs Minimum und genossen für einmal das süsse Nichtstun. Und so vergingen auch diese Tage, ohne gross etwas zu unternehmen. Der Abschied von diesem wunderschönen Ort machte uns der Wettergott recht einfach. Kurz bevor wir unsere Unterkunft verliessen, um an den Flughafen von Cancun zu fahren, begann es wie aus Kübeln zu regnen. Ein heftiges Gewitter zog über uns hinweg und überflutete zum Teil die Strassen. Die Reise endete somit wie sie begonnen hat, nämlich mit Regen.

Seit Donnerstagnacht sind wir nun wieder zu Hause. Im Gepäck haben wir viele schöne Erinnerungen und unvergessliche Momente mitgenommen, die uns niemand mehr nehmen kann. Unsere Wohnung sah noch so aus wie wir sie verlassen hatten, ausser dass sich auf dem Tisch ein Berg perfekt sortierte Post befand. Zudem wartete noch eine kleine Überraschung auf uns, nämlich ein gefüllter Kühlschrank. So konnten wir am Morgen ohne einzukaufen das erste Schweizer Frühstück mit richtigem Brot geniessen. Die Heimat begrüsste uns von seiner schönsten Seite mit Temperaturen über 20 Grad und strahlendem Sonnenschein. Ein Spaziergang zu unserem Aussichtspunkt im Dorf durfte am ersten Tag nicht fehlen, da der Ausblick auf Eiger, Mönch und Jungfrau einfach gigantisch war. Mit einem Lächeln im Gesicht sagten wir zueinander, wie schön wir es doch hier haben. Wir gehen jeweils auch nicht auf Reisen, da es uns zu Hause nicht gefällt, sondern da uns die Neugier auf „anderes“ in die Ferne treibt.

Ganz herzlich möchten wir uns bei euch allen für die vielen Kommentare, What’s App oder Mails bedanken oder einfach dafür, dass ihr mit uns mitgereist seid. Auch wenn wir uns nicht auf alle Nachrichten gemeldet haben, freuten wir uns immer sehr darüber. Morgen starten wir auch wieder einmal mit Arbeiten und sind gespannt was uns dort erwartet :-). Und ja was bleibt mir sonst noch zu sagen ausser MERCI an den für mich besten Reisepartner der Welt, für ein weiteres Abenteuer das wir zusammen erleben und verbringen durften.

Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen,
ob man einen Menschen mag oder nicht,
als mit ihm auf Reisen zu gehen.
Mark Twain

Ein letztes Mal sagen wir hasta pronto y muchas gracias
Beat, Eliane und Grumo

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Auf Tempeljagd im Dschungel

1 05 2016

Erneut sassen wir wieder einmal ein paar Stunden im Bus, um von Cobán nach Flores zu gelangen. Während dieser Fahrt sahen wir eine Landschaft, welche durch unsere Augen gesehen, nicht nur schön ist. Die Strassenränder und -gräben sind an vielen Orten im Land mit Müll übersät. Je ärmer die Gegend ist, desto mehr Abfall liegt herum. Für die Menschen hier ist dies das normalste der Welt, da eine Müllabfuhr nur in den grossen Städten / Orten vorhanden ist. Wo dann der Abfall hingeführt wird, ja auch das haben unsere Augen gesehen. Zudem wurden und werden weite Teile des Dschungels abgeholzt oder abgebrannt und wo einst die Natur verwurzelt war, befinden sich nun kilometerweite Palmöl-Plantagen. Natürlich wissen wir alle, dass das Palmöl-Geschäft floriert, doch wenn man dann die Auswirkungen mit eigenen Augen sieht, stimmt das einem sehr nachdenklich und traurig.

Flores liegt auf einer Insel im Lago Petén-Itzá. Die Insel ist durch einen künstlichen Damm mit dem Vorort Santa Elena verbunden. Die Insel kann man ohne Probleme zu Fuss in kurzer Zeit umrunden. Relativ spät am Abend erreichten wir Flores, von wo aus wir am Folgetag bereits weiter nach Tikal fuhren. Das Eintrittsticket zu den wohl bedeutendsten Maya-Ruinen kann man ab 15.00 Uhr kaufen und dieses behält dann die Gültigkeit für den nächsten Tag. Unser Collectivo (Minibus) erreichte den Parkeingang schon um 14.30 Uhr, doch der Mann an der Kasse war so nett und verkaufte uns das Ticket trotzdem. Kurze Zeit später trafen wir auf dem Parkplatz und offiziellen Parkeingang ein, wo sich auch der Campingplatz befindet. Erneut schlugen wir unser Zelt auf und machten uns dann auf, in eine Zeitepoche die sich vor mehr als 2000 Jahren abspielte. Das in verschiedenen Abschnitten über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren erbaute Tikal ist eine riesige, komplizierte Anlage mit Hunderten von Tempeln, Ruinen und Stelen. Tikal liegt auf einem niedrigen Hügel oberhalb einer morastigen Fläche – vielleicht haben sich die Mayas eben deshalb um 700 vor Christus hier niedergelassen. Den Park hatten wir an diesem Nachmittag fast für uns alleine. Die meisten Leute waren wohl schon wieder abgereist und so genossen wir die imposanten Tempel der Grand Plaza und den Tempel IV mit seinen über 60 Metern Höhe fast für uns alleine. Was Tikal von anderen namhaften Maya-Stätten wie Chichén Itzá oder Uxmal unterscheidet, ist die einmalige Lage im Urwald. Über diesen bietet der Tempel IV einen unglaublichen Ausblick, wo sich an diesem Abend, wohl einige Brüllaffen ein Duell lieferten, wer von ihnen der / die Lauteste ist. Nebst den Affen sahen wir auch wieder Tukane, Papageien und viele Aracaris. Bevor es dunkel wurde, machten wir uns auf den Rückweg und assen in einem Comedor noch eine Kleinigkeit.

Der Park öffnete um 06.00 Uhr in der früh seine Tore und diese Gelegenheit nutzen wir um die Morgenstimmung an diesem mystischen Ort einzufangen. Hell war es um diese Zeit schon, jedoch verdeckten Wolken an diesem Morgen die Sonne. Die Leute die wir trafen, konnten wir an einer Hand abzählen. So hatten wir erneut die Gelegenheit, diesen speziellen Ort fast für uns alleine zu geniessen. Nachdem wir für uns die wichtigsten Tempel gesehen hatten, machten wir uns am Mittag, als der grosse Ansturm an Leuten und die grosse Hitze begann, auf den Rückweg nach Flores. Den letzten Abend verbrachten wir am See mit leckerem guatemalischem Essen, welches an Marktständen verkauft wurden. Das Essen schmeckte so gut, dass wir uns gleich 2x damit eindeckten.

Bereits auf der letzten Reise wollten wir nach Guatemala, entschieden uns dann dagegen, da es nicht in unsere Reiseroute passte. Nun haben wir das Versäumte nachgeholt und es hat uns hier sehr gut gefallen. Viel und lange waren wir am Reisen und es gäbe immer noch vieles zu sehen, was wir momentan nur aus Erzählungen kennen. Wie meistens beim Reisen, sollte man noch viel mehr Zeit haben. Hiermit bin ich auch schon beim Thema, da der letzte Bericht sowie auch die Heimreise naht. Selbstverständlich lassen wir euch auch noch an unserer kurzen Reise durch einige Orte im Yucatán (Mexiko) teilhaben. So viel können wir verraten, die letzten Tage, welche angebrochen sind, verbringen wir für uns etwas ungewöhnlich, auf einem Liegestuhl am wunderschönen weissen Strand von Tulum.

Nochmals sagen wir hasta pronto
Beat, Eliane und Grumo

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Guatemala – so farbig wie ein Regenbogen

25 04 2016

Antigua ist Guatemalas touristisches Vorzeigestück aber dies hat uns nicht davon abgehalten, ein paar Tage hier zu verweilen. Der Ort mit immenser historischer Bedeutung, seinen wunderschönen Kolonialbauten und ehemalige Hauptstadt Guatemalas, gehört seit 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe. Zudem befinden sich rund um die pastellfarbenen Häuser Antiguas 3 mächtige Vulkane.

Auf vielen Spaziergängen durch die Stadt, wo in jeder Ecke ein neues Fotosujet oder Kaffee wartet, machten wir an einem Tag einen besonderen Ausflug ins Nachbardorf San Miguel Escobar. Pünktlich holte uns Andres beim vereinbarten Treffpunkt ab. Bei Andres und seiner Familie wollten wir sehen und lernen wie das Nationalgericht Pepián gekocht wird. Nach der Begrüssung ging es sofort zur Sache. Das lebendige Huhn das schön brav unter einem Korb sass, musste geschlachtet werden. 2 Augenpaare starrten etwas ungläubig in die Runde und auf die Frage, wer dem Huhn den Kopf abschneiden möchte, schüttelten wir beide verneinend den Kopf. Ich mache es kurz, da ihr ja vielleicht wisst, das Hühner ein zähes Leben haben, übernahm Bidu den Rupf-Job und ich schnitt dem armen Tier die Flügel und Beine ab. Wir waren froh, als wir dann in die Küche zum Gemüse schnippeln, wechselten. Als alle Zutaten geschnitten waren, kochte alles schön vor sich hin und wir durften uns noch in der Tortilla Herstellung beweisen. Zu jeder Mahlzeit werden Maistortillas gegessen, welche super lecker sind aber in der Herstellung doch recht schwierig. Die Tochter Sindy zeigte uns wie wir die Tortillas formen müssen. Das Ganze sieht beim Zusehen recht einfach aus, aber eben, als wir selber ans Werk durften, hätten unsere Exemplare nicht für den täglichen Verkauf gedient. Der Tortilla-Verkauf ist eine zusätzliche Einkommensquelle der Familie. In der Küche roch es, nach fast 3 Stunden metzgen, schnippeln und formen köstlich. Mittlerweile hatten auch wir wieder Hunger und so assen wir zusammen mit der ganzen Familie das Festmahl. Eine interessante Erfahrung und trotz unserem eingeschränkten Wortschatz in Spanisch erfuhren wir so einiges über die Familie sowie deren Lebensweise.
Am Nachmittag ging unser Programm bei einer andern Familie weiter. An der Tür begrüssten uns zwei jungen Frauen Lidia und Lilian. Die beiden Töchter eines Kaffeebauern hatten vor 4 Jahren die Idee anstelle von Erdnüssen, Erdnussbutter herzustellen und diese zu verkaufen. Zu Hause essen wir keine Erdnussbutter aber uns interessierte es, wie diese hier hergestellt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir auch nicht wie eine Erdnusspflanze aussieht und wie viel Arbeit in der manuellen Herstellung des Brotaufstriches steckt. Als erstes werden die Erdnüsse geöffnet, auf dem Holzherd geröstet und anschliessend von der roten Schale befreit. Zum Schluss werden die Nüsse so lange gemahlen, bis diese nur noch Butter sind. Zusätzliche Zutaten werden dieser Erdnussbutter nicht beigefügt. Zum Schluss durften wir die selbstgemachte Erdnussbutter auch kosten. Bevor wir uns auf den Rückweg nach Antigua machten, dankte uns Lidia mit glänzenden Augen für den Besuch. Mit dem Geld aus dem Erdnussbutter-Workshop, welchen sie dank der Organisation „De La Gente“ anbieten können, ermöglicht es den beiden jungen Frauen ein Studium zu absolvieren. Was gibt es schöneres als in solch strahlende Augen zu blicken und zu wissen, dass wir mit unserem Interesse etwas Gutes getan haben.

Von Antigua aus ging’s ins nicht viel weniger touristische Panajachel am Lago Atitlán. Der zweitgrösste See in Guatemala ist auch wie Antigua, umgeben von drei Vulkanen, welche zum tollen Panorama beitragen. Der Lago Atitlán lebt von seinem wunderschönen Panorama, welches wir nur von Fotos her kennen, da hier dichter Dunst die tolle Sicht verdeckte. Der Grund für diesen Dunst ist, dass die Bauern nach der Erntezeit, die Felder abbrennen. Der Regen würde dann für eine bessere Sicht sorgen aber dieser blieb bis jetzt aus. Somit stellten wir uns das Panorama während dem Bootsausflug in die beiden umliegenden Dörfer San Marcos und San Pedro nur vor.
Panajachel liegt nicht weit entfernt von Chichicastenango, wo jeweils am Donnerstag und Sonntag der grösste Markt Mittelamerikas stattfindet. Am Sonntagmorgen früh machten wir uns auf den Weg nach“ Chichi“. Die Fahrt mit den Hühnerbussen ist immer ein Erlebnis für sich und es kann ab und zu zu Platzproblemen kommen. So auch dieses Mal; auf der 1 ½ stündigen Fahrt mussten wir in 2 Orten den Bus wechseln. Der Wechsel findet immer problemlos statt auch wenn wir keine Ahnung haben, welcher Bus uns zum nächsten Ort bringt. Die Buschauffeure sind oftmals sehr hilfsbereit oder dann hört man es, wohin die Busse fahren, da der Zielort immer lautstark verkündet wird. Im letzten Bus fühlten wir uns wieder einmal wie eine Sardine in der Büchse und selbstverständlich ging die Fahrt durch das Hochland des Landes, welches natürlich aus Hunderten von Kurven besteht :-). Die Busse die hier unterwegs sind, sind ausgemusterte amerikanische Schulbusse. Die Sitzbänke sind gemacht für jeweils 2 Personen doch hier herrschen andere Gesetze und es quetschen sich 3 oder 4 Personen auf einen Sitz. Selbstverständlich werden hier auch Stehplätze verkauft, wenn dann doch die letzte Sitzmöglichkeit vergeben ist. Erleichtert heil am Ziel angekommen zu sein, widmeten wir uns dem farbenfrohen Markt und den vielen Menschen die schon fleissig ihre wunderschönen Sachen zum Verkauf ausgebreitet hatten. Vielen schöne Kleider, Tücher, Töpferwaren und sonst erdenkliche Textilien strahlten uns in allen möglichen Farben entgegen. Auch die Guatemalteken sind oftmals in ihren farbenfrohen Gewändern unterwegs. Essen und Früchte gibt es auch überall zu kaufen und so mussten wir nie weit laufen, um uns wieder zu stärken.

Ein kleines Juwel verbirgt sich auf dem Weg von Cobán nach Playa Grande. Die Laguna Lachua versteckt inmitten des Dschungel und nicht ganz einfach zu erreichen, ist immer noch ein kleiner Geheimtipp in Guatemala. Vom Parkeingang aus führt ein 4,5 Kilometer langer Pfad zum Camp der Lagune. Da wir ja noch unser Zelt mit uns herumtragen, nützen wir hier die Möglichkeit nochmals zu zelten. Der unbeschreibliche Anblick dieses kreisrunden Gewässers mit seinem kristallklaren Wasser entschädigt für die lange Anfahrt. Wir genossen die unendliche Ruhe, welche höchstens durch Tierlaute „gestört“ wurde.

Die Zeit läuft und unsere Reise neigt sich langsam dem Ende entgegen. Bereits sind wir in Mexiko angekommen und haben uns auch schon dem herrlichen Essen gewidmet. Hier in diesem Land wird unsere Reise auch enden. Im nächsten Bericht werden wir euch noch ein wenig in die Vergangenheit von Tikal mitnehmen.

Ein weiteres Mal sagen wir hasta pronto
Beat, Eliane und Grumo

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Die edle braune Bohne aus Boquete

15 04 2016

Boquete unser letzter Halt in Panama bevor es zurück in die Hauptstadt geht, liegt im Hochland auf 1‘100 MüM. Hier herrscht das ganze Jahr über ein angenehmes und kühles Klima. Der Ort ist gesegnet durch seinen fruchtbaren, vulkanischen Boden und so gedeihen Kaffee, Blumen, Gemüse und Zitrusfrüchte gleichermassen gut. Hier befindet sich auch der einzige Vulkan Panamas der Vulkan Barú, den wir aber diesmal nur aus der Ferne bestaunten.

Zwei der vier Nächte in Boquete verbrachten wir auf einem Coffee Estate mit dem Namen Mañana Madera. Der Besitzer Randy, ein ausgewanderter Amerikaner (in Boquete leben sehr viele Amerikaner, Kanadier und Europäer die pensioniert und hierher ausgewandert sind), begrüsste uns beim vereinbarten Treffpunkt bereits überschwänglich, dass wir das Gefühl hatten, einander schon lange zu kennen. Das Coffee Estate liegt wunderschön unterhalb des Vulkanes gelegen und ist eine 10 minütige Autofahrt von Boquete entfernt. Hier bezogen wir für die nächsten Tage unser kleines Häuschen mit eigenem Sitzplatz und grandioser Aussicht. Viel Zeit verbrachten wir hier auf dem Anwesen, welches nebst Kaffeepflanzen, Bananen- und Orangenbäume viele Blumen mit Nektar suchenden Kolibris beinhaltet. In guter Gesellschaft waren wir jeweils sofort wenn wir einen Fuss vor die Tür setzen, von Chubbs, dem liebenswerten Golden Retriever von Randy. Erneut haben wir auf dieser Reise eine kleine Oase gefunden, die wir weiter empfehlen können. Da die Kaffeeplantage von Randy zu klein ist, um diese zu besichtigen, buchten wir eine Kaffeetour beim berühmtesten Kaffeeunternehmen Panamas, bei Café Ruiz.

Wenn man die Liste der weltweiten Kaffeeproduzten durchgeht, ist Panama auf dieser gar nicht erwähnt. Jedoch wurde Panamaischer Kaffee 3x hintereinander zum besten Kaffee der Welt gewählt. Boquete wird auch als Napa Valley des Kaffees bezeichnet. Hier wird ausschliesslich die Kaffesorte Arabica angebaut, da für die Pflanzen die perfekten Bedienungen herrschen. Die Pflanzen gedeihen am besten bei 15-25° und auf einer Höhe von 600 bis 2‘300 MüM. Arabica-Sorten wurden im siebten Jahrhundert in Äthiopien entdeckt. Nicht so die Kaffeepflanze Robusta welche erst im 19. Jahrhundert in Zentral- und Westafrika entdeckt wurde. Wie der Name schon sagt, ist diese viel resistenter gegen Schädlinge und zudem auch weniger temperaturempfindlich als die Arabica.
Bis der Kaffee vom Strauch in unsere Tassen gelangt, ist es ein langer Prozess. Je nachdem unter welchen Bedingungen die Kaffeepflanze angebaut sowie welche Sorte verwendet wird und welche Art von Kaffeeprodukt daraus resultieren soll, sind dabei verschiedene Prozesse notwendig. In wenigen Worten ein kleiner Überblick über die wichtigsten Schritte der Kaffeeherstellung: Anbau, Ernte, Aufbereitung, Schälen, Reinigen, Sortieren und Rösten. Während der Tour erhielten wir in einige Schritte einen kleinen Einblick. Aktuell ist die Erntezeit in Boquete vorbei und deshalb stand die Verarbeitung der Bohnen still. Jedoch sind die Pflanzen bereits wieder am Blühen. Erntezeit ist jeweils von Ende Oktober bis Ende Februar, 4 Monate. Es gäbe noch viele interessante Sachen über den Kaffee zu erzählen und vor allem noch zu lernen. Wir freuen uns auf jeden Fall die gekauften Kaffeebohnen nach unserer Rückkehr zu Hause in unserem Kaffee-Vollautomaten zuzubereiten.

Hier noch einige interessante Informationen, die wir aus der Tour mitgenommen haben:

In diesen Ländern wird am meisten Kaffee getrunken:
1. Finnland
2. Schweden
3. Norwegen

Die weltgrössten Kaffeeproduzenten sind:
1. Brasilien
2. Vietnam
3. Kolumbien

Als teuerste Kaffeesorten der Welt gelten:
Arabica Geisha aus Panama, Kopi Luwak aus Indonesien / Vietnam und Black Ivory, aus Thailand
Vom einem Lot der Sorte Arabica Geisha wurde einmal bei einer Auktion 1 Kilo geröstete Bohnen für USD 1‘600.- an das Londoner Nobel-Kaufhaus Fortnum & Mason verkauft.

Nebst der Erweiterung unseres Kaffee-Horizontes machten wir eine kleine Wanderung im Nationalpark, um einen Quetzal zu sehen. Dieser farbenprächtige Vogel ist ausschliesslich in den Nebelwäldern Mittelamerikas beheimatet. Leider hatten wir diesen nicht gesehen aber wir versuchen unser Glück dann nochmals in Guatemala.

Bevor wir Panama verliessen, mussten wir noch ein paar kleinere Besorgungen erledigen. Was gibt es schöneres als an einem Sonntagmorgen in die Albrook Shopping Mall mit 700 Läden!! zu fahren und unter anderem für Bidu ein paar neue Flip Flops zu kaufen? 😉 Eine solche Auswahl an verschiedenen Modellen hatte er bis jetzt noch selten.

Nach einem kurzen Flug von Panama City nach Guatemala City sind wir von der Hauptstadt Guatemalas direkt weiter nach Antigua gereist. Wieso wir dort ein Huhn rupften erfahrt ihr im nächsten Bericht…

Aus dem wunderschönen Antigua sagen wir erneut hasta pronto
Beat, Eliane und Grumo

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Pura Vida im Zoo Zentralamerikas

8 04 2016

Jemand unter euch Lesern wartet sehnlichst auf diesen Beitrag. Bereits nach dem letzten Bericht, erhielt ich eine Nachricht, wann dann endlich über Costa Rica erzählt werde. Nun hoffen wir, dass dieser Bericht den Erwartungen entspricht und wünschen viel Spass beim Lesen.

Manchmal gehen die Pläne, die wir schmieden, nicht immer ganz auf. Das bemerkten wir, als wir unseren Costa Rica Abstecher planten. Eigentlich wären wir gerne in den Corcovado Nationalpark gereist, doch daraus wurde nichts, da wir unsere Tour exakt einen Monat zum Voraus reservieren hätten sollen. Vor einem Monat wussten wir aber noch gar nicht, wann und ob wir überhaupt nach Costa Rica reisen werden. Etwas enttäuscht darüber, recherchierten wir weiter und entschlossen uns dann, in den Tortuguero Nationalpark zu fahren. Wichtig zu erwähnen, die Enttäuschung hielt nicht lange an.

Von Bocas del Toro reisten wir mit dem Boot zurück nach Almirante. Von dort mit dem Minibus nach Changuinola und nach erneutem Umsteigen bis an den Grenzübergang Guabito (Panama) – Sixaola (Costa Rica). Nach langer Zeit hatten wir wieder einmal einen Grenzübergang der zu Fuss zurückgelegt werden muss. Zuerst in Panama den Ausreisestempel abholen und anschliessend die Ausreisesteuer von USD 4.00 bezahlen. Die beiden Länder trennt eine alte rostige Brücke, über welche wir dann nach Costa Rica liefen. Die geschäftige Grenzbeamtin bei der Immigration war glücklicherweise in ein Telefongespräch vertieft, als sie uns die Einreisestempel in unsere Pässe knallte. So blieb keine Zeit für allfällige Fragen zu unserem Reiseverlauf. In Sixaola gibt es einen Bus der uns direkt nach Puerto Viejo, unser heutiges Tagesziel, fuhr. Puerto Viejo ist ein kleiner Ort direkt am karibischen Meer. Nach unserem Besuch im Nationalpark wollen wir hier noch ein paar Tage bleiben.

Bei strömendem aber warmem Regen liefen wir am nächsten Morgen zur Bushaltestelle. Mit einem der ersten Busse fuhren wir nach Puerto Limon. Puerto Limon, eine Stadt in Costa Rica die nicht wirklich für einen Besuch zu empfehlen ist, was uns auch von mehreren Seiten abgeraten wurde. Nach Puerto Limon (Moin) reisten wir nur, da das Boot nach Tortuguero von hier aus startete. Über 4 Stunden dauerte die Bootsfahrt durch verschiedene Kanäle in den kleinen Ort innerhalb des gleichnamigen Nationalparks. Wir hatten grosses Glück mit unserem Bootsführer, da dieser nicht nur unglaublich gute Augen besitzt, sondern gleichzeigt auch noch für die aufgespürten Tiere wie Kaimane, Krokodile, Faultiere, Vögel und Affen stoppte.
Am nächsten Morgen blieben wir nach dem Frühstück im Garten des Hostels Aracari Garden noch etwas länger sitzen. Dies war eine gute Entscheidung, da plötzlich 2 Tukane angeflogen kamen. Aus nächster Nähe konnten wir diese bei der Futtersuche beobachten. Bidu nutze anschliessend die Gelegenheit und ging mit seiner Kamera auf die Suche nach weiteren Fotosujets. Nach einiger Zeit kam er strahlend zurück und ich konnte weitere tolle Fotos bestaunen. Wie der Titel schon sagt, fühlten wir uns wie in einem Zoo, nur leben die Tiere hier glücklicherweise in Freiheit. Nebst einem Rundgang zu Fuss durch den Park unternahmen wir an einem Morgen eine Kanufahrt, die fester Bestandteil eines Besuchs dieses Ortes ist. Die Morgenstimmung war fantastisch und erneut bekamen wir viele verschiedene Tiere zu Gesicht. Fotos sagen mehr als Worte und deshalb findet ihr wieder einige ausgewählt Impressionen in der Fotogalerie. Glücklich über unsere Wahl in diesen National Park zu fahren, machten wir uns auf demselben Weg wieder zurück nach Puerto Viejo.

In Puerto Viejo verbrachten wir zwei ganze Tage am Strand. An einem dieser Tage mieteten wir Fahrräder und fuhren in das 13 Kilometer entfernte Manzanillo. Ganze 3 Monate sind wir nun nicht mehr Fahrrad gefahren und so mit einem „Beachcruiser“ unterwegs zu sein, war für einmal ganz lustig. Jedoch freuen wir uns beide sehr, auf etwas ausgiebigere Touren, wenn wir dann wieder zu Hause sind. Die Strasse führt an Sandstränden und dichtem Wald vorbei. Die Strände Punta Uva und Cocles eignen sich gut zum Baden und Sonne tanken. Oft hörten wir, dass Costa Rica ein teures Reiseziel sei. Nach diesem kurzen Abstecher können wir die Aussage vor allem für die Lebensmittel und das Essen allgemein bestätigen.
Auch von hier aus ging es den gleichen Weg den wir gekommen sind, wieder zurück nach Panama. Beide Grenzübergänge passierten wir schneller als angenommen. Netterweise wird auch in Costa Rica eine Ausreisesteuer von USD 8.00 pro Person erhoben. Für die Einreise nach Panama zückten wir erneut das Portemonnaie und bezahlten wieder USD 4.00 Einreisegebühren. Diese Steuern werden nur erhoben, wenn man auf dem Landweg ein- oder ausreist.

Die Reise in Panama geht für uns nun schon bald zu Ende. Die letzten Tage fassen wir im nächsten Bericht zusammen. Wie auch wir mitbekommen haben, gibt es für euch bis dahin andere interessante Schlagzeilen aus diesem Land zu lesen :-).

Erneut sagen wir hasta pronto
Beat, Eliane und Grumo

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Im Land der wichtigsten Wasserstrasse der Welt

31 03 2016

Als wir die Flughafenhalle von Panama Stadt verliessen, wehte uns feuchttropische Luft entgegen, dass es uns fast den Atem raubte. Ans neue Klima müssen wir uns erst noch gewöhnen aber dafür bleiben uns ja noch einige Wochen Zeit.

Panama Stadt stellten wir uns etwas anders vor, als wir dies auf den ersten Blick wahrnahmen. Viele Hochhäuser, teure Hotels und Designerläden und dann doch wieder der Strassenverkäufer an der Ecke der seine Früchte verkauft. Was der Stadt seinen Reichtum verschafft(e) ist ganz klar der im Jahr 1914 eröffnete Panamakanal. Der künstlich angelegte Kanal, welcher bis vor 16 Jahren noch in den Händen der USA war, hat eine Länge von 82 Kilometern und verbindet den Atlantik mit dem Pazifik oder umgekehrt. Um durch den Kanal durchfahren zu können, müssen die Schiffe die genauen Abmessungen der Schleusen und Fahrrinnen, die sogenannten Panamax-Masse, haben. Zur heutigen Zeit ist dies bei vielen Schiffen nicht mehr der Fall, da die Container- und Passagierschiffe viel grösser sind als noch vor einigen Jahren. Aus diesem Grund wird seit 2007 an einem Ausbau und an einer Erweiterung des Kanals gearbeitet. Um die Schiffe bei den Schleusen zu beobachten, fuhren wir zur Miraflores Schleuse, welche sich unweit der Stadt befindet. Von einer Aussichtsplattform aus, konnten wir die Schiffe beim passieren der Schleuse, was so seine Zeit dauerte, beobachten. Um den ganzen Kanal zu durchfahren, benötigen die Schiffe im Durchschnitt 15,2 Stunden Fahrzeit. Was auch noch interessant ist, sind die Gebühren, welche die Reedereien für diese Passage, bezahlen müssen. Für einen Basiscontainer muss 74 US-Dollar und 134 US-Dollar pro Passagierbett (Kreuzfahrtschiff) bezahlt werden. Das heisst, dass ein Kreuzfahrtschiff mit 1‘970 Passagierbetten eine Grundgebühr von 263‘980 US-Dollar bezahlt. Zuzüglich kommen die Buchungsgebühr der Passage und sonstige Nebengebühren dazu. Dies ergibt einen Totalbetrag von knapp 400‘000 US-Dollar pro Durchfahrt des Kanals. Die Schiffe haben durch das Passieren des Kanals eine Zeitersparnis von ca. 2 – 3 Wochen, da sie nicht runter zum Cape Horn fahren müssen und dann alles wieder hoch. Der Panamakanal ist die bedeutendste Wasserstrasse der Welt, doch wie lange dies noch so ist, weiß man nicht. Nicaragua plant einen noch grösseren Kanal zu bauen, als der momentane Neubau in Panama.
Nebst diesem Ausflug reichte die Zeit auch noch um das Stadt-Viertel Casco Viejo zu besuchen. Panama Stadt bestand zu Baubeginn des Kanals 1904 nur aus dem heutigen Casco Viejo. Durch die wachsende Bevölkerung und die vielen Neubauten verschob sich die Stadtgrenze weiter nach Osten und die Oberschicht verliess dieses Gebiet. So verfiel das Viertel zu einem städtischen Ghetto. Heute ist das Viertel halb verfallen und halb renoviert. Die renovierten Häuser und Gebäude sind eine Augenweide und seit 2003 gehört dieses Gebiet auch zum Unesco-Welterbe.

Die Tage über Ostern verbrachten wir auf dem Inselarchipel Bocas del Toro. Hier gönnten wir uns Ferien vom Reisen. 4 Tage verbrachten wir in der Unterkunft Tesoro Escondido am wunderschönen, Palmen gesäumten Bluff Beach. Unser kleines aber schmuckes Zimmer mit eigener Hängematte und Blick in den Dschungel war nach der langen Anreise die perfekte Wohlfühl-Oase. Für die Reise nach Bocas aus Panama Stadt nahmen wir uns 2 Tage Zeit. Von hier dauerte die Busfahrt 8 Stunden inklusive Polizei- und Drogenkontrolle bis in die zweitgrösste Stadt Panamas, nach David. Dort übernachteten wir, bevor es am nächsten Morgen, eingequetscht in einem Minibus, weitere 4 Stunden durchs Hochland bis nach Almirante ging. In Almirante liefen wir vom Busbahnhof zur Bootanlegestelle und dann genossen wir eine schon fast erholsame 30 minütige Bootsfahrt bis nach Bocas del Toro (Isla Colón). Dann hatten wir es beinahe geschafft und wir waren nur noch eine 15 minütige Minivan-Fahrt von unserer kleinen Oase in der Karibik entfernt ;-). Wenn ich unsere Anreise jetzt so durchlese, muss ich schon fast ein wenig schmunzeln, da wir in Patagonien zueinander gesagt haben, dass die Distanzen in Zentralamerika viel kürzer seien und wir sicherlich recht zügig vorwärts kommen. Das ist so, die Distanzen sind kürzer, aber wir haben vergessen, dass das Klima, die Strassen und auch die Busse doch etwas anders sind als in Patagonien. Was aber wohl der grösste Zeitverlust bei diesen Busreisen hier ist, ist dass der Bus oder auch Minivan überall stoppt, wo jemand steht und winkt. Die Person kann sich auch nur 5 Meter hinter der letzten offiziellen Haltestelle befinden, der Bus hält trotzdem an. Das Ganze gilt dann selbstverständlich auch fürs Aussteigen. Hier ist eben der Passagier noch König und uns bringt es ab und zu fast zur Verzweiflung :-).

Bocas del Toro ist unweit der Grenze zu Costa Rica. Nach Costa Rica fahren wir vor allem wegen der tollen Tierwelt. Wie viel Glück wir bei der Tierbeobachtung dann wirklich hatten, erzählen wir euch beim nächsten Mal…

Erneut sagen wir hasta pronto und wie man in Costa Rica sagt; PURA VIDA

Beat, Eliane und Grumo

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Araukanien und zum Abschluss Santiago

21 03 2016

Pucón; eine Kleinstadt mit 22‘000 Einwohnern, Feriendomizil vieler Chilenen und unter anderem Ausgangspunkt zum Vulkan Villarrica. Diese Region rund um Pucón wird auch Araukanien genannt, da hier das Wahrzeichen die Araukarie wächst. Da es bereits März ist, war in der Stadt nicht mehr viel los und wir profitierten bei der Unterkunft bereits von den Nebensaison-Preisen. Das Hostel La Tetera, was uns empfohlen wurde, war für die nächsten 6 Tage unser Zuhause. Hier ließ es sich richtig gut leben.

Noch am selben Nachmittag, direkt nach Ankunft in Pucón, buchten wir für den nächsten Tag eine Tour zum Vulkan Villarrica. Der Preis für die Besteigung in einer geführten Gruppe ist über Fr. 100.00 pro Person. Diese Tour konnte nicht anders gebucht werden und da wir beide nicht die grössten Fans von Gruppentouren sind, gingen wir mit gemischten Gefühlen morgens um 06.00 Uhr zum Treffpunkt. Als Erstes erhielten wir unsere Ausrüstung (Steigeisen, Pickel, Hosen, Jacke, Rucksack, Gasmaske, und einen Plastikschlitten / „Füdlebob“) welche während dem Tag zum Einsatz kommen sollte. Kurz vor 07.00 Uhr war die Gruppe von 12 Personen aus diversen Ländern, 3 Guides und 1er Assistentin startklar. Mit einem Minivan ging’s in 30 Minuten hoch zum Ausgangspunkt auf 1‘400 MüM. Hier konnten wir entscheiden, ob wir den Sessellift um auf 1‘800 MüM zu gelangen, nehmen wollten oder nicht. Auf Empfehlung von Stefan und Anita entschieden wir uns auch diesen Teil zu laufen. Gezwungenermaßen gesellten sich noch 2 Kanadier zu uns, da diese zu wenig Geld für den Sessellift dabei hatten. Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass es die beste Tour geben wird, die wir uns nur vorstellen konnten. Francis unser Guide war top fit. Die Dame legt diese Strecke auch 5x pro Woche zurück und so nahmen wir die ersten Höhenmeter recht zügig in Angriff. Wir 5 harmonierten super und so entstand unsere kleine Gruppe mit Privatguide Francis. Der Aufstieg führte durch Lavagestein und ab einer gewissen Höhe durch Schnee wo die Steigeisen und Pickel zum Einsatz kamen. Ins Schnaufen kamen wir alle und umso glücklicher waren wir, als wir nach exakt 3 ½ Std. als erste Gruppe den Gipfel/Krater erreichten. Normalerweise dürfen nicht mehr als 24 Leute gleichzeitig beim Krater sein und dies auch nur für 5 – 10 Minuten. Da ausser uns nur 2 andere Personen oben standen, verweilten wir über eine halbe Stunde beim rauchenden Krater auf 2‘840 MüM. Nicht zu vergessen ist, dass der Villarrica ein sehr aktiver Vulkan ist, welcher das letzte Mal am 03. März 2015 ausbrach. Die Zeit sowie der atemberaubende Ausblick genossen wir in vollen Zügen. Nach einem verdienten Mittagessen zogen wir die mitgenommene Spezialkleidung an. Zuerst ging’s ein kurzes Stück zu Fuss herunter bis zum ersten Schneekanal. Nach einer kurzen Instruktion konnten wir auf dem Plastikschlitten durch die Schneekanäle herab sausen. Der Pickel diente als Bremse, welcher auch ab und zu gebraucht wurde. Einige Teilstrecken legten wir zu Fuss zurück, da nicht mehr genügend Schnee lag. Damit ihr euch ein Bild machen könnt, wie der Abstieg von dannen ging, könnt ihr euch dieses Youtube-Video anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=MISaUXVAKB0 Die Rutschpartien gingen definitiv etwas zügiger voran als der Aufstieg. Sicher unten angekommen, wartete bereits der Rücktransport auf unsere kleine Gruppe. Diesen einmaligen Tag, den wir als super Gruppe verbrachten, werden wir wohl nicht so schnell vergessen.

Erholt vom tollen Erlebnis unternahmen wir einen Ausflug ins private Naturschutzgebiet Santuario El Cañi. Die Wanderung führte durch Araukarienwälder, vorbei an Lagunen und hoch zum Mirador. Dieser liegt auf einem steil aufragenden Felsen mit fantastischem „Dach- der Welt“- Rundblick auf die Vulkane Lanin, Quetrupillán, Villarrica und Llaima. Diese Wanderung war zudem der krönende Abschluss unserer Wandersaison 2016 in Patagonien :-).

Gemütlich und ohne grosse Anstrengungen feierten wir auch noch meinen Geburtstag. Ich werde ja auch nur älter und so genossen wir den Tag in den Termas Geométricas (http://www.termasgeometricas.cl), welche 1 ½ Stunden ausserhalb Pucóns liegen. Die schönsten Naturthermen Chiles befindet sich in einer engen Schlucht umgeben von üppig grüner Vegetation. Rote Holzstege verbinden die 16 Becken, mit Wassertemperaturen von 35 bis 45 Grad, miteinander. Wenn es jemandem zu heiss wird, kann er / sie sich unter einem 9 Grad kalten Wasserfall abkühlen. Unsere steifen Glieder und vor allem unsere Füsse freuten sich über die willkommene Abwechslung.

Nach fast genau 4 ½ Jahren sind wir wieder in Santiago angekommen und diese Stadt dient uns erneut zur Weiterreise. Die letzten 4 Tage auf chilenischem Boden nutzen wir nochmals um die Ostertage in Panama zu organisieren sowie dem 3. grössten Weingut der Welt, dem Concha y Toro Weingut, einen Besuch abzustatten. Auf dem Anwesen in Pirque liessen wir uns einen Einblick geben, was es heisst ein solch grosses Weingut zu betreiben. Nebst den 26 Traubensorten die Concha y Toro auf über 10‘700 Hektaren in Chile, Argentinien und den USA anbaut, durften wir auch noch den Teufelskeller „Casillero del Diablo“ besichtigen. Zum Abschluss eines solchen Besuchs darf eine Wein-Degustation natürlich nicht fehlen. Wie bei jeder Reise geht dann einmal der letzte Tag in einem Land zu Ende….

Unterwegs habe ich in einem Buch die Legende der Entstehungsgeschichte Chiles gelesen:
„Als Gott die Welt erschuf, hatte er am siebten Tag noch Landschaft übrig. Und weil er nicht wusste, wohin damit, warf er einfach alles über die Anden.“
So entstand Chile, ein Land das von der Pazifikküste bis zu den Anden, hunderte von Seen, die trockenste Wüste der Welt (Atacama-Wüste), schneebedeckte Vulkane, bizarre Bergformationen und die unzähligen Lagunen und Gletscher Patagoniens zu seinen Naturschätzen zählen darf.

Genau so haben wir Chile während den beiden Reisen erlebt und gesehen. Glücklich, voller Zufriedenheit und Dankbarkeit, dass wir eine solch tolle Zeit mit ungewöhnlich schönem Wetter erleben durften, sind wir nun bereit für Neues. Noch nie waren wir in Zentralamerika und voller Neugier fliegen wir nun heute Montag nach Panama City.

Ein letztes Mal sagen wir aus Chile hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Von P wie Palafitos bis V wie Vulkan

16 03 2016

Unsere Reisepässe verfügen nun über 4 chilenische Einreisestempel während dem Zeitraum vom 30. Januar bis zum 04. März. Der letzte Grenzübertritt war definitiv der zügigste und der am besten organsierteste. Um nach Chile einzureisen, muss man jeweils sein ganzes Gepäck den Zollbeamten vorlegen. Meistens wird das Gepäck wie am Flughafen durch einen Scanner gelassen, doch dieses Mal beschnüffelte ein Hund die vielen Gepäckstücke. Nach Chile dürfen keine Früchte, Fleisch- und Milchprodukte, Honig sowie Holzwaren eingeführt werden. Kurz vor der Einreise nach Chile gibt es jeweils diverse Bilder zu sehen. Viele Leute die während dem Ausfüllen des Einreiseformulars noch ihre Sandwiches und Früchte verspeisen oder diejenigen die alles in den Abfall werfen.

Die letzte Einreise hatte erneut gut geklappt und ohne Verspätung erreichten wir an diesem eher bewölkten Donnerstagnachmittag die gemütliche Kleinstadt Puerto Varas. Gegen Abend stand eine erste Erkundungstour des Ortes auf dem Programm. Entlang des Lago Llanquihue verläuft eine schmucke Promenade, wo verschiedene Food Trucks stationiert sind. Eine super Gelegenheit diverse Gerichte zu probieren und den herrlichen Blick auf den Vulkan Osorno zu geniessen. Den nächsten Tag verbrachten wir mit organisieren und überlegen, wie wir unsere Weiterreise gestalten wollen und wohin diese noch gehen soll. Zudem war es an der Zeit unsere Frisuren etwas aufzubessern und so suchten wir getrennt voneinander einen Coiffeursalon. Hier trennen sich jeweils unsere Wege, da ich doch etwas mehr Wert darauf lege, wo meine Haare geschnitten werden 🙂 als Bidu. Mein Besuch dauerte inkl. waschen, schneiden und föhnen knapp eine Stunde. Bei Bidu ging alles etwas zügiger und nach 10 Minuten verliess er die nette doch etwas gar stark geschminkte und aufgetakelte Coiffeuse wieder ;-). Mit dem Resultat sind wir beide zufrieden.

Ganz ohne Wanderung können wir auch in Puerto Varas nicht sein. Das Wetter war erneut top und so fuhren wir frühmorgens mit einem Minivan nach Petrohué. Sobald wir beim Conaf registriert waren, machten wir uns an den Aufstieg durch den Naturwald des Vulkans Osorno’s Richtung Paso Desolación. Nach ca. 6 Kilometern erreichten wir wie schon so oft einen Mirador, der uns erneut eine hervorragende Aussicht auf die Umgebung bot.

Ob wir auf die Insel Chiloé reisen oder nicht, liessen wir bis Puerto Varas offen. Da die Zeit aber immer noch ausreichte, buchten wir eine Busfahrt (inkl. Fährenüberfahrt) in die grösste Stadt der Insel, nach Castro. Chiloé ist die zweitgrösste Insel Chiles. Übernachtet haben wir in einem schönen Palafito. Palafitos sind Wohnhäuser, welche auf Stelzen gebaut sind. Von Castro aus unternahmen wir einen Ausflug in den, wie könnte es auch anders sein, Parque Nacional Chiloé. Von Cucao aus gibt es diverse kleine Spazierwege, welche sehr gut unterhalten sind. Der Park liegt direkt am Meer, wo auch ein 20 Kilometer langer Dünenstrand entlang führt. Den letzten unserer 4 Tag verbrachten wir im etwas kleineren Ort Ancud, das in unseren Augen doch viel mehr Charme hat, als Castro. Die Zeit auf Chiloé nützen wir vor allem, um die vielen Eindrücke der letzten Wochen nochmals Revue passieren zu lassen.

Bereits weitere Kilometer nördlich befinden wir uns in Pucón. Hier steht uns ein letztes Highlight von Chile bevor. Wie die Begehung unseres ersten Vulkanes war, könnt ihr im nächsten Bericht lesen.

Aus dem sonnigen und heissen Pucón sagen wir hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Unterwegs in der argentinischen Schweiz

7 03 2016

Die Zeit in Patagonien geht für uns langsam aber sicher zu Ende. Bis es soweit ist gibt es noch einiges zu erzählen. Nun aber erstmals der Reihe nach….

Mit Anita und Stefan verbrachten wir eine Nacht am Grenzort Futaleufú, wo wir dann am nächsten Morgen wieder einmal die Grenze nach Argentinien passierten. Der Grenzübergang ist wunderschön gelegen direkt am Eingang zum Parque Nacional Los Alerces. Dieser verdankt seinen Namen der immergrünen patagonischen Zypresse (Alerce). Dieser Park ist nicht so bekannt und gilt auch nicht als Highlight im Reiseführer. Dies bemerkten wir rasch, da wir fast die einzigen Personen auf dem Zeltplatz waren und auch bei den beiden Wanderungen sahen wir nicht wirklich viele Leute. Noch am selben Nachmittag wanderten wir zum Lago Verde, von wo wir eine super tolle Aussicht über den Nationalpark hatten. Auch am nächsten Tag schnürten wir erneut die Wanderschuhe und begaben uns auf die etwas schwierigere Tour zum Cerro Alto El Petizo. Da es extrem stark windete und einige Stellen exponiert waren, entschieden wir uns nicht ganz zum Gipfel auf 1790 MüM hochzugehen. Die Aussicht war aber dennoch super. Wir genossen die 2 tollen Tage in der Natur und waren nun bereit die „Einsamkeit“ gegen das lebendige Bariloche zu tauschen. Diese Gegend wird auch argentinische Schweiz genannt, da die herrliche Landschaft um die National-Parks Lanín und Nahuel Huapi erahnen lässt, wie es vor 300 Jahren in den Alpen ausgesehen haben könnte.

Nach gut einer Woche zu viert unterwegs, trennten sich nun in Bariloche, nach einem super leckeren Abschlussessen, unsere Wege. Anita und Stefan reisten bereits nach 2 Nächten weiter in den Norden. Bidu und ich entschieden uns noch etwas länger hier zu verweilen. Merci nochmals an euch Beide für die tolle Zeit und dass ihr uns mitgenommen habt :-).
Wirklich schön ist Bariloche mit seinen unzähligen Touristenshops und Schokoladen Läden nicht, doch die Umgebung hat einiges zu bieten. Der Wetterbericht sah gut aus und so unternahmen wir dann zu zweit eine Wanderung zum Refugio Frey über den Weg „Frey por el Filo“. Mit einer Gondelbahn die uns ganz stark an die Männlichen-Bahn in Grindelwald erinnerte, gondelten wir den Berg hoch. Nach einem kurzen aber intensiven Anstieg hatten wir zuoberst auf dem Pass eine spektakuläre Aussicht über das Rucaco Tal und zum Monte Tronador. Über Felsbrocken und vorbei an kleinen Seen erreichten wir dann das Refugio Frey. Eine weitere Wanderung die uns sehr gut gefallen hat.

Für die nächsten beiden Tage mieteten wir ein Auto. Der Grund dafür ist die Strasse der Sieben Seen (Ruta de los 7 Lagos). Von Bariloche bis nach San Martin de los Andes, wollten wir für einmal stoppen wo wir wollten. Dies taten wir dann auf der 110 km langen Strecke auch. Die Bilder in der Fotogalerie sagen mehr als meine Worte über die wilde Berg- und Seenlandschaft, die (mindestens) sieben Seen berührt. Unser Chevrolet Corsa musste an diesem super heissen Tag fast 300 Kilometer zurücklegen, davon 50 auf ungeteerter Strasse. Von San Martin de los Andes, welches wegen seiner vielen Chalets auch Sankt Moritz genannt wird, fuhren wir in den Parque Nacional Lanín. Am Lago Huechulafquen direkt am Seeufer fanden wir den wohl bisher schönsten Zeltplatz. So warm wie der Abend, war dann die Nacht leider nicht mehr. Als wir um ca. 09.00 Uhr in Richtung Puerto Canoa losfuhren, zeigte unsere  Auto-Temperaturanzeige nur knappe 8° an. Nun wissen wir woher die kalten Füsse während der Nacht kamen. In Puerto Canoa präsentierte sich uns der nicht mehr aktive Vulkan Lanín von seiner schönsten Seite. Die Fahrt in diesen Nationalpark der als Highlight gilt, können wir nur weiterempfehlen. Auch unser letzter Tag in Argentinien stand uns einmal bevor. Würdig, mit einem saftigen Bife de Lomo (Rindsfilet) und einem guten Tropfen Malbec verabschiedeten wir uns nun definitiv von diesem tollen Land. Wie bereits der Norden hat uns auch der südliche Teil von Argentinien total begeistert und überzeugt.

Ein erneuter und letzter Grenzübergang nach Chile stand uns bevor. Bis zum 21. März sind wir noch in diesem Land unterwegs. Die letzten Wochen verbringen wir in Puerto Varas, auf Chiloé, in Pucon sowie in der Hauptstadt.

Aus der gemütlichen Kleinstadt Puerto Varas sagen wir hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Carretera Austral – Der Weg ist das Ziel

28 02 2016

Wir hinken mit unseren Berichten etwas hinterher aber das kann schon mal passieren, wenn wir über die schönste Strasse Chiles reisen.

El Chaltén haben wir per Nachtbus Richtung chilenische Grenze verlassen. Am Morgen erreichten wir den kleinen Grenzort Los Antiguos und entschlossen uns noch am selben Tag die Grenze nach Chile zu passieren. Auf den nächsten Transport warteten wir 3 Stunden, welche wir uns mit Frühstück machen verkürzten. Ist praktisch Kocher, Teller und etwas Essen stets mit sich herumzuschleppen. Mit einem vollen Magen, lassen sich der Grenzübertritt und das viele Warten etwas besser ertragen. Chile Chico erreichten wir gegen Abend. Leider hatten wir bereits keinen Platz mehr im Bus für den Folgetag und somit mussten wir einen zusätzlichen Tag in diesem kleinen, doch angenehmen Ort verweilen. Diesen nutzen wir um zu waschen (wir durften dies sogar selber erledigen und die Kleider wurden für einmal nicht im Trockner getrocknet) und kochten uns am Abend leckere Fajitas.

Die Ruta 7 oder eben Carretera Austral führt grösstenteils als Schotterpiste, inzwischen 1200 km weit nach Süden von Puerto Montt bis nach Villa O’Higgins, durch dichte Wälder, vorbei an tiefblauen Seen, Fjorden und schneebedeckten Gipfeln. Das Militär baute die Strasse im Auftrag von Diktator Pinochet.

Am nächsten Morgen nahmen wir die Weiterreise und die ersten Kilometer auf der Carretera Austral nach Rio Tranquillo in Angriff. Die Fahrt war wunderschön und führte am Südufer des Lago General Carrera entlang. Dieser See ist mit seinen 2240 km2 der grösste See Chiles und nach dem Titicaca See der zweitgrösste Südamerikas. Er liegt direkt auf der Grenze zwischen Chile und Argentinien, wobei der kleinere Teil zur argentinischen Seite gehört. Bidu und ich sassen im Minivan vorne neben der Fahrerin, welche dann so nett war und für uns ein paar Fotostopps einlegte. Rio Tranquillo ist ein kleines Nest und Ausgangspunkt ins Valle Exploradores. Zudem befinden sich die Capillas de Mármol in diesem Ort. Leider hatte es hier so viele Leute, dass wir keine Unterkunft fanden und bei einer alten Dame im Garten zelteten. Zum Glück haben wir unser Zelt mitgenommen, da wir wohl sonst auf der Strasse geschlafen hätten. Zu den vielen Leuten ist zu sagen, dass es sich hier nicht um weit angereiste Touristen handelt, sondern um die Landsleute aus Chile, die ihren Sommerurlaub im eigenen Land geniessen. Wir besuchten noch am selben Nachmittag die Marmorhöhlen per Boot. Für den Folgetag stand bei regnerischem und kaltem Wetter ein Gletschertrekking auf dem Programm. Trotz schlechtem Wetter war dieser Ausflug eine willkommene Abwechslung zum Busfahren.

Von Rio Tranquillo aus konnten wir kein Busticket kaufen um weiterzureisen. Wir erhielten die Info, dass wir uns doch am Morgen der Weiterreise zur Bushaltestelle begeben sollen und in irgendeinem Bus, fänden wir dann schon einen Platz. Na gut, wir wollten etwas erleben und so waren wir um 09.30 Uhr an der Bushaltestelle. Wir hatten Glück und ergatterten noch 2 Plätze in einem Bus der kurze Zeit später mit uns zusammen Richtung Coyhaique losfuhr. Die Reise dauerte nur knapp eine Stunde, da der Bus einen platten Reifen hatte. Inmitten von nichts stiegen wir aus und warteten bis der Reifen gewechselt war. Holprig tuckerte der Bus die nächsten Stunden weiter bis in die Hauptstadt der Region Aysén. Die Landschaft ist wunderschön grün und gleicht einem Urwald, das schliesst auch auf viel Regen zurück. In Coyhaique organisierten wir direkt nach der Ankunft eine Unterkunft was beim 2. Anlauf auch klappte. Anschliessend wieder zurück an den Busbahnhof um das Busticket zu organisieren. Als wir etwas später durch die Fussgängerzone schlenderten, trafen wir plötzlich auf bekannte Gesichter. Bereits in El Chaltén haben wir per Zufall Anita und Stefan aus Thun kennengelernt. Lustig, dass wir uns nach fast einer Woche hier wieder trafen. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir zusammen in dieser Stadt, tranken Kaffee und genossen ein super Nachtessen etwas ausserhalb des Ortes. Die beiden sind mit einem Mietwagen unterwegs und haben eine ähnliche Route geplant wie wir. Da wir das Busticket nach Puyuhuapi bereits gekauft und sogar die Unterkunft telefonisch reserviert hatten, reisten wir vorerst einmal alleine weiter. Bei strömendem Regen und mit einem übermotivierten Buschauffeur, rasten wir durch die Berge ins malerische durch sudetendeutschen Auswanderer 1935 gegründete Puyuhuapi. Hier übernachteten wir in einem alten Kolonisten-Holzhaus, dem Casa Ludwig. Das Haus wir von der Tochter von einem der Auswanderer geführt und liegt direkt an einem Fjord, wo wir sogar Seehunde spielen sahen. Bei strömendem Regen ist es herrlich am Abend in einer warmen „Stube“ zu sitzen und per Zufall mit einer Schweizer Familie zu plaudern, welche mit dem Fahrrad unterwegs ist. Am nächsten Morgen gingen wir früh los, um im 22 Kilometer entfernten Parque National Queulat zu wandern. Bei trockenem Wetter starteten wir die Wanderung und hatten Glück, dass wir noch einen kurzen Blick auf den Gletscher sowie den Wasserfall erhaschten. Anschliessend verdeckten dicke Wolken die üppige Landschaft und es begann wieder einmal zu regnen. Der Abstieg wurde zur „Schlammschlacht“ und als wir beim Parkausgang ankamen waren wir total durchnässt und unsere Kleider hatten auch schon bessere Zeiten gesehen. Nun ja, einen Rücktransport konnten wir nicht organisieren und so machten wir uns zu Fuss auf den Rückweg. Hier ist es alltäglich, dass man per Anhalter ans Ziel kommt. Nur eben ist es nicht ganz so einfach ein Auto anzuhalten, wenn gar keines in die gewünschte Richtung unterwegs ist. Nach etwa 40 Minuten kamen 2 Autos angebraust. Sofort Daumen raus und siehe da, das 2. Auto stoppte für uns. Einsteigen und weitere Kilometer fahrend zurücklegen. Leider konnten wir nicht ganz bis ins Dorf mitfahren, da die beiden noch an einem anderen Ort stoppten. Nun gut, mittlerweile regnete es nicht mehr und wir waren wieder halbwegs trocken und so nahmen wir weitere Kilometer der Carretera Austral zu Fuss in Angriff. Bidu versuchte dann weitere Autos anzuhalten, leider ohne Erfolg. Als ich dann wieder meinen Daumen rausstreckte, hielt erneut ein Auto. Dieses Mal ging die Fahrt auf der Ladefläche eines Pick up‘s weiter. Meine Anhalter-Bilanz sieht somit sehr gut aus ;-). Gegen Abend trafen dann auch Anita und Stefan im Casa Ludwig ein, wo wir dann die Weiterfahrt nach Futaleufú besprachen.

Wir haben uns in Puyuhuapi entschieden, unsere Reise über die Carretera Austral zu beenden und zurück nach Argentinien zu reisen. Wir stimmen unserem Reiseführer zu, dass dies die schönste Strasse Chiles ist. Abenteuerlich, beschwerlich und nicht immer ganz einfach aus bestimmten Orten weiterzukommen. Nun nimmt unsere Reise einen Verlauf mit dem wir nicht gerechnet hätten. Als Mitfahrer und ohne Bustickets zu organisieren werden wir die nächsten Tage mit Anita und Stefan verbringen.

Mittlerweile sind wir in Bariloche angekommen und haben schon weitere tolle Sachen erlebt, welche ihr sicher bald in einem weiteren Bericht lesen könnt.

Erneut sagen wir hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Natur pur im Parque Nacional Los Glaciares

15 02 2016

El Calafate ist der Ausgangspunkt um zum 80 km westlich gelegenen Naturwunder, dem Glaciar Perito Moreno, zu gelangen. Der Gletscher liegt im südlichen Teil des Parque Nacional Los Glaciares, wo zudem im Norden das Fritz-Roy-Massiv liegt. Zuerst mussten wir aber wie so meistens wieder einmal Geld organisieren. Diese Aufgabe gestaltete sich dieses Mal nicht so einfach, da alle Geldautomaten im ganzen Ort leer waren und die Banken während der nächsten 2 Tage aufgrund des Karnevals geschlossen hatten. Nun gut, dann gehen wir etwas von unserem Notgroschen in US-Dollar wechseln, da auch hier das Leben nicht gratis ist. Andere Reisende waren nicht ganz in dieser komfortablen Lage wie wir.

Als wir wieder Bargeld besassen, leisteten wir uns einen Tagesausflug in den Park, um den wohl spektakulärsten Gletscher Patagoniens zu bestaunen und zu beobachten. Im Hostel lernten wir Kai und Katharina aus Karlsruhe kennen. Die Beiden hatten die gleichen Absichten wie wir und so verbrachten wir einen unvergesslichen Tag zusammen. Die Eiswand des Perito Morenos ist 60 Meter hoch und 4 Kilometer breit. Dabei ist er nur eine von vielen Endzungen des riesigen, 13‘000 km2 grossen Eisfelds Hielo Continental Sur, welches sich über 500 km entlang der Grenze zwischen Argentinien und Chile erstreckt. Diese Inlandeisfläche speist über 50 Gletscher. Eine Besonderheit ist, dass der Perito Moreno zu den wenigen noch wachsenden Gletschern weltweit gehört. Während den 5 Stunden die wir dort verbrachten, wurde uns so einiges an Unterhaltung geboten. Mehrmals sahen wir den Gletscher kalben oder hörten ein Grollen, dass im Innern des Gletschers wohl ein weiterer Eisbrocken abgebrochen war. Ein super Tag welcher schwer in Worte zu fassen ist, da es sich um ein gewaltiges Naturschauspiel handelt und am besten selbst erlebt werden sollte ;-).

Die Wege von Katharina, Kai und uns trennten sich bereits am nächsten Tag wieder, da die Beiden südwärts weiterreisen. Unsere Tagesaufgabe vor der Weiterreise bestand daraus Geld zu besorgen. Brav stellten wir uns in die lange Schlange vor einer Bank, wo unsere Bankkarten funktionierten. Da die Einheimischen alle in die Bank rein wollten, konnten wir rasch Geld abheben. Wir merzten unsere Tageslimiten aus, weil wir wussten dass bereits im nächsten Ort, El Chaltén, unsere Karten bei den vorhandenen Geldautomaten nicht funktionieren. Wie ihr bemerkt, ist es manchmal gar nicht so einfach einen Geldautomaten zu finden, bei welchem unsere Bankkarten funktionieren. Mittlerweile wissen wir aber, bei welchen Banken wir Geld kriegen, wenn die Automaten nicht gerade leer sind.

Ein weiteres Highlight dieser Reise steht an. El Chaltén (Feuerberg) ist ein Mekka für Bergsteiger und Wanderer. Wir haben schon viele Bilder und Filme des Fitz Roy Massivs gesehen, doch eben ist es schwierig sich auf Bildern die imposante Grösse dieser Berge vorzustellen. 3 volle Tage blieben wir in diesem kleinen Ort und übernachteten bei stürmischem Wind auf dem Campingplatz. Nun machten auch wir die erste Erfahrung das Zelt bei sehr starkem Wind aufzustellen und auch wieder abzubauen. Wenn ich alleine fürs Zelt aufstellen verantwortlich gewesen wäre, hätten sich wohl einige Leute ab mir amüsiert. Aber eben für solche Sachen ist Bidu mein Retter in der Not.
Am ersten Tag wanderten wir zur Laguna Torre. Bereits unterwegs herrschte nicht gutes Wetter und dies wechselte dann in noch schlechteres. Als wir nach 9 Kilometern das Ziel erreichten, umhüllten dicke Wolken die Berggipfel sowie auch den Cerro Torre. So marschierten wir denselben Weg wieder zurück und gönnten uns anschliessend einen guten Kaffee und Empanadas. Für den nächsten Tag meinte die Wettervorhersage auch nichts Gutes. Trotzdem packten wir nach dem Frühstück den Rucksack und wanderten los zur Laguna Capri. Siehe da, dort schaute der Cerro Fitz Roy (3’405 MüM) bereits ein wenig aus den Wolken hervor. Unter diesen Voraussetzungen setzten wir die Wanderung fort und endeten nach 10 Kilometern bei der Laguna de los Tres. Wir wurden belohnt und erneut ist der Anblick der uns geboten wurde schwierig in Worte zu fassen. Dass wir so nahe an diese imposante Bergwelt rankamen, machte uns schon ein wenig sprachlos. Kurz vor unserer Abreise sahen wir einen Film über den amerikanischen „Free solo“ Kletterer Alex Honnold, welcher mit Tommy Caldwell als Erste die Cerro Fitz Roy Kette an einem Stück in 4 Tagen durchkletterten. Bereits nach dem Film waren wir von dieser Leistung und Schönheit der Natur tief beeindruckt und jetzt noch viel mehr. Das „Zvieri“ schmeckte bei einem solchen Ausblick noch viel besser. Zufrieden einen solchen Tag erlebt zu haben, kamen wir nach 8 Stunden wieder bei unserem Zelt an. An diesem Abend bestand das Programm noch aus duschen, essen und dann möglichst bald schlafen gehen. Am dritten und letzten Tag wagten wir nochmals einen Versuch, um einen Blick auf den Cerro Torre zu erhaschen. Leider wurde aus diesem Vorhaben erneut nichts, da es den ganzen Tag total verhangen war. Somit ersparten wir uns die 18 Kilometer Wanderung und verbrachten den Tag wieder einmal mit Blog schreiben, Kaffee trinken und lesen. Diese Stunden braucht es auch, damit wir die vielen tollen Eindrücke auch verarbeiten können.

Seit Beginn unserer Reise ist bereits ein Monat vergangen. Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei euch für die vielen Blog-Feedbacks bedanken, die motivieren, weitere Berichte zu verfassen. Es ist nicht immer einfach einen Bericht online zu stellen, da die Internetverbindungen zum Teil zeit- und ab und zu nervenraubend sind :-).

Weiter führt die Reise nun auf die 1‘200 Kilometer lange Carretera Austral (Südstrasse). Wie viele Kilometer wir auf der schönsten Route Chiles reisen werden, lassen wir momentan noch offen.

Aus Chile Chico sagen wir hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Torres del Paine NP, W-Trek

10 02 2016

Zuerst möchten wir noch kurz das Rätsel vom letzten Mal auflösen. Den Osterhasen haben wir hier schon ab und zu gesehen, doch hat sich dieser nicht auf das Bild geschlichen. Walter ist ein Königspinguin und ist aus der Antarktis auf die Isla Martillo geschwommen. Gratulation an die Gewinner und die Postkarte wird in den nächsten Wochen verschickt. Die Adresse ist uns ja bekannt :-).

Gut sind wir nach einer eher kurzen Busfahrt in Puerto Natales angekommen. Kurz nach der Ankunft haben wir uns zum Hostal Erratic Rock & Pub Basecamp begeben, da dort täglich um 15.00 Uhr ein Info Talk zu den Wanderungen im Torres del Paine National Park stattfindet. Die Info war super und den ganzen Abend überlegten wir eifrig, welche Wanderung wir nun machen sollten. Es gibt die bekannte W-Wanderung (ca. 5 Tage / 4 Nächte) welche die schönsten Highlights des Parks verbindet. Als weitere Variante würde es die O-Wanderung ( ca. 9 Tage / 8 Nächte) geben. Lange haben wir diskutiert und uns dann für die „kurze“ Wanderung entschieden.

Den zusätzlichen Tag in Puerto Natales nutzten wir, um alle Lebensmittel zu besorgen. Zudem kauften wir einen Kocher sowie eine Pfanne, organisierten die Weiterreise für nach der Wanderung. Hier herrscht momentan Hochsaison und die Busse sowie viele Unterkünfte müssen leider frühzeitig gebucht werden. Weiter reservierten wir beim CONAF (Corporación Nacional Forestal) die beiden gratis Campingplätze Italiano und Torres. Der Tag ging rasch vorbei und am Abend hiess es dann, Rucksäcke leeren und mit den Utensilien und Lebensmittel füllen, die wir in den Park mitnehmen wollten. Puh, da kam ganz schön viel Material zusammen und die Rucksäcke wogen je um die 12 – 14 Kilogramm. Wir freuten uns enorm auf die bevorstehenden Tage und was wir sahen und erlebten übertraf unsere Erwartungen.

1. Tag Anreise in den National Park, Wanderung Paine Grande bis Camping Grey, 11 Kilometer

Der Bus brachte uns zum 120 Kilometer entfernten National Park. Beim Eingang wird jeder Besucher registriert und man bezahlt eine Eintrittsgebühr. Zudem wird ein Film gezeigt, welcher wichtige Informationen vermittelt, wie Mann und Frau sich im Park zu verhalten hat. Kochen und rauchen darf man nur auf den Campingplätzen beim überdachten Schutzunterstand. Dies hat seine guten Gründe, da im 2005 und 2011 durch Touristen Brände ausgelöst wurden die mehrere Tausend Hektaren der Wälder und Steppenvegetation des Parks vernichteten. Anschliessend ging’s weiter bis Pudeto, wo wir auf einen Katamaran umstiegen. Dieser fuhr uns in einer 30 minütigen Überfahrt bis Paine Grande. Nun ging es los, Rucksäcke schultern und abmarschieren Richtung Grey Gletscher. Schön ging es immer bergauf und dann wieder bergab bei leichtem Regen, Sonnenschein und Wind. Willkommen in Patagonien! Der Ausblick auf den riesigen Gletscher entschädigte für die Strapazen. Nach 3 Stunden erreichten wir dann unseren Campingplatz, wo wir uns das erste Mal dem Zelt aufstellen widmeten. Dies ging ganz fix, da wir nur schwachen Wind hatten. Etwas kochen und dann schlafen gehen. So sah das Abendprogramm der nächsten Tage aus.

2. Tag Camping Grey bis Camping Italiano, 18,5 Kilometer

Kalt wurde es während der Nacht und geschlafen hatten wir auch nicht so gut. Zeitig wollten wir los. Kurz frühstücken und dann alles wieder zusammen packen und die bevorstehenden Kilometer bei strahlend blauem Himmel unter die Füsse nehmen. Dies geht bei diesem Wetter ganz einfach, auch wenn wir dieselbe Strecke wieder zurück laufen mussten. Deshalb trägt die Wanderung auch den Namen W-Trek, da diese auf der Karte betrachtet wie ein W aussieht. Von Paine Grande aus benötigten wir noch knapp 2 Stunden bis zum Camping Italiano. Dieser ist wunderschön an einem Fluss gelegen. Da wir relativ früh das Camp erreichten, fanden wir einen schönen Platz und genossen die wärmende Sonne.

3. Tag Camping Italiano bis Camping Los Cuernos, 15 Kilometer

Heute legten wir die ersten 10 Kilometer ohne Gepäck zurück. Die Wanderung ins Valle del Francés war somit etwas entspannter als sonst und wir kamen auch zügiger voran. Wir liefen hoch zum Británico Lookout, wo man einen imposanten Rundblick auf die Granitspitzen des Castillo Hill, Cathedral Hill sowie den Aleta de Tiburon Hill hat. Nach einer Stunde machten wir uns wieder auf den Abstieg zum Camping Italiano. Hier schulterten wir erneut die Rucksäcke und liefen noch 2 Stunden ins Camp Los Cuernos. Da hier der Zeltplatz zu einem Refugio (Hütte) gehört, gibt es sogar die Möglichkeit zu duschen. Diese nützen wir, bevor der grosse Ansturm an Leuten begann. Mittlerweile traf und sah man unterwegs oder auf den Zeltplätzen immer wieder die gleichen Leute. So sass man beim Abendessen oder danach noch zusammen, bevor sich jeder dann wieder ins Zelt verkroch.

4. Tag Camping Los Cuernos bis Camping Torres, 19 Kilometer

Dieser Tag hatte es ganz schön in sich. Es macht Spass zu schreiben, dass uns auch dieser Tag mit einem strahlend blauen Himmel begrüsste. Heute klingelte der Wecker bereits um 05.50 Uhr. Wir wollten früh los, da es einige Höhenmeter zu überwinden gab und die Temperaturen über 27 Grad ansteigen sollten. Um 07.30 Uhr liefen wir bereits los und ja, es war der anstrengendste Tag von allen. Immer wieder ging es kurz bergauf und dann gleich alles wieder runter. Mittlerweile haben sich unsere Rücken und Schultern an das Gepäck gewöhnt und die Motivation des heutigen Tages war ganz klar der Las Torres Aussichtspunkt. Innerhalb von 4 Stunden erreichten wir das Camp Torres. Hier stellten wir rasch das Zelt auf und liefen dann noch 40 Minuten hoch zum Aussichtspunkt. Die Bergspitzen die uns dort begrüssten sind massiv und sind live noch viel eindrücklicher und schöner als auf den Fotos. Wie fast jeden Abend gingen wir vor 21.00 Uhr schlafen. Die Nacht wird kurz, da wir morgen nochmals zum Aussichtspunkt hoch wollten, um den Sonnenaufgang zu sehen.

5. Tag Camping Los Torres bis Las Torres Hotel, 10 Kilometer

Punkt 04.15 Uhr liefen wir beim Zeltplatz ab. Bepackt mit einem Schlafsack, Stirnlampen sowie frischen und warmen Kleider nahmen wir den Kilometer und die 300 Höhenmeter in der Dunkelheit nochmals in Angriff. Wir waren natürlich nicht alleine. Überall auf dem Weg sah man Lichter der Stirnlampen flackern. Um 05.15 Uhr sollte die Sonne aufgehen. Da es jedoch ein paar Wolken hatte, welche die Sonne verdeckten, verzögerte sich das Ganze etwas. Zum Glück hatten wir den warmen Schlafsack dabei, welcher das Warten etwas erträglicher machte. Auch hier wurden wir wieder belohnt und die „Granittürme“ erschienen in einem ganz speziellen Licht als die Sonne endlich hinter den Wolken hervor kam. Das frühe Aufstehen hatte sich mehr als nur gelohnt. Um 08.00 Uhr assen wir noch kurz etwas zum Frühstück und liefen dann die letzten 2 Stunden runter zum Las Torres Hotel, wo wir dann mit dem Shuttle zum Eingang des Parks zurück fuhren. Mitte Nachmittag ging dann der Bus zurück nach Puerto Natales. Glücklich, erschöpft und vor allem total dreckig erreichten wir unser Ziel. Wir freuten uns jetzt auf eine heisse Dusche, frische Kleider und ein gutes Nachtessen.

Es war eine wirklich unglaublich abwechslungsreiche Wanderung und eine spannende Erfahrung mehrere Tage unterwegs zu sein. Dies war sicherlich nicht die letzte mehrtägige Wanderung auf dieser Reise oder dann zu Hause in der Schweiz, welche wir machen werden. Aktuell befinden wir uns schon wieder in Argentinien, genau genommen in El Calafate. Wir wechseln momentan fleissig zwischen den beiden Ländern Chile und Argentinien hin und her. Dies ist gut für unsere neuen Reisepässe, welche sich langsam mit Ein- und Ausreisestempeln füllen.

Wir grüssen euch aus Argentinien und sagen hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Von der Hauptstadt ans Ende der Welt

1 02 2016

Argentinien; wir verbinden von unserer letzten Reise viele schöne Erinnerungen und Begegnungen mit diesem Land. Gestrandet sind wir erneut in Buenos Aires. Dieses Mal „nur“ für 2 Tage und nun im argentinischen Sommer. Hier war es wirklich 2 Tage lang Hochsommer und wir genossen die Hitze beim Flanieren im alten Hafenviertel Puerto Madero welches in ein neues Wohn- und Ausgehviertel umgestaltet wurde. Beim Abstecher ins gemütliche San Telmo, fanden wir sogar wieder ein Restaurant in welchem wir bereits vor 4 ½ Jahren gespiesen hatten. Für ein kühles Bier reichte die Zeit auch noch und wir können das Braupub „Antares“ wärmstens weiterempfehlen www.cervezaantares.com.

3‘094 Kilometer südlich von Buenos Aires befindet sich die südlichste Stadt der Welt: Ushuaia. Nun sind wir angekommen, wo unsere Patagonien-Reise startet. Mittlerweile leben hier ca. 65‘000 Menschen und 2013 kamen über 300‘000 Touristen hierher, mehr als die Hälfte davon waren Kreuzfahrtpassagiere. Wir blieben 4 Tage und erkundeten die herrliche Umgebung und gewöhnten uns langsam an den patagonischen Wind, welcher uns sicherlich in den nächsten Wochen noch so manche Stunde um die Ohren sausen wird.

Im 12 km entfernten Parque Nacional Tierra del Fuego wanderten wir auf dem Senda Costera Wanderweg entlang der Küste zur Bahía Lapataia. Hier ist man bereits nahe an der Grenze zu Chile und diese Grenze sollte niemals überschritten werden. Also immer schön auf den markierten Wanderwegen bleiben. Die Aussicht war hinreissend auf verschneite Berggipfel, Seen, Flüsse und Wälder. Die Wanderung endete auf einem Parkplatz wo auch die RN3 und damit die Panamericana, die abgesehen von wenigen Lücken Alaska mit Feuerland verbindet, endet. Recht unspektakulär aber für viele Motorradfahrer und vor allem Fahrradfahrer die bis hierher gefahren sind, das Grösste der Gefühle. Apropos Fahrradfahrer, einige haben wir bereits gesehen, bewundert und bei ihrem Anblick schlägt unser Herz jedes Mal etwas höher.
Unweit der Stadt befindet sich die Gletscherregion Glaciar Martial. Von der Talstation des Sesselliftes liefen wir hoch auf 825 MüM. Bereits von unterwegs ist der Ausblick auf den Gletscher, den Beagle-Kanal und die gezackte verschneite Bergsilhouette der chilenischen „Dientes de Navarino“ sehr schön. Die Wanderung sowie der Gletscher erinnerten uns an die Heimat.
Den letzten Tag nutzten wir für einen kleinen Segeltrip auf dem Beagle Kanal. Wir starteten im Pt. Almanza einem kleinen Fischerdorf eine Autostunde von Ushuaia entfernt. Wir segelten an der Isla Gable vorbei zur Isla Martillo (Pingüinera). Unterwegs sahen wir viele Kormorane und auf der Isla Martiollo befinden sich zurzeit hunderte von Magellan Pinguinen welche ihre Jungen grossziehen. Herrlich diesen kleinen watschligen Tieren beim Baden und Putzen zu zusehen. Zum Abschluss passierten wir noch eine Seelöwen-Kolonie die sich gerade an der Sonne erfreute, die nun auch noch aus den dicken Wolken hervorgekommen ist. Zum Abschluss gabs ein leckeres Nachtessen. Wir gönnten uns eine Centolla (Königskrabbe), welche uns doch zeitweise an unsere essenstechnischen Grenzen führte. 🙂

Die Tage am Ende der Welt sind zu dieser Jahreszeit extrem lange. Die Sonne geht um ca. 05.50 Uhr auf und erst gegen 21.40 Uhr unter. Zeit genug um die Expeditionsschiffe im Hafen, welche Ushuaia in die Antarktis verlassen, zu beobachten und nur in Gedanken zum hoffentlich ewigen Eis zu schwelgen. Wir schauten uns diverse Last Minute Angebote für eine Reise in die Antarktis an, doch leider überschritten die USD 6‘000.00 p.P. für eine 10-tägige Reise immer noch unser Budget.

Die südlichste Stadt der Welt haben wir bereits hinter uns gelassen sowie auch Argentinien. Gestern war unser Reisetag um von Ushuaia nach Punta Arenas Chile zu gelangen. 14 ½ Stunden hat die Busfahrt gedauert, da unser Chauffeur kurz nach Abfahrt bereits einem anderen Bus behilflich war, um deren Defekt zu reparieren. Somit dauerte die Reise halt nicht nur 12 Stunden. Eine solche Pause hat auch immer etwas Gutes, da wir zum Einten wunderschöne Bilder aus der Antarktis sahen und sonst noch viele nette Leute trafen. Beim Überqueren der Magellan-Strasse mit der Fähre begleiteten uns ein paar Commerson-Delfine. In Punta Arenas bleiben wir einen Tag bevor es morgen weiter geht nach Puerto Natales, dort wo der Torres del Paine National Park auf uns wartet.

Nun haben wir für euch zum Wochenstart noch ein kleines Bilderrätsel:

Wo ist Walter?
Wer oder was hat sich auf das Bild verirrt? Antwort bitte unten kommentieren. Der Preis für die erste richtige Antwort ist eine Postkarte von uns aus der Ferne.

Aus Chile wünschen wir euch einen guten Wochenstart und sagen hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Rio – Cidade Maravilhosa

25 01 2016

Seit unserer Abreise ist bereits eine Woche vergangen. Bevor wir am Montag 18. Januar an den Flughafen nach Zürich fuhren, hiess es noch im Büro alles so gut wie möglich erledigen, auf Abschiedstour gehen und zu Hause alles reisetauglich hinterlassen. Gepackt hatten wir in 2 Stunden, trotz dass plötzlich doch mehr Sachen in unseren Rucksäcken landeten, als noch beim Probepacken.

Nun konnte es losgehen, wir waren startklar und froh ging es endlich los. Nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns von Eliane’s Mutter und fuhren mit dem Zug an den Flughafen. Dort erwartete uns noch jemand und zwar unsere Freunde, welche wir auf unserer Burma Reise 2013 kennengelernt haben. Martina, Raffael und Noe verabschiedeten uns definitiv und liessen uns mit etwas Schweizer-Notproviant in die Ferne verschwinden.

Sicher brachte uns Lufthansa und Condor nach über 16 Stunden nach Rio de Janeiro. Wenn wir an Rio denken, kommen uns als erstes Sommer, Sonne, Caipirinha‘s und die Copacapana in den Sinn. Wir haben schon etwas verdutzt aus der Wäsche geguckt, als wir bei Regen in dieser Stadt landeten. Des besseren liessen wir uns wenig später belehren, dass es schon fast den ganzen Januar geregnet hat. Die Wetterprognosen sehen leider auch für die kommenden Tage düster aus und so können wir vorerst unsere Badesachen getrost im Rucksack lassen. Die Regenjacken sind bereits jetzt treue Begleiter und somit konnte die Wasserbeständigkeit vor Patagonien getestet werden. Unser Hostel befand sich in der Nähe des schönen und sportverrückten Ipanema Strandes. Nur eben ist der schönste Strand bei schlechtem Wetter nur halb so schön. Wir sind aber guten Mutes, dass die dunklen Regenwolken aus der Wettervorhersage hoffentlich bis am Ende unseres Aufenthaltes doch noch der Sonne Platz machen.

Auch die nächsten beiden Tage begrüssten uns wieder mit dicken grauen Wolken am Himmel. Das Schlecht-Wetterprogramm war relativ rasch zusammengestellt. Wenn wir schon im Land des 5-fachen Weltmeisters sind, wollten wir auch zum Maracanã Fussballstadion. Dort besichtigten wir die heiligen Katakomben der WM 2014 von Messi, Götze und Co. Das Stadion wurde 1950 fertiggestellt und galt dazumal mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200‘000 Zuschauern, als das grösste Fussballstadion der Welt. Heute finden immer noch fast 75‘000 Zuschauer Platz. Nach 2 Fussball-Weltmeisterschaften 1950 und 2014 wird das Stadion auch noch Teil der Olympischen Spiele von diesem Sommer sein. Bis heute ist das Maracanã das einzige Stadion, in welchem 3 solch grosse Sportveranstaltungen stattgefunden haben.
Auch das beliebte Künstlerviertel Santa Teresa stand auf unserem Programm. Das am Hang gelegene Santa Teresa mit seinen charmanten Gassen, in welchen sich zahlreiche Kaffees, Restaurants, Galerien und Graffitis befinden, lädt zum Verweilen ein. Etwas weiter unten erreicht man dann das Lapa-Viertel, mit seiner bekannten Fliesentreppe Escadaria Selarón. Der chilenische Künstler Jorge Selarón bat Touristen aus der ganzen Welt ihm Fliesen zu schicken. Das Resultat sind 215 Stufen, welche mit hunderten Kacheln aus 60 Ländern verziert sind.

Wenn wir schon einmal in Rio sind, wollten wir auch auf den Zuckerhut sowie zum Corcovado. Dies machen wohl alle Touristen und so auch wir. Den Besuch des Zuckerhutes planten wir für Freitag ein, da es gegen den Nachmittag aufhören sollte zu regnen. Auf gut Glück gingen wir los und das Wetter hielt was es versprach. Die Tickets waren erstaunlicherweise rasch besorgt. Die erste Gondelfahrt ging auf den ersten Berg Morro da Urca und anschliessend auf den Pão de Açúcar (Zuckerhut). Die Aussicht war trotz Wolken super und erlaubte uns diese sogar einen kurzen Blick auf den Cristo. Diesen bekamen wir bis dahin nur einmal kurz zu Gesicht.

Unser letzter Tag entschädigte dann für alles. Das Wetter hier war das Thema Nummer eins, nicht nur bei uns im Hostel, sondern auch unter den Einheimischen. Die Wettervorhersage versprach uns für diesen Tag Sonnenschein und so begrüsste uns bereits frühmorgens der blaue Himmel. Das Programm war klar und so ging es direkt nach dem Frühstück los an die Copacabana. Dort stellten wir uns in eine Schlange von Menschen, die auch zum Corcovado wollten. Mit dem Minibus kurvten wir hoch auf 710 MüM. Nun standen wir vor dem Cristo der wirklich mächtig (38 Meter) in den Himmel ragt. Nicht nur der Christo war mächtig, sondern hatte es auch mächtig viele Leute. Wir haben selten so viele Menschen bei einer Sehenswürdigkeit gesehen wie hier. Dies ist irgendwie auch verständlich, da die Aussicht von hier oben noch besser ist als vom Zuckerhut aus.

Selbstverständlich nutzen wir am Nachmittag noch die Möglichkeit uns in die Fluten zu werfen und den vielen Leuten und Verkäufern am Strand zu zuschauen. Wir hätten den ganzen Tag auch nur am Strand sitzen können, langweilig wird es einem hier nicht so schnell auch verdurstet oder verhungert wären wir nicht. Unglaublich was hier alles verkauft wird und ganz wichtig, alles kann per Kreditkarte bezahlt werden. Dann plötzlich hörten wir einen Helikopter und sahen, dass es sich um die Feuerwehr handelte. Hier kommt die Rettungsschwimmer per Helikopter angeflogen und in einer spektakulären Aktion wurden 2 Personen mit einem grossen Netz aus den Fluten gerettet. Heute würde wahrscheinlich Mitch Buchannon aus Baywatch auch mit dem Helikopter Leben retten. Wenn dies nicht schon genug Action gewesen wäre, waren wir plötzlich mittendrin in einem Vor-Carneval Umzug der Banda Impanema. Ein kleiner Vorgeschmack auf das was hier in 2 Wochen abgeht. Der Carneval im Sommer ist definitiv angenehmer als die Fasnacht bei uns im Winter. Wenn der Tag nicht schon super genug gewesen wäre, genossen wir mit ein paar weitern Leuten auf dem Pedra do Arpoador einen tollen Sonnenuntergang. Unter tosendem Applaus wurde die Sonne am Horizont verabschiedet. Auch wir verabschiedeten uns von dieser tollen Stadt, in welcher Armut und Reichtum sehr nah beieinander sind.

Wir grüssen euch aus dem wunderbaren sommerlichen Buenos Aires und sagen hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo

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Auf in ein neues Abenteuer

7 01 2016

Fast 4 Jahre sind wir wieder zu Hause. Angekommen im Job und natürlich im Alltag. Für uns ist es nun erneut an der Zeit aufzubrechen in ein neues Abenteuer. Dieses Mal gehen wir „nur“ 4 Monate auf Reisen aber wieder gemeinsam mit unserem treuen Begleiter Grumo.

Das Reiseziel war für uns beide bereits klar als wir von unserer letzten grossen Reise nach Hause kamen. Wir wollten unbedingt zurück nach Südamerika und zwar nach Patagonien. Um diesen Teil von Argentinien und Chile zu bereisen, hatten wir bis jetzt noch keine Gelegenheit.

Einiges ist anders als bei der letzten Reise. Das markanteste ist wohl die Reisedauer, dann dass wir unsere Jobs und die Wohnung behalten. Sonst ist aber noch fast alles gleich. Mittlerweile steigt die Vorfreude von Stunde zu Stunde. Noch etwas mehr als eine Woche arbeiten und dann geht’s am 18. Januar endlich wieder los……

Lange haben wir uns überlegt, ob wir den Blog wieder zum Leben erwecken wollen oder doch nicht. Wir liessen uns von unseren Freunden überreden und so lassen wir euch erneut mitreisen. Gespannt und neugierig auf die weiten Patagoniens und das Unbekannte in Zentralamerika. Die letzten 6 Wochen wollen wir noch ein wenig auf Entdeckungsreise in diesem Teil des amerikanischen Kontinenten gehen. Bis zu unserem Abflug gibt es noch einiges zu tun ob zu Hause oder bei der Arbeit. Aber unser Ziel ist schon fast zum Greifen nah.

Wir sagen erneut hasta pronto

Beat, Eliane und Grumo



Welcome Home

14 04 2012

28. – 29. März 2012

Route: Bangkok – Helsinki – Wien – Mailand – Burgdorf – Wiler / Wynigen

Nicht viel anders als in den letzten 365 Tagen verging die Zeit seit unserer Rückkehr in die Schweiz wie im Flug. Die Rückreise von Bangkok nach Mailand war sehr lang. Bereits beim Einchecken in Bangkok hiess es, dass unsere Fluggesellschaft uns für den Anschlussflug von Helsinki nach Mailand umgebucht hatte, da der Anschluss nicht gewährleistet werden kann. Kein Problem dachten wir uns, dann fliegen wir halt zuerst nach Düsseldorf und dann erst nach Italien. Mit einer 30 minütigen Verspätung verliessen wir Thailand. Nochmals zum Fenster rausgucken und nun war es definitiv, wir steuerten nach einem Jahr reisen wieder einmal Europa an. Der Flug führte bei sehr schönem Wetter an einer spektakulären Bergkulisse über Pakistan vorbei. Trotz all der schönen Bilder die sich unter uns boten, liessen wir die Reise jeder für sich nochmals Revue passieren. Unfassbar das dieses Jahr auf das wir so lange gewartet haben, bereits vorüber ist. Tief versunken in unseren Gedanken kam plötzlich ein Stewart daher und verkündete uns, dass Finnair uns schon wieder auf einen anderen Flug umbuchen musste, da die Verspätung nicht einzuholen sei und der Anschlussflug nach Düsseldorf nicht zu schaffen war. Na gut wo geht die Reise nun hin? Bei diesem Flug dürfen wir via Wien nach Mailand fliegen. Unser einziger Gedanke war nur, hoffentlich schaffen wir es auf diesen Flug. Beim Landeanflug auf Helsinki bot sich dann ein Bild, welches wir schon lange nicht mehr gesehen hatten. Vereiste Seen, schneebedeckte Felder und wir trugen Sommerbekleidung.
Den Anschlussflug nach Wien erwischten wir und irgendwie bedauerten wir es etwas, dass wir nicht noch ein paar Tage Zeit hatten um die Stadt besichtigen zu können. 2 Stunden dauerte der Aufenthalt in der Stadt wo auch schon Mozart gelebt hatte. Mittlerweile sehr müde und etwas angeschlagen von der Reiserei und der Zeitumstellung, waren wir einfach froh, als der Flieger endlich Richtung Mailand abhob. Die einzige Sorge die uns nun begleitete war, wo sich wohl unser Gepäck befand. Wir hatten beide die Befürchtung, dass unser Gepäck wahrscheinlich in Helsinki geblieben ist und den Weg mit uns nach Mailand nicht gefunden hatte. Um 22.00 Uhr bestätigte sich unsere Befürchtung und somit durften wir noch beim Lost & Found Büro vorbei um eine Suchmeldung aufzugeben. Als dies alles erledigt war, fuhren wir in ein Flughafenhotel und wollten nur noch so schnell wie möglich ins Bett.

Auch in der letzten Nacht in einem fremden Bett, schliefen wir tief und fest. Dies lag wohl auch an unserer Müdigkeit. Bevor wir die letzte Etappe der Heimreise antraten, stärkten wir uns an einem riesen Frühstücksbuffet. Man bemerkte gut, dass wir wieder in Europa waren, da es unter anderem frisches Brot gab :-). Danach fuhren wir zurück an den Flughafen und schauten noch kurz beim Fundbüro vorbei, ob unsere Rucksäcke angekommen waren. Die Dame erklärte uns, dass die Rucksäcke nun auf dem Weg nach Hamburg und dort dann weiter nach Bern-Belp geflogen werden. Eh ja, ist ja auch nicht schlecht und so reisten wir halt ohne Gepäck von Mailand mit dem Zug nach Burgdorf zurück.

Um 15.00 Uhr war es dann soweit und das Empfangskomitee stand beim Bahnhof in Burgdorf für uns bereit. Ein tolles Gefühl nach 365 Tagen endlich mal wieder von Freunden und Familien begrüsst zu werden. Sogar ein kleines Apéro war für uns organisiert worden. Vielen Dank nochmals dafür und dass ihr so zahlreich auf uns gewartet habt.

Und nun sind wir wieder zurück und wohnen nach so vielen gemeinsamen Stunden getrennt voneinander bei unseren Familien. Auch das Gepäck hat den Weg zu uns per Kurier wieder gefunden. Der Alltag ist auch schon wieder ein wenig eingekehrt aber so ganz wollen wir diesem dann doch nicht verfallen. Während diesem Jahr haben wir viel gesehen und erlebt und nun können wir alles durch Erzählungen Revue passieren lassen. Wir müssen einfach aufpassen, dass man nicht zu viel erzählt ;-), was bei einer solch langen Reise oftmals schwierig ist. Die Erinnerungen, die uns niemand mehr nehmen kann, sind wunderschön und eigentlich gar nicht wirklich in Worte zu fassen. Wir glauben, dass man so etwas selber erlebt haben muss um dies zu verstehen und nachvollziehen zu können. Reisen ist eine Sucht der wir beide verfallen sind und dann mal sehen wohin es uns als nächstes verschlägt. Jetzt ist aber erstmals arbeiten angesagt und Geld sparen für weitere Abenteuer die bestimmt irgendwo in dieser grossen und weiten Welt auf uns warten.

Ganz herzlichen Dank nochmals an alle die unseren Blog mit verfolgt haben und wer weiss, vielleicht wird dieser ja irgendeinmal wieder gebraucht, um von unserem nächsten Abenteuer zu berichten.

Ach ja, unser Gästebuch bleibt aktiv, wenn ihr also Fragen oder Anregungen habt, bitte einfach melden, wir beantworten diese gerne.

Ganz zum Schluss noch etwas für meinen Freund und wohl besten Reisepartner der Welt:
Mark Twain sagte einmal:
„Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen,
ob man einen Menschen mag oder nicht,
als mit ihm auf Reisen zu gehen.“

MERCI für aues!!!

Somit zum letzten Mal liebe Grüsse aus der verregneten und kalten Schweiz
und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo welcher froh ist, einmal nicht mehr im Rucksack
schlafen zu müssen 🙂

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Wenn eine Reise endet…

27 03 2012

18. März – 27. März 2012

Route: Koh Lanta – Ko Samui – Koh Tao – Bangkok

Die Reise von der Andamanenküste an die Golfküste dauerte einige Stunden. Per Minivan reisten wir zuerst von Koh Lanta bis Don Sak und dort stiegen wir auf die Passagierfähre um. Der Fahrer machte dem thailändischen Fahrstil wieder einmal alle Ehre und bretterte so oft er konnte mit 140 Stundenkilometern über die Strasse. Gegen Abend des 18. Märzes erreichten wir die bekannte Ferieninsel Koh Samui. Unsere wunderschöne Unterkunft befand sich am Bo Phut Strand wo auch Nicole und Dominique wohnten. Alle freuten sich über das Wiedersehen und es gab während den zwei gemeinsamen Tagen so einiges zu erzählen. Wie immer wenn man mit Freunden zusammen ist, vergeht die Zeit noch viel schneller als sonst. So hiess es dann auch schon wieder Abschied nehmen, da Bidu und ich nochmals eine Insel weiter reisten. Dieser Abschied ist ja von kurzer Dauer und in einigen Tagen sehen wir uns halt nicht mehr am Strand, doch dafür umso öfters zu Hause. Danke nochmals an euch zwei für die feinen Mitbringsel und dass das Treffen doch noch geklappt hat :-)!

Wir fuhren mit der Fähre weiter nach Koh Tao. Diese Insel liegt 62 km von Koh Samui entfernt und  ist berühmt fürs Tauchen. Hier befindet sich auch die grösste Tauchschule der Welt. Somit könnt ihr euch bestimmt denken, wie unsere Mission hier lautete. Genau auch wir wollten tauchen gehen. Bidu ist bereits im Besitze der Tauchlizenz und ich wollte mal sehen und spüren wie sich tauchen anfühlt. Wie gesagt, die Insel ist berühmt fürs Tauchen und dementsprechend viele Tauchschulen warben dann auch um die ankommenden Touristen. Ohne Probleme fanden wir dann eine Tauchschule, wo wir für den nächsten Tag einen Platz auf deren Boot erhielten. Als auch noch eine Unterkunft gefunden war, wollten wir dann nur noch ins „kühle“ (das Wasser betrug im offenen Meer 30° und am Ufer ca. 36°) Wasser springen und die wunderschöne Abendstimmung geniessen.
Ein etwas mulmiges Gefühl hatte ich schon, als wir uns gegen Mittag des nächsten Tages auf zur Tauchschule machten. Bidu voller Vorfreude konnte seinen ersten Tauchgang noch fast 5 Jahren kaum erwarten. Wir erhielten unser Equipment und ich meinen persönlichen Tauchlehrer, der mir in 30 Minuten die Basics des Tauchens erklärte. Dann natürlich noch ein paar Formalitäten klären und dann konnte das Abenteuer Tauchen los gehen. Mit dem Boot fuhren wir zum ersten Platz namens Twins und während der Fahrt wurde das Equipment bereit gemacht und dann gab’s noch eine kurze Einführung in das was wir Unterwasser alles zusehen bekommen könnten. Bidu tauchte mit seiner Gruppe natürlich sofort ab und ich musste noch so einige Übungen im Wasser absolvieren, bevor es dann auch für mich runter auf 12 Meter Tiefe ging. Es war fantastisch in die sagenhafte Unterwasserwelt einzutauchen. Auch so einiges an grossen und kleinen Fische bekamen wir beide zu Gesicht. Das mulmige Gefühl war unbegründet und ich konnte dank meinem super Tauchlehrer den Tauchgang recht gut geniessen. Bidu der Glückliche hatte 2 Tauchgänge gebucht und so konnte er nochmals beim „Japanese Garden“ tauchen gehen. Gegen Abend kehrten wir dann total erschöpft aber super glücklich an Land zurück.

An den nächsten Tagen genossen wir mehrheitlich den Strand. Bidu entschied sich nochmals tauchen zu gehen und die Entscheidung bereute er auf gar keinen Fall, da die Gruppe einen Walhai zu Gesicht bekam. Die ganze Crew sei total aus dem Häuschen gewesen, erzählte er auch mir ganz aufgeregt. Ja und wie gesagt auch der schönste Strandurlaub geht einmal zu Ende und auf uns wartet ja noch Bangkok. Wir reisten ein letztes Mal mit dem Bus in die Stadt und verbrachten unsere zwei letzten Tage der Reise dort. Auf Tempelbesichtigungen hatten wir eigentlich nicht mehr grosse Lust und somit beschränkten wir uns aufs Einkaufen und einer Flussrundfahrt. Natürlich durfte ein Besuch beim bekannten „Hangover“-Hotel Lebua nicht fehlen. Unser Hotel befand sich in der Nähe der bekannten Th Khao San Road, was wir als recht praktisch empfanden ;-), da wir ja unsere Abende als Backpacker nochmals so richtig geniessen wollten. Leider haben wir nicht so viel von dieser niemals schlafenden Stadt gesehen aber zwei Tage sind halt doch ein wenig zu kurz um eine solch grosse Metropole zu erkunden. Dies ist aber ein Grund um irgendeinmal wieder nach Bangkok zurück zu kommen.

Nun, dies wäre definitiv der letzte Bericht von unserem Abenteuer als Trotamundos in der grossen weiten Welt. Tausende von Kilometern haben wir zurückgelegt und meistens mit dem geliebten Bus. Diverse Nächte lagen wir in einem fremden Bett, viele tolle Leute lernten wir kennen, Gutes oder auch weniger Gutes haben wir gegessen und jetzt steht der letzte Teil der Reise vor der Tür. Die Heimreise nehmen wir in wenigen Stunden in Angriff und somit sind auch die Rucksäcke ein letztes Mal fein säuberlich gepackt worden. Jeder kleinste Fleck nutzen wir aus, da es in Bangkok ja nochmals so viele tolle Kleider und Sachen zu kaufen gab :-)! Bestimmt wird es aber nach der Heimkehr nochmals etwas zu lesen geben, bevor uns der Alltag wieder völlig erwischt hat. In diesem Sinne bereits ein grosses MERCI an euch alle die immer fleissig mitgelesen haben, für all die Kommentare im Gästebuch über die wir uns immer riesig gefreut haben. Natürlich auch ein Dank an unsere Familien und Freunde die zu Hause auf uns warten. Wir freuen uns sehr, euch am Donnerstag nach 366 Tagen wieder zu sehen :-)! Ehrlicherweise müssen wir aber auch zugeben, dass es doch ein komisches Gefühl war, die letzten Tage hier in Bangkok zu verbringen. Irgendwie ging es nach jedem Ort weiter und wir konnten die Weiterreise vorbereiten und uns über den neuen Ort informieren. Tja dies fiel nun gänzlich weg da wir ja bereits bestens über unser zu Hause in der schönen und frühlingshaften Schweiz Bescheid wissen.

Zu guter Letzt nochmals ein kleines Zitat, welches ich während der Reise gefunden habe:
„Ich sehe die roten und blauen Stempel an, blättere voller Bewunderung in unlesbaren Unterschriften und vielsprachigen Tintenklecksen, falte fromm die Hände.
Dann stecke ich den Pass in die hintere Gesässtasche und mache mich auf die Reise.
Kurt Tucholsky

Ein letztes Mal viele liebe Grüsse aus dem super heissen Bangkok und HASTA PRONTO
Eliane, Beat und Grumo 🙂 🙂 🙂

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Sun, Fun And Nothing To Do…

19 03 2012

10. März – 17. März 2012

Route: Hanoi – Bangkok – Krabi – Koh Phi Phi – Koh Lanta

…diese Worte stammen aus einem Lied des Schweizer Komikers und Liedermachers Peach Weber und irgendwie passen diese gar nicht so schlecht zu unserem momentan Lebensstil :-)!

Unsere Tage am Meer sehen jeden Tag ähnlich aus, da das Wetter bis jetzt auf unserer Seite war. Aber zuerst mussten wir ja aus dem kalten und regnerischen Hanoi nach Thailand an die Andamanenküste gelangen.

Am 10. März morgens flogen wir von Hanoi nach Bangkok und dann am Nachmittag gleich weiter nach Krabi. In Krabi blieben wir auch nur eine Nacht, damit wir am nächsten Tag früh weiter auf die Insel Koh Phi Phi fahren konnten. Koh Phi Phi wurde wie Phuket im Dezember 2004 schlimm vom Tsunami getroffen. An dieses Ereignis erinnern einen überall die vielen Evakuationsschilder die zum höchsten Punkt der Insel hinzeigen. Leider hatten wir die wunderschöne Insel mit ihren Kalksteinfelsen, den weissen Sandstränden und dem kristallklaren Wasser nicht ganz für uns alleine. Etwas ausserhalb vom Trubel fanden wir eine schöne Unterkunft. Die meiste Zeit verbrachten wir am sehr schönen Long Beach, welcher nicht ganz so überlaufen war, wie die anderen Strände die sich direkt im Zentrum befinden. Von den 3 Tagen auf Phi Phi verbrachten wir alle am Strand mit nichts tun, ausser an einem Morgen machten wir einen Halbtagesausflug mit einem Longtail-Boot zu diversen Buchten der Nachbarinsel Koh Phi Phi Leh. Eine davon, die Maya Bay, ist durch den Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio weltbekannt geworden. Natürlich wollten wir diesen Strand auch sehen und diese Idee teilten wir mit ganz vielen anderen Touristen. Viel vom wunderschönen weissen Sandstrand bekamen wir nicht zu Gesicht, da es überall stehende oder liegende Menschen hatte :-).

Bereits gut erholt machten wir uns wieder mit der Fähre auf, um zu einer weiteren Insel zu gelangen. Dieses Mal ging die Fahrt weiter südlich nach Koh Lanta. Hier fanden wir eine tolles Bungalow am Klong Nin Beach, der als schönster Strand der Insel gilt. Der Sand an diesem Strand ist zwar nicht weiss aber dafür hatte es fast keine Leute. Zudem herrschte auch hier wie bereits auf Phi Phi eine angenehme Wassertemperatur von fast 30°. Die Party liessen wir aber auf Koh Phi Phi und genossen nach einem anstrengenden Strandtag, die warmen und ruhigen Abende bei einem guten Essen im Strandrestaurant. Ausnahmsweise konnte ich am 14. März meinen Geburtstag an der Wärme feiern, was ich sehr genoss. Natürlich vermisste ich meine Familie und Freunde aus der Schweiz :-). Überraschenderweise erhielt ich nach einem feinen Nachtessen auch noch ein Stück Geburtstagskuchen. Bedanken möchte ich mich noch bei allen, die sich an diesem Tag oder auch etwas später auf irgendeine Weise bei mir gemeldet haben! Natürlich wollten wir auch noch etwas von der Insel sehen und so mieteten wir uns wie schon so oft einen Roller. Von einem deutschen Pärchen (Markus und Katrin) erhielten wir noch den Tipp, dass wir in die Deutsche Bäckerei die sich etwa 20 Minuten von unserem Strand weg befindet, frühstücken gehen sollen. Uns musste man dies nicht zweimal sagen, da es dort, unter anderem, richtiges Brot gibt!

Ja und die Zeit vergeht immer schneller und so sind wir bereits an der südlichen Golfküste Thailands gestrandet und zwar in Ko Samui, wo wir ja unsere Freunde aus der Schweiz treffen werden. Mal sehen, ob sich unsere Tagesabläufe an dieser Küste stark verändern werden oder doch eher gleich bleiben.

In unserem Reiseführer bin ich noch auf folgenden Abschnitt über den Süden von Thailand gestossen:
Wer zu lange in der tropischen Traumlandschaft im südlichen Thailand von Insel zu Insel gehüpft ist, läuft Gefahr, an einer klassischen Backpacker-Erkrankung zu leiden. In manchen äquatorialen Gegenden der Welt ist das Phänomen als Strand-Burnout bekannt. Die Symptome? Alles im Paradies fängt an gleich auszusehen. Perfekte Postkarten-Sonnenuntergänge, die einem anfangs den Atem raubten, lassen einem kalt.
Diesem Abschnitt müssen wir wiederreden, da wir während unserer Reise unzählige atemberaubende Sonnenuntergänge gesehen haben, doch kalt würde uns dies nie lassen!

Nun können wir definitiv schreiben hasta pronto und herzliche Grüsse aus Thailand
Eliane, Beat und Grumo

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Im Norden Vietnams

9 03 2012

1. März – 9. März 2012

Route: Hué – Hanoi – Halong Bay – Cat-Ba Island – Hanoi – Sapa – Hanoi

Diese Nachtbusfahrt war doch etwas erholsamer als die letzte. Trotzdem waren wir froh, nach 15 Stunden endlich in Hanoi angekommen zu sein. Hier oben im Norden sind die Temperaturen und das Wetter nochmals etwas anders, als wir uns dies gewohnt sind.

In Hanoi verbrachten wir insgesamt 4 ganze Tage, was dann aber auch wirklich genug war. Die Stadt ist ähnlich laut wie Saigon, überall hupende Mopeds und Autos. Die Strasse zu überqueren ist zwar etwas einfacher als in Saigon, doch auch hier wird keine Rücksicht auf Fussgänger genommen. In den kleinen Gassen kocht und verkauft Mann und Frau alles Mögliche. Gegessen und getrunken wird wie vielerorts in Vietnam an Miniaturtischen und Stühlen aus Plastik. Mich erinnert dies immer an meine Kindheit, da unser Holzspielhaus mit solchem Mini-Mobiliar ausgestattet war. Wie bereits im letzten Bericht erwähnt, warteten in Hanoi Pip und Tom auf uns. Die Freude einander wiederzusehen war gross und es gab von beiden Seiten her so einiges zu erzählen. Am Abend besuchten wir zusammen das berühmte Wasserpuppentheater mitten in der Altstadt. Dieses Theater hat eine jahrtausendlange Tradition in Vietnam. Wie der Name schon verraten hat, spielen Puppen auf dem Wasser Theater. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen ausser, dass uns diese Vorstellung nicht von den Sitzen gerissen hat.

Bereits am nächsten Tag verliessen wir die verregnete Hauptstadt wieder, um in die 170 km oder 4 Busstunden entfernte Halong-Bucht zu gelangen. Mehr als 300 Inseln ragen aus dem Wasser des Golfes von Tonkin. Nicht vergebens gehört dieses Meisterwerk der Natur zum Unesco-Weltnaturerbe. 3 Tage schipperten wir mit einer Dschunke durch diese schöne Landschaft. Leider war das Wetter nicht auf unserer Seite und so bekamen wir die Bucht meistens in Nebel gehüllt und bei Nieselregen zu Gesicht. Eine Nacht schliefen wir auf dem Boot und die zweite Nacht in einer Unterkunft auf Cat-Ba Island. Viel zu machen gab es auf dieser Insel nicht und so vertrieben wir uns die Zeit mit Karten spielen. Besser gesagt, wir nutzen jede freie Minute um zu spielen und freie Minuten gab es genügend :-)! Unsere Tour-Organisation hatte sich wohl dem Wetter angepasst und so war unser Ausflug ein wenig enttäuschend. Dies ändert allerdings nichts an dieser wirklich wunderschönen Gegend, die bei keinem Vietnambesuch fehlen sollte.

Zurück in Hanoi gingen wir ein letztes Mal mit Pip und Tom essen. Dieser Abend war zugleich ihr letzter in Asien, da ihre Reise nun weiter nach Australien und Neuseeland führt. Insgesamt reisten wir fast 3 Wochen zusammen und so viel der Abschied allen ein wenig schwer. Die 2 haben noch eine längere Reise vor sich und kehren wahrscheinlich erst in 2 Jahren zurück nach England. Danach kommen sie uns hoffentlich in der schönen Schweiz besuchen.

Weiter ging die Reise und dieses Mal hoch hinaus bis fast an die chinesische Grenze. Für einmal wollten wir nicht mit dem Bus reisen, sondern entschieden uns für den Nachtzug, um in die Reiskammer Vietnams, nach Sapa zu gelangen. Sapa hoch oben im Norden ist bekannt für seine schöne Bergkulisse und die vielen Reisterrassen. Zwei Tage und eine Nacht verbrachten wir in diesem touristischen Ort mit seiner atemberaubenden Landschaft. Da wir die vorherige Nacht im Zug verbracht hatten, gönnten wir uns für einmal ein etwas teureres Zimmer. Als wir in das Hotel einchecken wollten, meinte der äusserst nette Herr an der Rezeption, ob wir etwas dagegen hätten, anstatt des gebuchten Zimmers im VIP Zimmer zu übernachten. Bitte? Klar hatten wir nichts dagegen und somit logierten wir in einem riesigen Zimmer mit super Aussicht! Nach mehr als 11 Monaten reisen, kriegten wir auch einmal ein gratis Upgrade! Natürlich verbrachten wir nicht die ganze Zeit im Zimmer und so unternahmen wir einen Spaziergang ins benachbarte Bergdorf Cat Cat. Dieses ist wahrscheinlich mittlerweile ein Dorf für Touristen, da man an jeder Ecke etwas hätte kaufen oder essen sollen. Am zweiten Tag mieteten wir uns einen Roller, um zum Tram-Ton-Pass 1900 MüM zu gelangen. Dies ist zugleich der höchste Gebirgspass Vietnams. Die Aussicht von hoch oben über die Reisterrassen und die Berge, war bei diesem schönen und warmen Wetter grandios. Dieser kurze Abstecher in den Norden hatte sich sehr gelohnt. So ging’s dann am Abend mit dem Nachtzug wieder zurück in das verregnete Hanoi. Hier verbrachten wir die zwei letzten Tage unserer Vietnamreise.

Fast 4 Wochen haben wir nun in Vietnam verbracht. Das Land hat uns landschaftlich extrem gut gefallen aber ehrlicherweise war es auch ein anstrengendes Land. Die Leute sind sehr hartnäckig und wollen einem von morgens bis abends irgendetwas verkaufen oder andrehen. Dabei bekommt man meistens für alles einen speziellen Touristenpreis. So viele Male wie hier wurden wir auf der ganzen Reise nie übers Ohr gehauen :-). Natürlich gab es auch viele tolle Begegnungen mit Einheimischen, die nicht nur unser Geld wollten. Kulinarisch gesehen vermissten wir ein wenig die Gewürze in den Speisen, doch dafür erfreuten wir uns umso mehr, an den vielen Bia Hoi’s die es überall gibt.

Die restliche Zeit bis zu unserer Heimreise, die immer näher rückt, verbringen wir nun im Süden von Thailand. Zuerst reisen wir an die Andamanenküste (Westküste), bevor es dann am 19. März noch an die Golfküste (Ostküste) geht. Wie der Zufall es will, machen unsere Freunde aus der Schweiz, Nicole und Dominique, Urlaub auf Koh Samui und dies ist ein guter Grund noch dort hin zu fahren.
Nicole und Dominique: Wir freuen uns riesig, euch nach so langer Zeit endlich wiederzusehen :-)! Somit berichten wir hoffentlich das nächste Mal wieder von heissen Temperaturen und viel Sonnenschein.

Ein letztes Mal senden wir euch liebe Grüsse aus Vietnam und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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In der Heimat des tapferen Schneiderleins

29 02 2012

21. Februar – 29. Februar 2012

Route: Mui Né – Dà Lat – Hoi An – Hué

Für einmal sitze ich mit langen Hosen und Pulli vor dem Computer, um diesen Bericht zu verfassen. Ein komisches Gefühl nach so langer Zeit nur in Shorts und Flip Flops wieder lange Sachen zu tragen. Wir sind in Hué und der bekannte Wolkenpass liegt hinter uns. Das heisst, dass es ab hier nur noch kälter wird. Aber erst mal der Reihe nach, da wir ja von Mui Né nicht direkt nach Hué gereist sind.

Auf einer Höhe von 1475 MüM sind die Tage angenehm und die Nächte frostig. Das etwas mildere Klima nutzen die Einwohner Dà Lat‘s zum Anbau von allem möglichen Grünzeug, also Gemüse in allen Variationen, Obst, Beeren und jede Menge Blumen sowie Kaffee (Vietnam ist nach Brasilien der zweitgrösste Kaffeeproduzent weltweit) aber das gilt ja nicht als Grünzeug. Sonst gibt es in dieser Gegend auch noch weitere Attraktionen zu besichtigen und am besten macht man das per Motorrad oder in unserem Fall per Scooter. Bidu freut dies immer besonders, da ich ihm das Fahren immer überlasse, was wohl auch besser ist ;-). Wie gesagt es gab viel zu sehen und zu probieren und fast auf alles, erhielten wir vom einheimischen Guide Sun eine Erklärung. Bevor wir eine Seidenfabrik besuchten, gab’s zur Stärkung frittierte Grillen, welche übrigens gar nicht so schlecht schmecken! Auf dem lokalen Markt gab’s wieder viel zu bestaunen und ab und zu roch es sehr streng vor allem in der Fleischabteilung. Eine Seidenfabrik hatten wir bis jetzt noch nicht besichtigt und waren gespannt auf den ganzen Ablauf. Es ist eine komplexe Sache aber sehr interessant den flinken Fingern der Arbeiterinnen zu zu schauen. Von der Seidenfabrik fuhren wir weiter zum Elefantenwasserfall und dann gab’s bereits das Mittagessen. Dort erfuhren wir viel über die Vietnamesen und ihre Sitten und Gebräuche. Dass sie Hunde essen ist ja kein Geheimnis aber wir schauten Sun schon ein wenig komisch an, als sie erzählte, dass wenn eine Familie zum Beispiel 3 Töchter hat und sehr arm ist, könne sie sich nicht 3 Ehemänner leisten, sondern nur einen für die älteste Tochter. Hier werden die Ehemänner von den Familien noch gekauft und zwar wird nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Büffeln, Schmuck und Webereien. Damit die anderen 2 Töchter dann nicht zu kurz kommen, werde der Ehemann halt geteilt auch während den Nächten, meinte Sun ganz ernst. Die Schlussbemerkung war dann noch; und Neid oder Eifersucht kenne man hier nicht! Andere Länder andere Sitten!

Trotzdem sind wir der Meinung, dass wir an diesem einen Tag alles von Dà Lat gesehen und probiert haben inkl. Artischockentee und so ging es am nächsten Morgen weiter nach Nha Trang. Nha Trang ist ähnlich wie Mui Né, nur ein bisschen grösser, und so beschlossen wir das Strandleben sausen zu lassen (diese holen wir ja dann in Thailand nach) und direkt mit dem Nachtbus weiter nach Hoi An zu reisen. Hier eine kurze Tageszusammenfassung des 23. Februars 2012: 07.30 Uhr Abfahrt in Dà Lat, 12.30 Uhr Ankunft in Nha Trang, Zeit um etwas essen zu gehen, kurze Strandbesichtigung, Tagebuch schreiben und zurück zum Abfahrtsort des Busses. 19.00 Uhr Abfahrt des Nachtbusses in Nha Trang, 06.30 Uhr am 24. Februar 2012 Ankunft in Hoi An. Die Nacht im rüttelnden Bus war wieder einmal nicht so erholsam aber als dann in der 2. Nachthälfte die Strasse etwas besser wurde, fanden auch wir einige Stunden Schlaf. Die Nachtbusse hier in Asien sind wirklich nicht das höchste der Reisegefühle!

In Hoi An erwartete uns wieder eine ganz andere Welt! Eine weitaus touristischere Welt, keine Frage, aber auch (oder deswegen) eine viel schönere. Hoi Ans Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe und in den schmalen Gassen werden die alten hell gelben Kolonialvillen mit dunklen Holztüren und üppigen Pflanzen, von Lampen und bunten Lampions in Szene gesetzt. Abends schwimmen auf dem Thu-Bon-Fluss Kerzenlichter in allen Farben und die ganze Altstadt ist wunderschön beleuchtet. Die Strassen bestehen aus Souvenirläden, französischen Cafés, Restaurants und natürlich Schneiderläden. Hoi An ist der beste Ort in ganz Vietnam, um erschwingliche, massgeschneiderte Kleidung zu kaufen. Es gibt viele tapfere Schneiderleins die hier den ganzen Tag vermessen, beraten, designen und wohl während der Nacht all die Sachen zusammennähen, damit man am nächsten Tag die massgeschneiderten Kleider anprobieren kann. Hier hat man die Qual der Wahl. Ungefähr 500 Schneider gibt es hier, die einem alles anfertigen, was man möchte. Die schwierigste Aufgabe war es dann einen guten Schneider zu finden. Wir vertrauten auf eine Empfehlung von anderen Reisenden und wir wurden nicht enttäuscht. Mit Hilfe des Computers konnten wir uns zuerst die Sachen aussuchen, die wir uns anfertigen lassen wollten. Danach hiess es Stoff auswählen und es hatte nicht nur eine Stoffsorte, sondern zig verschiedene in allen möglichen Farben, Qualitäten und Preisklassen. Bevor etwas angefertigt werden kann, müssen auch noch Masse her. So wurden wir beide vom Hals bis zu den Füssen vermessen und dann war die Arbeit von unserer Seite her erledigt. Nun lag es in anderen Händen wie die Kleider aussehen werden. Nach über 2 Stunden verliessen wir das Geschäft mit einem etwas mulmigen Gefühl, da es nichts schwierigeres gibt, als ab einem Bild zu entscheiden was man will ohne zu wissen ob es dann auch zu einem passt oder nicht. Aber eben, das kommt schon gut, dachten wir uns. Ganz fertig waren wir dann doch noch nicht und legten einen weiteren Stopp beim Schuhmacher ein. Zu einem Anzug sowie einem Kleid gehören auch die passenden Schuhe. Dieser Besuch dauerte nicht lange, da wir wussten was für Schuhe wir wollten. Rasch das gewünschte Leder aussuchen, Füsse auf ein Blattpapier legen, mit einem Kugelschreiber die Form nachziehen und mit einem Messband noch die Fuss-Höhe & Umfang messen und fertig waren die Vorabklärungen. So geht das wohl nur hier zu und her :-). Ganz geschafft vom vielen Geld ausgeben, trafen wir unsere englischen Reisepartner Pip und Tom wieder, die per Zufall auch noch in der Stadt waren.

Am nächsten Tag gingen wir gespannt zur Anprobe der Kleider. Das Resultat durfte sich sehen lassen und beide waren wir begeistert vom Resultat sowie der geleisteten Arbeit innerhalb der letzten 22 Stunden. Unglaublich was die hier in so kurzer Zeit erarbeiten. Es wurden einige Änderungen vorgenommen und einen neuen Termin für eine weitere Anprobe vereinbart. Dann rasch beim Schuhmacher vorbei und dort warteten bereits die fertigen und perfekt passenden Schuhe auf uns.

Hoi An hat nebst all diesen schönen Sachen auch noch kilometerlange Strände zu bieten. Da das Wetter während den 4 Tagen nicht so überzeugend war, pendelten wir nicht so oft wie angenommen mit unseren Fahrrädern zwischen den Reisfeldern, die von der Stadt zum Strand führen hindurch. Die Wassertemperatur ist zwar für den vietnamesischen Winter recht angenehm aber doch recht frisch für unseren Geschmack. In der Zeit die wir nicht beim Schneider oder Schuhmacher verbrachten, genossen wir die schöne Altstadt oder fuhren einfach ein wenig mit dem Fahrrad herum. An unserem 3. Tag konnten wir die fertigen Kleider abholen gehen und das Resultat kann sich sehen lassen! Etwas schweren Herzens verliessen wir diese tolle Stadt mit ihrem grossartigen Ambiente wieder, um weiter nördlich in die ehemalige Kaiserstadt Hué zu reisen.

Da wir erst am Nachmittag in Hué ankamen, liefen wir ein wenig in der Stadt herum und sparten uns den Besuch der Zitadelle für den nächsten Tag auf. Die Festungsanlage, in der sich die ehemalige Kaiserstadt befand, erstreckt sich am nördlichen Ufer des Song Huong Flusses. Der Bau der ehemaligen verbotenen Stadt ist umgeben von einer 2,5 km langen Stadtmauer und einem Stadtgraben. Der Bau des Gebäudes begann im Jahre 1804 unter Kaiser Gia Long.

Der letzte Monat unserer Reise ist nun angebrochen und heute Abend geht es mit dem Nachtbus in die Hauptstadt nach Hanoi. Dort haben wir unter anderem vor, mit Pip und Tom eine 3 tägige Bootstour in die Halong Bucht zu unternehmen.

Wir senden euch liebe Grüsse und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Good Morning Vietnam!

22 02 2012

14. Februar – 20. Februar 2012

Route: Ho-Chi-Minh-City – (Mekong Delta) Ben Tre – (Mekong Delta) Can Tho – Ho-Chi-Minh-City – Mui Né

Oder so ähnlich wurde man hier vor über 30 Jahren noch gegrüsst, als die Amerikaner während des Vietnamkrieges hier waren. Es gibt auch einen gleichnamigen Film aus dem Jahre 1987, welcher von einem US-amerikanischen Radiomoderator in Saigon während des Krieges handelt.

Immer mehr Reisende entdecken mit Vietnam eines der faszinierendsten und abwechslungsreichsten Reiseländer Südostasiens. Vietnam erwartet seine Besucher mit trubeligen Großstädten, jahrhundertealten Palast- und Tempelanlagen, ursprünglichen Bergdörfern, Dschungellandschaften und Badeorten am Südchinesischen Meer. Höhepunkte einer Reise sind Bootsfahrten in der Halong-Bucht und im Mekong-Delta. Hauptstadt des Landes ist mittlerweile Hanoi und insgesamt leben ungefähr 87 Millionen Leute auf einer Fläche von 331 689 km2. Bezahlt wird mit dem vietnamesischen Dong (VND 100‘000.- = CHF 4.40).

Die Busreise von Kambodscha’s Kampot führte zuerst zurück nach Phnom Penh und dann von dort weiter in die grösste Stadt Vietnams, nach Ho-Chi-Minh-City. Bis April 1975 war die Stadt die Hauptstadt der Republik Vietnam und unter ihrem alten Namen Sài-Gòn bekannt. Nach dem Vietnamkrieg kam es 1976 zur Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam und Saigon wurde nach dem verstorbenen Staatschefs Nordvietnams in Ho-Chi-Minh-City umbenannt. Die Reise war lange und dauerte 11 geschlagene Stunden inkl. Aufenthalt in Phnom Penh. Bereits bei der Einfahrt in die Stadt wurde uns bewusst, dass auf uns hier eine grössere Herausforderung wartet. Die Herausforderung hiess, wie überquere ich eine Strasse, ohne dabei überfahren zu werden? Vor 20 Jahren fuhr man hier noch Fahrrad, doch heute hat glaube ich jeder Erwachsene einen Roller. Vor einer roten Ampel warten Rollerfahrer, wir haben nie gezählt wie viele es waren, weil die Rotphase wäre bestimmt zur kurz gewesen um alle zu zählen. Ohne dies einmal selber gesehen zu haben, ist es schwierig, sich dieses Bild vor Augen zu führen :-). Vorneweg können wir nehmen, dass wir die Tage in der Stadt ohne Kollision überstanden haben. Viel unternommen haben wir in den 2 Tagen nicht, da wir die Stadt einfach auf uns wirken liessen. Man konnte sich gut in ein Kaffee setzen und dem Geschehen rund um einem zu sehen, ohne dass es langweilig wurde. Vielleicht waren wir auch einfach zu faul um wieder von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder von Museum zu Museum zu hetzen. Nach fast 11 Monaten reisen, eilt man halt nicht mehr allem hinter her, was gerade im Reiseführer steht. Etwas was uns hier extrem fasziniert sind die vielen Raubkopien. Die Vietnamesen sind Weltmeister wenn sie etwas kopieren können. Man kann hier glaube ich alles kaufen und es ist eine Fälschung. Alle Reiseführer von Lonely Planet gibt es als Kopie und von den Designerkleidern wollen wir schon gar nicht sprechen. Überall sieht man Gucci oder Armani angeschrieben, doch echt ist bestimmt nichts. Es ist eine rechte Herausforderung, wenn man hier etwas Originales kaufen möchte.

Ganz spontan entschieden wir uns dann für einen 2 Tagesausflug ins Mekong Delta. Wir wagten uns wieder einmal, eine geführte Tour zu buchen. Wir sind gar keine grossen Fans von diesen Touren aber da wir etwas knapp an Zeit sind, wagten wir wieder einmal zu diesem Schritt. Mit einem Bus fuhren wir zuerst von Ho-Chi-Minh-City nach Ben Tre. Die Gruppe war bunt gemischt und recht angenehm. In Ben Tre tauschten wir den 4-rädigen Untersatz gegen ein Boot. Auf dem gleichnamigen Fluss Ben Tre ging’s weiter und zu dem erhielten wir die Möglichkeit eine Backstein-Fabrik sowie eine Kokosnuss-Verarbeitungs-Produktion anzusehen. Die Bootsfahrt durch die vielen kleinen Kanäle war sehr schön aber es wäre noch schöner gewesen, wenn die Einheimischen den Fluss nicht als Müllhalde benützen würden. Was einem hier wieder alles entgegen geschwommen kam, war unglaublich. Der Müll wird zwar nicht nur im Gewässer, sondern einfach überall wo es gerade geht entsorgt. Ein grosses Umweltdenken herrscht hier leider noch nicht aber dies war auch schon in Thailand, Laos und Kambodscha so. Nach einem traditionellen vietnamesischen Mittagessen (das Fleisch, welches wir serviert erhielten, sah sehr speziell aus, obwohl die Angestellte erklärte, dass dies Huhn sei), wurden wir von einem kleinen Gewitter überrascht. Leider half der Regen nicht, die tropischen Temperaturen etwas herunter zu kühlen, sondern die Luft wurde nur noch stickiger. Mit dem Bus ging es weiter südlich in die Stadt Can Tho, die wir gegen Abend erreichten. Nach Bezug der Unterkunft, stand uns die restliche Zeit zur freien Verfügung. Diese nutzten wir um etwas Essen zu gehen ;-)!
Am nächsten Morgen besuchten wir wieder mit einem Boot den Floating Market von Cai Rang. Dies ist zugleich der grösste schwimmende Markt im Mekong Delta, wo hunderte Boote vollbepackt mit Früchten und Gemüse jeden Morgen ihre frische Ware verkaufen oder tauschen kommen. Damit jeder weiss, was welches Boot zu verkaufen hat, wird die jeweilige Ware an einem langen Stock am Boot angebunden. So sieht man schon von weitem, was es dort zu kaufen gibt. Es war herrlich die vielen frischen Ananas, Bananen, Melonen, Mangos usw. zu sehen. Danach hatten wir noch die Gelegenheit eine Früchtefarm zu besuchen und natürlich einige Früchte zu probieren. Von Can Tho aus hiess es dann wieder zurück nach Ho-Chi-Minh-City fahren, was ungefähr 5 Stunden dauerte. Auf der Rückfahrt überquerten wir mehrmals den Mekong und die längste Brücke über die wir fuhren, hatte eine Länge von 1,2 km. Der Ausflug in das Mekong Delta hat sich gelohnt, doch wäre es besser gewesen, wenn wir noch ein paar Tage mehr Zeit gehabt hätten. Unseren letzten Abend in Ho-Chi-Minh verbrachten wir in unserem Stammlokal. Dies war zwar nicht wirklich ein Lokal, sondern es werden am Abend an vielen Orten kleine Tische und Stühle aufgestellt, wo es Bier für VND 10‘000.00 (CHF 0.44) zu kaufen gibt. So liessen wir uns von der geschäftstüchtigen Dame an einen Tisch beim Bia Hoi , wie es die Einheimischen nennen, einweisen, da wir uns nicht einfach irgendwo hin setzten durften und tranken mit den Einheimischen und natürlich mit anderen Touristen ein oder auch zwei Biere. Zugleich liessen wir die vielen Eindrücke dieser Stadt mit all ihren Verkäufern nochmals auf uns wirken.

Unsere Weiterreise durch Vietnam erfolgt in den nächsten Wochen Richtung Norden, natürlich meistens wieder mit dem Transportmittel Bus. Erster Zwischenstopp nach der Grossstadt ein Küstenort namens Mui Né am südchinesischen Meer. Zunehmenden Bekanntheitsgrad erlangte der Ort in den letzten Jahren durch den Bade- und Kitesurf-Tourismus. Ehm ja, wir waren sehr überrascht als wir hier ankamen und die vielen 5-Sterne-Resorts sahen, die wie Pilze aus dem Boden schiessen. Eine weitere Überraschung bereiteten uns dann auch die vielen russischen Touristen oder besser gesagt, man fühlte sich hier fast wie in Russland, nur bei wärmeren Temperaturen. Eine einigermassen bezahlbare Unterkunft direkt am Meer fanden wir auch und so verbrachten wir hier 2 ruhige Tage unter anderem mit baden im warmen Meer. Die Landschaft rund um den Ort ist total anders als die Bisherige. Diese gleicht eher einer Wüstenlandschaft, da es viele rote und weisse Sanddünen gibt.

Natürlich wollen wir auch etwas vom zentralen Hochland sehen und so reisten wir weiter auf 1475 MüM in den ewigen Frühling nach Dà Lat.

Etwas kühlere Grüsse aus der Höhe senden wir euch und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Kambodschas traurige Vergangenheit

16 02 2012

7. Februar – 13. Februar 2012

Phnom Penh; wenn man hier hinreist, kommt man an etwas Geschichte Kambodschas nicht vorbei. Mehrmals am Tag hörten wir die Orte „Killing Fields“ und „Tuol-Sleng-(S-21)-Museum“, da jeder Tuk Tuk Fahrer uns dorthin bringen wollte. Doch wollten wir dorthin fahren, um uns mit der schrecklichen Vergangenheit des Landes zu befassen? Insgesamt verbrachten wir 2 volle Tage in der Hauptstadt und ja, was wir so alles unternommen haben, könnt ihr nach einem kurzen Abstecher in die Vergangenheit, selber lesen.

In den späten 1960er-Jahren wurde Kambodscha in die Vietnamkriese hineingezogen. Heimlich hatten die USA mit einem Flächenbombardement kommunistischer Basislager in Kambodscha begonnen, und kurz nach dem Staatsstreich von 1970 fielen amerikanische und südvietnamesische Truppen ins Land ein, um vietnamesische Kommunisten aufzustöbern. Sie scheiterten und trieben die kambodschanischen Kommunisten sowie ihre vietnamesischen Verbündeten nur tiefer ins Landesinnere Kambodschas. Bald versank das ganze Land in schrecklichen Kämpfen, die erst endeten als Phnom Penh am 17. April 1975 an die Roten Khmer fiel, zwei Wochen vor dem Fall Saigons. Der Einzug der Roten Khmer in die Stadt, wurde zuerst vom Volk bejubelt, da diese dachten, dass nun eine Wende zum Guten einkehren würde. Es war das Jahr Null; Geld als Zahlungsmittel wurde abgeschafft, Städte Verlassen und Kambodscha verwandelte sich in eine maoistische, von Bauern dominierte landwirtschaftliche Genossenschaft.

Die Roten Khmer unter der Führung Pol Pots, besetzen die Hauptstadt Phnom Penh und verlangten von den drei Millionen Einwohner binnen 48 Stunden die Stadt zu verlassen. Wer nicht geht wird ermordet, Konzentrationslager werden errichtet. Kambodschaner mit Grundbesitz oder Bildung werden. In nur einem Jahr löschte Kambodscha ermordet, oftmals reicht das Tragen einer Brille um als „gebildet“ zu gelten. Nicht kambodschanische Ethnien wie Vietnamesen, Chinesen, Laoten, Thai und christliche Kambodschaner, die zusammen 15 Prozent der Bevölkerung ausmachten, werden getötet. Religion ist verboten, von 60.000 Mönchen überleben nur 1.000, 95 Prozent der Tempel werden zerstört, sein reiches kulturelles Erbe beinahe vollständig aus, entzieht sich selber die wirtschaftliche Existent und tötete in einem Autogenozid seine Bevölkerung. Das ganze Land ist ein riesiges Konzentrationslager geworden. Landesweit überlebten die „Säuberungsaktionen“ nur 50 Ärzte und 5.000 von 20.000 Lehrern. Vor den Toren von Phnom Penh wurde das berüchtigte S-21 Gefängnis errichtet, eine Todesfabrik. Auf den sogenannten Killing Fields, die im ganzen Land verteilt waren, wurden 200.000 Menschen umgebracht. Hunderttausend weitere kamen durch schlechte Behandlung, Mangelernährung oder Krankheit ums Leben. Ende 1978 besetzte Vietnam das Land und stürzte die Roten Khmer, die Richtung Westen flohen. Zwischen 1975 und 1978 starben etwa 2,5 Millionen Kambodschaner an den direkten Folgen der Politik der Roten Khmer. In Kambodscha lebten 1975 8 Millionen Menschen. Pol Pot wurde 1997 als Verräter angeklagt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Im April 1998 jedoch stirbt Pol Pot!

Eine Geschichtliche Zeitreise die noch gar nicht so lange her ist aber wir doch so wenig darüber wussten. Die tragische Vergangenheit spürte man in der ganzen Stadt und im ganzen Land. Alte Leute sind eher eine Seltenheit und zwar im ganzen Land. Wenn wir doch welche zu Gesicht bekamen, konnte man ihnen das Leid und die Qualen die sie durchgemacht haben, immer noch ansehen. Kambodscha gilt ja auch als Land der Kinder, da 40% von der Bevölkerung unter 15 Jahren alt ist.

Die Tuk Tuk Fahrer der Stadt verdienten nicht das grosse Geld an uns, da wir ihren Service nicht gross in Anspruch nahmen. Wir besichtigten lediglich das Tuol-Sleng-(S-21)-Museum. Vor Einzug der Roten Khmer dienten die 4 Gebäude als Gymnasium. Doch 1975 verwandelte Pol Pots Sicherheitskräfte die Schule in ein Gefängnis, das grösste Konzentrationslager und Folterzentrum des Landes. Was uns da alles während des Rundganges durch den Kopf ging ist schwierig in Worte zu fassen. Es ist unvorstellbar was diese Menschen, die dort gefangen waren, für Qualen durchstehen mussten, die auf einigen Bildern dargestellt sind. Für uns beide stand nach diesem Besuch fest, dass wir die Killing-Fields nicht sehen wollen. Dafür besuchten wir wieder einmal einen Markt und zwar den Psar Tuol Tom Pong oder besser bekannt unter seinem Spitznamen Russenmarkt. Dort gibt es wieder alles erdenkliche oder auch unerdenkliche zu kaufen :-). Wir waren dann froh, als wir das Grossstadtleben wieder hinter uns lassen konnten und wir die Weiterreise in den Süden antraten.

Wie meistens ging’s mit dem Bus weiter nach Kampot. Die 40‘000 Seelen Stadt liegt am Fluss des Teuk Chhou. Für die nächsten 4 Tage fanden wir eine gemütliche Unterkunft, welche sich direkt am Fluss befand. In diesen Tagen wollten wir ein wenig ausspannen und uns von den vielen Eindrücken erholen. Olly’s Place eignete sich wunderbar dazu. Mit den Fahrrädern erkundeten wir den doch noch recht ursprünglichen Ort, welcher noch nicht total von uns Touristen überlaufen ist. An den Nachmittagen übten wir uns dann im Stand-Up-Paddel-Surfing. Um diese Sportart zu betreiben braucht man ein Windsurfbrett und ein Paddel. Wenn man das Gleichgewicht, natürlich stehend auf dem Brett, einmal gefunden hat, kann man sich durch paddeln fortbewegen. Dies ist noch ein gemütlicher Zeitvertreib, wie wir rasch bemerkten. Natürlich geht es einfacher mit dem Strom als gegen den Strom des Flusses zu paddeln ;-). Am Sonntag mieteten wir dann wieder einmal einen Roller um das benachbarte Kep zu erkunden. Es ist zwar recht gefährlich hier mit dem Roller unterwegs zu sein, da jeder irgendwie auf irgendeiner Seite angefahren kommt. Dieser kleinere Ort liegt am Meer und bietet die Möglichkeit an diversen Stränden zu baden. Etwas weiter weg befinden sich einige Pfefferplantagen. Die Region um Kampot / Kep ist sehr berühmt für ihren köstlichen Pfeffer. Wir besuchten eine Plantage und konnten die verschiedenen Pfeffersorten natürlich auch testen. An unserem letzten Tag machten wir dann einen Tagesausflug auf die Rabbit Island. Diese Insel erreichten wir durch eine 20-minütige Bootsfahrt von Kep aus. Auf der Insel befinden sich mehrere Bungalows zum Übernachten sowie Restaurants die frische Meeresfrüchte anbieten. Es war sehr erholsam, so einen ganzen Tag im Liegestuhl zu liegen und die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen. Ich entschuldige mich bei euch allen für diesen Satz, da ihr in den letzten Wochen nicht gerade von warmen Temperaturen verwöhnt wurdet :-)! Diese Tage in Kampot taten uns sehr gut und wir genossen die Zeit sehr um neue Energie für die fast letzte Etappe unserer Reise zu tanken.

So gehört unsere Zeit in Kambodscha bereits wieder der Vergangenheit an. Die 2 Wochen die wir in diesem Land verbracht haben, waren speziell für mich, die wohl schwierigsten Wochen auf der ganzen Reise. Kambodscha ist das ärmste Land, welches wir besucht haben und das ganze Elend ging mir sowie auch Bidu extrem nahe. Dazu wollen wir noch anmerken, dass auch Bolivien sehr arm war aber dort war es an vielen Plätzen nicht ganz so offensichtlich wie hier. Eine Achterbahn der Gefühle ist wohl der richtige Ausdruck für die Zeit die wir hier verbracht haben. Die Landschaft sowie die Natur ausserhalb der grossen Städte sind sehr schön und haben uns sehr gefallen. Die Menschen sind liebenswert und freundlich. Dies spürten wir vor allem an den Orten, wo der Tourismus noch nicht so weit fortgeschritten ist. Wir Touristen sind nicht immer gleich gut für ein Land, was sich hier sehr deutlich gezeigt hat. Wir werden dieses Land, in welchem wir halt für einmal nur eine kurze aber sehr intensive Zeit verbracht haben, in sehr guter Erinnerung behalten.

Die Reise führte nun ins letzte „neue“ Land, nämlich nach Vietnam. Erste Station hiess Ho-Chi-Minh-City (Saigon). Was wir in dieser absolut verrückten und verkehrsgestörten Stadt alles erlebt haben, werden wir euch im nächsten Bericht erzählen.

Liebe Grüsse aus Saigon und haste pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Kantha Bopha – Der tägliche Kampf um Leben und Tod

11 02 2012

Siem Reap, 4. Februar 2012

Wie ich bereits im letzten Bericht erwähnt hatte, besuchten wir (unsere englischen Reisekollegen Pip und Tom sowie die 2 deutschen Mädels Bianca und Sonja und natürlich Bidu und ich) das Kinderspital Kantha Bopha Jayavarmann VII, welches wohl vom bekanntesten und erfolgreichsten Bettler Kambodschas betrieben wird. Der Name Beat Richner war für uns kein Fremdwort und somit lag uns ein Besuch in einem seiner Krankenhäuser sehr am Herzen. Der Schweizer Kinderarzt Dr. Beat Richner der seit mehr als 30 Jahren darum besorgt ist, dass die vielen Kinder Kambodschas medizinisch versorgt und betreut werden. Die 5 Kinderkrankenhäuser Kantha Bopha stehen in Phnom Penh und Siem Reap. Täglich warten 400 kranke Kinder mit ihren Müttern und Vätern bereits frühmorgens vor den Toren der 5 Krankenhäuser. Die Eltern reisen hunderte von Kilometern aus dem ganzen Land an, um die Kinder oder die wertenden Mütter in einem der Spitäler behandeln zu lassen. Die Behandlungen und Medikamente sind für die Familien kostenlos, da sie schlichtweg das Geld gar nicht hätten, um diese Leistungen zu bezahlen.

In den Kantha Bopha Krankenhäuser werden 85 – 90% aller kranken Kinder des Landes behandelt. Das heisst im Jahr 2010 wurden 108‘000 schwer kranke Kinder hospitalisiert. 733‘000 Kinder wurden in den Polikliniken behandelt und 15‘265 chirurgische Operationen wurden durchgeführt. Dies sind nur ein paar Zahlen aus ganz vielen.

In den 5 Spitälern arbeiten mittlerweile 2‘400 Leute vom Reinigungspersonal bis zum Arzt, wovon alle bis auf 3 Leute Khmer sind. Der Mindestlohn der hier bezahlt wird, beträgt pro Monat USD 240. Mit den weit überdurchschnittlichen Löhnen geht das Krankenhaus gegen die lähmende Korruption im Land vor.

Beat Richner sagt immer, dass er nur das Beste von uns will. Das heisst in seinen Worten Blut oder Geld oder am besten beides. Somit ist nun klar, was wir an diesem heissen Nachmittag in Siem Reap für eine Mission hatten; wir spendeten Blut um den Kindern in diesem Land zu helfen. Mich kostete dieser Gang etwas mehr Überwindung als Bidu, da ich kein grosser Fan von stechenden Nadeln bin. Doch zugleich dachte ich an die vielen Kinder, die uns oftmals schon vom Strassenrand zugewunken haben und dies immer mit einem strahlenden Lachen im Gesicht. Leider konnten Pip und Bianca kein Blut spenden, da ihr Hämoglobin-Wert zu tief war. Für diese Tat kriegten wir noch Sprite, Cracker, T-Shirt sowie einen Blutspenderausweis auf Khmer.

All dieses Helfen von Beat Richner kostet Geld und zwar sehr viel Geld. Die Krankenhäuser benötigen jedes Jahr USD 35 Millionen wovon USD 4 Million von der schweizerischen Regierung sowie USD 3 Millionen von der kambodschanischen Regierung gespendet wird. Die restlichen Millionen „erbettelt“ sich der Arzt, mit der Postcheck-Konto-Nr. 8060699-1 wie er sich ironischer weise selber nennt, jedes Jahr von neuem. In Siem Reap veranstaltet er in der Hochsaison 2x pro Woche ein Konzert, wo er als Beatocello auftritt. Auf seinem Cello spielt er ein paar Stücke, spricht über die Differenzen mit der WHO sowie informiert über die Arbeit in seinen Krankenhäusern in einem der ärmsten und korruptesten Land der Welt. Nach diesem Abend hatte Richner wieder ein paar USD mehr „erbettelt“ und wenn du am Ende eines Monates auch noch CHF 20.00 übrig hast, kannst du ja vielleicht den zweiten Teil seiner Bitte erfüllen.

http://www.beat-richner.ch/Assets/richner_donation.html

Weiter Informationen zu den Kantha Bopha Krankenhäuser findet ihr unter: www.beat-richner.ch

https://photos.app.goo.gl/GcWAWF5cnJGRzsPbA



Angkor Wat – oder Tempel ohne Ende

8 02 2012

1.Februar – 6. Februar 2012

Nach fast 30 Jahren Krieg und Schreckensherrschaft sehnt sich Kambodscha nach einem Neuanfang und Normalität. Bei der Suche nach Identität besinnt sich das Land auf seine lang verschüttete Kultur. Symbol dafür: Die Tempelanlagen von Angkor Wat.
Kambodscha ein berauschendes und entzückendes Land mit einer glorreichen Vergangenheit, einer tragischen Gegenwart und einer noch ungewisseren Zukunft.
Die Hauptstadt von diesem Land, welches sich über eine Fläche von 181‘040 km2 erstreckt, ist Phnom Penh. Die 15 Millionen Einwohner des Landes sprechen die Amtssprache Khmer und bezahlt wird hier ausnahmsweise mit 2 Währungen dem US-Dollar und mit Riel (Riel 4‘500.- = CHF 1.-).

Am 1. Februar haben wir Laos verlassen um nach Kambodscha weiterzureisen. Wir sind per Boot und Bus zum Grenzübergang Voen Kham (Laos) / Dom Kralor (Kambodscha) gefahren. Dort hiess es in brütender Hitze 2 Stunden aufs Visum warten und dann nochmals eine Weile auf den Bus nach Kratie. Leider reichte ein Bus für all die wartenden Leute nicht aus, die alle nach Kratie, Phnom Penh oder Siem Reap reisen wollten. Eigentlich sah man das mit blossem Auge aber wie das hier halt so ist, wurde kein zweiter Bus organisiert, sondern um das Platzproblem zu beheben, lösten die Herren der Busgesellschaft dies wie folgt: Etwa 15 Leute hatten das Vergnügen im Gang des Busses auf einem „Plastikschämeli“ Platz zu nehmen. Ich sage nur, es ist von Vorteil, wenn man zu zweit reist und man sich aufteilen kann, dass jemand das Gepäck einlädt und die andere Person die Plätze reserviert. Die Busfahrt war lang und dauerte wieder einmal viel länger als uns gesagt wurde aber irgendeinmal gegen Abend erreichten wir die Stadt Kratie. In dieser Stadt legten wir einfach einen Zwischenstopp ein, da wir nicht die ganze Reise nach Siem Reap an einem Stück zurücklegen wollten. Wir bereuten die Entscheidung nicht und waren froh nach 10 Stunden unterwegs sein, einfach zu duschen und etwas zu essen. Am nächsten Morgen um 07.00 Uhr hiess es aber bereits wieder ab in den Bus und weiter nach Siem Reap. Die Busfahrt dauerte dann auch nochmals 11 Stunden. Kilometermässig sind die Strecken gar nicht so lang aber eben, die Strassen sind hier in einem anderen Zustand als bei uns zu Hause und so braucht man halt für alles ein wenig mehr Zeit.

Siem Reap ist die zweitgrösste Stadt des Landes und beheimatet das 8. Weltwunder, die Tempel von Angkor, welches das grösste religiöse Bauwerk der Welt ist, das jemals durch Menschenhände geschaffen wurde. Die Tempel von Angkor, der Hauptstadt von Kambodschas altem Khmer-Reich, wurden während dem 9. und dem 13. Jahrhundert erbaut. Hunderte von Tempeln, die bis heute erhalten blieben, bilden lediglich das Skelett des gewaltigen politischen, religiösen und sozialen Zentrums eines Reichs, das sich von Myanmar bis Vietnam erstreckte, und bereits 1 Mio. Einwohner zählte, als in der kleinen Stadt London erst 50‘000 Menschen lebten. Da wir 5 Tage in der Stadt verweilten, kauften wir uns einen 3-Tagespass um einige dieser Tempel zu besichtigen. Eines muss ich bereits vorneweg nehmen, ich halte mich kurz mit der Beschreibung aller Tempel sowie der Geschichte über Angkor Wat. Es gäbe einfach zu viel zu schreiben und wäre mit der Zeit dann auch nicht mehr so interessant zum Lesen :-).

Am Freitag schwangen wir uns auf die Fahrräder, welche wir von unserem Guesthouse zur Verfügung gestellt bekamen und machten uns auf den Weg um Angkor Wat zu sehen. Entlang der Strasse zu den Tempeln fuhren wir an etlichen teuren Hotels vorbei. 5-Stern Hotels in diesem Land zu sehen, wo 80% der Bevölkerung etwa USD 0.50 pro Tag verdienen, ist irgendwie absurd und unreal. Doch eben, was macht man nicht alles für den reichen Tourist. Ebenfalls an dieser Strasse befindet sich das Kinderspital Kantha Bopha / Jayavarmann VII des Schweizer Kinderarztes Dr. Beat Richner.
Die Idee Angkor Wat zu sehen, teilten wir mit ganz vielen anderen Schaulustigen, die über die Steinbrücke des Wassergrabens zum Haupteingang strömten. Bereits von weitem konnten wir die Türme der riesigen Tempelanlage sehen, die sich nun direkt vor unseren Augen befand. Viele spektakuläre Bauwerke bestaunten wir in den letzten Monaten und keines kann man wirklich miteinander vergleichen. Es ist unglaublich was der König Suryavarman II anfangs bis Mitte 12. Jahrhundert zu Ehren seiner Schutzgottheit Vishnu und als seinen Grabtempel errichten liess. Die Anlage ist so gross, dass man einige Tage hier verbringen könnte. Die Tempel sind aus Sandsteinen geschaffen worden, welche aus einer Entfernung von 50 km hierhin transportiert wurden. Wie der Transport stattgefunden hat, bleibt wohl für immer ein ungelüftetes Geheimnis. In die Steine wurden etliche Skulpturen und Verzierungen in allen Grössen und Formen geritzt.
Nach 2 Stunden machten wir uns dann auf zum nächsten Tempel Ta Prohm. Dieser zählt zu Angkors beliebtesten Attraktionen. Der Tempel diente als Filmkulisse für den Film Tomb Raider. Die Tempel liegen ja im Dschungel, doch die meisten Anlagen befreite man von Bäumen, Wurzeln und Sträuchern. Nicht so Ta Prohm dort liess man der Natur zum Teil noch freien Lauf. Zum Schluss dieses Tages stoppten wir noch beim Tempel Banteay Kdei welcher eine ähnliche Bauweise wie Ta Prohm hat. Völlig erschöpft von der Hitze sowie der Besichtigungen machten wir uns gegen Abend auf den Rückweg. Am Abend trafen wir uns noch mit Bianca und Sonja, 2 deutsche Mädels, die mit uns in Chiang Mai den gleichen Kochkurs absolviert hatten.

Am Samstagmorgen klingelte der Wecker für uns noch fast mitten in der Nacht. 04.30 Uhr zeigte das Handydisplay an. Der Grund für diese ausserordentliche Frühaufsteher-Aktion war; Sonnenaufgang bei Angkor Wat. Für den ganzen Tag hatten wir uns ein Tuk Tuk inkl. Fahrer gemietet. Jetzt hiess es zu Angkor brausen und hoffen, dass es keine Wolken am Himmel hat oder vielleicht nur ein paar wenige. Mit ein paar Hundert anderen Schaulustigen warteten wir eine Stunde bis es zu dämmern begann. Es wurde immer heller doch die Sonne blieb hinter der dichten Wolkendecke verborgen. Ja nu, auch wir haben nicht immer Glück bei solchen Aktionen. Nachdem war unser Fahrer Pin so nett und chauffierte uns zurück zum Guesthouse, damit wir frühstücken konnten :-). Gestärkt machten wir uns auf zur Hardcore-Tempelbesichtigungs-Tour. Wie bereits erwähnt verschone ich euch mit detaillierten Beschreibungen zu jedem einzelnen Tempel, sondern gebe nur einen kurzen Überblick welche wir alle besucht haben, sonst würde dieser Artikel nie fertig werden. Zuerst ging’s zu Angkor Thom. Hinter der ehemaligen Khmer Hauptstadt verstecken sich einige erstaunliche und bedeutende Monumente, darunter Bayon, Baphoun, die Terrasse der Elefanten und die Terrasse des Leprakönigs. Als nächstes waren dann die Tempel Preah Khan, Neak Pean, Ta Som und East Mebon an der Reihe. Um 14.00 Uhr gaben wir auf und wollten für heute keine Tempel mehr zu Gesicht bekommen und baten unseren Fahrer Pin höflich uns freundlicherweise zurück ins Guesthouse zu fahren. Um 16.00 Uhr hatten wir noch mit Pip, Tom (unsere englischen Reisepartner die wir seit Vang Vieng nicht mehr gesehen haben trotz der gleichen Reiseroute), Bianca und Sonja vor dem Kinderspital Kantha Bopha abgemacht. Warum wir uns gerade dort trafen, erzählen wir euch in einem separaten Bericht, welcher in den nächsten Tagen aufgeschaltet wird.

Am Sonntag wollten wir nichts von Tempeln wissen und schliefen erstmals aus, bevor wir mit dem Fahrrad in die Stadt fuhren. Die Stadt hatten wir bis jetzt nur bei Nacht zu Gesicht bekommen und da es ja noch ein paar Märkte zum abklappern gab, erledigten wir unsere Souvenireinkäufe auch gleich noch. In Kambodscha gibt es mittlerweile viele kleine Projekte die von Westlichen geführt werden, um vor allem den Kindern dieses Landes zu helfen. Seit Mitte Dezember 2011 gehört auch „Dragonfly – Ein Projekt für Kambodschas Jugend“ dazu. Der Dragonfly – Förderverein wurde durch die Initiatoren Paul und Sara Wallimann ins Leben gerufen. Das erste Projekt heisst Haven, zu welchem wir nun gefahren sind. Das Projekt ist ein Zufluchtsort für volljährige Waisen, die das Waisenhaus verlassen müssen und nirgendwo sonst unterkommen. HAVEN, was übersetzt Hafen, Zufluchtsstätte, Oase bedeutet, bietet den Waisen eine Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung sowie Arbeit und eine Ausbildung in der Gastronomie. Wir waren mittlerweile auch hungrig vom Shoppen und von dem vielen NEIN sagen zu den aktiven Verkäufern, die uns immer irgendetwas verkaufen wollten und so hiess das Motto dann: „Essen für einen guten Zweck“! Die Speisekarte ist sehr abwechslungsreich und beinhaltet auch einige westliche Gerichte. Wir entschieden uns dann für ein Cordon Bleu 🙂 welches einfach vorzüglich schmeckte. Die jungen Leute sind auch sehr bemüht ihre Kundschaft zufrieden zu stellen, indem sie die Gedecke korrekt aufdecken und die Gerichte schön angerichtet werden. Diese Projekt ist eine ganz gute Sache und wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet oder einmal in der Stadt seit, geht vorbei und geniesst ein tolles Essen für einen guten Zweck http://www.havencambodia.com und http://dragonflycambodia.org. Am Abend trafen wir uns nochmals mit Pip und Tom, da die zwei die Stadt bereits einen Tag vor uns wieder verlassen werden. Wahrscheinlich werden wir uns dann wieder irgendwo in Vietnam sehen oder hoffen es zumindest, da sie etwas weniger Zeit für dieses Land eingeplant haben als Bidu und ich.

Dann stand schon wieder der letzte Tag in Siem Reap vor der Tür. Wir entschieden uns nochmals mit dem Fahrrad zum Ta Prohm Tempel rauszufahren, um diesen nochmals etwas genauer anzuschauen. Dann war aber definitiv Schluss mit Tempelbesichtigungen und somit liessen wir den Tag in der Stadt ausklingen. Manchmal braucht man auch einfach etwas Zeit für sich alleine, damit die vielen Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen verarbeitet werden können.

Die Weiterreise führte uns am Dienstag weiter in die Hauptstadt nach Phnom Penh. Hier werden wir ein paar Tage verweilen und wagen uns etwas hinter die Geschichtsbücher dieses Landes.

Wir schicken euch etwas Wärme in die eisig kalte und verschneite Heimat und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Slow down and take it easy

31 01 2012

22. Januar – 31. Januar 2012

Route: Luang Prabang – Vang Vieng – Vientiane – Pakse – 4000 Islands

Von Luang Prabang aus führte die Weiterreise nach Vang Vieng. Die 6 stündige Fahrt legten wir (Bidu, Pip, Tom und Elä) für einmal nicht mit dem öffentlichen Bus zurück, sondern entschieden uns für einen Minivan. Wie wir bereits von vielen Reisenden zu hören bekamen, stand uns eine rasante Fahrt durch die laotische Bergwelt bevor. Sicherheitshalber warf ich wieder einmal eine Reisetablette ein, da ja mein Magen leicht anfällig ist auf solchen Fahrten. Mein Vorrat an Reisetabletten hat in den letzten 10 Monaten rapide abgenommen :-). Der Fahrer des Vans war wohl extrem im Stress, und legte die Strecke (185 km) in Rekordtempo zurück. Er raste wie ein Verrückter durch all die Bergdörfer, die entlang der kurvigen Strecke liegen. Einem Fahrgast ging es bereits nach 45 Minuten so schlecht, dass wir am Strassenrand stoppen mussten. Somit war ich wieder einmal mehr froh, über die Chemikalien die gegen solche Zwischenfälle helfen.

Vang Vieng ist wunderschön am Nam Song-Fluss gelegen, welcher umgeben von gezackten Kalksteinfelsen ist. Der Fluss dient nun auch dazu, dass man mit einem überdimensional grossen Schwimmring den Fluss hinunter treiben kann. Entlang der Strecke wurden mehrere Bars aufgestellt, die alle Arten von Alkohol ausschenken und ohrenbetäubend laute Musik spielen. Selbstverständlich findet ihr wie immer ein paar Impressionen dazu bei den Bildern. Klar ist ja auch, dass all die Touristen die einen Tag lang Tuben waren, am Abend recht betrunken in den Ort zurückkehrten. Dies führte zum Teil zu sehr amüsanten Szenen oder dann sagten wir zueinander auch wieder, wie tief das Niveau bei einigen Leuten sinken kann. Irgendwie geriet der Ort Vang Vieng selber, etwas in Vergessenheit und wie schön er eigentlich gelegen ist, da der Hauptgrund für einen Besuch ja das Tubing ist. Ob wir auch Tuben waren oder nicht, lassen wir hier mal wieder offen :-)!
Wir sahen uns per Fahrrad mit Pip und Tom die blaue Lagune an, die etwas ausserhalb des Ortes liegt. Mit dem Fahrrad legten wir die staubigen und zugleich holprigen 7 km dorthin zurück. Die Lagune war nicht wirklich gross aber lud zum Baden ein. Auch kann man hier unzählige Höhlen besichtigen, die zum Teil recht lang und eng sind. An einem Tag mieteten Bidu und ich noch einen Roller um noch etwas von den umliegenden Dörfern zu sehen. Für die Rollermiete bezahlten wir doch Fr. 3.60 für einen ganzen Tag. Diese Dörfer durch die wir fuhren, werden meistens von einer wohltätigen Organisation wie World Vision oder dem Roten Kreuz unterstütz. Die Leute haben fast nichts und ihre Häuser bestehen aus ein paar Bambuswänden und einem Dach aus Wellblech. Geschuftet wird von morgens bis abends und auch schon die kleinsten Kinder müssen mit anpacken helfen. Die Armut welche sich durch das ganze Land hindurch zieht, ist nicht zu übersehen. Wir kennen solche Bilder bereits aus Südamerika doch glauben wir, dass man gegen solche Bilder nie immun wird. Am Abend trafen wir uns dann wieder mit unseren 2 englischen Freunden Pip und Tom. Die wollten unbedingt das Schweizer-Kartenspiel Jassen lernen und Bidu war in der glücklichen Lage dies uns dreien beizubringen :-). Wirklich hochstehend waren die Runden, die wir spielten nicht aber ich sagte zu ihm, dass es von jetzt an nur noch besser werden kann.

Von hier aus reisten wir, nur noch Bidu und ich (da unsere englischen Freunde noch eine Weile das Tubing geniessen wollten), weiter in die Hauptstadt Vientiane die am Mekong liegt. Hier leben etwa 220‘000 Leute, doch wie in einer Grossstadt fühlten wir uns hier nicht. Wir fanden eine nette Unterkunft für 1 Nacht, da es in unseren Augen nicht viel zu sehen und machen gab. Wir liefen ein wenig in der Stadt rum und besuchten den Pha That Luang Tempel sowie am Abend noch den Nachtmarkt. Vor uns lag dann die 1. Nachtbusfahrt in Asien. Die Zeit bis zur Abfahrt vertrieben wir uns mit Tennis schauen. Da es bei der Rezeption des Guesthouses ein Fernseher hatte, war ich so frech und fragte das Personal, ob wir den Match Roger Federer gegen Rafael Nadal schauen können. Natürlich erhielt ich die Erlaubnis und so vergingen die paar Stunden bis zur Abfahrt sehr schnell :-)!

Die Nachtbusfahrt war dann mal wieder ein neues Erlebnis für uns. Die Busse sind nicht ganz so luxuriös wie wir uns dies von Südamerika her gewöhnt waren, doch fanden wir im engen Bett, welches für asiatische Verhältnisse gross und breit ist, Platz nebeneinander. Es schüttelte und rüttelte 11 Stunden lang, doch irgendeinmal fanden wir ein wenig Schlaf bevor wir Pakse morgens um 06.00 Uhr erreichten. Pakse liegt auch wieder am Mekong und ist ein guter Ausgangspunkt um zu diversen Wasserfällen und den Kaffee- und Teeplantagen, welche auf dem Bolaven-Plateau liegen, zu gelangen. Am Tag unserer Ankunft unternahmen wir nicht mehr viel, da wir doch zu wenig Schlaf gekriegt hatten. Somit verschoben wir den Ausflug zum Bolaven-Plateau auf den nächsten Tag. Wir liehen uns einen Roller aus, mit dem wir zum Schluss 200 km zurücklegten. Natürlich stoppten wir auf der Fahrt, welche an den Kaffee- und Teeplantagen vorbeiführte, bei den 2 Wasserfällen Tad Lo und Tad Fang. Die Dörfer die wir durchquerten sahen meistens sehr arm aus, wie wir das nun schon ein paar Mal zu sehen bekamen. Die Kinder die am Strassenrand oder in der Nähe der Häuser spielten winkten uns immer zu und riefen Sábaai-dii (Hallo), wenn wir mit dem Scooter vorbei fuhren.

Die letzte Station in Laos welche wir anstrebten, waren die 4000 Islands. Si Phan Don liegt ganz im Süden von Laos nahe bei der kambodschanischen Grenze und ist ein Archipel aus Sandbänken und felsigen kleinen Inselchen inmitten der aquamarinblauen Erweiterung des Mekong. Wir entschieden uns einige Tage auf der Insel Don Det zu verbringen und fanden ein wunderschönes und ganz einfaches Bungalow mit Blick auf den Mekong. Hier auf den Inseln gibt es erst seit 2009 Strom und die Unterkünfte sind meistens sehr bescheiden aber es hatte alles was wir brauchten. Selbstverständlich befanden sich ausserhalb des Bungalows 2 Hängematten, wo man so schön nichts tun konnte. Ganz untätig wollten wir während diesen 3 Tagen dann auch nicht sein und so liehen wir uns an einem Tag Fahrräder aus, damit wir die benachbarte Insel Don Khon erkundschaften konnten. Die beiden Inseln sind durch eine alte Eisenbahnbrücke verbunden, der einzigen Linie, welche die Franzosen je in Laos anlegten. Als erstes fuhren wir zu einem schönen Strand und von dort aus mieteten wir ein Boot mit Fahrer der uns zu den seltenen Irrawaddy-Delphinen bringen sollte. Von diesen seltenen Mekong-Flussdelphinen gibt es in Laos nur noch ca. 20 Tiere, welche auch durch den WWF geschützt werden. Die Gesamtpopulation beläuft sich auf ungefähr 75 Tiere. Wir waren uns nicht sicher, ob wir wirklich ein so seltenes Tier zu Gesicht bekommen, doch schon alleine die Bootsfahrt auf dem Mekong war ihren Preis mehr als nur wert. Es war wieder einmal wunderschön die Landschaft vom Wasser aus zu betrachten. Die Tour dauerte 2 Stunden und als wir zurückfahren wollten, sahen wir doch noch 2 Delphine aus dem Wasser auftauchen :-). So war dieser Ausflug auch mal wieder ein voller Erfolg gewesen. Bevor wir wieder auf unsere Insel zurück radelten, fuhren wir einmal rund um Don Khon rum. Ja und dann stand uns auch schon wieder unser letzter Tag hier auf dieser tollen Insel sowie auch der letzte in Laos bevor. Diesen verbrachten wir mit Blog updaten und liefen noch die ganze Insel ab. Dabei kamen wir noch bei der Primarschule von Don Det vorbei. Da wir eh noch ein paar Schulbücher und Schreibsachen bei uns hatten, brachten wir diese der Lehrerin für ihre Schüler. Dadurch ergab sich die Gelegenheit zu sehen, wie der Mathematikunterricht auf Laotisch funktioniert.

Nun sind bereits 10 Monate unserer Reise vorüber und auch ein weiteres Land bereist. Nun wollen wir in den nächsten knapp 6 Wochen noch durch Kambodscha und Vietnam reisen, bevor es dann zurück nach Thailand geht. Wir haben in den nächsten Wochen noch so einiges vor und langweilig wird es uns somit auch nicht werden. Das Wort Langeweile ist uns eigentlich recht fremd. Viele Male wurden wir aber schon danach gefragt und wir können euch immer noch versichern, nein wir wissen meistens etwas mit unserer Zeit anzufangen und zwischendurch ist es ja auch schön, einfach nur in der Hängematte zu liegen, auf den Mekong zu starren und zu denken, wie toll sich doch dieses Reiseleben anfühlt :-).

Für einmal möchten wir noch den Titel dieses Eintrages erläutern; um in Laos zu reisen sollte man Geduld und Zeit einplanen. Denn nur dann kann man geniessen was Laos vor allem anderen auszeichnet. Ruhe und Gelassenheit!
Genau das haben wir an Laos geschätzt, es war überhaupt nicht so hektisch wie Thailand und die Zeit die wir hier verbrachten empfanden wir als sehr angenehm und schön. Die einzige Problematik die man hier hat, ist die Sprachebarriere. Da viele Leute kein Englisch sprechen und wir kein Laotisch, war es nicht immer einfach mit den Leuten zu kommunizieren. Dies war manchmal etwas schade, da uns einige Sachen sehr interessiert hätten aber uns niemand dies auf Englisch erklären konnte. Vielleicht hätten wir einfach noch Laotisch lernen müssen, dann hätten wir bestimmt mehr von den Leuten und ihrer Kultur mitbekommen :-). Ganz bestimmt lohnt es sich Laos zu bereisen und es war eine sehr tolle Zeit mit vielen wunderbaren Leuten, die wir hier getroffen haben. Als ganz klares Highlight von Laos gilt für uns die Gibbon Experience wo wir ja 3 einzigarte Tage im Dschungel dieses Landes verbringen konnten!

Somit wünschen wir euch eine gute restliche Woche und senden euch liebe Grüsse aus dem extrem heissen Don Det und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Fliegend durch den Dschungel, Bootsfahrt auf dem Mekong und Schlemmen in Luang Prabang

22 01 2012

13. Januar – 21. Januar 2012

Laos ist das entspannteste Land, das man in Südostasien bereisen kann. Im Norden ist das schroffe Terrain von smaragdfarbenen Bergen und atemberaubenden Kalksteinformationen durchsetzt und kreuz und quer von Flüssen durchzogen, was die Reise unglaublich verlangsamt. Flach wie ein Pfannkuchen und mit Palmen gesprenkelt, präsentiert sich dagegen der träge Süden, quasi der Gemüsegarten von Laos, den der mächtige Mekong vom wirtschaftlichen Machtzentrum Thailand trennt.
Nach 30 Jahren kommunistischer Apathie beeilt sich Laos heute, mit den Nachbarn möglichst mitzuhalten. Während die wirtschaftlichen Reformen eine neue urbane Elite hervorbracht haben, verläuft das Leben in den Dörfern praktisch unverändert seit der Ankunft der Franzosen vor über 100 Jahren. Laos ist der einzige Binnenstaat in Südostasien und grenzt an China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar. Hier leben knapp 7 Millionen Menschen auf einer Fläche von 236‘800 km2. Die Hauptstadt und zugleich die grösste Stadt ist Vientiane.

Von Chiang Rai aus fuhren wir am 13. Januar mit dem öffentlichen Bus nach Chiang Khong. Dieser Ort ist zugleich ein Grenzort der Thailand von Laos trennt. Im gleichen Bus wie wir reisten auch Pip und Tom aus England mit dem gleichen Tagesziel Huay Xai in Laos. In Chiang Khong angekommen, fuhren wir mit einem Tuk Tuk zur Ausreisestelle auf der thailändischen Seite und erledigten dort alle Formalitäten, bevor wir dann mit einem Boot den Mekong überquerten um nach Laos zu gelangen. Die Fahrt nach Huay Xai dauerte nur ein paar Minuten und hier benötigten wir zum ersten Mal ein Visum, damit wir 30 Tage in Laos bleiben dürfen. Nachdem auch diese Formalitäten erledigt waren, machten wir uns zu viert auf, um eine Unterkunft zu suchen. Im kleinen Städtchen Huay Xai bleibt man meistens nur eine Nacht ausser man nimmt an der Gibbon Experience teil, was wir ja alle vier vorhatten. Wir hatten uns für die 3 Tage / 2 Nächte Tour und Pip und Tom für die 2 Tage / 1 Nacht  Tour bereits einige Wochen im voraus angemeldet, da die Plätze beschränkt und sehr beliebt sind.

Die Gibbon Experience http://www.gibbonexperience.org/ ist ein ökofreundliches Abenteuer im 106‘000 Hektar grossen Bokeo Natural Reserve Gebiet, das Tiger, Leoparden, Bären und den äusserst seltenen Gibbon beheimatet. Vor ca. 7 Jahren stand diese Affenart kurz vor dem Aussterben, da sie von den Einheimischen gejagt wurden. Eine Gruppe Tierschützer hat dem ein Ende gesetzt, indem sie die Gibbon Experience schufen. Die Jäger wurden als Guides für die Ziplines ausgebildet. Natürlich musste dafür gesorgt werden, dass die Guides nun mehr verdienen als zu ihren Jägerzeiten. Als Teilnehmer dieses Abenteuers wird man in einen weit abgelegenen Teil des Dschungels gebracht, wo man über ein grosses Netzwerk von bis zu 500 Meter langen Drahtseilen verfügen kann. Man fliegt mit rasanter Geschwindigkeit von Hügel zu Hügel oder zu einem der 9 Baumhäuser die in diesem Reservat gebaut wurden. Es ist aber nicht so, dass man einfach nur gemütlich herumfliegen kann, sondern ein Grossteil der Expedition ist mit Trekking verbunden. Bereits bei der Abfahrt in Huay Xai regnete es seit 3 Monaten zum ersten Mal wieder. Mit mehreren Pickups hätten wir eigentlich in die 400-Seelen-Siedlung Bokeo National Reserve gebracht werden sollen, doch dies war wegen des Regens nicht möglich. So hiess es anstatt 1 Stunde zu Fuss unterwegs sein, 5 Stunden laufen, bis zu dem Ort wo wir dann unsere Ausrüstung erhielten. Bidu und ich waren sehr froh darüber, dass wir unsere Wanderschuhe angezogen hatten, da es natürlich nicht auf einer geteerten Strasse, sondern auf einem schlammigen Weg weiterging. Wie ihr euch denken könnt, hielt sich die Begeisterung bei allen Teilnehmern in Grenzen, da das Terrain zudem auch noch sehr rutschig war, was zu etlichen Stürzen führte. Einen Vorteil hatte es aber, man kam sofort mit den meisten Teilnehmern ins Gespräch und so lernten wir auch Jill und Nicolas kennen, die zusammen in London leben. Als wir dann endlich den Ausgangspunkt erreichten und unsere Ausrüstung erhielten, wurden wir auf 3 Baumhäuser aufgeteilt. Wir haben uns mit Jill und Nicolas aus London, Camilla, Johannes, Kjetil und Gry aus Norwegen sowie Chris aus Irland zusammengetan und erhielten Baumhaus Nummer 7 zugeteilt. Es folgten, trotz Regen am ersten Tag, 3 unvergessliche Tage mit wahnsinnig tollen Leuten. Am Anfang war ich etwas skeptisch, ob mir das Ziplinen gefallen wird oder doch eher nicht und ich muss sagen, es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl wenn man in einer Höhe von bis zu 150 Metern an einem Drahtseil durch den Dschungel fliegen kann. Zugegeben; vor dem ersten Flug hatte glaube ich jeder etwas Bammel :-). Um zu den Baumhäusern zu gelangen, hatte es jeweils 2 Drahtseile gespannt, damit man am einten hereinfliegen kann und dann am anderen wieder heraus. Unser Baumhaus bestand aus 3 Stockwerken. Unten beim Eingang hatte es ein Freiluft-Badezimmer, mit der wohl schönsten Aussicht die man sich nur vorstellen kann. Auf der 2. Etage befindet sich eine kleine Küche, ein Esszimmer welches sich am Abend in ein Schlafzimmer für 8 Leute verwandelte. Der 3. Stock bietet einen weiteren Schlafplatz für 2 Personen. Die sogenannte Honeymoon Suite wurden Kjetil und Gry zugeteilt. Natürlich waren wir nach dem langen Tag alle hungrig, doch blieb unser Essen vorne im Dorf stecken, wegen des schlechten Wetters. So bestanden die ersten Mahlzeiten inkl.  des ersten Frühstücks aus Reis und Kohl. Die Abende in unserem Baumhaus waren sehr gemütlich und Chris der nur noch „The Crazy Irish“ genannt wurde, sorgte unter anderem mit seinen Witzen und Sprüchen für sehr gute Stimmung. Man erfuhr viel über seine Mitbewohner und es entstanden sehr interessante Gespräche. Die Nächte waren kühl und immer wieder hörte man die kratzenden Ratten und Fledermäuse. Zum Glück verzog sich der Regen und die 2 anderen Tage hatten wir wunderschönes Wetter. So hörten wir jeweils in der Morgendämmerung die singenden Gibbons. Es ist schwierig ihren Gesang zu definieren, da es irgendwie einem Ambulanzalarm ähnelt :-). Wir hörten diese Tiere nicht nur singen, sondern hatten das grosse Glück diese seltene Affenart in der Nähe unseres Baumhauses zu beobachten. Es waren 4 Gibbons die in den Bäumen für recht lange Zeit herumturnten und uns alle unterhielten. Während dem 2. Tag hatten wir dann die Möglichkeit von morgens bis abends die Ziplines zu gebrauchen um zugleich die verschiedenen Baumhäuser zu besichtigen. Meistens benötigten wir über 1 Stunde um vom einten Baumhaus zum nächsten zu gelangen. Dies war natürlich mit viel Laufen verbunden, das uns alle ins Schwitzen brachte. Glücklicherweise traf am letzten Abend dann unser Essen doch noch im Baumhaus ein und wir waren alle froh als es für einmal keinen Kohl, sondern anderes Gemüse zum Reis gab sowie Fleisch. Diese 3 Tage vergingen viel zu schnell und es ist schwierig dieses Abenteuer zu beschreiben, am besten ist es, dies einmal selber zu erleben. Wir können euch die Videos leider erst zu Hause zeigen. Die Gibbon Experience gehört sicherlich zu einem weiteren Highlight unserer Reise und dazu haben sicherlich auch die super Leute in unserer Gruppe beigetragen. Den Rückweg nach Huay Xai konnten wir zum Glück mit dem Jeep zurücklegen und mussten den langen Weg nicht wie am 1. Tag zurück laufen. In Huay Xai angekommen, mussten wir nach dieser Reis/Kohl-Diät wieder einmal etwas anderes Essen und waren froh, dass das Nachtessen für einmal nicht aus Reis bestand :-).

Nach dieser Abenteuer hatten wir vor weiter nach Luang Prabang zu reisen. Dies hatten auch Jill und Nicolas sowie Pip und Tom vor. Diese Strecke wollten wir nicht mit dem Bus, sondern auf dem Mekong während 2 Tagen mit einem Slowboat zurück legen. So bestellten wir am Vorabend unseren Reiseproviant bei einer sehr ehrgeizigen und geschäftstüchtigen Verkäuferin. Sie konnte nicht so gut Englisch und deshalb hatte sie für jeden erdenklichen Satz in Englisch ein Schild erstellt. Dies war recht amüsant und wir sind uns sicher, dass sie jeden Tag ein sehr gutes Geschäft mit ihren Sandwiches macht. Eingedeckt mit einigen Sandwiches und sonst allem erdenklichem zum Essen machten wir uns auf die 2-tägige Bootsfahrt nach Luang Prabang. Es waren jeweils 7 Stunden die wir jeden Tag im Boot sassen und die wunderschöne Landschaft entlang des Mekongs geniessen konnten. Langweilig wurde es uns und allen anderen Passagieren nicht, da eine Gruppe Australier und Kanadier für die nötige Unterhaltung sorgten. Wir sagen nur so viel dazu, man hätte meinen können wir hätten ein Boot auf Ibiza gechartert und ab und zu ging es so wild zu und her, dass wir lieber die Landschaft rund um uns genossen :-)! Im Ort Pak Beng verbrachten wir dann die Nacht, bevor wir am nächsten Morgen die 2. Etappe in die Unesco Welterbestadt Luang Prabang in Angriff nahmen. Wir waren glaube ich alle froh, als wir diese Stadt bei Sonnenuntergang erreichten. Wir sind uns aber einig, dass diese Bootsfahrt eine tolle Abwechslung zum Reisen mit dem Bus ist.

Erschöpft nach der langen Bootsfahrt quartierten wir uns im wunderschönen Guesthouse Merry Lao III ein, welches am Fusse des Berges Phou Si liegt. Luang Prabang ist wunderschön und der Einfluss der Franzosen ist noch immer an vielen Orten zu spüren. Überall gibt es fantastisches Essen in den vielen Bistros, Cafés und Restaurants. Zudem stehen noch viele verlassene französische Villen in den alten Strassen. Da wir alle ein paar Tage hier bleiben wollten, unternahmen wir am ersten Tag nicht allzu viel und genossen einfach das süsse Nichtstun :-). Doch bereits am nächsten Tag wollten wir zu den 32 km südlich von Luang Prabang gelegenen Tat Kuang Si Wasserfällen. Wir mieteten uns zu sechst ein Tuk Tuk inklusive Fahrer und genossen die etwa einstündige Fahrt durch Dörfer und entlang von Reisfeldern. Die Wasserfälle, die über Kalksteinformationen in mehrere türkisfarbene Becken stürzen, luden trotz des kalten Wassers zum Baden ein. Bei einem Pool hatte es eine Tarzan-Schaukel die natürlich von allen in Anspruch genommen wurde. Zum Zmittag gab es für einmal nicht Reis und Hühnchen, sondern herrliches Brot mit Nutella :-)! Auch den Abend verbrachten wir dann gemeinsam, zuerst auf dem Nachmarkt wo wir ein herrliches Buffet-Abendessen für umgerechnet Fr. 1.20 pro Teller genossen. Wie auf jedem Markt gab es natürlich auch hier wieder so einiges zu kaufen und dieses Mal schlugen wir zu, da die Sachen einfach wunderschön sind!
Am Samstagmorgen klingelte bei Bidu und mir in aller Herrgottsfrühe der Wecker, da wir den um 06.00 Uhr beginnenden Almosengang der Mönche sehen wollten. Die Mönche liefen in ihren orangen Gewändern in einer Reihe der Strasse entlang und nahmen die Spenden, die meistens aus Reis und Früchten bestanden, entgegen. Ein Teil der Essensspenden gaben die Mönche wieder weiter, an die bedürftigen Menschen von Luang Prabang. Zurück im Guesthouse frühstückten wir und trafen uns anschliessend ein letztes Mal mit Gil und Nicolas, da die Zwei weiter nach Hanoi reisen. Es ist schade, dass sich unsere Wege nach dieser tollen Woche trennen aber wir werden uns bestimmt nach unserer Rückkehr, in der Schweiz oder in London wiedersehen. Den Nachmittag verbrachten wir zu zweit und zwar mit Besichtigen einiger Tempel und dem königlichen Palast.

Ich weiss auch dieser Bericht ist wieder etwas lang ausgefallen aber wie ihr ja lesen könnt, erleben wir so viel, dass man dies nur schwer in 1 bis 2 Sätzen zusammenfassen kann :-). Die Reise führt nun mit Pip und Tom weiter in den südlichen Teil von Laos.

Wir wünschen euch wie immer eine gute Zeit und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Nach Thailand ins Jahr 2555

12 01 2012

4. Januar – 12. Januar 2012

Thailand ist das Land wie aus Tausendundeiner Nacht. Die Thailänder nennen ihre Heimat „Das Land der Freien“ – dank ihrer klugen und weitsichtigen Herrscher waren sie nie kolonialisiert, nie unter fremder Herrschaft in den vergangen 800 Jahren. Und so waren die 69 Millionen Thai schon immer ein sehr stolzes Volk – ein Volk aus Königen und Fischern, Bergstämmen, Reisbauern und Mönchen.

Thailand ist auch heutzutage ein Land der Kontraste, das die Fremden selbst im neuen Jahrtausend auf Schritt und Tritt in Erstaunen versetzt: Die siamesischen Könige hinterliessen ihre prachtvollen Paläste, heute teils majestätisch anmutende Ruinen unter dem Schutz der UNESCO, teils märchenhafte Schlösser mit glitzernden Fassaden aus Gold und Elfenbein. Die farbenprächtigen Mosaike der landesweit rund 31 000 Tempel blinken allerorten im Sonnenlicht und spiegeln sich in den nassen Reisfeldern.

Doch hier und selbst in den windschiefen Stelzenhäuschen in den abgelegenen Bergdörfern im Norden flimmert nachts ein bläulicher Schein durch die eine oder andere Hütte: Das Fernsehgerät ist nur ein Vorbote der modernen Zeiten, die auch vor diesem Reich Buddhas nicht Halt machen. Und so sollte sich auch niemand wundern, wenn gerade ein buddhistischer Mönch mit seinem Laptop auf Facebook surft.

Ein Land im Wandel. Doch gerade dieser unaufhaltsame Wandel macht einen Teil der Faszination aus, die jeden Besucher ergreift – wenn er empfänglich ist für Mystik und tiefe Religiosität, für anmutige Menschen und ihre Sitten und Gebräuchen, für eine exzellente Kochkunst, für jahrtausendalte Handwerkstraditionen. Thailand ist ausserdem ein Einkaufsparadies wie kaum ein anderes Land in Südostasien. Auch landschaftlich ist Thailand ein Paradies. Es ist gesegnet mit Stränden, die aus einem Bilderbuch zu stammen scheinen: Kilometerlang erstreckt sich der weisse Sand, über den sich Kokospalmen beugen, bunte Fischerboote schwanken im azurblauen Wasser. Sonnenschein tagaus, tagein und eine üppige Natur, eine exotische Kultur und luxuriöse Hotels sowie die hervorragenden Currys – all dies zieht jährlich eine Vielzahl von Touristen aus aller Welt nach Thailand – 2007 waren es rund 14,5 Millionen. Wer hier nur am Pool liegen bleibt, wird das 514 000 Quadratkilometer grosse Land und die eher zurückhaltenden Thai nicht kennen und lieben lernen.

Die ersten Tage hier in Thailand gehören bereits wieder der Vergangenheit an. Gut haben wir den Flug in die Hauptstadt Thailands überstanden. Doch verweilten wir in der 7 Millionen Stadt Bangkok nicht sehr lange, da wir am Schluss unserer Reise noch etwas Zeit hier verbringen werden. Am 5. Januar 2012 oder nach buddhistischem Kalender in Thailand am 5. Januar 2555, fuhren wir mit dem Zug 12 Stunden lang nach Chiang Mai in den Norden des Landes. Am Anfang benötigte der Zug fast eine Stunde, bis wir die Millionenmetropole hinter uns gelassen hatten. Die Reise führte vorbei an Slums, Reisfeldern, kleinen Dörfern und durch den Dschungel. Es hatte sich gelohnt, dass wir uns für den Tageszug anstelle eines Nachtzuges entschieden haben. Im Ticketpreis war sogar noch ein Mittagessen inbegriffen, vielleicht könnte man dies in Zukunft bei der Schweizer Bundesbahn auf längeren Reisen auch einführen ;-).

Chiang Mai gilt mit ihren 1,6 Millionen Einwohnern als 2. grösste Stadt Thailands. Momentan ist hier Winter und so sind die Temperaturen einigermassen erträglich für uns. Da bereits viele Unterkünfte ausgebucht waren, quartierten wir uns im TK Guesthouse ein, wo wir ein Doppelzimmer für 300 Baht = Fr. 9.00 bekamen. Das Zimmer war zweckmässig und für diesen Preis kann man ja auch nicht weiss nicht was erwarten. Am nächsten Tag erkundeten wir ein wenig die Stadt. Irgendwie hatten wir gar nicht grosse Lust etwas zu machen und so liessen wir diesen Tag einfach gemächlich hinter uns. In Chiang Mai könnte man den Tag auch einfach mit Essen und Massagen-Besuchen verbringen. Das Angebot ist riesig und zu allem hinzu noch sehr preiswert. So konnte ich (Elä) natürlich nicht wiederstehen und entschied mich erstmals, meinen geschädigten Füssen etwas Gutes zu tun. Mal sehen, ob ich Bidu auch noch davon überzeugen kann, wie gut so eine Massage tut. Am Abend schlenderten wir noch über den Night Market. Zu kaufen hätte es wieder vieles gegeben aber eben, eingekauft wird dann erst am Schluss der Reise.

Für den nächsten Tag stand dann etwas Spezielles auf dem Programm. Wir verbrachten einen Tag im 60 km von Chiang Mai entfernten Elephant Nature Park http://www.elephantnaturepark.org. Dies ist kein typischer Elefantenpark, in welchem man auf den Elefanten reiten kann und wo man sogenannte Elefanten-Shows sehen kann, sondern eine Art Pflegeheim für misshandelten Elefanten. Viele asiatische Elefanten wurden in Thailand zur Waldrodung missbraucht. Diese wurde Ende der 80er Jahre jedoch verboten, doch konnten die Elefanten nicht mehr alleine in der Wildnis leben, da sie jahrelang zum Arbeiten missbraucht wurden. Hinzu kommt dass ein grosser Teil ihres Lebensraums durch die Abholzung des Dschungels zerstört wurde. Einige dieser Elefanten befinden sich nun hier in diesem Park oder in anderen Elefantenparks. Leider hatten nicht alle dieser Elefanten gleich viel Glück und somit wurde ein Grossteil von ihnen nach Burma verkauft, wo die Waldrodung immer noch legal und in vollem Gange ist. Im Elephant Nature Park leben momentan 36 Dickhäuter, die sich auf einem riesigen Gelände frei bewegen können. Mit dem Eintrittsgeld können die Besucher die grauen Riesen füttern und waschen. Zugleich wird mit dem Geld auch die medizinische Versorgung der Elefanten gewährleistet. Somit hatten wir alle Hände voll zu tun, vor allem mit füttern. Täglich frisst ein Elefant 10% seines Körpergewichtes, das heisst 280 kg und das während ganzen 18 Stunden. Nach dem vielen Fressen, stand dann mal eine Abkühlung im Fluss auf dem Programm. Wir durften ihnen dabei behilflich sein und sie mit dem kalten Wasser bespritzen und waschen. Nachdem sie dann wieder sauber waren, wussten sie nichts Besseres, als sich im nächsten Schlammbecken wieder wälzen zu gehen. Man sah richtig wie die Riesen es genossen, sich von neuem mit Schlamm zu bedecken. Natürlich machen sie dies nicht grundlos, sondern der Schlamm schützt sie vor der Hitze und der Sonne und dient ihnen als „Sonnencreme“. Wir bekamen auch noch einen Film gezeigt, in welchem wir das grauenhafte Leiden der Elefanten zu sehen bekamen, wie zum Bsp. bei der Arbeit im Dschungel und beim Betteln in einigen Städten Thailands. Es waren herzzerreisende Szenen und für uns nicht nachvollziehbar, warum wir Menschen einem Tier so viel Leid zufügen können. Etwas was uns extrem zu denken gab, sind die vielen Touristen die sich daran erfreuen, wenn sie in Bangkok oder Phuket ein Elefantenbaby zu sehen bekommen, welches mit ihrem Besitzer durch die hektischen Strassen laufen muss und zum Betteln missbraucht wird. Solche Aktivitäten sind in einigen Städten Thailands leider immer noch legal. Es war ein sehr schöner Tag der bei uns bleibende Eindrücke hinterlassen hat. Wir können diesen Park nur weiterempfehlen, da dies etwas Einmaliges und sehr Sinnvolles ist.

Am Sonntag stand dann etwas ganz anders an. Wir schwangen für einmal wieder den Kochlöffel. Wir hatten uns für einen Thai-Kochkurs auf einer Organic Farm ausserhalb der Stadt angemeldet http://sammyorganiccooking.com/. Sammy, der Besitzer der Kochschule, holte uns beim Guesthouse ab sowie alle weiteren Teilnehmer. Unsere Gruppe bestand aus 10 Leuten, welche aus Deutschland, Schweden, Holland, Wales und den USA kamen. Zuerst fuhren wir auf den Markt, um ein paar Zutaten zu kaufen, die bei Sammy nicht auf der Farm wachsen. Natürlich erfuhren wir auch noch etwas mehr über die vielen verschiedenen Reissorten, die es hier gibt. Wir konnten unser 5 Gänge Menu selber zusammenstellen. Bidu und ich schauten natürlich, dass wir nicht dasselbe kochten. Dies war nicht allzu schwierig, da es fast nur leckere Sachen zur Auswahl hatte. Natürlich wurde uns auch noch etwas über all die herrlichen Kräuter erzählt, die hier wachsen und zum Kochen verwendet werden. Dann endlich durften wir ans Werk. Als erstes machten wir uns hinter die Currypaste, die wir dann weiter für das Currygericht verwendeten. Es wurde geschnippelt, gebraten und immer wieder das Gekochte probiert, was ganz wichtig war. Als das Curry fertig gekocht war, stellten wir dies auf die Seite und kochten noch eine Suppe sowie ein Stir Fried Gericht. Dann durften wir die ersten 3 Gänge zu Mittag essen und wir möchten nicht prahlen aber es schmeckte vorzüglich :-)! Als wir unsere Bäuche vollgeschlagen hatten, durften wir eine einstündige Siesta machen. Sammy stelle allen eine Hängematte zur Verfügung oder man konnte in seinem wunderschönen Garten relaxen. Die Pause tat gut und wir waren alle neugierig auf die letzten 2 Gänge, welche bei uns aus Papaya-Salat und Frühlingsrollen sowie Bananen in Kokosnuss-Milch und Mango mit Sticky Rice, bestanden. Auch dies schmeckte total lecker und wenn man alle Zutaten beisammen hat (was in der Schweiz dann doch etwas schwieriger sein wird), ist es gar nicht so schwierig thailändisch zu kochen. Somit wisst ihr ja nun was es zu essen gibt, wenn ihr nach unserer Rückkehr einmal bei uns eingeladen seid. Total vollgegessen und völlig begeistert von diesem Tag, machten wir uns gegen Abend auf den Rückweg in die Stadt. Unsere Gruppe verabredete sich für den späteren Abend nochmals in der Altstadt, um gemeinsam noch etwas trinken zu gehen.

Die nächsten 2 Tage standen dann ganz im Zeichen der Tempelbesichtigungen. Um zu einem der heiligsten Tempel Nord-Thailands zu gelangen, mieteten wir einen Roller. Der Wat Phra That Doi Suthep liegt auf einem Hügel mit wunderschöner Aussicht auf Chiang Mai. Der Tempel ist wunderschön und somit kommen sehr viele Besucher jeden Tag hierhin. Wir fuhren dann noch etwas in den Bergen herum, da wir die frische Luft ohne all die Abgase sehr genossen. In Chiang Mai selber stehen über 300 Tempel, welche zum Teil gut zu Fuss zu erreichen sind. Die Tempelarchitektur vor Ort unterscheidet sich stark von anderen Teilen Thailands. Chiang Mais Heiligtümer werden vor allem von filigranen Holzschnitzereien und bunten Wandmalereien verziert, die typisch für die Lanna-Periode (13./14. Jahrhundert) sind. Wir besuchten von den 300 Tempeln gerade mal 3 und dies reichte dann vorerst einmal. Beim Tempel Wat Chedi Luang hatten wir noch die Möglichkeit mit einem Mönch zu sprechen. Dieses Gespräch war sehr interessant und auf alle Fragen erhielten wir eine Antwort. Dann war es an der Zeit Chiang Mai zu verlassen und weiter nördlich zu reisen.

Mit dem Bus ging’s während einer 3 stündigen und recht rasanten Fahrt nach Chiang Rai. Die Stadt selbst hat kaum touristische Sehenswürdigkeiten zu bieten, mal abgesehen von ihrer Lage als „Tor zum Goldenen Dreieck“. Man könnte von hier aus auch noch zu Bergvölkern wandern, doch so etwas Ähnliches machten wir ja bereits in Bolivien und so besichtigten wir einfach den weissen Tempel Wat Rong Khun. Dieser Tempel, welcher seit 1997 vom thailändisches Architekten Chalermachai Kositpipat kostenlos gebaut wird, ist bis heute noch nicht fertig gestellt. Dieses Werk ist recht imposant und so wie es aussieht, könnten die Arbeiten daran auch noch etwas länger dauern. Hier in Chiang Rai besuchten wir dann auch wieder einmal ein riesiges Shoppingcenter und was wir im Supermarkt alles fanden, konnten wir fast nicht glauben. Was wir alles in unseren Einkaufskorb gepackt haben, könnt ihr natürlich auf einem Foto begutachten. Nur so viel dazu, wir haben alle Sachen wieder schön brav in die Regale zurück gestellt mit Ausnahme einer Tafel Schokolade :-). Danach liess ich (Elä) mir wieder einmal die Haare schneiden, was ein ganz tolles Erlebnis war. Ein Team von insgesamt 3 Leuten sorgte sich um mich und als ich gefragt wurde was für einen Haarschnitt sie mir verpassen sollen, fragte ich einfach, ob sie mir ein paar Vorschläge machen könnten. Eine Antwort erhielt ich nicht, sondern es wurde mir ein iPad in die Hände gedrückt, mit der Bitte, ich soll mir doch die passende Frisur aus dem Internet aussuchen :-). Mal sehen, ob meine Coiffeuse in der Schweiz nun auch mit einem iPad arbeitet. Mit dem Resultat für umgerechnet Fr. 10.00 bin ich sehr zufrieden und ich muss dazu noch sagen, dass ich für thailändische Verhältnisse bei einem sehr teuren Coiffeur war.

Nun verlassen wir Thailand vorerst einmal und reisen nach Laos weiter. Das Örtchen Huay Xai, in der Nähe des Grenzübergangs, wird der Ausgangspunkt für die 3 tägige Gibbon Experience sein, bei welcher wir noch 2 Plätze ergattern konnten. Somit zippen wir uns in den nächsten Tagen durch den Dschungel und sind gespannt, ob wir einen Gibbon zu Gesicht bekommen werden.

Liebe Grüsse und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Warten auf 2012

3 01 2012

29. Dezember 2011 – 3. Januar 2012

Wir verliessen Neuseeland mit demselben Wetter, wie anfangs Oktober als wir dort angekommen sind. Der Himmel war trüb und es regnete. Vielleicht war der Himmel aber nur einfach traurig darüber, dass wir das Land bereits wieder verliessen ;-). Einen Unterschied gab es aber zu anfangs Oktober, mittlerweile war es in Neuseeland Sommer geworden. Der Flug nach Sydney dauerte nur 3 ½ Stunden und diese vergingen wortwörtlich wie im Flug. Beim Landeanflug auf die Millionenstadt bekamen wir bereits die Oper und die Harbour Bridge zu sehen. Wohl die 2 schönsten und imposantesten Bauwerke in der ganzen Stadt. Sydney ist die Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales. Fälschlicherweise wird die Stadt oftmals für die Hauptstadt Australiens gehalten, doch dies ist Canberra. Sydney wurde am 26. Januar 1788 gegründet und ist mit ca. 4,5 Millionen Einwohnern die grösste Stadt des australischen Kontinents. Bidu und ich besuchten Sydney bereits gemeinsam im Jahr 2007 und ich war schon im 2006 mit meiner Kollegin Gaby hier. Somit hatten wir keinen Stress um von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen.

Am Freitagmorgen verliessen wir die Jugendherberge recht früh, da wir nicht sehr lange schlafen konnten. Wir wohnten sehr zentral und konnten ins Zentrum laufen, was sehr praktisch war. An diesem Tag war es etwas bewölkt und somit spazierten wir über die Harbour Bridge und gingen schauen, von wo wir morgen das Feuerwerk schauen wollten. Die Entscheidung fiel auf den Botanischen Garden, welcher Platz für 20‘000 Schaulustige bietet. Silvester ist in dieser Stadt ein riesen Thema und viele Leute kommen extra aus der ganzen Welt angeflogen um New Year‘s Eve hier zu feiern.

Und dann war es soweit der letzte Tag im Jahre 2011 stand vor der Tür. Um 08.00 Uhr machten wir uns auf den Weg in den Botanischen Garten und dachten (wir waren wohl etwas naiv) :-), dass es bestimmt noch nicht so viele Leute hat. Ehm ja, was wir dann vor dem Garten antrafen, hätten wir uns nie träumen lassen. Wir suchten etwa 10 Minuten lang den Anfang der Warteschlange, bis wir irgendwo in der ganzen Menschenmenge einen Mann sahen mit dem Schild „The Queue starts here“. Wie wir später erfuhren, befanden wir uns morgens um 08.30 Uhr unter den ersten 9‘000 Menschen um in den Garten zu gelangen. Das Feuerwerk fand ja erst um Mitternacht statt aber jeder wollte natürlich am Abend die beste Sicht auf den Hafen haben. Einige Freaks campierten bereits 36 Stunden vor Türöffnung vor dem Eingang. Wir setzten uns dann mal schön brav wie alle anderen auch auf den Boden und das Warten konnte beginnen. Dieser Tag ist eigentlich rasch erzählt, da wir diesen mit warten verbrachten. Um 10.00 Uhr öffneten die Türen und dann ging’s ab und zu mal vorwärts. Um 12.10 Uhr schafften wir es dann in den Garten gelassen zu werden und dann begann die Suche nach einem einigermassen guten Platz. Nach kurzer Zeit wurden wir fündig und hatten einen guten Blick auf die Oper und die Hälfte der Harbour Bridge. Somit hatte sich das lange Warten draussen schon mal gelohnt. Da wir den Platz auf keinen Fall mehr verlassen konnten, sassen wir einfach auf unseren Plätzen und von Zeit zu Zeit ging sich einer von uns die Beine vertreten. Etwas später gesellte sich noch Nathan aus Kanada zu uns. Um die Zeit rumzukriegen, spielten wir gemeinsam Yatzy :-). Erstaunlicherweise verging die Zeit doch recht schnell, da es in einer solchen Menschenmenge immer etwas zu sehen gibt. Trotzdem war es ein wenig eine nervenaufreibende Sache, da einige Leute meinten, sie können sich auf den kleinsten freien Zentimeter irgendwo inmitten haufenweiser Leute zwängen. Somit hatten die Security-Leute alle Hände voll zu tun, um so viele Menschen unter Kontrolle zu halten. Um 21.00 Uhr gab es ein kleines Familien-Feuerwerk, was ganz nett war. Dann war es endlich soweit. 90 Sekunden vor Mitternacht startete der Countdown auf einer Anzeige in der Mitte der Harbour Bridge. Ein Feuerwerk zu beschreiben ist eine recht schwierige Sache doch so viel können wir sagen; Das Thema war „Time to Dream“ und der Himmel über der Oper und der Harbour Bridge erhellte sich in den verschiedensten Farben. Das ganze Spektakel war riesig, obwohl es „nur“ 15 Minuten dauerte. Auf jeden Fall war es für uns Beide das grösste und wohl auch das schönste Feuerwerk das wir bis jetzt gesehen haben.
Die Organisatoren beginnen 15 Monaten vor Jahreswechsel mit der Planung des Feuerwerkes und es werden ca. 6‘000 Arbeitsstunden in das Ganze investiert. Die Kosten betrugen 6,5 Millionen AUD. Insgesamt sahen sich über eine Million Menschen das Feuerwerk in der Stadt an. All diese Zahlen sind unglaublich und es lässt sich darüber streiten, ob man vor allem mit dem vielen Geld in der heutigen Zeit nicht etwas Besseres machen könnte. Sydney zählt wohl zu der Stadt auf der ganzen Welt mit dem bekanntesten Silvester. Natürlich lässt es sich darüber streiten. Wie ihr seht, beendeten wir das alte Jahr mit einer einzigen Tätigkeit und zwar warten. Es war schön dies zu sehen aber jedes Jahr möchten wir das dann auch nicht. Somit ist bereits etwas klar, nächsten Silvester werden wir bestimmt nirgends in einer Schlange von Leuten auf irgendetwas warten :-)!

Am 1. und 2. Januar strahlte die Sonne von morgens bis abends vom wolkenlosen Himmel. Was gibt es besseres als sich bei heissen 30 Grad im Meer abzukühlen. Somit fuhren wir mit der Fähre nach Manly und genossen dort einige Stunden am Strand. Das Meer hatte eine angenehme Temperatur und der Strand ist auch sehr schön. Von diesem war um die Mittagszeit nicht mehr viel zu sehen, da es so viele Menschen hatte, die dieselbe Idee hatten wie wir. Es waren aber trotzdem 2 sehr schöne Tage.

Ja und nun geht heute Abend um 17.35 Uhr unser Flieger nach Bangkok. Etwas mehr als 9 Stunden Flug stehen auf dem Programm aber diese werden wir auch rumkriegen. Mittlerweile sind wir ja geübt im warten :-). Einen Tag verbringen wir dann in Bangkok bevor es am 5. Januar mit dem Zug in den Norden Thailands, nach Chiang Mai geht. In Chiang Mai bleiben wir einige Tage, da wir dort so einiges machen und sehen wollen.

Wir wünschen euch wie immer eine gute Zeit und senden euch liebe Grüsse aus Sydney.

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Sommer, Sonne und O Tannenbaum

28 12 2011

23. Dezember – 28. Dezember 2011

Route: Christchurch – Akaroa – Christchurch

Den letzten Freitag 23. Dezember 2011 werden wir und wohl ein paar andere Leute so schnell nicht mehr vergessen. Wir befanden uns etwas ausserhalb von Christchurch, da wir die letzten Besorgungen für unseren Aufenthalt über Weihnachten in Akaroa machen mussten. Als wir alles erledigt hatten, fuhren wir vom Parkplatz des Supermarktes weg und bei der Kreuzung stand die Ampel gerade auf rot. Aussergewöhnlich ist ja eine solche Situation nicht wirklich, doch plötzlich fing unser Auto so komisch an zu rütteln. Zuerst dachten wir beide, dass etwas mit dem Motor nicht in Ordnung sei. Das Rütteln wurde immer stärker und als wir zum Fenster raus schauten, sahen wir, dass alle anderen Autos rund um uns auch so komisch rüttelten. Nun realisierten wir, dass wir gerade unser erstes stärkeres Erbeben erlebten. Nach etwa einer Minute war der ganze Spuk erstmals vorüber und die Ampel wechselte auch gleich auf grün. Als wir weiterfuhren, sahen wir, dass sich vor den Einkaufszentren ganz viele Leute aufhielten und über das Radio erfuhren wir dann, dass diese evakuiert wurden, da die ganzen Lebensmittel und andere Sachen aus den Regalen fielen. Das Beben hatte eine Stärke von 5,8 auf der Richterskala. An diesem Freitag gab es insgesamt 10 Beben und das stärkste betrug 6,0. Mit einem etwas mulmigen Gefühl machten wir uns auf den Weg nach Akaroa.

Der kleine Küstenort Akaroa, was so viel wie lange Bucht bedeutet, liegt ca. 85 km von Christchurch entfernt am Ostufer des Naturhafens Akaroa Harbour auf der vulkanischen Halbinsel Banks Peninsula und trägt das Etikett Neuseelands französische Siedlung. Die ersten Siedler kamen aus Frankreich und bis heute sind einige französische Bauwerke, ein paar kulinarische Spezialitäten und die französischen Strassennamen geblieben. Sonst erinnert eigentlich nicht viel mehr an das europäische Land. Wir quartierten uns im wunderschönen Hostel Chez la Mer www.chezlamer.co.nz ein.

Am Samstagmorgen wurden wir unsanft aus unseren Träumen gerissen. Um 06.30 Uhr weckte uns nicht der Wecker, sondern die bebende Erde unter uns. Unser Bett wurde recht kräftig durchgeschüttelt und mit weiterschlafen, war dann nichts mehr. Dies war nun das letzte spürbare Nachbeben für uns und wir hoffen sehr, dass  sich diese Erdbebenserie langsam legt. Wir machten uns dann nochmals auf den Weg nach Christchurch, um noch unseren Camper abzugeben. Die Abgabe verlief ohne Probleme und danach verbrachten wir ein paar Stunden in der Stadt. Das Zentrum, welches nach dem starken Erdbeben vom Februar 2011 auch rote Zone genannt wird, ist durch einen Zaun vollständig von der Aussenwelt abgeriegelt. Hinter dem Zaun sieht man die zerstörten Gebäude und alles wirkt wie in einer Geisterstadt. Seit dem Erdbeben vom Februar, welches so viel in Christchurch zerstört hatte, sind die Aufräumarbeiten noch nicht sehr weit fortgeschritten. Mit den Erdbeben vom Freitag hat es die ganze Lage nur noch verschlimmert. Die Menschen leben hier in ständiger Angst vor neuen Beben und wenn man das ganze Ausmass sieht, stimmt das einem schon recht nachdenklich. Das Schlimme an solchen Ereignissen ist jeweils auch, dass diese innert kürzester Zeit wieder in Vergessenheit geraten. Tagelang liest man in den Medien von einem Erdbeben oder einem Tsunami und von einem Tag auf den anderen spricht plötzlich niemand mehr davon.
Leider gab es in der Stadt deshalb nicht all zu viel sehen oder zu machen und so schauten wir uns etwas in den Läden um, die provisorisch in Schiffscontainer untergebracht sind. Natürlich statteten wir dem wunderschönen Hagley Park noch einen Besuch ab, in welchem die Gebäude leider auch in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dann war es bereits wieder Zeit um mit dem Shuttle-Bus nach Akaroa zu fahren, da wir ja auf keinen Fall das Christmas Barbecue in unserem Hostel verpassen wollten. Die Besitzer des Hostels offerierten an diesem Abend warmen Schinken und Lachs vom Grill und alle Gäste brachten einen Salat oder ein Dessert mit. Somit kamen wir in den Genuss von vielen Köstlichkeiten aus der ganzen Welt. Die Tochter des Besitzerpaares spielte sogar noch ein paar Weihnachtslieder auf der Blockflöte :-), da konnten sich die meisten ein Schmunzeln nicht verbergen. Weihnachten mal im Sommer zu feiern, ist eigentlich auch ganz nett!

Am 25. Dezember machten wir nicht all zu viel. Wir genossen einfach das tolle Sommerwetter und kochten dann ein feines Nachtessen. In einem Hostel ist man ja nie alleine und so verging auch dieser Tag wie im Flug. Der Morgen des Stephantags stand dann im Zeichen unserer Familien. Da wir der Schweiz 12 Stunden voraus sind, waren die Feiern zu Hause noch im vollen Gange. Bei Bidus Familie kamen wir noch in den Genuss eines Weihnachtsliedes und diversen anderen Auftritten der Kinder! Dank Skype ist ja heute vieles möglich. Einen speziellen Dank möchten wir noch an Brünu richten, da er sich aufopferte, UNSEREN Spitzbueb direkt vor der Webkamera zu essen und wir ihm dabei zusehen konnten ;-). So verging auch diese Weihnachten wie jede andere auch und zwar ganz schnell.

Die restlichen Tage hier in Akaroa verbrachten wir mit wandern, fahrradfahren und mit planen der ersten Tage in Thailand. An unserem letzten Abend in Neuseeland erhielten wir noch einen ganz spontanen Besuch von jemandem aus der Heimat. Ein „Nachbar“ von Bidu arbeitet auf einer Farm in Ashburton und Koni nahm somit den Weg nach Akaroa unter die Räder, um uns zu besuchen :-). Selbstverständlich verbrachten wir auch etwas Zeit mit packen der Rucksäcke aber da wir ja nicht mehr ganz alle Kleider mit nach Asien nehmen, ging der ganze Vorgang recht zügig über die Bühne. Nun sind wir bereit für das nächste Abendteuer, welches anfangs nächstes Jahr auf uns wartet.

Somit berichteten wir ein letztes Mal aus dem wunderschönen Neuseeland. Wir haben hier genau 90 Tage verbracht. 80 Tage waren wir mit dem Camper unterwegs und legten total 9‘498 km, davon 3‘775 km auf der Nordinsel und 5‘723 km auf der Südinsel zurück. Insgesamt verbrauchten wir 1‘109 Liter Benzin (worauf wir nicht wirklich stolz sind) und gaben im Schnitt pro Nacht NZD 13.00 p. P. für eine Campingplatz-Übernachtung aus. Seit dem 1. September 2011 ist das freie Campieren in Neuseeland verboten und somit waren wir oftmals gezwungen, auf einem Campingplatz zu übernachten.

Hier noch ein kurzes Fazit über dieses Land, welches der Schweiz doch ein wenig ähnlich ist. Nach fast 6 Monaten Südamerika war dies das erste Land was uns am meisten an zu Hause erinnerte. Hier gibt es wieder für alles Regeln, überall stehen saubere Toiletten, fast nirgendwo liegt Müll herum, das Wasser kann man ohne bedanken ab dem Hahn trinken, im Supermarkt findet man alles was man möchte (sogar Lindt Schokolade), fast jeder, egal ob Tourist oder Einheimischer läuft mit einer riesen Kamera oder mit einem Laptop / i-Phone herum und wirklich arme Leute gibt es eher selten.
Die Zeit hier hat uns sehr gut gefallen. Was uns aber am besten gefallen hat, ist wie immer schwierig zu sagen, doch klar ist, dass die Südinsel für uns schöner war als die Nordinsel. Die Landschaft ist auf beiden Inseln einmalig, doch bot vor allem die Südinsel so viele tolle Wanderungen und das Wetter war hier auch viel besser. Dafür kann die Nordinsel ja nichts :-). Wir sind froh, dass wir so viel Zeit für dieses Land einplanten, somit hatten wir immer genügend Zeit und konnten auch einmal mehrere Nächte am selben Ort bleiben, wenn es uns gefiel. Das Reisen mit dem eigenen Fahrzeug ist einfach und unkompliziert und zum vielen Busfahren in Südamerika, war dies eine tolle Abwechslung. Wir sind der Meinung das Neuseeland ein toller Zwischenstopp war nach Südamerika aber nun freuen wir uns extrem auf die Zeit in Asien, welche uns mit Sicherheit wieder etwas mehr herausfordern wird.

Bevor wir aber in das Flugzeug nach Bangkok steigen, verbringen wir Silvester in Australien, genauer gesagt in Sydney. Dieser Zwischenstopp hat sich spontan ergeben, da es von Christchurch aus keine direkten Flüge nach Thailand gibt. Somit sind wir vom 29 Dezember 2011 bis zum 3. Januar 2012 in dieser tollen Stadt anzutreffen, welche wir beide bereits kennen. Ganz langsam freunden wir uns auch mit dem Gedanken an, dass wir uns ab Donnerstagnachmittag bereits wieder auf dem Heimweg befinden!

Nun wünschen wir euch einen guten Rutsch in ein erfolgreiches und tolles neues Jahr. Für uns geht ein absolut fantastisches Jahr zu Ende. Es ist schwierig all dies in Worte zu fassen und so machen wir es kurz; wir sind einfach dankbar, für alles was wir in diesem Jahr erleben durften und das wir auch nie ernsthaft krank waren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist sicherlich auch wenn man so lange unterwegs ist, dass es unseren Familien und Freunden zu Hause gut geht!

Ganz liebe Grüsse nun zum letzten Mal aus Neuseeland und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Wandern ist des Müllers Lust

21 12 2011

7. Dezember – 22. Dezember 2011

Route: Wanaka – Mt. Aspiring National Park – Haast Pass – Copland Track Fox Glacier – Franz Josef Glacier – Okarito – Hokitika – Lake Kaniere – Punakaiki – Greymouth – Arthur’s Pass Christchurch

Bevor es an die Westküste ging, legten wir in Wanaka einen mehrtägigen Stopp ein. Das Städtchen liegt wunderschön am gleichnamigen See und bietet im Sommer viele Wandermöglichkeiten sowie im Winter kann man in der Umgebung Skifahren gehen. Das Wetter präsentierte sich endlich von seiner sommerlichen Seite und so entschieden wir uns zuerst in den 51 km entfernten Mt. Aspiring National Park zu fahren. Dort wanderten wir zum Rob Roy Glacier und staunten wieder einmal mehr über die faszinierende Bergwelt. Da es dort hinten so schön und einsam war (speziell am Abend als alle anderen Touristen wieder weggefahren waren), schliefen wir auf dem Parkplatz. Eigentlich planten wir am nächsten Tag noch eine weitere, etwas leichtere Wanderung im Park zu unternehmen, doch irgendwie reizte uns der Mt. Roy kurz vor Wanaka dann doch etwas mehr. So fuhren wir frühmorgens wieder zurück und machten uns auf den 1578 MüM gelegenen Gipfel des Mt. Roy. Die über 1000 Höhenmeter zu bewältigen, erforderten doch die einte oder andere Schweissperle. Bereits beim Aufstieg war die Aussicht über den See und den National Park unbeschreiblich schön. Somit hatte sich das Schwitzen mehr als nur gelohnt. Den dritten und letzten Tag liessen wir dann ein wenig gemächlicher angehen. Zuerst spazierten wir an der Seepromenade entlang, bevor wir uns in die nahe gelegene Brauerei Beerworks begaben. Es war so heiss draussen, dass eine Erfrischung nötig war. Beerworks wird von einer Schweizerin und einem Belgier geführt und ist nur eine kleine Brauerei aber dafür mit sehr gutem Bier.

Danach machten wir uns über den Haast Pass auf, um an die Westküste zu gelangen. Diese Küste gehört zugleich zur Schlussetappe unserer Reise durch Neuseeland. Diese Fahrt lohnt sich wirklich bei gutem Wetter zurückzulegen, da man viele Möglichkeiten hat, um einen kürzeren oder auch längeren Stopp einzulegen. Kurz vor der Passhöhe befinden sich die Blue Pools. Ein kurzer Spaziergang durch den Wald führt zu einem eiskalten, leuchtend blauen Bach, der aus einer engen Schlucht sprudelt. Der Haast Pass ist mit 563 MüM der tiefst gelegenste Strassenpass der Neuseeländischen Alpen. Als wir nach der Passhöhe Richtung Haast hinunter fuhren, bemerkten wir gut, dass die Vegetation von der eher trockenen Graslandschaft Central Otagos, zu den tiefgrünen und üppigen Regenwäldern der Westküste wechselte. Die Westküste wir oftmals auch als Wetcoast (Nassküste) bezeichnet. Mal schauen, ob sich dieser Übername auch für uns bewahrheitet, wir hoffen natürlich nicht. Im Ort Haast gibt es nicht wirklich viel zu sehen, doch um einen Kaffeestopp einzulegen eignet sich das Dörfchen gut. Von hier aus waren es noch ca. 80 Kilometer bis zu unserem Tagesziel dem Startpunkt des Copland Tracks. Doch eben auch auf dieser Strecke lohnt sich der eine oder andere Stopp. Beim Ship Creek gibt es eine Dünenlandschaft und einen Strand der voll von Treibholz ist. Etwas weiter weg befindet sich das beliebte Fotomotiv Knights Point, der nach dem Hund eines Landvermessers benannt ist :-). Die grosse Wassertiefe direkt vor der Küste macht dies zu einem bevorzugten Futterplatz für Robben, Vögel und Wale. Nach so langer Zeit im Auto kam der Monroe Beach Walk kurz vor unserem Tagesziel gerade richtig. Ein wunderschöner Weg führt durch den Bush an einen Kiesstrand wo Pelzrobben und die seltenen Dickschnabelpinguine ihren Nachwuchs aufziehen. Leider hatten wir heute kein Glück und wir sahen keines der beiden Tiere. Trotzdem lohnte sich der Spaziergang.

Bereits in der Nacht fing es zu regnen an und der Morgen präsentierte sich immer noch regnerisch und trüb. Dies hielt uns aber nicht davon ab, die beliebte 2-tägige Wanderung zur Welcome Flat Hut mit ihren Hot Springs in Angriff zu nehmen. Die Hütte liegt auf dem Copland Track, welcher bis nach Aoraki Mount Cook Village führt. Wir starteten nicht all zu früh am Morgen, da wir in der Hoffnung waren, dass es doch noch aufhört zu regnen. Kurz vor 10.00 Uhr entschieden wir uns, trotz Regen los zu laufen, da 17 km / ca. 7 Stunden Wanderzeit vor uns lagen. Der Pfad führte am Karangarua und Copland River entlang, wobei wir unterwegs zahlreiche Bäche, zum Teil mit oder ohne Schuhe, durchqueren mussten. Da der Regen das Terrain aufgeweicht hat, mussten wir schauen, dass wir auf den vielen Steinen nicht ausrutschten. Dies war manchmal gar nicht so einfach, also natürlich wieder nur für mich (Elä) ;-)! Als wir endlich, nach fast 7 Stunden, die Hütte erreichten, gingen wir als erstes in die natürlichen heissen Quellen baden. Leider hatte das ganze einen Hacken und ihr könnt 3x raten wer uns den ganzen Spass vermiesen wollte. Klar die lästigen Sandfliegen, die sich auch noch hoch oben in den Bergen wohl fühlen. Da der Copland Track nicht zu den Great Walks gehört, hat es auch nicht so viele Leute, die diesen absolvieren und die Hütte muss man auch nicht zum Voraus buchen. Wir waren in dieser Nacht nur 8 Personen (davon 4 Schweizer) die in der Hütte übernachteten. Platz hätte es für 31 Leute. Es wurde ein unterhaltsamer Abend, da Marco und Eugen die 2 anderen Schweizer aus Horw und Luzern mit dem Fahrrad durch Neuseeland reisen. So erzählten sie uns doch die einte oder andere lustige Geschichte. Als es dann dunkel wurde, verschwanden auch die Sandfliegen und so konnte man sich doch nochmals in das warme Gewässer wagen. Tagwache war früh, da wir alle im Laufe des Nachmittags wieder unten im Tal sein wollten. Die gleiche Strecke ging’s dann auch zurück, nur dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein. Die wunderschöne Berglandschaft war kaum wiederzuerkennen und es ging auch etwas einfacher zu laufen, da nicht mehr alles ganz so nass und glitschig war wie am Vortag. Am meisten Spass machte uns, über die 2 langen Hängebrücken zu laufen und in den tobenden Fluss unter uns zu schauen. Glücklich und etwas müde durchquerten wir um 14.00 Uhr den letzten Fluss und machten uns danach auf, zu einem nahe gelegenen Motel mit Stellplätzen, da wir wieder einmal unsere Wäsche waschen und duschen mussten! Den Copland Track http://www.doc.govt.nz/parks-and-recreation/tracks-and-walks/west-coast/glaciers/copland-track können wir nur weiterempfehlen.

Nun war es an der Zeit den 2 bekanntesten Gletschern Neuseelands einen Besuch abzustatten. Als erstes lag der Fox Glacier auf dem Weg. Der Weg, welcher zum Gletscher führte, war an diesem Tag gesperrt. Somit liefen wir zu einem anderen Aussichtspunkt und betrachteten die Gletscherzunge halt nur von weitem. Fast jeder Bildband über Neuseeland enthält ein Foto vom Lake Matheson. In dem spiegeln sich der Mount Cook und der Mount Tasman. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und hofften natürlich, dass wir dies auch zu sehen bekommen. Leider waren die 2 Berge in eine dicke Wolkenschicht eingehüllt und nur ganz kurz bekamen wir die Beiden zu Gesicht. Im See spiegelte sich natürlich nichts aber der Rundweg war trotzdem sehr schön gewesen. Franz Josef liegt nur 25 km von Fox entfernt. Dort hatten wir etwas mehr Glück und wir konnten zum Gletschertor hinauf laufen. Der Pfad verläuft durch ein 5 km langes Tal, welches durch den Gletscherrückzug entstanden ist. Es ist schon immer wieder imposant, Gletscher aus nächster Nähe zu sehen und wir hoffen immer noch, dass diese dem Klimawandel nicht ganz zum Opfer fallen. Den Abend sowie die Nacht verbrachten wir im gleichnamigen Dorf Franz Josef welches eindeutig wohl nur vom Tourismus lebt. In der Nacht begann es zu regnen was ja nichts Spezielles ist. Es goss aber etwa 24 Stunden lang durchgehend wie aus Kübeln und in dieser Zeit fielen in dieser Region gegen 300 mm Regen. Im Norden der Südinsel, im Abel Tasman National Park, mussten sogar mehrere Personen von den Campingplätzen per Helikopter evakuiert werden, da das Wasser überall war. Diesen Tag verbrachten wir in der Küche des Campingplatzes, da es dort am trockensten war. Unser Camper war nach einer gewissen Zeit nicht mehr ganz an allen Stellen gleich gut dicht 🙂 .

Wie der Regen gekommen ist, verzog er sich auch wieder. Unsere nächste Station hiess Okarito. Von diesem 34 Seelen-Ort hörten wir viel Gutes und ich freute mich speziell darauf um dorthin zu fahren. Okarito ist bekannt zum Kajaken auf der gleichnamigen Lagune. Wir mieteten für 4 Stunden ein 2er Kajak und paddelten durch Flora und Fauna. In diesem natürlichen und zugleich grössten Feuchtgebiet Neuseelands tummeln sich verschiedenste Wasservögel. Ein Teil der Lagune führte durch den Wald und plötzlich sahen wir vor uns wie 5 Hirsche das Wasser durchquerten. Wie wir später erfuhren, kommt so etwas nur ganz selten vor. Wir genossen diesen Ausflug sehr und zudem machte das Kajaken riesen Spass.

Jetzt war es wieder einmal an der Zeit in einen grösseren Ort zu kommen, da uns unsere Essensvorräte langsam ausgingen. Somit kam die Stadt Hokitika gerade zum richtigen Zeitpunkt. Als wir unseren Kühlschrank wieder aufgefüllt hatten, fuhren wir zum Lake Kaniere hinaus. Wie könnte es auch anders sein, auch dort schnürten wir wieder die Wanderschuhe und gingen wandern. Die Wanderung führte durch den Wald und zum Teil dem See entlang. Es ist eine sehr schöne und etwas verlassene Gegend und so waren wir fast den ganzen Tag unterwegs, ohne jemandem zu begegnen. Die Nacht verbrachten wir auf dem wunderschönen DOC Campingplatz mit dem tollen Namen Hans Bay!

Nun fehlte uns noch eine Sehenswürdigkeit die wir schon so oft auf diversen Postkarten betrachteten. Somit führte uns der Weg nach Punakaiki zu den Pancake Rocks. Die Kalksteine haben verschiedene Schichten und sind derart verwittert, dass die grossen Türme aufeinander gestapelt Pfannkuchen ähneln. Ursache hierfür ist ein chemischer Prozess, bei dem durch den Druck von übereinander gelagerten Sedimenten abwechselnd feste und weichere Zwischenschichten entstehen. Tönt vielleicht etwas kompliziert aber dafür sind diese Steine ein super tolles Fotomotiv. Von hier aus fuhren wir zurück nach Greymouth, wo wir natürlich unserer Lieblings Brauerei einen Besuch abstatten mussten. Die Rede ist von Monteith’s. Leider ergab sich keine Brauereitour, da sie das ganze Gebäude am vergrössern sind. Somit begnügten wir uns mit dem Degustieren aller Monteith’s Biersorten.

Ja und nun war es soweit, die letzte Etappe unserer Reise durch Neuseeland stand auf dem Programm. Die Fahrt hoch zum Arthur’s Pass durften wir wieder bei schönstem Wetter zurücklegen. Somit stand einem weiteren Stopp nichts im Wege und wir verbrachten den Nachmittag auf dem Pass. Auch hier boten sich wieder unzählige Wandermöglichkeiten, doch wir begnügten uns mit dem Spaziergang zu den Devils Punchbowl Wasserfällen. Die restliche Zeit verbrachten wir auf dem DOC Camping Klondyke Corner. Natürlich hockten wir nicht einfach tatenlos im Camper rum, sondern begannen nach fast 80 Tagen mal wieder die Rucksäcke zu packen. Dies stellte sich als nicht ganz so einfache Aufgabe heraus aber irgendwie brachten wir den Reissverschluss bis zum Schluss noch immer zu.

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, erlebten wir die Westküste eher als Sonnenküste als als Wetcoast. Uns hat es hier sehr gut gefallen und wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, wäre es uns bestimmt nicht langweilig geworden. Viele Male bekamen wir zu hören, was wir wohl in 3 Monaten Neuseeland alles machen wollen, dies sei doch viel zu viel Zeit eingeplant. 3 Monate tönen lange aber eben, wir sind uns wieder mal einig, wir hätten es hier mit unserem Camper noch viel länger ausgehalten! Den Camper geben wir am 24. Dezember in Christchurch zurück und dann beginnt für uns wieder das Backpackerleben.

Nun ist es kurz vor Weihnachten und doch fühlt sich alles irgendwie weit weg an. Wir sind nicht wirklich in Weihnachtsstimmung, vielleicht liegt es daran, dass hier Sommer ist und uns die ganze Hektik, welche in dieser Zeit immer herrscht, gar nie erreichte. Ob wir darüber traurig sind oder auch nicht, lassen wir mal offen. Eines ist klar, so ein Mailänderli oder Spitzbueb würden wir aber bestimmt nicht ablehnen :-)!

Die letzten Tage bis zum 29. Dezember verbringen wir im kleinen Küstenort Akaroa, welcher 85 km von Christchurch entfernt ist.

Wir wünschen euch fröhliche und erholsame Weihnachten mit hoffentlich viel Schnee!

Arthurs Pass, Westcoast, Wanaka 335

Sommerliche Grüsse und hasta pronto aus Akaroa
Eliane, Beat und Grumo

https://photos.app.goo.gl/DfMRJaX5SgbymGpH7



Einsame Küsten, tiefe Fjorde und blutrünstige Monster

7 12 2011

29. November – 6. Dezember 2011

Route: Dunedin – Purakaunui Bay – Curio Bay – Invercargill – Te Anau – Milford Sound – Queenstown – Glenorchy – Queenstown

Für die Fahrt von Dunedin entlang der Catlins Coast bis nach Invercargill, nahmen wir uns 3 Tage Zeit. Die kurvenreiche Küstenstrasse führt durch eine bezaubernde Landschaft mit herrlich abgelegenen Wäldern und flora- und faunareichen Buchten. Nördlich von Owaka befindet sich der Nugget Point. Von diesem leuchtturmgekrönten Kap hat man einen tollen Blick auf die umliegenden, von den Wellen geformten Felsvorsprüngen. Hier tummelten sich auch wieder ganz viele Robben und Seelöwen. Etwas weiter befindet sich das Roaring Bay wo es ein Versteck hat um die seltenen Gelbaugenpinguine zu beobachten. An diesem Tag hatten wir riesiges Glück und wir bekamen 3 Pinguine auf einmal zu sehen. Diese kleinen watschelnden Tiere sind einfach köstlich und wir hätten ihnen stundenlang zusehen können, wie sie ihr Federkleid immer wieder von neuem putzten. Nach diesem tollen Tag wollten wir auch ein noch tolleres Nachtlager finden. Etwas abseits der Hauptstrasse, in der Purakaunui Bay, liegt ein DOC Campingplatz direkt am Meer. Genau da wollten wir hin und die Lage war fantastisch. Nach einer doch wieder einmal sehr kalten Nacht fuhren wir am Morgen weiter zu den McLean Wasserfällen, die über einen kurzen Waldweg zugänglich sind. Diese sind ganz schön doch eben, wir waren ja bereits bei den Iguazú Wasserfällen :-)! Am frühen Nachmittag landeten wir dann in der wunderschönen Curio Bay. Dort kann man bei Ebbe einen 160 Mio. Jahre alten versteinerten Wald (Fossil Forest) aus der Jurazeit bewundern. Diese versteinerten Sachen zeugen von Neuseelands einstiger Verbindung zum Urkontinent Gondwanaland. Direkt nebenan liegt die Porpoise Bay, wo es einen tollen und langen Sandstrand hat. Einige Leute badeten bereits im kalten Meerwasser, doch wir zwei sparen uns den Sprung ins kühle Nass noch ein wenig auf. Bevor wir dann am 3. Tag direkt nach Invercargill fuhren, machten wir einen weiteren Abstecher zum Waipapa Point. Der hiesige Leuchtturm wurde 1884 erbaut, drei Jahre nachdem bei Neuseelands zweitschwerstem Meeresunglück 131 der 151 Passagiere und Crewmitglieder der „SS Tararua“ starben. Das Ende der Catlins Coast bietet dann die Stadt Invercargill. Hier kann man sich wieder mit Vorräten eindecken, bevor die Reise weitergeht. Genau das machten wir an diesem Ort auch und mehr nicht :-).

Nun war es an der Zeit die Küstenregion zu verlassen, um in die abgelegene Gegend des Fiordland National Parks einzutauchen. Von Invercargill aus fuhren wir nach Te Anau. Dieser kleine Ort dient für viele als Ausgangsbasis für Besuche des Milford Sounds. Ein richtiger Touri-Hotspot. Der Ort wäre sehr schön, doch für unseren Geschmack etwas zu sehr überlaufen. Somit stoppten wir hier nur ganz kurz, um uns dann noch auf den Weg zur wichtigsten Touristenattraktion Neuseelands zu machen. Die Nacht verbrachten am Ufer des Lake Gunn, wo es abgesehen von den blutrünstigen Sandfliegen sehr schön gewesen wäre. Wir haben sicherlich 100 dieser lästigen Tierchen alleine nur in unserem Camper getötet. Bereits James Cook war kein allzu grosser Anhänger von dieser kleinen, schwarzen und stechenden Fliege. Früh am Morgen nahmen wir die letzten Kilometer in Angriff, um vor dem grossen Touristenansturm, welche meistens mit grossen Bussen von Te Anau oder Queenstown aus her chauffiert werden, beim Milford Sound anzukommen. Um 08.55 Uhr legte unser Boot mit ca. 20 Passagieren ab, um 2 Stunden lang auf dem Fjord herum zu tuckern. Wir hatten Glück und der vorhergesagte Regen blieb aus. Jährlich regnet es hier an mehr als 200 Tagen und dabei fällt eine Regenmenge von knapp 7 Metern. Die Fahrt war sehr schön und erinnerte uns stark an die Landschaft in Norwegen. Nach der Bootsfahrt fing es leider an zu regnen und so machten wir uns voller schöner Eindrücke wieder auf dir Rückfahrt nach Te Anau.

Danach war es dann mal vorbei mit all der Ruhe die wir in den letzten Tagen genossen. Somit ist es nicht allzu schwierig herauszufinden wohin wir gefahren sind. Genau, die Weiterfahrt führte nach Queenstown in die Adrenalinhauptstadt Neuseelands. In diesem Ort welcher ein ganzjährig begehrtes Urlaubsziel ist, kann man glaube ich alles machen was man sich nur erdenken kann. Von Bungy-Jumping über Swinging, Heli Biken, Canyoning, Drachenfliegen, Whitewater Sleding und und und… Das einzige was man dazu benötigt ist das nötige Kleingeld :-). Wir waren knapp 1 ½ Tage hier und haben wohl für die meisten Adrenalin-Süchtigen „nur“ eine langweilige Wanderung zum Bob’s Peak unternommen. Um dorthin zu gelangen, hätten wir auch die Möglichkeit gehabt die Seilbahn zu nehmen, doch eben wie alles andere hier in Queenstown auch, war uns dies zu teuer. Ganz oben angelangt, hatten wir einen wunderschönen Panoramablick über den Ort sowie den Lake Wakatipu. Queenstown ist herrlich gelegen, doch leider in gewisser Weise ein Opfer seiner eigenen Beliebtheit geworden.

Am oberen Ende des Lake Wakatipu liegt ein ruhiges, äusserst malerisches Städtchen namens Glenorchy. Dieser abgeschiedene Ort ist ein guter Ausgangspunkt für viele schöne Wanderungen. Eigentlich hätten wir vorgehabt von hier aus den Routeburn Track in 2 Tagen zu absolvieren. Da es immer noch recht viel Schnee in den Bergen hat, wurde ein Teil der Strecke von einer Lawine verschüttet und somit ist diese Passage nur mit einem Helikopter passierbar. Zu den ganzen Transport und Übernachtungskosten würden nochmals weitere Kosten für den Flug anfallen. All das zusammen überschritt dann leider unser Budget. Ganz wollten wir dann doch nicht auf diese Wanderung verzichten und somit liefen wir vom Routeburn Shelter bis zur Falls Hut hoch und dann am gleichen Tag wieder zurück. Der Weg ist zum Teil recht steil doch wunderschön. Dieser Track würde sich bestimmt lohnen und man weiss ja nie, vielleicht kommen wir ja ein anderes Mal dazu die ganzen 52 km abzulaufen.

Nun machen wir uns langsam auf den Weg um an die Westküste zu gelangen. Dort warten auch noch ein paar tolle Sachen auf uns, wie zum Beispiel die 2 Gletscher Franz Josef und Fox und ganz bestimmt weitere tolle Wanderungen.

Wir wünschen euch eine schöne und hoffentlich stressfreie Vorweihnachtszeit.

Liebe Grüsse und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Vom Winde verweht

28 11 2011

17. November – 28. November 2011

Route: Christchurch – Mt. Somers – Lake Tekapo – Mt. Cook – Twizel – Oamaru – Moeraki – Dunedin – Otago Central Rail Trail (Velotour von Middlemarch – Alexandra) – Dunedin –Otago Peninsula – Dunedin

Die Tage vergehen irgendwie immer schneller, wahrscheinlich auch deshalb weil wir in der letzten Zeit doch so einiges draussen in der wunderschönen Natur Neuseelands unternehmen konnten. Zuerst einmal stand aber noch der Camper-Austausch auf dem Programm. Seit dem 17. November sind wir nun mit einem neueren Büsli unterwegs. Gemietet hatten wir ja eigentlich die Budget Variante, doch seit dem Austausch steht uns die Deluxe Variante zur Verfügung. Da kein anderer Camper in Christchurch vorhanden war, kriegten wir halt ein kostenloses Upgrade :-). Darüber sind wir natürlich auch nicht traurig und jeden Abend verwandelt sich das Büsli gemäss Bidu in eine Penthouse-Suite. Nach dem Umräumen der Sachen (es war unglaublich was sich seit wir hier unterwegs sind, alles angesammelt hat), fuhren wir direkt weiter nach Mt. Somers. Hier gab es nicht allzu viel zu sehen, doch um direkt zum Lake Tekapo zu fahren, war es uns zu weit. So legten wir in diesem verschlafenen Nest einen kleinen Zwischenstopp ein, bevor es am nächsten Morgen direkt zum Lake Tekapo weiter ging.

Der Lake Tekapo (710 MüM), mit seinem gleichnamigen Ort (318 Einwohner), ist jährlich für tausende von Besuchern ein beliebter Ausflugsort. Der See leuchtet einem wunderschön türkisfarben entgegen. Der Grund dafür ist, dass es im Wasser feine Sedimente hat. Das so genannte „Steinmehl“ entstand, als sich ein Gletscher übers Land wälzte – während die Steine am Grund des Gletschers das Seebecken aushöhlten, wurden die aneinander reibenden Steine zu feinen Partikeln zermalmt, die sich schliesslich nach der Gletscherschmelze im Wasser auflösten. Die Sedimente geben dem Wasser eine milchige Konsistenz und reflektieren das Sonnenlicht – hierdurch entsteht die leuchtende Farbe. Überall am Seeufer blühen zurzeit Lupinen in allen Farben, was die ganze Gegend nochmals verschönert. Wir besichtigten die Church of the Good Shepherd, welche wegen ihrer perfekten Lage für Brautpaare ein sehr beliebter Ort zum Heiraten ist. Danach wanderten wir noch den Mt. John (1043 MüM) hoch, von welchem aus man wieder einmal eine tolle Aussicht über den See hatte. Die Nacht war bitterkalt und beide waren wir froh, als es wieder Morgen wurde. Heute wollten wir zum Mt. Cook, da so ein schneebedeckter Berg doch immer wieder etwas Magisches für uns hat. Dieser liegt im Aoraki / Mt. Cook National Park, welcher sich auf 700 km2 erstreckt. In Neuseeland gibt es 27 Dreitausender und 22 davon liegen in diesem Park. Alle Berge blicken zum mächtigen Mt. Cook empor – mit 3755 MüM der höchste Berg Australasiens. Man bemerkte sehr gut, dass wir bei einem Touristen – Hotspot angelangt waren. Der Parkplatz war schon vor 10.00 Uhr fast rappel voll. Da es mehrere Wanderungen hat, die absolviert werden können, entschieden wir uns für den Weg ins Hooker Valley und zum gleichnamigen Gletscher inkl. See. Anspruchsvoll war diese nicht wirklich, doch die Aussicht auf den Mt. Cook war einfach fantastisch. Als wir beim Gletschersee angelangt waren, badete Bidu sogar seine Füsse im eisig kalten Wasser. Zurück auf dem Parkplatz wollten wir die Aussicht auf die Berge mit dem „ewigen“ Eis noch etwas Länger geniessen und so kochten wir dort ein verspätetes Zmittag. Die Nacht verbrachten wir im nächstgelegenen Ort vom National Park, in Twizel.

So wunderschön sonnig wie die letzten Tage waren, zeigte sich der 20. November von seiner weniger schönen Seite. Es regnete in Strömen und somit verbrachten wir einen Tag in Oamaru. Dort war gerade noch ein viktorianisches Fest im Gange, welchem wir einen Besuch abstatteten. Gegen Abend fuhren wir noch zum Bushy Beach hinaus, wo es Gelbaugen-Pinguine hat. Während der Dämmerung kommen diese an Land, um zu ihren Nestern zu gelangen. Momentan ist gerade Brutzeit. Die Pinguine nisten nicht etwa direkt am Strand, sondern verziehen sich in die nahe gelegenen Hügeln. Zu sehen bekamen wir nicht so viele Exemplare dieser menschenscheuen Tiere. Nur 30 km von Oamaru entfernt, befinden sich die beinahe kugelrunden Moeraki Boulders. Die bis zu 2 m Durchmesser aufweisenden Felsen liegen teilweise versunken an der Gezeitenlinie im Sand. Es gibt sogar eine Erklärung dafür warum diese Steine so ungewöhnlich geformt sind, auch wenn dieser Prozess vor über 60 Millionen Jahre begonnen hatte. Einst lagen diese tief in den Schieferklippen an Land. Während die Brandung die Klippen auswusch, fielen die glatten Steinkugeln heraus und bildeten als Folge weiterer Erosionen ihre auffällige Oberfläche. Ursprünglich bestanden die Felsen aus einem Kalkristallkern, der Minerale aus der näheren Umgebung anzog und sich so vergrösserte. Es ist unglaublich was wir alles auf dieser Reise lernen ;-)! Wir betrachteten dieses Naturwunder gegen Abend und dann am Morgen nochmals. Leider war der Sonnenaufgang etwas früher als wir dachten und so erreichten wir die Boulders bereits bei strahlendem Sonnenschein.

Nun war es wieder einmal an der Zeit ein paar Tage am selben Ort zu verweilen. Wir entschieden uns dies in Dunedin zu machen. Die Stadt wurde einst von schottischen Siedlern gegründet und trägt den Beinamen „Edinburgh des Südens“. Es hat viele imposante Bauwerke aber ganz besonders sticht die Dunedin Railway Station heraus. Einen solch schönen Bahnhof mit Mosaikboden haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Der 1906 eröffnete Bahnhof ist der Ausgangpunkt für die Bahnstrecke der Taieri Gorge Railway. Also nicht ein alltäglicher Bahnhof wie zum Beispiel der Hauptbahnhof in Bern. Ganz untätig wollten wir dann doch nicht sein und organisierten von hier aus eine Velotour. Der Otago Central Rail Trail ist eine im Jahre 1990 stillgelegte Eisenbahnstrecke, welche von Middlemarch bis Clyde zu Fuss, auf dem Pferdrücken oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann. Im Lonely Planet wir empfohlen die 150 km lange Strecke in 3 bis 5 Tagen zurückzulegen. So viel Zeit wollten wir nicht aufbringen und entschieden uns von Middlemarch – Alexandra (142 km) in 2 Tagen zu fahren. Natürlich waren wir voll und ganz davon überzeugt, dass dies eigentlich kein Problem für uns darstellen wird, da wir ja in der Schweiz auch ab und zu auf längere Fahrradtouren gehen. Doch eben hatten wir die Rechnung ohne den Feind namens Wind gemacht. Gut gelaunt nahmen wir am Donnerstagmorgen in Middlemarch unsere gemieteten Räder entgegen. Rasch das Gepäck in den Fahrradtaschen verstauen und die ersten 60 km bis nach Ranfurly konnten in Angriff genommen werden. Was für ein tolles Gefühl nach fast 8 Monaten wieder einmal für längere Zeit im Fahrradsattel zu sitzen. Das Wetter meinte es auch gut und so fuhren wir durch eine herrlich abgelegene Landschaft. Eben ja und dann kam nach einigen Kilometern der Wind dazu. Wind ist ja schon gut und recht aber wenn dieser nur gegen einem bläst, ist es nicht so lustig. Einige Leute die wir unterwegs kreuzten, erzählten uns, dass sie viel zu schnell unterwegs seien und noch bremsen müssten. Hmmm ja, auf solche Sprüche hätten wir getrost verzichten können. Am späteren Nachmittag erreichten wir unser Nachtlager in Ranfurly. Wir hatten dort ein Cabin auf einem Campingplatz gemietet. Viel zu sehen gab es in diesem Goldgräber-Örtchen nicht und somit verzogen wir uns recht früh ins Bett, natürlich mit dem Gedanken, dass der Wind über Nacht nachlassen würde. Nichts war mit weniger Wind, dieser wurde über Nacht nur noch viel stärker. Gutenmutes schwangen wir uns wieder auf unsere Räder und fuhren los. Es war hart vorwärts zu kommen, doch wussten wir, dass es nach 18 km nur noch flach oder bergabgehen sollte. Als wir dann endlich den höchsten Punkt erreicht hatten, waren wir glücklich und dachten, jetzt kann es nur noch besser werden. Doch was dann kam war wirklich nicht fair. Der Wind wurde noch stärker und er blies uns fast vom Rad. Zum Teil kamen wir fast gar nicht mehr vorwärts. Irgendwie schafften wir die 82 km bis nach Alexandra und gaben unsere Räder pünktlich zurück. Wir waren glaube ich selten so froh wie an diesem Freitagnachmittag das Ziel erreicht zu haben. Zu Beginn unserer Reise, in Quito, hatten wir ein Schweizer-Pärchen kennengelernt die mit dem Fahrrad durch Südamerika reisen. Ein paar Mal haben wir an Milena und Oli gedacht, die wahrscheinlich ab und zu einmal gegen den Wind fahren mussten. Und eben 8 Monate ohne Radfahren ist halt schon eine recht lange Zeit und auch unsere Hinterteile waren an die Form eines Sattels nicht mehr so gewöhnt. Wir geben es zu, wir konnten an diesem Abend fast nicht mehr normal auf einem Stuhl sitzen :-). Später wurde uns dann auch gesagt, dass dieser starke Wind, welcher über das ganze Land hinweg zog, nicht üblich sei!!!

Nach diesem tollen Ausflug, es hat uns wirklich Spass gemacht :-), fuhren wir wieder zurück nach Dunedin. Von hier aus machten wir am Sonntag noch einen Ausflug auf die Otago Peninsula. Hier konnten wir nochmals Gelbaugen-Pinguine und neuseeländische Seelöwen beobachten. Diese versteckten sich am wunderschönen Sandfly Bay.

Am Dienstag reisen wir weiter Richtung Catlins Coast, wo wir bereits viel Schönes darüber gehört haben. Wir sind gespannt was wir auf dieser Strecke wieder alles zu sehen bekommen. Dieses Mal schreibe ich nichts mehr von sommerlichen Grüssen, da die Temperaturen seit dem letzten Bericht doch manchmal eher wie Herbst als Sommer waren.

Liebe Grüsse aus Dunedin und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

https://photos.app.goo.gl/79wvs24j5EKP9cYJ9



Unterwegs im Norden der Südinsel

17 11 2011

8. November – 16. November 2011

Route: Waikawa – Havelock – Nelson – Kaiteriteri – Marahau / Abel Tasman NP – Motueka – Tukurua – Takaka (Golden Bay) – Nelson Lakes NP– Murchison – Hanmer Springs – Christchurch

Die erste Nacht auf der Südinsel haben wir gut überstanden und wir landeten zugleich noch bei einer Schweizerin in Waikawa auf dem Campingplatz. Von hier aus fuhren wir dann nach Misteltoe Bay welches zum Queen Charlotte Track gehört. Wir entschieden uns hier einfach eine kleinere Wanderung zu unternehmen, da wir vorhatten 2 Tage im Abel Tasman National Park laufen zu gehen. Die Aussicht die sich uns auf dieser kurzen Wanderung auf dem Queen Charlotte Track bot, machte uns doch ein bisschen wehmütig, nicht länger hier unterwegs zu sein. Doch eben man kann auch während 3 Monaten Neuseeland nicht alles machen, was man gerne möchte. Die Nacht verbrachten wir im kleinen Örtchen Havelock, welches für seine Grünlippenmismuscheln bekannt ist. Somit war für uns klar, was wir zum Nachtessen verspeisten nämlich Muscheln und Austern. Die Muscheln schmeckten nicht schlecht, doch die Austern überzeugten uns nicht so ganz.

Für die nächsten Tage sahen die Wetterprognosen nicht schlecht aus. Diese Vorhersagen sind manchmal nicht sehr zuverlässig aber wir glaubten dieses Mal den Wetterfröschen und fuhren am Mittwochmorgen nach Nelson um die Wanderung im Abel Tasman zu organisieren. Die Hütten zum Übernachten auf den Great Walks müssen jeweils im Voraus gebucht werden. Wir hatten Glück, dass wir so kurzfristig noch 2 der 34 Betten in der Bark Bay Hut ergatterten. Somit wollten wir in 2 Tagen von Totaranaui bis ans Ende des Parks nach Marahau laufen. Diese Strecke ergibt mit allen Abstechern ungefähr 40 Kilometer und der ganze Abel Tasman Costal Track wäre 51 Kilometer lang. Voller Vorfreude auf die nächsten 2 Tage gingen wir in Nelson noch in unserem lieblings-Outdoor-Laden Kathmandu shoppen. Mittlerweile besitzen wir für diesen Laden sogar eine Kundenkarte :-). Als wir nach der Shoppingtour (die Ausbeute hielt sich aber in Grenzen) noch über den Markt schlenderten, trauten wir im ersten Moment unseren Augen fast nicht. Bei einem Marktstand bestand das Sortiment aus diversem Brot und zwischen den braungebackenen Laiben erspähten wir eine golden schimmernde Züpfe. Klar konnten wir da nicht wiederstehen, weil was gibt es besseres als am nächsten Tag zum Mittagessen Züpfesandwiches mit Thomy Mayonnaise zu verspeisen. Solche Kleinigkeiten vermissen wir eigentlich ganz selten, doch wenn man schon daran vorbeiläuft, können wir halt nicht wiederstehen. Der Donnerstagmorgen präsentierte sich wirklich wieder von seiner schönsten Seite und so fuhren wir von unserem Nachtlager in Kaiteriteri nach Marahau. Mit einem Wassertaxi ging’s um 09.00 Uhr los, zuerst zum Split Appel Rock und dann mit Vollgas zu unserem Startpunkt in Totaranui. Von hier aus machten wir uns auf den Weg bis zur Awaroa Bay. Dort mussten wir einen längeren Stopp einlegen, da diese Stelle nur bei Ebbe passierbar ist. Ebbe war am heutigen Tag um 15.57 Uhr. Man kann aber bereits 1 ½ Stunden vorher oder 2 Stunden nach Ebbe diese Stellen passieren. Somit hatten wir genügend Zeit die Züpfesandwiches zu geniessen :-). Die Wanderung war fantastisch und führte an goldfarbenen Stränden und Buchten vorbei. Die meiste Zeit liefen wir bei angenehmen Temperaturen auf schmalen Pfaden durch den Wald und immer wieder bot sich eine wunderschöne Aussicht aufs Meer. Die Wanderzeit an diesem Tag betrug um die 5 Stunden und somit erreichten wir unser Nachtlager die Bark Bay Hut gegen 18.30 Uhr. In einem 14er Zimmer fanden wir noch 2 freie Matratzen zum Schlafen. Da die Hütte über keine Duschen und Strom verfügt, viel der Abend recht kurz aus. Jedermann / -frau war müde und die meisten verzogen sich früh in ihre Gemächer. Die Nacht war recht angenehm und das Schnarchen der Zimmergenossen hielt sich in Grenzen. Früh nahmen wir den zweiten Tag in Angriff da es gemäss Ausschilderung 8 Stunden zu laufen gab, doch die meisten Leute brauchen immer etwas weniger Zeit als vorgegeben. Die Route führte zuerst nach Torrent Bay und dann weiter zur Anchorage Bay. Diese Buchten präsentierten sich auch wieder mit goldfarbenem Sand und der Reiseführer hatte diesmal nicht zu viel versprochen, dass dieser National Park zu den schönsten in ganz Neuseeland gehört. Als wir dann Mitte Nachmittag doch etwas erschöpft unseren Camper erreichten, waren wir glücklich eine solch tolle Wanderung bei herrlichem Wetter absolviert zu haben. Nun hatten wir nur noch ein Ziel und zwar die paar Minuten zurück nach Motueka zu fahren und einen Platz zu suchen um zu duschen. Doch eben manchmal kommt alles ein wenig anders als geplant. Kurz vor unserem Übernachtungsplatz fuhr uns im dichten Verkehr ein älterer Herr mit voller Wucht hinten in unseren Camper. Wir wollten von der Hauptstrasse aus rechts abbiegen und mussten den Gegenverkehr passieren lassen. Ich blinkte, wartete und plötzlich hörten wir einen riesen Knall und uns schob es durch den Aufprall mehrere Meter nach vorne. Zum Glück ist uns nichts passiert, ausser 2 Tage Kopfschmerzen. Den Camper hatte es nur wenig in Mitleidenschaft gezogen, doch der Herr konnte mit seinem Auto nicht mehr weiterfahren. Wir waren schon etwas Geschockt über diesen Vorfall und besprachen das weitere Vorgehen mit dem Vermieter. Dieser möchte so rasch wie möglich das Fahrzeug in Christchurch reparieren lassen. Dies war nicht so schlimm und somit fahren wir halt nächste Woche erstmals nach Christchurch, als wie geplant an die Westküste.

Nach diesem ereignisreichen Freitag entscheiden wir uns am Samstag nicht allzu viel zu unternehmen. Von Irene (Bidus Verwandte) erhielten wir noch eine Adresse von jemanden den sie kennt und in Ruby Bay wohnt. So fuhren wir ganz spontan bei Anne und ihrem Mann Bob auf einen Kaffee vorbei. Anne, ursprünglich aus Leipzig, führt mit Bob ein wunderschönes Cottage, in dem wir auch gerne übernachtet hätten. Seht selber wie toll es dort aussieht http://www.clifftops-retreat.co.nz und die Aussicht die man von ihrem Anwesen aus hat, ist einfach nur fantastisch. Von ihr erhielten wir noch einige Tipps rund um Golden Bay, was unser nächstes Ziel war. Es war ein sehr interessanter Nachmittag und wir danken Anne nochmals ganz herzlich für ihre Gastfreundschaft.

Die SH60 windet sich dann hoch über den Takaka Hill, wo man eine tolle Aussicht über Takaka und Golden Bay hätte (wenn es nicht gerade neblig ist), bis nach Collingwood. Kurz vor Tukurua befindet sich noch das Restaurant / Brauerei Mussel Inn www.musselinn.co.nz. In jedem Reiseführer sowie auch von Anne wird dieses Lokal und sein hervorragendes Bier Captain Cookers empfohlen. Nach diesem kurzen Abstecher können wir dies nur bestätigen. Zum Nachtessen gab es dann eine weitere Leckerei und zwar ein echtes Gerber Käsefondue.

Nun wollten wir noch etwas von der Golden Bay sehen und so fuhren wir zum Farewell Spit hoch. Die Farewell Spit ist ein international bedeutsames Feucht- und Vogelschutzgebiet. Im Sommer tummeln sich hier tausende Vögel aus der arktischen Tundra. Der 26 km lange Sandstrand wird von riesigen Sichelförmigen Sanddünen gesäumt. Eine raue, der Natur überlassene und ungewöhnliche Landschaft präsentierte sich uns dort. Eine tolle Aussicht über die Spit hatten wir vom Pillar Point aus, zu dem man etwas hochlaufen musste. Etwas weiter befindet sich der abgelegene Wharariki Beach. Nach einem 20 minütigen Spaziergang erreicht man diesen wunderschönen Strand. Von ganz oben fuhren wir dann nach Takaka zurück wo sich noch die Te Waikoropupu Springs „Pupu“ befinden. Diese Frischwasserquellen sind die grössten Neuseelands und angeblich auch die reinsten der Welt. Pro Sekunde werden rund 14‘000 Liter Wasser durch unterirdische Öffnungen katapultiert. Das Wasser war wirklich extrem klar, doch trinken darf man davon nicht, da es für die Maoris ein heiliger Ort ist. Nach diesen vielen Eindrücken mussten wir noch etwas zum Abendessen haben. In der Nähe befindet sich eine Lachsfarm wo man sich den Lachs selber angeln kann. Gut, fahren wir auch noch dorthin, dachten wir uns. Umgeben von etlichen Sandfliegen (diese Biester sind hier einfach überall) versuchten wir unser Glück. Glücklicherweise biss nach etwa einer Stunde bei Bidu doch noch ein Lachs an, sonst hätten wir nichts zu essen gehabt :-).

Nun hiess es „Tschüss“ Golden Bay und weiter ging’s Richtung Christchurch. Wir hatten vereinbart, dass wir den anderen Camper am Donnerstagmorgen übernehmen können und somit blieb uns genügend Zeit für alles was wir noch sehen wollten. Einen Stopp legten wir auch noch beim Lake Rotoroa ein, der sich im Nelson Lakes National Park befindet. Weiter ging dann die Fahrt über den Lewis Pass (Passhöhe auf 907 MüM) welche sehr schön war. Der Wald besteht grösstenteils aus Rot- und Weissbuchen und zugleich bot sich noch ein hervorragender Ausblick auf die zum Teil noch schneebedeckten Berge. Im Thermalkurort Hanmer Springs relaxten wir wieder einmal in heissen Quellen, was auch nicht schlecht war. Im Winter kann man in der Umgebung von Hanmer Springs in zwei grösseren Gebieten Skifahren gehen. Ja und dann erreichten wir bereits Christchurch wo wir noch rasch bei einem Ehepaar auf Besuch gingen, welches wir in Martinborough auf dem Campingplatz kennengelernt hatten. Von der Stadt haben wir nichts gesehen, da wir dies dann nach Abgabe des Campers nachholen werden.

Für alle die Neuseeland ein wenig kennen und wissen, dass die Marlborough Sounds sowie die Umgebung um Nelson sehr bekannt ist für guten Wein, fragen sich vielleicht, wieso wir nichts von Wein degustieren schreiben. Richtig, wir haben diese tolle Weinregion für einmal ausgelassen, da wir dem Wandern den Vorzug gaben.

Wir senden euch liebe Grüsse aus dem fast sommerlichen Neuseeland
und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Zu Besuch in Wellington

7 11 2011

31. Oktober – 7. November 2011

Die letzten Tage haben wir mal wieder am selben Ort verbracht und zwar in der Hauptstadt von Neuseeland, in Wellington. Etwas oberhalb von der Stadt im Viertel Khandallah wohnt eine Bekannte von uns (Lina Sutherland), bei welcher wir während unseres Aufenthaltes in der Stadt wohnen durften. Somit gönnten wir unserem Camper, welcher nun auch wieder, nach einem kurzen Besuch auf dem Schrottplatz, 2 funktionierende Scheibenwischer hat, eine Pause vom vielen Fahren.

Von Linas Haus aus hat man eine atemberaubende Aussicht aufs Meer und zu den diversen Schauplätzen, wo unteranderem ein Teil der „Herr der Ringe“ Filme gedreht wurde. Wellington ist bekannt für seine Filmproduktionen und wird deshalb auch Wellywood genannt. Berühmtester Einwohner der Stadt ist zugleich der Regisseur Peter Jackson (Herr der Ringe, King Kong).

Der Besuch bei Lina war auch noch mit einer kleinen Überraschung verbunden, da auf uns 3 Pakete aus der Schweiz warteten. Eines haben wir uns selber geschickt 🙂 da wir die Reiseführer für Asien nicht durch Südamerika schleppen wollten. Natürlich packten wir auch noch ein wenig Schoggi mit ins Paket. Das zweite Paket kam von meiner lieben Mutter, die uns freundlicherweise ein Gerber Fondue, Thomy Mayonnaise (Geburi Geschenk für Bidu) und natürlich ein paar Tafeln Schweizer-Schoggi geschickt hatte. Herzlichen Dank nochmals für die Bemühungen und die Mayonnaise ist natürlich Spitzenklasse! Das letzte Paket kam von meiner super Freundin Nicole. Sie meinte es sehr gut mit uns und schickte je 750 Gramm Ovomaltine- und Caotina Pulver sowie Kambly Güetzi. Auch dir Nicole nochmals vielen herzlichen Dank. Wir geniessen nun jeden Tag in irgendeiner Form ein Stück Heimat.

Ich (Elä) war bereits zum 2. Mal in Wellington, doch die Stadt hat sich in den vergangenen 5 Jahren stark verändert, so dass ich nicht wirklich ein guter Stadtführer für Bidu war. Das Wetter meinte es gut mit uns und so waren wir meistens zu Fuss unterwegs um die Stadt anzusehen. An einem Morgen besuchten wir das Te Papa Museum welches riesengross ist und um alles genauestens anzusehen bräuchte man ganze 6 Tage. Wir schafften es in 3 Stunden, da uns nicht jede Ausstellung gleichermassen interessierte. Da wir schon die Gastfreundschaft von Lina in Anspruch nehmen durften, wollten wir uns dafür auch revanchieren. So hiess es am Donnerstagmorgen ab in den Garten Bäume umsägen, Äste wegtragen, Pflanzen zurückschneiden, jäten und wischen. Nach mehr als 7 Monaten arbeiteten wir wieder einmal etwas aber diese Arbeit ist ja nicht ganz zu vergleichen mit unseren normalen Jobs :-)! Am Freitagabend trafen wir uns noch mit einem anderen Weltenbummler und zwar mit Jon aus dem Baskenland. Wir haben uns zum ersten Mal anfangs Juni in Huaraz (Peru) getroffen. Wir wohnten dort im selben Hostel und da Jon für fast ein Jahr in Neuseeland unterwegs sein wollte, war klar, dass wir uns irgendwo in diesem Land wieder treffen werden. Doch der Zufall wollte es vorerst noch anders und wir sahen einander bereits beim Machu Picchu wieder. Über Facebook blieben wir stetig in Kontakt und so waren wir zur selben Zeit in Wellington. Zu erzählen gab es von beiden Seiten sehr viel und so wie es momentan aussieht, sehen wir einander ein weiteres Mal auf der Südinsel wieder.

Am Samstag und Sonntag unternahmen wir noch 2 Ausflüge mit Lina. Am Samstagmorgen fuhren wir mit dem Bus nach Eastbourne, was auf der gegenüberliegenden Seit von Wellington ist. Die Stadt Wellington alleine hat „nur“ etwa 170‘000 Einwohner, doch mit den umliegenden Regionen sind es fast 500‘000 Leute. Den Rückweg legten wir ab Days Bay mit der Fähre zurück und somit sahen wir bei der Einfahrt in den Hafen, die Stadt auch noch vom Wasser aus. An diesem Abend kamen wir noch in den Genuss von einem imposanten Feuerwerk im Hafen. Das tolle war, dass wir das ganze Spektakel vom Balkon aus bestaunen konnten. Am Sonntag wurde Bidu als Fahrer eingespannt und mit Linas Auto ging’s dann der Wasserfront entlang bis nach Scorching Bay. Dort assen wir in einem ganz tollen Restaurant zu Mittag bevor wir noch einen Abstecher zum Mt. Victoria machten. Von diesem 196 Meter hohen Aussichtspunkt hat man die beste Aussicht über die ganze Stadt und deren Hafen. Nach der Autofahrt liefen wir noch zum Mt. Kaukau hoch, der sich im Khandallah Wohnviertel befindet. Von diesem Berg aus, sahen wir sogar bis auf die Südinsel, da das Wetter sehr schön war.

Am Montag war es dann Zeit dem Stadtleben und dem Verwöhn-Programm von Lina ein Ende zu setzen. Wir wurden jeden Tag aufs Beste bekocht und das Schönste war am Abend immer ins vorgeheizte Bett zu schlüpfen. Ja in diesem Haus hat es elektrische Matratzenheizer oder wie man dem auch immer sagen will :-). Am frühen Nachmittag legte die Fähre vom Hafen ab und wir machten uns auf, um auf die Südinsel zu gelangen. Die Überfahrt nach Picton dauerte 3 ½ Stunden und die Landschaft die wir auf der Fahrt bei strahlendem Sonnenschein zu sehen bekamen, erinnerte uns ein wenig an die Fjorde in Norwegen.

Nun haben wir noch fast 7 Wochen Zeit um mit unserem treuen Wegbegleiter die Südinsel zu erkunden. Bis jetzt wurde uns nur vorgeschwärmt, wie schön die Südinsel sei und wir freuen uns nun sehr, dies alles in den nächsten Wochen selber zu sehen.

Wir wünschen euch wie immer eine gute Zeit und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Vom Volcanic-Loop bis zum Wine-Trail

31 10 2011

21. Oktober – 30. Oktober 2011

Route: Turangi – Egmont National Park – New Plymouth – Hawera – Wanganui – Dannevirke – Napier – Hastings – Dannevirke – Martinborough – Cape Palliser – Wellington

Am 21. Oktober als wir Turangi verliessen, wollten wir schon noch einen Blick auf die umliegenden Vulkane werfen. So entschieden wir uns dem Volcanic Loop, welcher rund um den Tongariro National Park führt, entlang zu fahren. Dieses Bild auf die 3 Vulkane Mt. Tongariro (1986 MüM), Mt. Ngauruhoe (2287 MüM) und Mt. Ruapehu (2797 MüM) erinnerte uns stark an Südamerika, nur waren die Vulkane dort doch etwas höher als diese hier. Weiter ging’s auf den Forgotten World Highway der in Taumarunui beginnt und kurz vor Stratford aufhört. Diese Strasse, von welcher ein Teil noch nicht asphaltiert ist, geriet wirklich ein wenig in Vergessenheit. Die meisten Häuser die man während den 155 km sieht, sind nicht mehr bewohnt. Die Gegend hat uns gut gefallen aber wohnen möchten wir dort auch nicht. Fast am Ende dieser hügeligen Landschaft angekommen, konnten wir bereits einen Blick auf einen weiteren Vulkan, den Mt. Taranaki oder auch Mt. Egmont genannt, werfen. Zu diesem wollten wir heute noch hinfahren. Einige Kilometer vor dem Egmont National Park übernachteten wir vor einem Restaurant mit einem grossen Parkplatz. Der nette Besitzer, ein ausgewandeter Holländer (ja die Holländer haben wir besonders gerne :-)), lud uns dann am Abend noch zu einem Happen Essen und einem Bier ein. So als Reisender hat man es zwischendurch schon sehr schön ;-). Am Morgen planten wir wieder mal eine Wanderung beim Mt. Egmont aber eben, das liebe Wetter machte uns schon wieder einen Strich durch die Rechnung. Nein, wir wollen uns ganz und gar nicht über das Wetter beklagen aber manchmal fällt uns wirklich nicht viel ein, was wir hier bei Regen noch tun können. Nur noch so viel zu diesem Thema, wir haben sogar angefangen Yatzy zu spielen :-). So fuhren wir halt weiter nach New Plymouth, gingen dort im wunderschönen Pukekura Park spazieren und verweilten dann noch im Puke Ariki, was ein Informationszentrum, Museum und zugleich eine Bibliothek ist.

Da es am anderen Morgen mal nicht regnete und der Mt. Egmont National Park nicht so weit weg von New Plymouth war, fuhren wir dieselbe Strecke nochmals zurück, damit wir doch noch bei diesem immer noch aktiven Vulkan (der letzte Ausbruch war vor 250 Jahren) etwas Wandern gehen konnten. Danach verabschiedeten wir uns von den Vulkanen und unsere Route führte zurück nach New Plymouth und dann auf den Surf Highway. Die Strände die auf dieser 105 km langen Strecke liegen, gelten als die besten Surf-Strände Neuseelands. Leider verläuft die Strasse nicht direkt der Küste entlang, sondern man muss meistens noch einige Kilometer zu den Stränden hinausfahren. Übernachtet haben wir an diesem Sonntag, dem legendären Sonntag im Rugby Sport, in Hawera. Dieser kleine Ort ist zugleich der letzte auf dem Surf Highway. Es gibt nicht allzu viel zu sehen hier aber Hauptsache es hatte ein Pub, welches den Rugby Final übertrug. Wir waren dann auch die einzigen Nicht-Einheimischen die sich unter das Rugby-Volk mischten und wurden auch dementsprechend begafft. Der Match verlief bis zur Pause sehr gut für die All Blacks aber als dann in der 2. Halbzeit die Franzosen innert ein paar Minuten bis auf einen Punkt 7:8 aufholten, wurde es ganz still im Pub. Während den letzten 20 Spielminuten hätte man wahrscheinlich gehört, wenn eine Stecknadel auf den Boden gefallen wäre, so angespannt waren die Kiwis. Zum Glück kam dann endlich der erlösende Schlusspfiff und Neuseeland konnte sich nach langen 24 Jahren wieder einmal als Rugby Weltmeister selber feiern. Wir freuten uns natürlich auch sehr über diesen Sieg aber zugegeben, am meisten beeindruckte uns bei den All Blacks-Spielen immer der HAKA :-)!

Am Montag wollten wir dann nochmals an die Ostküste fahren, da wir die Umgebung um Hawke‘s Bay noch nicht kannten. Der Weg führte uns nach Wanganui und dann von dort weiter Richtung Palmerston North. Eigentlich ist diese Strecke nichts Besonderes aber an diesem herrlichen Montag sahen wir plötzlich ein Schild mit dem Slogan „Free Food 4 km“. Dann etwas weiter kam ein weiteres Schild „Free Coffee 2 km“. Bidu meinte dann zu mir, komm wir fahren da raus und sehen was los ist. Gut, so bogen wir ab und gelangten zu einem Festzelt. Ein netter Herr in oranger Weste wies uns in den Parkplatz ein und fragte uns von wo wir sind. Eben ja die schöne Schweiz kommt schon bei allen Leuten immer sehr gut an aber automatisch bekommen wir dann auch zu hören, wie reich wir dort ja alle seien. Klar bei uns wächst das Geld ja auch an den Bäumen und somit müssen wir nicht dafür arbeiten gehen :-). Wir erhielten dort frischen Kaffee, Wasser, Äpfel und eine Wurst vom Grill und in der Zwischenzeit wurde uns sogar noch die Windschutzscheibe geputzt. Der Grund für diesen Anlass war, eine Kampagne gegen übermüdetes Autofahren. Vielleicht könnte man dies zur Abwechslung auf den Schweizer Autobahnen auch einführen.

Insgesamt verbrachten wir 2 Tage in Napier. Diese Stadt wurde 1931 von einem Erdbeben vollständig zerstört. Beim Wiederaufbau setzte man auf die Art-déco-Architektur, womit heute recht viel Geld mit Touristenführungen verdient wird. Uns gefiel die Stadt sehr gut, da man dort einige Möglichkeiten hat, etwas zu unternehmen. So mieteten wir wieder 2 Fahrräder und fuhren der ellenlange Küste entlang. Natürlich durfte ein Besuch in einem Weingut nicht auf unserem Programm fehlen, da in dieser Region auch guter Wein produziert wird. Da wir an diesem Tag mit dem Auto unterwegs waren, beschränkten wir uns auf die folgenden 2 Weingüter die etwas ausserhalb von Napier beieinander liegen.

Church Road Winery, renommiertes Weingut mit einem interessanten Museum
http://www.churchroad.co.nz

Mission Estate Winery, ältestes Weingut in Neuseeland welches 1851 gegründet wurde
www.missionestate.co.nz

Leider gab es an diesem Tag keine Führungen und so probierten wir halt nur den Wein. Das tolle hier ist, dass die Degustationen von mehreren Weinen kostenlos ist. Das Weingut Mission Estate hatte sogar noch einen Malbec zum Probieren. Bei diesem Glas Wein erhellten sich unsere Gesichter ganz spontan und unsere Gedanken schwappten wieder einmal über den Pazifik nach Mendoza, Argentinien. Danach fuhren wir weiter nach Hastings, wo es aber nicht allzu viel zu sehen gab. Mit einem Abstecher zum Ort mit dem längsten Namen der Welt, landeten wir am Abend im Ort Dannevirke, wo wir über Nacht blieben. Von hier aus fuhren wir dann weiter nach Martinborough. Dummerweise brach unterwegs noch der Scheibenwischer auf der Fahrerseite ab. Vor ca. 2 Wochen haben wir bereits den Scheibenwischer auf der Beifahrerseite verloren, den wir dann aber wieder fanden und mit einem Kabelbinder fixieren konnten. Doch dieser heute ging bei Tempo 100 km/h verloren und umdrehen war etwas Schwierig. Nun gut, fuhren wir halt zur nächsten Garage und dieser wechselte dann die Scheibenwischer miteinander aus, damit wenigstens Bidu als Fahrer an diesem Tag freie Sicht hatte, was auch nötig war, da es zur Abwechslung wieder einmal in Strömen regnete.

Martinborough ist ein winziger Ort unweit von Wellington. Dieses Dorf hat sich aber in eine bekannte Weinregion verwandelt, die einige der besten Rotweine Neuseelands produziert. Der Pinot Noir von hier, ist in der ganzen Welt berühmt. Wie ihr euch schon denken könnt, gingen wir natürlich wieder einige Weingüter besuchen. Dieses Mal machten wir uns nicht wie in Argentinien mit dem Fahrrad auf den Weg, sondern liefen ganz einfach von Weingut zu Weingut. Diese sind nämlich so nahe beieinander, dass man das Geld besser in guten Wein investiert, als in ein Fahrrad.

Ata Rangi, eines der besten Weingüter in Neuseeland
http://www.atarangi.co.nz

Cambridge Road, eine ganz kleines Weingut welches nur 12‘000 Flaschen Rosé- und Rotweine produziert pro Jahr. Leider keine Weisswein-Produktion
http://www.cambridgeroad.co.nz

Haythornthwaite Wines, kleines aber feines Weingut mit sehr gutem Gewürztraminer
http://www.haythornthwaite.co.nz

Schubert Wines, dieses Weingut wird von Kai Schubert und Marion Deimling, welche ursprünglich aus Deutschland sind, geführt
http://www.schubert.co.nz

Vynfields, Weingut mit kleinem Restaurant. Produzieren einen Rotwein namens Mad Rooster, was so viel wie verrückter Hahn bedeutet. Die Traubensorte die dafür verwendet wird konnte bis heute nicht identifiziert werden
http://www.vynfields.com

Auch hier gab es leider keine Touren sondern man ging direkt über ins Degustieren. Beim Weingut Vynfiels verweilten wir etwas länger, da wir dem leckeren Angebot von frisch duftendem Brot mit diversen anderen Köstlichkeiten nicht wiederstehen konnten. Am Sonntagmorgen haben wir dann das schöne Martinborough, bei noch schönerem Wetter, verlassen. Wir fuhren der herrlichen Strasse, die eingerahmt vom Meer und der Berge der Aorangi Range ist, bis zum Cape Palliser hinaus. Das Cape Palliser ist der südlichste Punkt der Nordinsel. Um zum Cape Palliser Leuchtturm hoch zu gelangen, müssen zuerst 250 Treppenstufen überwindet werden, doch danach wird man mit einer grossartigen Aussicht, welche bis auf die Südinsel reicht, belohnt. Etwas weiter hat es auch noch eine Pelzrobben-Kolonie. Es war wieder fantastisch diesen „härzigen“ Tieren beim Spielen und Faulenzen zuzusehen. Wir hätten dort Stunden verweilen können. Dieser Abstecher hatte sich definitiv gelohnt und können wir sehr weiter empfehlen.

Nun sind wir am Ende der Nordinsel in Wellington angekommen. Hier können sich unsere Rücken in den nächsten Tagen auf einer richtigen Matratze entspannen, da wir die Gelegenheit haben, bei einer Bekannten von uns (Lina Sutherland) zu verweilen. Wir wollen uns nicht über unsere Maträtzchen, welche wir im Camper haben beklagen aber nur so viel dazu, man könnte gerade so gut auch nur auf einem Brett schlafen ;-).

Wir grüssen euch ganz lieb aus Wellington und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Auf der Suche nach heissen Quellen

20 10 2011

11. Oktober – 20. Oktober 2011

Route: Mangonui – Paihia Bay of Islands – Whangarei – Red Beach Whangaparoa – Miranda – Kauaeranga Valley – Coromandel – Hahei – Tairua – Rotorua – Taupo – Turangi

Nach der Portion Fish-and-Chips machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Touristen-Informationsbüro in Mangonui. Als wir uns ein wenig umgesehen hatten, sprach uns ein älterer Mann an, mit der Frage, ob wir ihm rasch mit seinem PC Problem helfen konnten. Ich hielt mich schön zurück und überliess das Helfen Bidu, da er mit dem Thema PC vertrauter ist als ich. Nach längerer Zeit funktionierte alles so wie sich der Mann das wünschte. Als Dank lud er uns zu sich nach Hause ein. Wir erhielten etwas zu Essen und konnten über Nacht vor seinem Haus campen. Dieses Angebot schlugen wir natürlich nicht aus und verbrachten einen netten Abend mit dem humorvollen Engländer der zwischen den beiden Ländern hin und her pendelt.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter nach Paihia zu den berühmten Bay of Islands die für ihre atemberaubende Küstenlandschaft bekannt ist. Vorab entnahmen wir dem Reiseführer diesen folgenden Satz: „Durchzogen von dutzenden Buchten mit klarem Wasser, das in türkisen und tiefblauen Farbtönen schimmert gehört die Bay of Islands zu den grossartigsten Sehenswürdigkeiten Neuseelands“. So konnten wir erahnen wie schön es dort doch sein mag. Doch eben der Wettergott meinte es nicht gut mit uns und wenn es regnet sieht man von all dem rein gar nichts. So entschlossen wir uns, ohne jegliche Bootstour gemacht zu haben die Bay of Islands bereits am nächsten Tag wieder zu verlassen. Auch hier sagt der Reiseführer folgendes: „Man kann die Bay of Islands nicht verlassen, ohne irgendeinen Ausflug mit einem Boot zu machen.“ 🙂 Weiter ging die Reise, natürlich bei Regen, nach Whangarei. Dort besichtigten wir die Whangarei Wasserfälle. Natürlich waren diese nicht ganz so spektakulär wie die Iguazu Wasserfälle. Als es aufhörte zu regnen nutzen wir die Gelegenheit um noch ein wenig am wunderschönen Flussufer entlang zu laufen. Danach wollte Bidu noch die Abbey Caves (Höhlensystem mit Glühwürmchen) besichtigen. Doch leider war bereits der Eingang voller Wasser, so das eine einigermassen trockene Besichtigung unmöglich war. Den Abend liessen wir dann im Brauhaus Frings bei einem köstlichen Bier ausklingen. Bevor wir von Whangarei aus weiterreisten, machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Kiwi Haus. Dort sahen wir unsere ersten Kiwis. Der Kiwi ist ein flugunfähiger Vogel sowie zugleich das Wahrzeichen Neuseelands. Wir hoffen natürlich sehr, dass wir diesen berühmten Vogel mit dem langen Schnabel auch noch in freier Natur sehen werden. Das Wetter wurde gegen Mittag an diesem Donnerstag auch immer besser und so konnten wir die schöne Küstenlandschaft und deren Strände um Waipu Cove und Whangaparoa so richtig geniessen.

Am Samstag hatten wir wieder einmal vor unsere Wanderschuhe zu gebrauchen. Wir waren ganz erstaunt, als wir am Morgen früh die Vorhänge unseres Campers öffneten und noch etwas Verschlafen den blauen Himmel über uns wahrnahmen. Nun aber rasch aus dem Schlafsack raus, rein in die Kleider, frühstücken, den Abwasch erledigen, alles zusammenpacken und los kann die Fahrt zum Kauaeranga Valley gehen. Auf einer fast 6 stündigen Wanderung, welche durch den Wald, über Bäche und vor allem über viele Treppenstufen führte, erreichten wir die spektakulären Pinnacles auf 759 MüM. Als ich oben ankam musste ich feststellen, dass meine Kondition auch schon mal besser war aber eben die letzte Wanderung liegt auch schon länger zurück. Mit etwas schweren Beinen ging es denselben Weg wieder zurück. Wir entschieden uns die Nacht hier im Coromandel Forest Park zu verbringen. Der Campingplatz hatte ausser einem WC nicht viel zu bieten, doch auf eine kleine Dusche wollten wir trotzdem nicht verzichten. So hiess es dann Wasser aus dem Fluss holen und da dies uns doch etwas kalt war, kochten wir halt einen Teil auf. Nach dieser Waschaktion rochen wir wieder besser als zuvor ;-)!

Als wir am anderen Morgen aufwachten, war der ganze Campingplatz unter Wasser. Es hatte fast die ganze Nacht durchgeregnet und somit mussten wir schauen, wo wir am besten durch den Sumpf fahren konnten ohne stecken zu bleiben. Das heutige Tagesziel war klar, ein Ort finden, der am Abend das Spiel All Blacks gegen die Wallabies überträgt. Wir fuhren auf der SH25 nach Coromandel und da es uns dort so gut gefiel, entschieden wir spontan die Nacht hier zu verbringen. Vom Camping aus konnten wir auch zu Fuss ins Pub laufen. Doch vor dem Match mussten wir einmal schauen, dass der Innenbereich unseres Campers trocken wurde und zugleich nutzen wir die Sonnenstrahlen für einen Waschaktion. Nach getaner Arbeit ging’s dann aber definitiv ins Pub und die All Blacks erledigten ihren Job souverän und siegten über ihren Erzfeind Australien. Auch wir waren über das Resultat erfreut, weil somit steigt hoffentlich nächsten Sonntag eine riesen Party im ganzen Land.

Etwas müde vom langen aufbleiben (wir sind uns das nicht mehr so gewöhnt, da wir ja auch nur älter werden) :-), fuhren wir nach Hahei, wo sich der Kalksteinbogen „Cathedral Cove“ befindet. Nach dem kurzen Spaziergang dorthin und am weissen Sandstrand von Hahei hatten wir für die nächsten Tage nur noch eine Mission. Die lautete im wahrsten Sinne des Wortes; von einer heissen Quelle zur nächsten zu fahren. 9 Kilometer südlich von Hahei liegt der berühmte Hot Water Beach, wo Thermalquellen direkt unter dem Sand brodeln. In den 4 Stunden Niedrigwasser kann man mit ganz vielen anderen Leuten ein Loch in den Sand buddeln, damit man sein eigenes Warmwasserpool hat. Voller Tatendrang marschieren wir zu dem bestimmten Strandabschnitt und Bidu schaufelte einmal drauflos, ja und ich sah ihm dabei zu. Bereits nach kurzer Zeit hatte er ein recht grosses Loch geschaufelt, das sich mit warmem Wasser füllte. Eine aufmerksame Mutter hatte dies auch bemerkt und setzte bereits einmal ihre 2 kleinen Kinder zu Bidu ins Pool :-). Es war unglaublich wie viele Kinder, Hunde und andere Leute an diesem Ort wie verrückt Löcher in den Sand gruben aber ganz so einfach war dann das Ganze doch nicht. Zum Teil war das Wasser so heiss, dass man sich schlichtweg fast verbrannte oder dann spülte das Meer wieder viel zu kaltes Wasser in die „Pools“. Zum Schluss schaffte es Bidu dann doch noch ein paar Minuten im selbstgeschaufelten Pool zu sitzen! Von hier aus fuhren wir entlang der Bay of Plenty zu unserem nächsten Ziel. Leider ist in dieser Bucht vor ca. 2 Wochen in der Nähe der Motiti Island ein schweres Frachtschiffunglück passiert und somit läuft seit Tagen Öl ins Meer. Dieses Unglück hat bereits vielen Tieren das Leben gekostet und die Strände vor allem rund um Papamoa sind mit Öl übersät. Da übers Radio Freiwillige gesucht wurden, die helfen die Strände wieder einigermassen zu säubern, haben wir uns gedacht, dass wir uns dort melden. Nun warten wir auf eine Antwort, ob unsere Hilfe benötigt wird.

Der nächste Ort in dem wir Halt machten, braucht unserer Meinung nach kein Ortsschild. Man riecht den Ort förmlich. Rotorua wo sich zischende Geysire, dampfende heisse Quellen und explodierende Schlammlöcher befinden gilt als aktivste Thermalgegend Neuseelands. Die Luft ist schwefelhaltig und so „stinkt“ es hier den ganzen Tag nach faulen Eiern. Wir durften uns im Polynesian Spa in einem privaten Pool, extra nur für uns zwei, erholen. Ganz herzlichen Dank nochmals an Gaby für diesen Gutschein, wir haben die 30 Minuten im 39°C heissen Wasser sehr genossen. Nahe von Rotorua befindet sich noch das Wai-o-Tapu Thermalgebiet. Auf über 18 km2 erstreckt sich dieses Gebiet, doch nur ein kleiner Teil davon kann von den Besuchern begangen werden. Wai-O-Tapu ist übersät mit kollabierten Kratern, heissen und kalten Seen, Schlammtümpeln und dampfenden Erdspalten. Es war recht spannend die vielen verschiedenen und meistens brodelnden Tümpel zu sehen. Der Lady Knox Geysir gehört auch noch zu diesem Wunderland. Dieser bricht täglich um 10.15 Uhr aus. Dies geschieht leider nicht auf natürliche Weise, sondern oben in den Geysir wird eine seifenartige Substanz geschüttet, damit dieser dann ausbricht. Na ja wir fanden diese Show nicht so toll aber Hauptsache den vielen anderen Zuschauern hat es gefallen.

Eigentlich wollten wir in der Nähe von Turangi im Tongariro National Park wandern gehen. Als wir aber hier ankamen, erklärte man uns, dass der Tongariro Alpine Crossing Treck wegen dem starken Wind und des Neuschnees von vorletzter Nacht geschlossen ist. Nun reisen wir halt ohne diese Wanderung weiter auf der Nordinsel Richtung Süden.

Wir wünschen euch eine gute Zeit, hasta pronto und GO ALL BLACKS!
Eliane, Beat und Grumo

PS. Vielen herzlichen Dank an McDonald’s für das gratis Internet :-)!!!

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Riesige Bäume, einsame Buchten und lange Strände

13 10 2011

1. Oktober -10. Oktober 2011

Route: Auckland – Muriwai Beach – Pahi – Trounson Kauri Park – Waipoua Kauri Forest – Ahipara – Cape Reinga – Mangonui

Die meisten Besucher Neuseelands werden von der herrlichen Natur angezogen. Das Land bietet vom subtropischen Norden bis zum subantarktischen Süden, abwechslungsreiche Städte und Landschaften. Besonders reizvoll sind Strände, tiefe Sounds, hohe Berge, die geothermischen Quellen und die Wälder. Neuseeland besteht aus 2 Hauptinseln der Nord- und der Südinsel sowie aus 700 kleineren Inseln. Die Fläche Neuseelands beträgt 268 680 km2 und ist 1600 km lang. Somit ist dieses Land etwas grösser als Grossbritannien. Gezählt werden etwa 4,4 Mio. Einwohner und 39,3 Mio. Schafe. Die Hauptstadt ist Wellington aber als Wirtschaftsmetropole zählt Auckland. Bezahlt wird hier mit dem neuseeländischen Dollar (NZD 1.00 = ca Fr. 0.71).

Speziell bekannt ist das Land auch für seine Outdoor-Aktivitäten. Das Angebot ist sehr vielfältig und es wird einem hier sicher nie langweilig. Bestimmt werden wir das einte oder andere auch ausprobieren aber eins steht schon fest, das Wandern wird in den nächsten 3 Monaten nicht zu kurz kommen. Wieso die Inseln hier so grün sind, haben wir bereits in den ersten Tagen bemerkt: Und die Rätsels-Lösung ist einfach; auch hier regnet es ab und zu :-).

Nach dem 6-stündigen Flug von Tahiti wurden wir in Auckland von einer kühlen Briese und trübem Wetter begrüsst. Da wir unterwegs die Datumsgrenze überschritten hatten, sind wir anstatt am Samstag 1. Oktober bereits am Sonntag 2. Oktober in Neuseeland gelandet. Die ersten 4 Tage verbrachten wir in einem Hostel nicht allzu weit entfernt vom Stadtzentrum. Wir erkundeten in dieser Zeit die Stadt, die sehr übersichtlich und organisiert ist. Alles erschien uns zudem sehr sauber und ordentlich, dies sind wir uns von Südamerika her, nicht mehr so gewöhnt. Auckland gilt als die Seglerstadt, hier wo das Alinghi Team im Jahr 2003 den Americas Cup gewonnen hat. Bei der Werft des Team New Zealand wird man sogar noch an diesen Titelgewinn erinnert. Am Mittwoch fuhren wir mit der Fähre in den ruhigen und sehr schönen Vorort Devenport. Ja und dann war es am Donnerstag endlich soweit und wir konnten unseren Campervan übernehmen. Kurt der Vermieter (klar ein ausgewandeter Schweizer) holte uns beim Hostel ab. Nach einer 40 minütigen Fahrt aufs Land erreichten wir sein Geschäft/Haus (www.banz.co.nz). Nach all den nötigen Erklärungen und ein paar schriftlichen Formalitäten ging unsere wirkliche Reise durch Neuseeland los und dies erst noch auf der verkehrten Strassenseite :-).

Die erste Mission die wir hatten, war einkaufen. Den Einkaufswagen war recht voll als wir die Kasse ansteuerten. Aber eben als Selbstversorger braucht man so einiges zum Überleben ;-). Vollbeladen fuhren wir ohne grosses Ziel los und landeten gegen Abend am Muriwai Beach. Der Campingplatz war direkt am schwarzen Sandstrand gelegen und bei einem Spaziergang entdeckten wir per Zufall noch die Gannets (australoasiatische Tölpelkolonie). Hunderte von diesen Tölpeln waren auf den Felsen am Nesten, da sie bald mit brüten beginnen. Ich weiss auch nicht mehr wie lange wir im kühlen Wind diesen wundervollen Vögeln zugeschaut hatten aber wir waren extrem fasziniert wie sie mit dem ständigen Wind leben können. Später genossen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und so ging unser erster Tag mit dem Büsli (und mal nicht mit dem Bus) zu Ende ;-).

Am Morgen starteten wir die Weiterreise nach Norden zu einer gemächlichen Zeit. Ein Tagesziel hatten wir auch an diesem Tag nicht wirklich und so führte die Route erstmals zum Shelly Beach. Der Strand war voller Muscheln und ich konnte mich gar nicht mehr sattsehen an den vielen farbigen Dingern. Am meisten Leid taten wir all die Muscheln die wir zertrampelten aber es gab ja keine andere Möglichkeit, als auf den Muscheln dem Strand entlang zu laufen :-). Weiter ging die Fahrt über Hügel und Wälder und die Landschaft erinnerte uns seit Monaten wieder einmal an zu Hause. Das viele schöne Grün nahmen wir aber besonders wahr.

Unsere Campingnachbarn in Pahi gaben uns den Tipp am Samstag das hervorragende Kauri Museum in Matakohe zu besuchen. An diesem Tag war noch der Settler‘s Day, an welchem Pioniere ihr Handwerk von früher dem Publikum präsentierten. Im Museum erhält man viele Infos zu den Kauri Bäumen und deren Harz. In einem separaten Raum sieht man das Harz, eine bernsteinfarbene Substanz welche geschnitzt, geformt und zu juwelenartiger Qualität poliert werden kann, ausgestellt. Das Museum ist mit viel Liebe aufgebaut und es beeindruckte uns wie viel es zu sehen gab. Wie schon erwähnt wurden auch Handwerksarbeiten den Besuchern vorgeführt. So kam ich nicht drumherum bei einer netten Schweizerdame, welche am Spinnrad arbeitete und unser „Schwizerdütsch“ verstand selber Handanzulegen. Ich gebe es zu, am Resultat muss ich noch schwer arbeiten, da „spinnen“ in manchen Situationen gar nicht so einfach ist ;-).

Nach so vielen Informationen zu den gigantischen Kauri Bäumen, wollten wir diese auch noch in Natura sehen. Auf der Weiterfahrt nach Norden befinden sich der Trounson Kauri Park sowie der Waipoua Kauri Forest. Bei beiden machten wir einen Halt, doch im Waipoua Kauri Forest befindet sich noch der grösste Rest der einst ausgedehnten Kauriwälder im Norden Neuseelands. Ein Kauri Baum kann bis zu 60 Meter hoch werden und einen Stammumfang von bis zu 17 Metern haben. Es gibt einen Weg der die Besucher zu den grössten Bäumen führt. Zuerst marschierten wir zum 7. grössten Baum, dem Yakas Kauri (Höhe 43,9 m / Umfang 12,04 m). Dann wanderten wir weiter zu den Four Sisters. Dies sind 4 Bäume die extrem nahe zusammengewachsen sind. Danach erwartete uns der Te Matua Ngahere / Vater des Waldes (Höhe 29,9 m / Umfang 16,41 m) welcher der 2. Grösste Kauri ist. Zum Abschluss wollten wir dann doch noch einen Blick auf den grössten Baum, Tane Mahuta (Höhe 51 m / Umfang 14 m / Alter 1‘500 bis 2‘000 Jahre), welcher von den Maori so genannt wurde, werfen. Ehrlich gesagt fühlten wir uns wie Zwerge neben diesen riesigen Dingern. Nach dem Besuch der grössten Kauri Bäume wollten wir dann noch einen langen Strand sehen. Somit führte die Fahrt weiter zum 90 Mile Beach. Dieser wird 90 Mile Beach genannt, doch seine korrekte Länge beträgt aber nur 60 Meilen. Bei der Namensgebung erlaubte sich wohl jemand einen kleinen Scherz. Die Nacht verbrachten wir im kleinen Surferdorf Ahipara was zugleich ein guter Ausgangspunkt zum Cape Reinga, welches fast der nördlichste Punkt des Landes ist, ist. Jedoch liegt der nördlichste Punkt am North Cap. Natürlich durften wir am Sonntagabend das Viertelfinal-Spiel der All Blacks (Neuseeland) gegen Argentinien nicht verpassen. Mit vielen anderen Campierenden schauten wir uns das Spiel an, welches nach Anlaufschwierigkeiten der All Blacks doch noch mit einem verdienten Sieg der Neuseeländer endete.

Die knapp 120 Kilometer ans Ende der Nordinsel nahmen wir am Montagmorgen in Angriff. Oben angekommen wehte uns ein stürmischer Wind entgegen, der einem sogar das Laufen erschwerte. Wir nahmen den kurzen Fussmarsch zum Leuchtturm auf uns, da wir ja auch sehen wollten, wo sich der Pazifik mit der Tasmansee trifft. Hier können sogar Wellen von bis 10 Metern entstehen, wenn das Wetter ganz stürmisch ist. Bevor wir dann wieder das Auto erreichten, fing es an zu regnen. Eigentlich wollten wir auf der Rückfahrt nochmals am 90 Mile Beach übernachten, doch dies machte nicht viel Sinn, da es doch Schöneres gibt als bei Regen dem Strand entlang zu laufen. Somit fuhren wir in die Doubtless Bay nach Mangonui. Bei strömendem Regen gönnten wir uns halt eine Portion Fish-and-Chips und überlegten uns, wohin wir in den nächsten Tagen reisen können.

Somit haben wir bereits einen kleinen Teil der Nordinsel gesehen und schon jetzt können wir zweifellos sagen, dass es uns hier im Land, welches der Schweiz wirklich ein wenig ähnlich ist, sehr gefällt! Nun reisen wir der Ostküste entlang wieder Richtung Auckland.

Liebe Grüsse von der anderen Seite der Erde und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Maeva au paradis

3 10 2011

22. September – 30. September 2011

Französisch Polynesien, eine Perle im südlichen Pazifik welche tausende Kilometer von zu Hause entfernt liegt. Es besteht aus einer Ansammlung kleiner Inseln, Atolle und Archipele und gehört zu Frankreich. Insgesamt besteht Französisch Polynesient aus 118 Inseln und Atollen, die zu fünf Archipelen (Gesellschaftsinseln, Tuamotu Archipel, Marquesasinseln, Austral-Inseln und Gambierinseln) gehören. Die Inseln verteilen sich auf einer Wasserfläche von etwa 4‘000’000 km2, bei einer Landfläche von nur etwas mehr als 4‘000 km2. Die bekannteste und bevölkerungsreichste Insel ist Tahiti wo sich auch die Hauptstadt Papeete befindet. Die Landessprachen sind französisch und tahitianisch. Bezahlt wird hier in Französisch Polynesischen Francs, welcher an den Euro-Wechselkurs angebunden ist (XPF 1‘000.00 =  CHF 10.30).

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum; nach diesem Zitat versuchen wir so oft wie möglich zu leben und in den letzten 6 Monaten, konnten wir uns viele unserer Träume verwirklichen. Das Reisen hat aber auch einen kleinen Hacken und zwar kommen laufend immer wieder neue Träume dazu. Die letzten 10 Tage verbrachten wir im Paradies auf Französisch Polynesien. Was heisst für uns Paradies? Ich versuche dies in einigen Worten zu erläutern. Kristallklares, türkisfarbenes Meer, weisse Sandstrände die umgeben von schattenspendenden Kokosnusspalmen sind, eine konstante Wassertemperatur von ca. 27°C, fast jeden Tag strahlender Sonnenschein, eine farbenfrohe und tierreiche Unterwasserwelt und natürlich herrliches Essen. Klar gibt es für uns verschiedene Arten von Paradies aber diese Inseln hier gehören definitiv dazu. Wir verbrachten unseren Urlaub vom Reisen auf folgenden Inseln:

22.09. – 25.09.2011 Bora Bora
25.09. – 27.09.2011 Huahine
27.09. – 30.09.2011 Moorea
30.09. – 01-10.2011 Papeete (Tahiti)

Geplant war eigentlich, dass wir die Nacht nach Ankunft in Papeete am Flughafen verbringen, da der Weiterflug nach Bora Bora vom 22.09.11 bereits um 06.45 Uhr war. Somit machte es für uns keinen Sinn ein Zimmer zu nehmen. Während der Woche auf der Osterinsel lernten wir Céline (La Star) und Camille, ursprünglich aus Frankreich aber seit längerem leben sie in Papeete, kennen. Sie luden uns ein die Nacht bei ihnen auf dem Balkon (das Bett steht wirklich auf dem Balkon) zu verbringen und zugleich feierten wir um Mitternacht noch Bidus Geburtstag. Als Geschenk bekam er vorerst einmal ein tahitianisches Bier mir einer Kerze oben drauf :-). Klar feierten wir dann am nächsten Abend bei einem leckeren Essen und einem kleinen Kuchen mit Kerzen auch nochmals Geburtstag. Am Morgen früh fuhren uns Céline und Camille an den Flughafen und dann verabschiedeten wir uns für die nächsten 8 Tage von ihnen. Der Flug auf die meistbesuchte Insel der Welt ging planmässig und auf Bora Bora wurden wir von strahlendem Sonnenschein und türkisblauem Meer begrüsst. Wir waren natürlich die einzigen Touristen die mit Rucksäcken unterwegs waren. Alle anderen, natürlich ausschliesslich Pärchen welche hier ihre Flitterwochen verbrachten, hatten schöne grosse Koffern von Louis Vuitton und Gucci bei sich :-). Wir wurden dann auch nicht von einem Hotelboot wie dem 4 Seasons abgeholt, sondern mussten als normales Fussvolk die Fähre nach Vaitape nehmen. Unsere Unterkunft lag etwas ausserhalb von Vaitape. Wir hatten ein wunderschönes Bungalow mit einer kleinen Terrasse von welcher, wir eine tolle Aussicht aufs Meer genossen. Der Besitzer stellte uns Fahrräder zur Verfügung die wir natürlich auch benutzen um an den Strand zu gelangen oder einmal am Morgen früh um die Insel zu radeln. In ganz Französisch Polynesien beginnt es bereits um 05.00 Uhr zu dämmern und so waren wir dann auch immer relativ früh auf, da es zu dieser Tageszeit am angenehmsten war. Die Insel ist sehr schön, extrem grün und natürlich blühen überall ganz viele Blumen. Zugleich hatte es alle Arten von Früchten, die momentan am reifen oder bereits essbar sind. Auf Empfehlung machten wir auf dieser Insel noch eine Lagunen Tour. Bora Bora ist ja nicht bekannt für seine Sandstrände, sondern für seine wunderschöne Lagune. Der Tag war perfekt und der strahlend blaue Himmel verstärkte somit die verschiedensten Farben des Meeres noch viel mehr. Es ist wirklich wunderschön und genau so wie auf den Postkarten von Bora Bora sieht es auch aus. Nach fast 4 Tagen ging es dann während einem 20 minütigen Flug weiter auf die Insel Huahine.

Huahine ist das totale Gegenteil von Bora Bora. Absolut nicht touristisch, keine 5 Sterne Resorts und die Leute sind extrem freundlich. Auch hier erwartete uns wieder ein schönes Zimmer und dieses Mal sogar fast direkt am Strand. Somit mussten wir nur einige Schritte bis zu unserem Liegestuhl machen. Neben baden, Kayak fahren und sünnele, mieteten wir auf dieser Insel einen Scooter, da wir die 60 km nicht mit dem Fahrrad zurücklegen wollten. Es hatte nämlich so einige Steigungen die sogar unserem Scooter etwas Mühe bereiteten. Auf Huahine war es noch grüner als auf Bora Bora und die Landschaft war auch wieder einmalig schön. Wir besuchten noch eine Vanille-Farm. Vanille wächst an einer Pflanze und sieht fast so wie die Stangenbohnen, nur wird die Pflanze nicht ganz so hoch. Die Besitzer bauen nicht nur Vanille an, sondern auch noch so einige Sorten an Früchten. Der Vanille Geruch war so stark, dass ich diesen am Abend immer noch in meiner Nase hatte.

Am Dienstagmittag ging’s dann mit dem letzten Flug auf die nächstgelegenste Insel zu Tahiti, auf Moorea. Moorea ist ungefähr so gross wie Huhaine aber doch wieder etwas touristischer. Viele Bewohner von Tahiti kommen übers Wochenende nach Moorea, da die Inseln nur 30 Minuten mit der Fähre auseinander liegen. Wie ihr euch denken könnt, diente auch hier wieder ein cooles Bungalow am Meer als Unterkunft. Das Angebot an Dingen die wir unternehmen konnten war wieder einmal riesig und so hatten wir die Qual der Wahl was wir machen wollten. Da momentan die Buckelwale hier in der Nähe sind um ihre Kälber zu gebären und aufzuziehen, entschlossen wir uns eine „Whale watching Tour“ zu machen. Die Wale kommen immer von Juni – November hierher da die Wassertemperatur ideal für die Jungen ist. Im November machen sie sich dann wieder auf den langen Weg zurück zum Südpol. Wir hofften sehr, dass wir Wale und Delfine sehen werden aber eben eine Garantie hat man ja nie, ausser natürlich im Zoo. Mit einem Boot fuhren wir aus der Lagune heraus ins offene Meer. Es vergingen keine 10 Minuten bis wir den ersten Buckelwal sahen. Bereits bei diesem Anblick waren wir alle total aus dem Häuschen und konnten unser Glück kaum fassen. Doch zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, was uns als nächstes erwartet. Wir fanden dann eine Mutter mit ihrem Jungen und dann plötzlich hiess es (getting ready for snorkeling) und kurze Zeit später waren wir alle mit Schnorchel und Taucherbrille im Wasser. Einige Züge schwimmen und dann sahen wir unter uns dieses riesige und wunderschöne Tier mit seinem Jungen. Ganz ruhig schwammen die Beiden unter uns auf dem Meeresgrund und liessen sich durch unsere Anwesenheit nicht stören. Ab und zu kamen sie nach oben um Luft zu holen und das war dann der magische Moment, wo wir nur noch einige Meter von diesen gigantischen Meeressäugern entfernt waren. Einige Male wurde uns bereits erzählt, dass man mit Walen schwimmen kann, doch nie hätten wir uns träumen lassen, dass genau uns dies passieren wird. Insgesamt konnten wir etwa 40 Minuten bei diesen Tieren sein, um sie zu bewundern und zu bestaunen. Diesen magischen Moment werden wir nie vergessen und genau an diesem Tag hatten wir Halbzeit auf unserer Reise. Wie wenn dies nicht schon genug gewesen wäre, sahen wir auch noch Delfine, Riffhaie und Rochen. So ging ein eindrücklicher, perfekter und bestimmt unvergesslicher Tag zu Ende. Am letzten Tag auf Moorea mieteten wir wieder einen Roller, was zur Freude von Bidu war, da er nämlich wie ich das Gefühl habe, sehr gerne Roller fährt :-). Wie alles gingen auch diese Tage im Paradies einmal zu Ende. Am Freitagmittag fuhren wir mit der Fähre zurück nach Papeete wo bereits Camille auf uns wartete. Wir konnten das Gepäck bei ihm im Auto verstauen, um noch ein wenig die Stadt zu besichtigen. Viel zu sehen gab es hier nicht aber viele schöne Sachen hätte es zu kaufen gegeben. Unter anderem ist Tahiti auch bekannt für seine schwarzen Perlen und zum Glück brauchen die ja nicht so viel Platz im Rucksack! Den Abend verbrachten wir mit Céline und Camille bei ihren Freunden, da diese den Rugbymatch Frankreich gegen Tonga schauen wollten. Es war ein super Abend und unseren französisch Kenntnissen schadete dies auch nicht. Um Mitternacht lagen wir dann wieder wie bereits vor 10 Tagen im Bett auf dem Balkon und konnten ein letztes Mal zum Einschlafen den schönen Sternenhimmel über Tahiti geniessen.

Es gäbe noch viele Inseln die man in Französisch Polynesien besuchen könnte, doch eben die Zeit die wir zur Verfügung hatten war beschränkt so wie ja auch unser Budget. Es ist schwierig zu sagen auf welcher Insel es uns am besten gefallen hat aber klar ist, es ist nicht Bora Bora. Mittlerweile ist die Insel voll von Touristen und ist zugleich total überteuert, das sagen auch die Einheimischen. Vor 10 Jahren wimmelte es dort von Backpackern, doch heute ist die Insel eher für Leute die gerne ein paar hundert oder tausend Franken für eine Nacht hinblättern. Nun sind wir wieder gut erholt und weiterhin voller Tatendrang in den Reisealltag gestartet. Den Weg nach Neuseeland (Auckland) haben wir nun seit gestern auch gefunden. Das Land steht momentan Kopf und es dreht sich alles nur um ein Thema; um die ALL BLACKS und den Rugby World Cup. Wir hoffen natürlich, dass die ALL Blacks weiterhin so gut spielen wie bisher, damit wir glückliche und zufriedene Neuseeländer erleben. Während den nächsten 3 Monaten bereisen wir für einmal „nur“ ein Land aber dies dafür richtig :-)!

Pour Céline (LA STAR) et Camille: MERCI beaucoup pour tous et spécialement votre hospitalité! C’était magnifique en Polynésie Française et nous espérons que nous vous rencontrons en Suisse où en France. Profiter de votre trip en Amérique!!!

Wir grüssen euch ganz lieb aus Auckland und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Mystische Wunderwelt inmitten des Pazifiks

21 09 2011

14. September – 21. September 2011

Die isolierte Wunderwelt der Rapa Nui liegt weitab des Festlandes. Die Insel trennen sagenhafte 3700 km bis Santiago und 4000 km bis nach Tahiti. Die nächste bewohnte Insel befindet sich 2078 km östlich der Osterinsel. Seit 1995 ist die Osterinsel als Nationalpark Rapa Nui Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Das winzige polynesische Rapa Nui (Länge 24 km, Breite 13 km und einer Fläche von 162,5 km2) liegt für die meisten Südamerikareisenden völlig abseits der Route aber für uns war diese Insel auf dem Weg um nach Neuseeland zu gelangen. Deshalb legten wir hier einen ersten 7-tägigen Zwischenstopp ein. Was diese kleine Insel inmitten des Pazifiks alles zu bieten hatte, versetzte uns jeden Tag von neuem in Erstaunen. Mehrmals wurden wir gefragt was wir denn hier 7 Tage lang machen wollten und das es uns bestimmt langweilig werde, doch von Langeweile war hier auf Rapa Nui nie die Rede, da wir ja so einiges über die rätselhaften Moai Statuen lernen wollten.

Nach einem 6-stündigen, sehr angenehmen LAN-Flug erreichten wir pünktlich die Osterinsel. Warum diese Insel überhaupt Osterinsel heisst, weil der holländische Admiral Roddeveen seinen Fuss als ersten Europäer auf die Insel setzte. Sein Timing (Ostersonntag 1722) besiegelte ihren Spitznamen. Alle Reisenden werden am Flugplatz mit einer Blumenkette empfangen, so auch wir :-). Mit einem Minibus wurden wir zu unserer Unterkunft dem Camping Mihinoa gefahren. Die Besitzerin Marta empfing uns auch hier herzlich und sogleich konnten wir unsere Betten, für einmal in einem 5-Bettzimmer beziehen. Der einzige Campingplatz der Insel liegt direkt am Meer und das Tosen der Wellen kann für die Campierenden bestimmt ab und zu, zu schlaflosen Nächten führen. Die Insel ist eigentlich nicht gross aber zu sehen gibt es trotzdem sehr viel. Somit entschieden wir uns für am Freitag eine Tour entlang der Südküste zu unternehmen. Unser Tourguide Mark ist Neuseeländer, welcher mit einer Rapa Nui-Frau verheiratet ist. Die Tour führte nach Ahu Tongariki, wo die meisten, nämlich 15 Moais direkt am Meer stehen. Der Grösste misst doch sagenhafte 8,7 Meter. Danach ging’s weiter zum erloschenen Vulkan Rano Raraku, wo sich der Steinbruch oder die „Kinderstube“ der Moais befindet. Hier wurden die Moais aus den Ausläufern des Vulkans geschlagen. Insgesamt wurden über 1000 Stück hergestellt und auf der ganzen Insel verteilt. Im Steinbruch befinden sich heute immer noch etwa 400 Stück, wovon der grösste 21 Meter misst. Dieser wurde aber nie ganz fertiggestellt. Von hier aus ging’s dann weiter an den beliebten, palmengesäumten weissen Strand Anakena. Dort befinden sich weitere 7 Moais. Natürlich haben wir noch so einige Ruinen und umgestürzte Moais gesehen, doch um alles aufzuzählen, würde dieser Bericht wieder viel zu lang werden. Die Tour war sehr interessant, doch am Abend waren wir alle so erledigt, dass wir froh waren, nicht mehr über das Thema Moai zu sprechen ;-)!

Am Samstag zog ein kräftiger Sturm mit ganz viel Regen über die Insel. Die Zelte waren zum Teil umgestürzt und die meisten dazu noch mit Wasser gefüllt. Das Zelt von Claire und Adam, mit welchen wir meistens unterwegs waren, mussten in der Nacht aus ihrem Zelt flüchten, da es zusammenbrach und alles nass war. Somit war dieser Tag unser Ruhetag. Am Sonntag hatten wir mit Claire und Adam ein Auto gemietet. Gegen 09.00 Uhr brachen wir auf, um nochmals die 15 Moais und den Steinbruch zu besuchen. Das Wetter war an diesem Tag viel schöner als am Freitag und somit lohnte es sich, um diesen Sehenswürdigkeiten einen zweiten Besuch abzustatten. Am Nachmittag erkundeten wir dann noch die Westküste der Insel. Auch dort hat es weitere Moais und viele Ruinen, welche einmal Dörfer waren. Auch nach dieser Tour waren wir am Abend total erledigt aber froh so viel gesehen zu haben. Am Abend entschieden wir uns am Morgen früh ein weiteres Mal zu den 15 Moais zu fahren, um noch den Sonnenaufgang zu sehen. Dieser Trip lohnte sich, da wir wirklich einen wunderschönen Sonnenaufgang zu sehen bekamen. Danach wanderten wir noch auf den Vulkan Rano Kau mit seinem Kratersee. Die Aussicht war einmalig und der Kratersee ist mit Totora-Schilf bedeckt. Dieses Schilf ist der Rest der eigentlichen Vegetation auf der Insel.

Leider gibt es auf der ganzen Insel fast keine Bäume mehr. Forschungen haben ergeben, dass die Insel einmal dicht mit Palmwäldern besiedelt war. Die Entwaldung zog sich über einen längeren Zeitraum her und startete im Jahre 1010. Es wird geschätzt, dass auf der ganzen Insel über 10 Millionen Palmen gefällt wurden. In den letzten Jahren hatte es aber wieder eine Aufforstung von Eukalyptusbäumen gegeben und somit sieht die Insel nicht ganz so kahl aus wie früher einmal. Auch Tiere gibt es nicht allzu viele auf der Insel. Es leben aber ganz viele wilde Pferde hier, welche natürlich auch einmal eingeführt wurden und heute ein Problem für die Insel sind, da sie unteranderem die liegen Skulpturen beschädigen.

Ja wie ihr seht wurden wir in den letzten 7 Tagen mit ganz vielen Informationen versorgt. Es gäbe noch vieles mehr zu erzählen aber das sparen wir uns auf, damit wir nach unserer Rückkehr auch noch was zu berichten haben :-)!

Heute Abend geht es nun wieder weiter Richtung Neuseeland, doch legen wir noch einen zweiten Zwischenstopp auf Tahiti und seinen umliegenden Inseln ein. Die nächsten 10 Tage verbringen wir auf Bora Bora, Huhaine und Moorea bevor es dann am 1. Oktober definitiv nach Auckland geht. Bestimmt werden wir euch wieder herrliche Fotos aus dem Paradies zeigen können. Nun freuen wir uns ganz extrem auf diese Tage und wahrscheinlich gibt es unter euch der eine oder andere Neider :-)!

Wir wünschen euch eine gute Zeit und grüssen euch ganz lieb aus Hanga Roa
Eliane, Beat und Grumo

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Unsere letzten Tage in Südamerika

17 09 2011

8. September – 14. September 2011

Santiago, wieder einmal mehr eine Millionenstadt über der meistens eine riesen Smogwolke hängt, welche die wunderbare Aussicht auf die schneebedeckten Andengipfel verdeckt. Wie wir unsere letzten Tag in Südamerika verbringen wollten, war für uns beide klar; einfach nicht mehr allzu viel machen. Unsere Unterkunft war spitze und während den 6 Tagen trafen wir super Leute aus der ganzen Welt. Somit verbrachten wir mehr Zeit als bisher im Hostel, doch auch die Besichtigung der Stadt kam nicht zu kurz.

Am ersten Tag den wir in Santiago verbrachten, machten wir uns auf einen Stadtspaziergang der in unserem Reiseführer empfohlen war. Dieser führte beim Cerro Santa Lucia vorbei, wo man eine tolle Aussicht auf die Stadt hätte, doch leider war es zu dunstig. Weiter ging’s ins Zentrum zur Plaza de Armas und den vielen Regierungsgebäuden. Natürlich dürfen wir die vielen schönen Kaffees nicht vergessen zu erwähnen, die es in dieser Stadt hat. Der Nachteil war einfach, dass der Kaffee an manchen Orten fast so teuer war wie bei uns in der Schweiz. Am Samstag besuchten wir wieder einmal einen Markt. Auf diesem Markt gab es nur Meeresfrüchte und Fisch zu kaufen. Es sah alles sehr lecker aus aber irgendwie verging uns der Appetit ein wenig von dem starken Fischgeruch. Wir lieben ja beide dieses Essen, doch dies war doch etwas zu viel für uns :-)! Den Nachmittag verbrachten wir für einmal vor dem Fernseher, da wir ja Roger Federer an den US-Open unterstützen mussten. Wie ihr ja alle wisst, half diese Unterstützung leider nicht. Den Sonntag gingen wir sehr ruhig an und machten einen Ausflug auf den Cerro San Cristóbal 870 MüM. Nach oben führt, wie auf dem Gurten in Bern, eine Standseilbahn. An diesem Tag war das Wetterglück auf unserer Seite und wir hatten eine super Sicht auf die schneebedeckten Anden sowie auf die ganze Stadt. Wir überlegten uns noch einen Tag ins Valle Nevado Skifahren zu gehen, doch das sommerliche Wetter und die eher hohen Preise hielten uns davon ab. Alles können wir uns ja auch nicht leisten, da die nächsten 2 Stationen auf unserer Reise auch eher teuer ausfallen werden. In den verbleiben zwei Tage machten wir noch unsere letzten Einkäufe und bereiteten uns auf die Weiterreise vor. Den letzten Abend war nicht nur für uns der letzte von Santiago, sondern auch für viele andere aus dem Hostel. So organisierte der Besitzer ein Barbecue für uns alle. Es gab reichlich zu Essen und zu Trinken und es war einfach ein perfekter Abschluss nach 5 ½ Monaten Südamerika. Die Nacht viel dann auch recht kurz aus, für mich etwas länger als für Bidu :-), doch zum Schlafen hatten wir ja dann im Flieger wieder genügend Zeit. Um 06.30 Uhr wurden wir vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gefahren. Beiden war anzusehen, dass uns der Abschied vom südamerikanischen Festland nicht leicht fiel. Klar freuen wir uns beide auf alles was noch kommt, doch auf der anderen Seite ist nun schon fast die Hälfte der Reise vorüber. Wir wissen noch gut als wir die Route zusammengestellt haben und wir sagten, ach von Ende März bis Mitte September das ist ja eine lange Zeit um in Südamerika zu reisen. Es hat für alles was wir geplant haben gereicht aber wir wussten ja nicht, dass mehr als fünf Monate so schnell vorbei sein können.

Um 09.20 Uhr verliessen wir den Flughafen von Santiago und das Festland von Südamerika. Der Flug ging auf die 3700 km entfernte Osterinsel welche ja immer noch zu Chile gehört. Somit verbringen wir nochmals eine ganze Woche in einem ganz anderen Südamerika, als das wir bis jetzt kennen. Wir sind sehr gespannt was uns hier alles erwartet.

Somit werden wir euch nächste Woche über die Zeit hier auf dieser einmaligen Insel berichten.

Bis dahin wieder hasta pronto und ganz liebe Grüsse aus Hanga Roa
Eliane, Beat und Grumo

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Die bunte Hafenstadt Valparaíso

11 09 2011

4. September – 8. September 2011

Die letzte „lange“ Busfahrt führte uns wie bereits am Anfang unserer Reise durch die Anden. Auf 2700 MüM befindet sich die chilenische Grenze inmitten von Skigebieten. So durften wir doch wieder einmal bei relativen kühlen Temperaturen unsere Aus- und Einreiseformalitäten erledigen. Die Chilenen nahmen es wieder sehr genau mit kontrollieren der Gepäckstücke und so verbrachten wir doch 1 ½ Stunden am Zoll. Die Busfahrt endete aber nicht in den Anden, sondern in der bunten Hafenstadt Valparaíso.

Die Stadt hat ca. 280 000 Einwohner und war früher der führende Handelshafen für Routen ums Kap Hoorn und durch den Pazifik. Seit der Eröffnung des Panamakanals, im Jahre 1914, hat der Hafen an grosser Bedeutung verloren und zählt heute nicht einmal mehr als grösster Hafen von Chile. Trotz dass sich die Stadt direkt am Meer befindet, ist der grösste Teil der meist farbigen Häuser über etliche Hügel verteilt. Dadurch gibt es die berühmten Lifte oder Standseilbahnen von welchen aber heute nur noch die wenigsten in Betrieb sind. Die meisten Aufzüge wurden zwischen 1883 und 1916 gebaut.

Unsere Unterkunft lag unweit von der Promenade und deren Strände entfernt. Die Besitzerin gab uns einige Tipps was wir in diesen knapp 4 Tagen alles machen könnten. Tipps sind immer wertvoll und somit machten wir uns jeden Tag aufs Neue auf, um die Stadt und seine nähere Umgebung zu erkunden. Eines der schönsten Stadtviertel befindet sich auf dem Cerro (Hügel) Alegre, welches auch ein beliebter Wohnort von Künstlern und Studenten ist. Auch viele Unterkünfte befinden sich in diesem bunten Viertel. Überall an den Hauswänden findet man Graffitis in allen Farben, Formen und Grössen. Zum Teil kamen wir aus dem Stauen gar nicht mehr raus, was sich die Künstler alles für Bilder einfallen liessen. Auf einem anderen Hügel (Cerro Florida) hatte einst der bekannte chilenische Dichter und Schriftsteller Pablo Neruda gelebt. Sein Haus welches La Sebastiana heisst, ist heute ein öffentliches Museum und ist einfach wunderschön. In einem solch schönen Haus mit einer noch schöneren Aussicht, liess es sich bestimmt herrlich leben. Nebst dem La Sebastiana besass Neruda noch ein paar andere Häuser in anderen Orten. Natürlich machten wir auch noch einen Spaziergang zum Hafen, wo wir einige Zeit verweilten und einfach den vielen Kränen zusahen, wie sie die vollbeladenen Containerschiffe entluden. Somit kamen bei mir (Elä) wieder ganz starke Erinnerungen an meinen letzten Job auf ;-)!

Am Mittwoch machten wir uns dann auf ins ca. 45 minütige entfernte Fischerdorf Quintay. Dieser Ort ist vor allem bekannt, da hier einmal eine der grössten Walfang- und Verarbeitungsstationen Chiles betrieben wurde. Heute ist dort ein Museum, welches über diese schreckliche und traurige Zeit informiert. Im Februar wurde auf demselben Gelände vom WWF auch noch ein neues Informationszentrum eröffnet, wo einem wieder einmal aufgezeigt wird, wie niedrig die Walbestände mittlerweile sind. Nach all diesen vielen Infos brauchten wir wieder einmal eine Stärkung. Was gibt es Schöneres als ein Mittagessen mit Blick aufs Meer zu geniessen :-)!

Am Donnerstagmittag machten wir uns dann definitiv zu unserer letzten Station auf dem südamerikanischen Festland auf. In knapp 2 Stunden erreichten wir, natürlich mit dem Bus, die Hauptstadt Chiles Santiago. Es war ein sehr komisches Gefühl zum letzten Mal in den Bus zu steigen und zu wissen, dass der erste Teil der Reise schon fast vorüber ist. Doch bevor es weitergeht haben wir noch ein paar Tage Zeit um uns auf das nächste Highlight unserer Reise, den Osterinseln, vorzubereiten :-)!

Ganz liebe Grüsse und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Von Malbec bis Chardonnay

4 09 2011

27. August – 3. September 2011

27. August -30. August 2011 Córdoba
31. August – 3. September 2011 Mendoza

Nach einer 8-stündigen Busfahrt haben wir die zweitgrösste Stadt Argentiniens erreicht. Córdoba ist als Universitätsstadt bekannt und es leben ca. 1,3 Millionen Menschen hier. In dieser Stadt verbrachten wir 4 Tage. Da wir immer noch ein wenig unter der Grossstadtmüdigkeit litten, haben wir ehrlicherweise nicht allzu viel gemacht. Am Wochenende hat es in Córdoba immer einen wunderschönen Kunstmarkt, den wir natürlich mit Genuss besuchten. Kaufen konnten wir uns nichts, da vor allem in meinem Rucksack (Elä) kein Platz mehr für Souvenirs frei ist. Sonst sind wir ein wenig in der Stadt herumgelaufen und haben die wärmeren Temperaturen genossen. Man bemerkt es gut, es wir langsam Frühling in Argentinien. Doch ganz faul waren wir trotzdem nicht. Am Montag machten wir uns per Minibus auf in das 87 km entfernte Villa Gral Belgrano. Die meisten von euch fragen sich nun, was es dort wohl zu sehen gab. Dieser 8000 Seelenort wurde 1930 von europäischen Einwanderern geründet und gilt als Deutschland in Argentinien. Zu finden sind aber nicht nur deutsche, sondern auch schweizerische Sachen und Namen. Vom Dirndl bis zur Lederhose, Bier gebraut nach dem Reinheitsgebot, Kuckucksuhren, Apfelstrudel und Schweinshaxe findet man hier alles. Die Hotels heissen zum Beispiel Berna und Interlaken sowie die Brauerei die wir besuchten Viejo Munich (altes München). Der Höhepunkt in diesem Ort ist das jährliche Oktoberfest, welches hauptsächlich von Argentiniern besucht wird. Es war irgendwie komisch all diese vertrauten Namen in Argentinien anzutreffen. Zu Mittag gab’s dann der Umgebung angepasst mal wieder Spätzle und Ragout, was sehr gut schmeckte. Ausser Essen, Bier trinken und Souvenirs betrachten kann man hier ehrlicherweise nicht allzu viel machen. Es gibt noch einen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, den wir dann am Nachmittag absolvierten. Ja und dann ging’s schon weiter mit dem Nachtbus ins Land der Sonne und des guten Weines. So lautet der Werbespruch der Provinz Mendoza.

Auf diesen Ort freuten wir uns ganz speziell, da in dieser Region 70% der argentinischen Weine hergestellt werden. 1861 wurde die Stadt von einem Erdbeben zerstört und beim Wiederaufbau verzichteten die Behörden aus Angst vor einem erneuten Erdbeben auf Hochhäuser. Somit entstand eine malerische Stadt die zu einem Spaziergang einlädt. Aber eben, wir waren ja hier um wieder einmal ein paar Bodegas (Winzereien) zu besuchen, die sich unter anderem im 16 Kilometer entfernten Maipú befinden. Am Mittwochabend stellten wir unser Programm für den Donnerstag zusammen. Wir recherchierten in Reiseführern und im Internet, welche Bodegas es gibt und welche uns am meisten interessierten. So machten wir und am Donnerstagmorgen mit dem Bus auf nach Maipú. Für eine Weinregion ist dieser Ort nicht wirklich einladend aber vielleicht sieht ja alles ein wenig schöner aus, wenn die Reben grün und voller Trauben sind. Wenn man hier von Bodega zu Bodega will, ist es von Vorteil ein Fahrrad zu mieten :-). Auf einer Strecke von 12 Kilometern findet man einige Bodegas sowie Olivenfarmen. Der Ablauf in den meisten Bodegas war immer derselbe, Besichtigung der Bodega mit anschliessender Degustation. Durchschnittlich haben wir für eine Führung inkl. Degustation von mehreren Weinen umgerechnet Fr. 4.00 bezahlt. Einen Tag reichte uns nicht aus um alles zu besichtigen was wir auf dem Programm hatten. Somit fuhren wir am Freitag nochmals mit dem Bus zu 3 weiteren Bodegas ;-)!

Hier eine kleine Übersicht der besuchten Bodegas inklusive Link zur Webseite, für diejenigen die es interessiert, was wir genau besucht haben:

Bodega La Rural (Rutini Weine, mit angeschlossenem Weinmuseum)
http://www.bodegalarural.com.ar

Bodega Familia Di Tommaso (älteste Bodega in Mendoza welche 1869 gegründet wurde)
Ist Bidus Favorit
http://www.familiaditommaso.com

Bodega Carinae (wird von einem französischen Paar seit 2003 geführt)
http://www.carinaevinos.com

Bodega Tempus Alba
http://www.tempusalba.com

Bodega Viña El Cerno (kleine aber feine Winzerei)
Ist Eläs Favorit
http://www.elcerno.com.ar

Bodega Boutique Mevi (neue Winzerei die im 2008 gegründet wurde)
http://www.fincamevi.com.ar
Dies war unsere letzte Bodega die wir besuchten. Um zur Bushaltestelle zu gelangen, hätten wir 1 km laufen müssen. Da aber gerade die Touristen-Polizei auf dem Grundstück der Bodega war, fragte die nette Dame die uns bewirtet hatte den Polizisten, ob er uns bis zur Haltestelle mitnehmen könnte. Es ist doch immer schön wenn man nach mehreren Degustationen von der Polizei mitgenommen wird :-)! Dein Freund und Helfer ist auf der ganzen Welt vertreten.

Berühmt ist das Gebiet vor allem für seinen Malbec, welche eine alte französische Rebsorte ist. Weltweit verfügt der Malbec heute über 34 000 Hektar Anbaufläche. Davon entfallen 71,5% auf Argentinien, 19,5% auf Frankreich, 3% auf Chile und 2% auf USA. Das grösste Anbaugebiet liegt heute mit etwa 24 000 Hektar in Argentinien, besonders in Mendoza trifft die Rebsorte auf ideale Bedingungen, da hier während 330 Tagen im Jahr die Sonne scheint.

Viele Winzereien sind Familienbetriebe die bereits seit mehreren Generationen geführt werden. Natürlich wir hier nicht nur Malbec produziert, sondern auch Weine wie der Cabernet Sauvignon, Shiraz, Merlot, Sauvignon Blanc und Chardonnay sind erhältlich. Meistens waren wir die einzigen Besucher in der Bodega, da momentan nicht Saison ist. Somit genossen wir recht viel Aufmerksamkeit und erhielten viele zusätzliche Infos, welche sehr interessant sind.

Hier in Maipú werden nicht nur Reben angebaut, sondern auch Oliven. Somit liessen wir es uns nicht nehmen, noch die Olivenfarm „Laur“ zu besichtigen. Selbstverständlich mit anschliessender Degustation verschiedenster Oliven und Olivenprodukten.
http://www.laursa.com.ar

Natürlich haben wir auch noch etwas von der Stadt gesehen aber hauptsächlich waren wir ja hier um den guten Wein zu geniessen :-)! Somit entstand dieser Bericht auf der Dachterrasse unseres Hostels, bei strahlendem Sonnenschein und einem guten Glas Malbec :-)! Morgen führt unsere Reise, welche sich hier in Südamerika langsam zu Ende neigt, nach Valparaíso (Chile).

Mit lieben Grüssen, nun zum letzten Mal aus Argentinien und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Zu Gast im Land des ersten Fussballweltmeisters

28 08 2011

23. August – 26. August 2011

Ein Ausflug an das andere Ufer des Rio de la Plata ist wie eine Zeitreise: Die Hauptstadt Uruguays lässt den Glanz einer vergangenen Epoche erahnen – und hat so einen ganz besonderen Charme, geprägt von alten Fassaden, Kopfsteinpflastern und Oldtimern. Montevideo wurde am 24. Dezember 1726 vom Gouverneur von Buenos Aires als militärische Festung gegründet. Noch heute wird es deshalb oft als die „jüngere Schwester“ der argentinischen Hauptstadt bezeichnet. Berühmt ist das Land für Fussball, da hier 1930 die erste Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Uruguay gewann das Finalspiel gegen Argentinien mit 4:2. Natürlich darf man die wunderschönen Strände nicht vergessen, zu welchem der weltberühmte Badeort Punta del Este zählt, wo sich im Sommer die Schönen und Reichen treffen.

Uruguay erstreckt sich über eine Fläche von 176 215 km2, was ungefähr so gross ist wie Tunesien. Die Hauptstadt ist Montevideo, wo von den insgesamt 3,32 Mio. Menschen 1,3 Mio. leben. Bezahlt wird hier mit uruguayischen Pesos (100 Pesos = ca. Fr. 4.20).

Vorerst ging’s für einmal nicht mit dem Bus in ein anderes Land, sondern mit der Fähre. Von Buenos Aires aus erreichten wir mit der Schnellfähre innert einer Stunde den Hafen von Colonia in Uruguay. Dort wartete aber bereits wieder ein Bus auf uns, der in 2 ½ Stunden nach Montevideo fuhr. 4 Tage und 3 Nächte verweilten wir in der Hauptstadt Uruguays und liessen uns überraschen was wir zu sehen bekamen. Irgendwie waren wir wohl etwas grossstadtmüde, da eine Woche Buenos Aires doch sehr anstrengend war. Somit liessen wir unsere Füsse etwas ruhen und mieteten wieder einmal Fahrräder, um der Uferstrasse (Rambla) entlang zu kurven. Natürlich ist es auch hier erst anfangs Frühling und somit betrachteten wir die Strände nur von weitem. So richtig in Strandlaune kamen wir nicht, da das Thermometer knappe 12 Grad anzeigte. Doch schon bald fliegen wir ja nach Französisch Polynesien, wo schöne weisse Sandstrände und sommerliche Temperaturen auf uns warten. Den Rest der Stadt erkundeten wir dann wieder zu Fuss, da das Fahrrad auch hier nicht das ideale Fortbewegungsmittel ist, da die Leute, wie bis jetzt fast in allen besuchten Ländern, extrem schnell fahren und gehupt wird auch wieder bei jeder Gelegenheit. Der schönste Teil der Stadt ist die Altstadt, wo die meisten interessanten Gebäude stehen. Am meisten beeindruckt hat uns aber wieder einmal der Mercado del Puerto (Markt beim Hafen). In jedem Reiseführer wird dieser Ort als Highlight aufgeführt, speziell auch zum Essen. Wenn Bidu und ich Markt hören, gehen wir natürlich hin, egal wie müde wir bereits sind. Wir ahnten nicht, was uns auf diesem Markt erwartet. Normalerweise besteht das Essensangebot auf einem Markt aus diversen Ständen mit Empanadas, Würsten, Hamburger usw., doch dieser Markt war anders. Unzählige Restaurants reihten sich in einer riesigen Markthalle. Und was gab es hier zu Essen… Richtig, ganz viel Fleisch vom Grill und man konnte dazu unzählige Beilagen bestellen. Die Tische waren schön aufgedeckt, doch wir entschieden uns direkt an der Bar zu essen, da wir von dort aus die beste Sicht auf den Grill hatten. So gab es halt wieder einmal ein Rumpsteak zu Mittag mit viel frischem und gesundem Salat für das Gewissen :-)! Die Atmosphäre sowie das Essen waren herrlich und wir waren auch etwas erstaunt über uns selber, dass wir so viel Fleisch essen konnten. Bevor wir nämlich nach Argentinien reisten, assen wir 4 Monate lang fast kein Fleisch. Vielleicht haben wir einfach nur Nachholbedarf. Und sonst haben wir wieder einmal nicht so viel unternommen, da man auch einmal ein wenig faul sein darf während einer solch langen Reise.

Letzthin wurde ich von einer Kollegin per Mail gefragt, ob wir eigentlich nur Schönes auf unserer Reise erleben oder auch ab und zu weniger schöne Dinge. Dies war eine sehr gute Frage, die mich wieder einmal zum Nachdenken anregte. Das meiste das wir erleben, ist unbeschreiblich toll, doch klar gibt es auch weniger schöne Bilder, die wir zu sehen bekommen und die einen nicht mehr loslassen. Dies gehört genauso zum Reisen, wie die unendlich vielen schönen Dinge, die wir bis jetzt gesehen oder erlebt haben. Genau hier in Montevideo, in einer Millionenstadt, haben wir etwas gesehen, was wir bis jetzt noch nie gesehen haben. Mitten in der Stadt hatte es ganz viele Männer mit Pferden und Wagen unterwegs. Zuerst waren wir etwas überrascht als wir das galoppierende Pferd hörten und dachten, dass dies vielleicht eine Kutschenfahrt sei. Doch dann sahen wir, wie der Mann der auf dem Wagen sass, am Strassenrand stoppte, zu einem Müllcontainer lief und diesen von oben bis unten durchstöberte. Genau in solchen Situationen will man ja nicht hinschauen, doch dieses Bild liess uns beide nicht los. Wir schauten dem Mann zu, der so einiges aus dem Container herausfischte, was in seinen Augen noch zu gebrauchen oder zum Essen war. Irgendwie waren wir schockiert und es war bedrückend diese Situation zu beobachten. Die Einten haben nichts und die Anderen viel zu viel, so dass man verschwenderisch sein kann. Als wir weiterliefen, kam mir wieder die Frage von meiner Kollegin in den Sinn…

Am Freitagabend hatten wir uns wieder auf den Rückweg nach Argentinien gemacht. Die Fähre nach Buenos Aires legte mit einer recht grossen Verspätung ab und somit wussten wir im ersten Moment nicht, ob wir den Nachtbus nach Córdoba noch erwischen werden. Mich machte dies schon ein wenig nervös, doch Bidu war da schon etwas gelassener. Das Glück war dann auf unserer Seite; unsere Rucksäcke waren komischerweise bereits mit einer früheren Fähre mitgefahren und drehten schon schön brav auf dem Förderband ihre Runden. Der Zöllner zeigte auch nicht sonderlich grosses Interesse an uns und unserem Gepäck und zog das private Telefonat vor, als uns zu kontrollieren.

Somit grüssen wir euch ganz herzlich aus Córdoba und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Cafésito, Tango und eine Portion Kultur

24 08 2011

16. August – 22. August 2011

Etwa so haben wir unsere Woche in der Hauptstadt Argentiniens verbracht. Buenos Aires hat uns sehr gut gefallen, auch wenn wir zuerst nicht so recht wussten, was diese Stadt alles zu bieten hat. Bevor wir aber mit dem Bus unser Ziel erreichten, wurden wir von einem ungewohnten Geräusch am Morgen geweckt. Es war das Geräusch von Regen, das in unseren Ohren ganz merkwürdig ertönte. Nach etwa 4 Monaten regnete es wieder einmal und im Vergleich zu Puerto Iguazú, herrschten hier auch wieder winterliche Temperaturen. Die ganze Woche über war es meistens unter 10 Grad und die Sonne zeigte sich nur ab und zu hinter den grauen Wolken hervor. Wir trotzen den frostigen Temperaturen und machten uns jeden Tag von neuem auf Entdeckungsreise!

In der Stadt leben ca. 14 Millionen Menschen und ganz Buenos Aires ist in verschiedene Viertel unterteilt. Die Viertel die wir besuchten, waren San Telmo (wo wir auch wohnten), La Boca, Recoleta, Palermo, Puerto Madero sowie natürlich das Zentrum um den Plaza de Mayo. Da wir nicht die ganze Stadt zu Fuss besuchen wollten, machten wir an einem Nachmittag eine 3 stündige, geführte Fahrrad-Citytour. Die Tour führte zuerst durch das älteste Viertel von Buenos Aires, San Telmo. San Telmo ist bekannt für seine vielen Antiquitätenläden, da hier alle wohlhabenden Städter lebten. Im Jahr 1871 erreichte die Stadt eine Gelbfieberepidemie. Die reichen Leute flüchteten in den Norden der Stadt und liessen ihr ganzes Hab und Gut in ihren Häusern zurück. Man könnte Stunden wenn nicht Tage in diesen Läden verbringen, insofern man sich für Antiquitäten interessiert 🙂 Danach ging’s weiter ins berühmte Hafenviertel La Boca wo 1536 auch Buenos Aires gegründet wurde. Hier steht auch das Fussballstadion „La Bombonera“ vom Maradona Klub Boca Juniors. Zu La Boca gehört aber auch der Caminito / Weglein. Dies ist eine Strasse mit bunt angemalten Wellblechhäuschen. Einen Stopp machten wir auch im restaurierten Viertel Puerto Madero. Hier war einst der Hafen angesiedelt doch heute ist es die teuerste Gegend der Stadt. Zum Abschluss dieser Tour besuchten wir noch das Stadtzentrum um den Plaza de Mayo, wo sich auch der Arbeitsort der Präsidentin (Casa Rosada) befindet. Hier, in diesem prunkvollen Haus mit dem berühmten Balkon, hatte Evita Perón ihre bewegenden Reden zum Volk. Natürlich überquerten wir auch die breiteste Strasse der Welt die Avenida 9 de Julio, welche mitten durch die Stadt führt. Die Tour war sehr interessant, da unser Guide viele Information zur Geschichte der Stadt an uns weiter gab. Den Rest der Stadt erkundeten wir zu Fuss. Schade dass wir keinen Kilometerzähler an unseren Schuhen montiert hatten, es wäre bestimmt eine schöne Zahl dabei herausgekommen.

Wenn man schon einmal in Buenos Aires ist, darf natürlich ein Besuch einer Tango Show nicht auf dem Programm fehlen. Wir entschieden uns, im ältesten Cafe von Buenos Aires (Gründung 1858), dem Cafe Tortoni eine solche Show zu besuchen. Wir waren uns beide nicht ganz sicher, ob uns dies überhaupt gefallen wird. Ach ja; am Freitag gegen Abend als ich (Elä) von meinem Shoppingausflug auf dem Rückweg zum Hostel war, sah ich ein bekanntes Gesicht auf mich zulaufen. Wir befanden uns in einer Millionenstadt und fast wäre ich in Brannon hineingelaufen. Mit ihm waren wir ja bereits eine Woche rund um Salta unterwegs. Zufälle gibt es im Leben, das ist unglaublich. Bidu staunte auch nicht schlecht, als wir zu zweit im Hostel aufkreuzten :-). So machten wir uns alle zusammen auf zur Tango-Show. Es war eine exzellente Vorführung mit grossartigen Tänzern und Musikern und wir waren alle hell begeistert. Natürlich hätten wir auch noch die Möglichkeit gehabt uns selber als Tangotänzer zu versuchen, doch dies liessen wir bleiben, da man einen solchen Tanz nicht in Trekking-Schuhen tanzen kann :-).

Im edlen Viertel Recoleta befindet sich der älteste öffentliche Friedhof von Buenos Aires. Dieser Friedhof ähnelt überhaupt nicht unseren Friedhöfen, sondern dort sind imposante Mausoleen und Grabstätten errichtet. Die meisten Leute die hier ihre Ruhe finden sind berühmt oder haben sehr viel Geld. Hier ist auch die Präsidentschaftsfamilie Duarte de Perón begraben. Dieses Grab wo auch Evita bestattet ist, ist das meist besuchte und fotografierte Grab auf dem ganzen Friedhof. Das Viertel Palermo ist noch in Unterbezirke aufgeteilt, da es das Grösste sowie auch das Grünste ist. Wir besuchten den Botanischen- sowie den Japanischen-Garten.

Das Wochenende nahmen wir dann etwas ruhiger. Wir gingen natürlich noch einmal zusammen durch die Shoppingstrasse und der tägliche Kaffee (Cafésito wie die Argentinier das so schön nennen), durfte auch nicht fehlen. Das Kaffee trinken wird hier ganz gross geschrieben, worüber wir uns natürlich sehr freuten. Jeden Sonntag findet im San Telmo dann noch ein riesiger Antiquitätenmarkt statt. Es gibt aber nicht nur Antiquitäten, sondern auch neuere Sachen zu kaufen. So etwas Tolles haben wir bis jetzt noch nicht gesehen. Unzählige schöne Sachen, von Schmuck über Kleider, Ledertaschen, Schuhe, Bilder usw. hätten wir ergattern können. Unsere Herzen schlugen schon etwas höher und etwas Kleines findet ja immer Platz im Rucksack. Nach so vielen Eindrücken hatten wir Hunger und da es Sonntag war, entschieden wir uns, wieder einmal ein Stück Fleisch zu essen. Und es gab richtig viel Fleisch, da wir eine Parrillada für 2 Personen bestellten. Seht selbst, wie unser köstliches Essen ausgesehen hat.

Zum Abschluss unseres Städtetrips wollten wir nochmals etwas richtig Schönes und Prunkvolles sehen. Das Teatro Colón ist die bedeutendste Opernbühne Lateinamerikas und ist wirklich ein Besuch wert. Das Opernhaus bietet 3500 Leuten Platz, wovon 700 Stehplätze sind. Das Theater wurde nach 20 jähriger Bauzeit im Jahre 1908 eröffnet.

Somit haben wir viel über diese Stadt erfahren und vor allem gesehen. Klar gäbe es noch viele Sachen die wir besuchen hätten können, doch eine solche Stadt macht auch müde und wenn man ja noch nicht alles gesehen hat, gibt es einen Grund um zurückzukehren. Erzählt ist auch noch lange nicht alles aber vielleicht haben wir den einen oder anderen „gluschtig“ gemacht, einmal selber hierhin auf Entdeckungsreise zu gehen!

Heute Dienstag haben wir wieder einmal den Standort sowie das Land gewechselt. Wir sind mit der Fähre und dem Bus in die Hauptstadt von Uruguay nach Montevideo gefahren. Hier verbringen wir 3 Tage, bevor es dann wieder zurück nach Argentinien geht.

Wir grüssen euch ganz lieb aus Uruguay und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Ein gewaltiges Naturspektakel

19 08 2011

12. August – 15. August 2011

Iguazú; ein Naturspektakel das uns nochmals ins Staunen gebracht hat. Die Iguazú-Wasserfälle sind die Wasserfälle des Flusses Iguazú an der Grenze zwischen dem brasilianischen Bundesstaat Paraná und der argentinischen Provinz Misiones. Der Hauptteil der Wasserfälle liegt auf der argentinischen Seite, in einem Nationalpark der sich auf über 67 620 ha erstreckt. Im Nationalpark sind über 2000 Pflanzenarten, 450 Vogelarten, 80 Säugetierarten, sowie unzählige Insektenarten zu Hause. Die Wasserfälle bestehen aus 20 grösseren sowie 255 kleineren Wasserfällen. Einige sind bis zu 82 Meter doch der Grossteil ist 64 Meter hoch. Es ist gigantisch wie viel Wasser pro Sekunde die Fälle hinunterfällt. Die Menge schwankt zwischen 1500 m³/s bis über 7000 m³/s bei starkem Niederschlag. Seit 1984 (Argentinien) und 1986 (Brasilien) gehören die Wasserfälle zum UNESCO-Welterbe und vielleicht auch schon bald zu den 7 neuen Weltwundern, über die man im Internet abstimmen kann!

Wir haben 4 Tage in Puerto Iguazú verbracht. Dieser Ort befindet sich im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Nach der 24 stündigen Busreise waren wir froh, als wir endlich in Puerto Iguazú angekamen. Als wir den klimatisierten Bus verliessen, erschlug uns erstmals die tropische Hitze. Wir waren uns diese Temperaturen gar nicht mehr gewöhnt, da es in den Anden nie so heiss wurde. Es war herrlich wieder einmal in kurzen Hosen und Flip Flops herumlaufen zu können, doch wo es heiss ist, gibt es auch viele Moskitos. Die liebten uns und vor allem unser Blut und somit waren wir beide innert kürzester Zeit übersät von Mückenstichen :-). An diesem Freitag machten wir nicht mehr viel, da es auch schwierig ist in diesem Ort etwas zu unternehmen, da es ausser den Wasserfällen keine grosse Attraktionen zu sehen gibt.

Am Samstag machten wir uns rechtzeitig auf den Weg um zum Nationalpark auf der argentinischen Seite zu gelangen. Diesen erreicht man innert 20 Minuten per Bus, welcher sehr häufig von Puerto Iguazú aus fährt. Der Park ist sehr gepflegt und es gibt auch verschiedene Pfade die man noch zu Fuss erkunden kann und somit die Wasserfälle aus den verschiedensten Perspektiven bestaunen und fotografieren kann. Am besten schaut ihr euch die Fotos an oder noch besser wäre es, einfach mal selber nach Puerto Iguazú zu fahren ;-). Was uns am meisten beeindruckt hat, war der Garganta del Diablo. Über schmale Stege läuft man dorthin und blickt 80 Meter tief in den „Teufelsschlund“ hinab. Es war unglaublich wie laut herabfallendes Wasser sein kann. Da uns ein Tag im Park nicht reichte, entschlossen wir uns am Sonntag nochmals hinzufahren um vor allem den 7 km langen Macuco Trail abzulaufen. Die Reiseführer versprechen nämlich, dass man Tukane, Affen und andere Tiere sieht. Somit fuhren wir am Sonntagmorgen dieselbe Strecke nochmals zum Park. Das Wetter war nicht mehr so toll wie am Vortag aber wenigstens regnete es nicht. Als erstes machten wir uns auf den Weg zum Macuco Trail, da im Morgengrauen am meisten Tiere unterwegs sein sollen. Wir hofften natürlich schon, dass wir einige Tiere zu Gesicht bekommen und wir wurden nicht enttäuscht. Bereits nach einigen Minuten sahen wir Tukane vorbeifliegen und etwas weiter wartete ein Affe oben im Baumgipfel auf uns. Am Ende vom Trail befindet sich noch ein wunderschöner Wasserfall inkl. Schwimmbecken. Das Wasser war etwas zu kalt und so liessen wir das Schwimmen bleiben. Auf dem Rückweg überraschte uns ein Tier, das in Mittel- und Südamerika sehr verbreitet ist. Zuerst kam uns nur ein Nasenbär (Coati) entgegen, doch dann plötzlich wurden es immer mehr und zum Schluss sahen wir sicher 20 Stück von diesen lustigen Tieren. Diese schwirrten um uns herum, als wären wir gar nicht da gewesen :-). Nach diesem Morgenspaziergang liefen wir nochmals zu den Wasserfällen und zum Teufelsschlund, der etwas sehr faszinierendes hat.

Wir überlegten lange ob wir am Montag, bevor wir nach Buenos Aires weiterreisten, noch auf die brasilianische Seite der Wasserfälle fahren wollten. Der Eintrittspreis war der Gleiche wie auf der argentinischen Seite, doch der Park ist viel kleiner. Wir entschieden uns für das volle Programm, da die Busfahrt nur etwa eine Stunde dauerte. Es war schön die Wasserfälle, welche sich auf der argentinischen Seite befinden, einmal komplett zu sehen. Sonst hat der Park nicht viel zu bieten, ausser ein Weg über 1,2 km der zum Garganta del Diablo führte. Klar hätten wir noch ein paar Aktivitäten machen können, doch die kosteten zusätzlich. Somit hatten wir 3 Tage lang die Gelegenheit dieses Naturwunder in vollen Zügen zu geniessen und von allen Seiten her zu betrachten.

Wie bereits erwähnt fuhren wir dann am Abend weiter in die Hauptstadt nach Buenos Aires. Die Fahrt dauerte 18 Stunden aber in diesen tollen Bussen macht das lange Reisen schon fast ein wenig Spass. Es werden ja auch meistens gute Filme gezeigt, die nicht von Mord und Totschlag handeln 🙂 und verhungern lassen sie einem auch nicht.

Liebe Grüsse aus Buenos Aires und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Sternegucken in der Wüste

12 08 2011

6. August – 11. August 2011

Das spindeldürre Chile erstreckt sich mit 4300 km über den halben Kontinent, von der trockensten Wüste der Welt bis zu riesigen Gletscherfeldern. Ein Mosaik von Vulkanen, Geysiren, Stränden, Seen, Flüssen, Steppen und unzähligen Inseln füllt den Raum dazwischen. Das schwierigste in diesem Land wird sein, eine Reiseroute festzulegen, da es so viel zu sehen gibt. In Chile leben ca. 17 Millionen Menschen und die Hauptstadt ist Santiago. Die Fläche dieses Landes beträgt 755 696. km2. Chile grenzt zugleich an Peru, Bolivien, Argentinien sowie an den Pazifischen- und Atlantischen Ozean. Bezahlt wird hier mit chilenischen Pesos (1000 Pesos = ca. Fr. 1.60).

Für einmal wird dieser Bericht nicht im Hostel oder einem Kaffee geschrieben, sondern im Bus. Wir sind unterwegs nach Puerto Iguazu und die Reise dauert 24 Stunden, somit habe ich (Elä) genügend Zeit diesen Bericht zu schreiben, sowie ab und zu im Internet zu surfen. Einige der Busse hier haben WiFi und dieser ist einer davon 🙂 unglaublich aber wahr. Wir waren ja schon einige Stunden mit Busfahren beschäftigt, doch die meisten Strecken führten uns in den Anden umher. Dort hatte ich keine Zeit um auf dem Netbook zu tippen, da ich mich meistens konzentrieren musste, dass es mir in den vielen Kurven nicht schlecht wurde. Hier in Argentinien ist es aber meistens flach und geht gerade aus. Mit Betonung auf meistens.

San Pedro de Atacama ist eine kleine Oase in der Atacama Wüste in Chile. Was Oasen so an sich haben ist, dass sie Herden anziehen. In diesem Fall sind es keine Herden von Tieren, sondern Herden von Touristen. Schon lange Zeit haben wir in einem so kleinen Ort (ca. 5000 Einwohner) nicht mehr so viele Touristen auf einem Haufen gesehen. Der Ort besteht dementsprechend aus Restaurants, Hotels und aggressiven Touranbieter, die einem alles möglich verkaufen wollten. Die Preise sind immens und zwar für alles. Sogar die Gebühr am Geldautomaten hat alle Rekorde gebrochen. Doch hat San Pedro auch seine positiven Seiten, sonst wären wir schon gar nicht hier hin gefahren :-). Der Ort liegt in der trockensten Wüste der Welt nämlich in der Atacama Wüste. Die Wüste eignet sich hervorragend um unser Sternensystem zu betrachten und etwas näher kennenzulernen. Dies aus dem Grund, weil erstens während rund 320 Tagen im Jahr wolkenloser Himmel herrscht und zweitens sehr wenig Lichtverschmutzung vorhanden ist. Darum kann man in der Atacamawüste das Universum besonders gut beobachten. Dies ist auch der Grund warum hier momentan das weltgrösste Teleskop gebaut wird.

Dann gibt es auch noch das Valle de la Luna, was so viel wie das Tal des Mondes bedeutet. Wir entschieden uns, diese 2 Sachen zu besuchen, da wir während der Salar de Uyuni Tour bereits etliche Lagunen, Geysire und Ruinen gesehen haben und man ähnliches von San Pedro aus machen kann.

Den Sonntagnachmittag verbrachten wir wieder einmal mit Velofahren, fast so wie wir dies zu Hause meistens tun. Wir mieteten einen halben Tag 2 Fahrräder und machten uns ins 15 km entfernte Valle de la Luna. Es war ein herrlicher Tag mit angenehm warmen Temperaturen. Das Valle de la Luna besteht aus verschiedensten Steinformationen und es hatte auch noch ein paar Sanddünen. Das Schönste war aber die Aussicht vom Mirador, der Rest war eher durchschnittlich. Vielleicht lag es auch nur daran, dass wir während der letzten Woche recht viele Sachen gesehen hatten. Am Abend hatten wir dann noch etwas Spezielle s vor. Wir buchten eine Sternenguck-Tour, die von einem kanadischen Astronomen geführt wurde. Etwa 10 Kilometer ausserhalb von San Pedro befand sich das Observatorium. Um 21.00 Uhr ging die Tour los und dauerte über 2 ½ Stunden. Am Anfang erhielten wir Instruktionen über Planeten, Sternen, Galaxien, Sonne und Mond. Der Guide zeigte uns mit einem speziellen Laser auch alle Sternzeichen in den Sternen. Während seinen Erklärungen, sahen wir sogar 2 Sternschnuppen vorbeizischen. Was wäre Sternegucken ohne Teleskope? Es hatte ganz viele dieser teuren Dinger und jedes war auf andere Sterne und Planeten ausgerichtet. Das Highlight war, als wir durch ein Teleskop den Planeten Saturn sowie den Mond ganz klar sahen. Auf dem Mond waren sogar die einzelnen Krater und Bodenstrukturen zu erkennen. Zum Abschluss schoss der Guide auch noch mit unserer Kamera ein Bild vom Mond, damit diese Tour bestimmt unvergesslich bleibt.

Am Montag wollten wir eigentlich noch in die Nähe von Calama fahren, um die grösste Kupfermine der Welt zu besichtigen. Leider waren aber bereits alle Touren bis zum 22. August ausgebucht. Somit verbrachten wir diesen Tag mit relaxen und packen für den nächsten Tag. Am Dienstagmorgen um 05.30 Uhr fuhr nämlich unser Bus wieder zurück nach Salta (Argentinien), wo wir ja schon einmal einige Tage verbrachten. Da die chilenische Grenze um diese Zeit noch geschlossen hatte, mussten wir bereits am Abend die Ausreiseformalitäten erledigen. Wie ihr euch denken könnt, dauerte dies auch wieder etwas länger als vom Busunternehmen eingeplant war :-). Somit verliessen wir Chile fürs erste einmal und kehren dann im September in dieses Land zurück. Die Fahrt nach Salta dauerte etwas über 9 Stunden und war angenehm, da nicht einmal ein Film gezeigt wurde.

In den letzten 2 Tagen genossen wir nochmals die Stadt Salta ohne gross etwas zu unternehmen. Nun verbringen wir das Wochenende bei den Iguazu Wasserfällen, welche wir von der argentinischen wie von der brasilianischen Seite betrachten wollen.

Nun wünschen wir euch ein schönes und erholsames Wochenende. Zum Glück sind am Wochenende die Aktien- und Devisenmärkte geschlossen, somit bleiben der Franken, Dollar und der Euro stabil. Selbstverständlich bekommen wir auch in Südamerika etwas von diesem Debakel mit. Von unserer Seite als Reisende gesehen, ist der starke Franken sicherlich ein Vorteil, da wir mehr für unser Geld bekommen. Doch auch wir kommen ja einmal wieder nach Hause und somit hoffen wir doch, dass sich die ganze Situation wieder etwas beruhigt.

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Eine sehr salzige Angelegenheit

9 08 2011

31. Juli – 5. August 2011

Seit dem letzten Bericht ist schon wieder etwas Zeit vergangen und wir haben die Tour durch das ewige Salz gut und ohne Erfrierungserscheinungen überstanden. Einen Tag bevor wir die Tour starteten, erhielten wir die Info vom Touranbieter, dass wir die geplante Tour von Tupiza bis nach San Pedro de Atacama so nicht machen können, da die Grenze nach Chile leider wieder geschlossen wurde. Kurzerhand entschieden wir uns die Tour halt bis Uyuni zu machen und von dort dann weiter nach Chile zu reisen. Länger wollten wir nicht mehr warten, da wir ja noch so einiges auf dem Programm haben hier in Südamerika.

Tag 1 Tupiza 2950 MüM bis Quetena Grande 4250 MüM, 330 km
Am Dienstag um 08.30 Uhr ging die Tour endlich los. Den Jeep den wir gebucht hatten, teilten wir mit 2 Holländerinnen Fieke und Sari sowie dem Guide Ruben und der Köchin Martha. Das Programm während den 4 Tagen bestand aus viel Jeep fahren, damit wir die 1013 km bis nach Uyuni auch planmässig schafften. Die ersten Kilometer führten an den Canyons Palala und Sillar vorbei. Diese hatten wir bereits einmal während dem Triathlon gesehen. Je höher wir in die Berge fuhren, desto kälter wurde es und dazu wehte uns auch noch ein eisig Wind um die Ohren. Die Bäche die wir durchquerten waren meistens zugefroren. Wenn der Guide nicht achtsam gewesen wäre, wären wir bestimmt auch im Eis stecken geblieben mit unserem Jeep :-). So erging es nämlich einer anderen Gruppe. Die 1. Übernachtung war für im kleinen Dorf San Antonio de Lipez geplant gewesen, doch wir entschieden uns ca. 3 weitere Stunden im Jeep zu verbringen, damit wir es bis Quetena Grande schafften. Das hiess dann, dass wir am Morgen bis um 07.00 Uhr schlafen konnten und nicht schon um 05.00 Uhr aufstehen mussten. Etwas nach 18.00 Uhr erreichten wir unseren Schlafplatz, wo wir ein 4er Zimmer beziehen konnten. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, wurde es kalt. In dieser Jahreszeit erreichen die Temperaturen in der Nacht bis zu -15° Grad. Zum Glück war es in unserem Zimmer so um die 0° Grad, somit hielt uns, unser Daunenschlafsack schön warm. Nach einem warmen Nachtessen hatten alle 4 nur einen Gedanken und zwar so schnell wie möglich in den Schlafsack kriechen und ja nicht mehr tatenlos herumsitzen, dass man noch kälter bekam.

Tag 2 Quetena Grande 4250 MüM bis Villa Mar 4100 MüM, 273 km
Diese 1. Nacht hatten wir gut überstanden, doch am Morgen in die kalten Kleider zu steigen, brauchte doch etwas Überwindung. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zu den verschiedensten Sehenswürdigkeiten auf der Strecke bis nach Villa Mar. Wir starteten mit der Kollpa Lagune, welche aussah wie zugefroren, doch die weisse Schicht ist ein selten vorkommendes Mineral, dass Borax heisst. Vor dem Mittagessen durchquerten wir die Desierto de Dali (Steinwüste mit einer Fläche von 110 km2), welche vor ca. 20 Jahren nach dem spanischen Maler Salvador Dali benannt wurde, um zur Laguna Verde zu gelangen. Zuerst wussten wir nicht genau, ob der Weg zur Lagune nun schneefrei war oder nicht. Unser Guide kämpfte sich durch den restlichen Schnee und so kamen wir in den Genuss die grüne Lagune zu besuchen. Der Grund warum die Lagune grün gefärbt ist, ist der hohe Anteil an kupferhaltigen Sedimenten. Vor dem Essen hatten wir noch die Möglichkeit in den Aguas Calientes (heisse Quellen) ein heisses Bad zu nehmen. Nun ja, das heisse Wasser reizte einem schon, doch der kalte Wind hielt mich (Elä) davon ab in den Badeanzug zu schlüpfen und somit genoss nur Bidu die Wärme. Gestärkt ging es dann weiter auf eine Höhe von 5000 MüM zu den Geisers Sol de Mañana wo es ganz übel nach gefaulten Eiern roch. Die Geysire gaben nur eine weisse Rauchwolke von sich, doch meistens spucken sie auch Lava und Wasser. Zum Abschluss dieses Tages machten wir noch eine Stopp bei der Laguna Colorada wo im Winter trotz Kälte ca. 10‘000 Flamingos leben. Während dem Sommer sind es aber 3x mehr. Die Lagune hat seinen Namen aufgrund seiner auffälligen roten Färbung, die von der vorherrschenden Algenart und vom hohen Mineralstoffgehalt im Wasser hervorgerufen wird. Nach diesen vielen Eindrücken waren wir schon etwas geschafft und froh, als wir unsere Unterkunft im kleinen Dorf Villa Mar erreichten. Auch hier verlief der Abend ähnlich wie am Vortag, Tee trinken, Nachtessen und dann sofort in den Schlafsack kriechen.

Tag 3 Villa Mar 4100 MüM bis Chuvica 3600 MüM, 310 km
Dieser Tag war nicht ganz so anstrengend wie die 2 letzten. Eigentlich mussten wir ja nicht viel tun ausser im Jeep sitzen, doch dies war doch ab und zu sehr ermüdend. Zu einer gemächlichen Zeit verliessen wir unser Nachtlager und besuchten das Valle de Rocas, welches für seine aussergewöhnlichen Steinformen bekannt ist. Bidu war auch hier wieder in seinem Element und schoss unzählige Fotos von den verschiedensten Steinformationen. Vom steinigen Terrain ging’s dann weiter zur Salar de Chiguana, wo wir einen kleinen Vorgeschmack auf die richtige Salar de Uyuni erhielten. Die Salar de Chiguana besteht nur zu 40% aus Salz und somit erscheint sie auch nur von weitem ganz weiss. Sobald man durch die Salzwüste fährt, verschwindet aber die weisse Farbe. Alle besuchten Plätze und Orte von Tag 2 und 3 befinden sich im Nationalpark Eduardo Avaro. An diesem Tag erreichten wir bereits am Nachmittag unser Nachtlager, welches das Beste von allen war, da wir in einem Salzhotel übernachten konnten. Das ganze Haus war aus Salz sowie auch die Betten und am Boden waren ganz viele Salzkörner gestreut. Wir waren alle total begeistert vor allem auch von der heissen Dusche und der etwas wärmeren Temperatur in den Räumlichkeiten. Salz speichert die Wärm der Sonne und somit war es doch recht lange angenehm „warm“ und wir konnten noch etwas über den bevorstehenden 4. Tag diskutieren, auf den wir uns alle extrem freuten.

Tag 4 Chuvica 3600 MüM bis Uyuni 3675 MüM, 310 km
Nun endlich war es soweit und früh am Morgen klingelten unsere Wecker. Rasch zogen wir uns an und packten die restlichen Sachen zusammen und vor 06.00 Uhr sassen wir alle schön brav und gespannt im vorgeheizten Jeep :-). Um 06.05 Uhr passierten wir den Eingang zum grössten Salzsee der Welt. Die Salar de Uyuni hat eine Fläche von 12‘000 km2, ca. 1.5 mal die Grösse des Kantons Graubündens und das Salz ist 10 – 12 Metern dick. Wie die Salar entstand ist, ist nicht ganz klar, aber es wird vermutet durch die Austrocknung ausgedehnter Binnenseen vor mehr als 100‘000 Jahren. Von der wasserreichen Vergangenheit zeugen beispielsweise auch die Korallenbänke auf der Insel Inkahuasi die wir später auch noch besuchten. Die Salar wird aber auch dazu genutzt um das Salz abzubauen, was eine sehr harte Arbeit ist und nicht einen grossen Ertrag bringt.
Mit 100 Stundenkilometer preschten wir über die aussergewöhnliche salzige Oberfläche. Im Scheinwerferlicht des Jeeps begannen die weissen Salzkörner wie Kristalle zu schimmern. Der Salzsee wurde von Meter zu Meter immer wie weisser und der Horizont verfärbte sich langsam in die aussergewöhnlichsten Farben. Inmitten des Sees hielten wir an um den Sonnenaufgang in der totalen Weisse zu erleben. Was wir zu sehen bekamen, muss man einfach selber erlebt haben, da diese Landschaft einfach einmalig ist. Nach diesem Spektakel fuhren wir zur Insel Inkahuasi welche von Kaktussen übersät ist. Die Kaktusse haben eine Grösse von bis zu 12 Metern und sind zum Teil bis zu 1200 Jahre alt. Von dieser Insel aus hat man einen super Überblick über die Salar. Ja und dann hatten wir eine Stunde Zeit um Fotos zu schiessen. Die Salar ist bekannt für ihre „loco“ Fotos, wie die Einheimischen so schön sagen. Wir nutzen die Zeit und was dabei herausgekommen ist, könnt ihr selber begutachten. Alles Schöne geht ja bekanntlich einmal zu Ende, so auch diese Tour durch eine Landschaft die wieder der Wahnsinn war und von der wir bestimmt noch ein paar Mal schwärmen werden.

Das Tourende war wohl im hässlichsten Ort den wir bis jetzt gesehen haben, in Uyuni. Unser Ziel war es noch am selben Tag den Ort Richtung Chile zu verlassen. Da die Grenze am Vortag glücklicherweise wieder geöffnet wurde, nutzen wir die Möglichkeit per Jeep zur bolivianischen Grenze zu fahren. Da die Grenze am Abend geschlossen ist, mussten wir nochmals eine Nacht in der Kälte verbringen, bevor es dann am Samstagmorgen weiterging. Die bolivianische Grenze befindet sich auf 4800 MüM und die Ausreiseformalität war nur eine kurze Angelegenheit. Danach ging’s mit einem Bus nach San Pedro de Atacama in Chile. Die Einreise nach Chile war dann doch etwas Zeitraubender. Unser ganzes Gepäck wurde erlesen aber schlussendlich liessen sie uns ohne Probleme einreisen.

Somit ist ein weiteres Land unserer Reise Geschichte. Auch Bolivien hat uns extrem gut gefallen. Was uns hier am besten gefallen hat, ist schwierig zu sagen wie in den bisherigen Ländern auch. Wir hatten während den 4 Wochen in Bolivien eine fantastische Zeit mit tollen Begegnungen.

Was wir in den 4 Tagen Chile gemacht haben, könnt ihr im nächsten Bericht lesen. Wir senden euch sonnige und warme Grüsse.

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Unterwegs auf der Routa del Vino

31 07 2011

22. Juli – 30. Juli 2011

Unsere Route: Salta – Cachi – Cafayate – Salta

Argentinien reicht von der Schwüle der Tropen bis zur Kälte Feuerlands, von den höchsten Gipfeln der Anden bis zu den endlosen Stränden der Atlantikküste. Argentinien steht für Naturschönheit, Freiheit und – Weite. Das Land der Gauchos hat nicht nur Landschaftlich viel zu bieten, sondern auch Kulinarisch sowie Sportlich. Was das Kulinarische betrifft werden riesige Fleischmengen konsumiert und dazu mindestens eine Flasche wohlschmeckenden und weltbegehrten Wein getrunken. Gesellig sind die Leute allemal und getanzt wird nicht nur zu Tango die ganze Nacht hindurch. Von der sportlichen Seite gesehen, geht nichts ohne Fussball, der für uns gesehen, zum Besten der Welt gehört. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass der aktuelle Weltfussballer Lionel Messi aus diesem Land kommt und natürlich nicht zu vergessen der argentinische Fussballgott Diego Armando Maradona.

Argentinien erstreckt sich über eine Fläche von 2,8 Mio. km2, was ungefähr der Grösse von Indien entspricht. Argentinien ist nach Brasilien der zweitgrösste Staat in Südamerika und die Hauptstadt ist Buenos Aires was übersetzt „Gute Lüfte“ bedeutet. Bezahlt wird hier mit argentinischen Pesos (100 Pesos = ca. Fr. 19.20).

Argentinien ist riesig und auch hier könnten wir wieder Stunden mit Busfahren verbringen, wenn wir das ganze Land bereisen möchten. Da das Wetter im Süden zu dieser Jahreszeit extrem kalt ist, beschränken wir uns auf den Norden sowie der Mitte Argentiniens. Für uns ist aber klar, dass wir die südlichste Stadt des Planeten, Ushuaia, ein andermal besuchen werden.

In Argentinien oder besser gesagt in der Stadt Salta angekommen, bemerkten wir rasch, dass es hier wieder etwas anders ist als in Bolivien. Der Geldbeutel wird etwas mehr in Anspruch genommen als bisher, dafür fällt man als Tourist schon fast gar nicht mehr auf. Viele Argentinier sehen nämlich aus wie Europäer, da das Land von vielen europäischen Einwanderern heimgesucht wurde. Das spanisch das hier gesprochen wird, ist sehr gewöhnungsbedürftig aber mit Händen und Füssen hat es bis jetzt ja immer geklappt. In Salta welches nur „La linda“ (die Schöne) genannt wird, verbrachten wir erstmals das Wochenende, bevor es dann mit dem Mietwagen auf eine kleine Spritztour ging. Die Stadt hat wieder ein herrliches Zentrum und das meiste kann zu Fuss erkundet werden. Die Temperaturen sind für den Winter sehr angenehm und so lässt es ich hier ganz gut leben. Zudem genossen wir für einmal den fantastischen Ausgang, welcher sich fast ausschliesslich im Viertel Balcarce abspielt. Hier gehen die Leute nicht schon um 22.00 Uhr weg, sondern dann geht man zuerst in ein Restaurant etwas essen und frühestens um 24.00 Uhr geht’s dann weiter in den Ausgang. Dafür wird dann Mitte Nachmittag eine Siesta gemacht und in dieser Zeit sind die meisten Geschäfte geschlossen. Dieser Lebensstil ist doch etwas gewöhnungsbedürftig aber zugleich sehr interessant :-).

Letzten Montag konnten wir dann endlich unseren Mietwagen entgegennehmen. Brannon, Bidu und ich betraten am Montagnachmittag zur vereinbarten Zeit, das Büro der Autovermietung. Die nette Dame erklärte uns dann, dass wir leider das Auto nicht wie vereinbart übernehmen könnten, da dies ein technisches Problem habe. Gut, uns interessierte dies herzlich wenig, da wir ja einen Vertrag hatten und halt ein anderes Auto wollten. Nach langem hin und her rückte sie dann ein anderes Auto heraus, das natürlich in die teurere Kategorie gehörte. Sie meinte dann, dass wir nochmals ein paar hundert Pesos bezahlen müssten, da dieses Auto ja viel teurer sei als das andere. Klar haben wir den Aufpreis den sie verlangte nicht bezahlt und sind aber mit dem besseren Auto planmässig von Salta Richtung Cachi losgefahren :-)! Über unsere Hartnäckigkeit war die Dame wenig erfreut gewesen.

Die Fahrt führte auf der Routa 40, welche das Land auf über 4885 km von Patagonien im Süden bis zur bolivianischen Grenze im Norden verbindet, in den kleinen 5000 Seelen Ort Cachi. Die Strasse von Salta bis El Carril war asphaltiert doch dann führte eine enge Piste durch ein malerisch subtropisches Flusstal bis hoch auf über 3000 MüM. Danach folgte eine einsame Hochebene sowie der Parque Nacional Los Cardones der aus zig Kandelaberkakteen besteht. Nach fast 5 Stunden Autofahrt erreichten wir dann unser 1. Ziel Cachi, wo wir eine Nacht verbrachten.

Am Dienstagmorgen fuhren wir dann weiter Richtung Süden in das zweitwichtigste Weinbaugebiet Argentiniens nach Cafayate. Cafayate liegt auf 1700 MüM und ist somit das höchstgelegene Weinbaugebiet der Welt. Angebaut werden hier vor allem weisser Torrontés, Malbec und verschiedene Cabernet-Sorten. Die Mission welche wir in diesem Ort hatten war klar, nämlich Bodegas (Weingüter) besuchen und deren Wein testen. In der Nähe von Cafayate befinden sich auch noch die Ruinen der Quilmes-Indianer. Bidu und Brannon besuchten diese Ruinen am Mittwochmorgen und ich gönnte mir während dieser Zeit eine Massage :-). Da sich einige Weingüter ausserhalb von Cafayate befanden und wir nicht mit dem Auto unterwegs sein wollten, mieteten wir nach einem deftigen Mittagessen drei Fahrräder. Auf 2 Räder ging’s als erstes zum Weingut El Esteco deren Wein auch in die Schweiz exportiert wird. Es gab eine Führung durch die Produktion, welche sehr interessant war. Danach konnten wir noch 2 Weine degustieren, welche exzellent schmeckten. Danach fuhren wir weiter zum nächsten Weingut Etchart, wo wir etwas länger verweilen konnten. Auch dort kamen wir in den Genuss einer Führung zuerst auf Spanisch und dann für uns 3 Touristen noch auf Englisch. Zum Degustieren gab es zwei Weissweine, einen Rosé und zum Schluss noch einen Rotwein. Natürlich gingen wir nicht mit leeren Händen zurück und kauften uns noch einen herrlichen Weisswein (Cosecha Tardia, Cafayate), den wir an unserem 120 Tag als Trotamundos genossen. Nach diesem tollen Tag welcher auch der letzte gemeinsame für uns drei war, nahmen wir bei einem herrlichen Nachtessen und gutem Wein Abschied voneinander. Brannon wird noch ein paar Tage in Cafayate bleiben und dann weiter in den Süden reisen. Bidu und ich hatten die Aufgabe das Auto am Donnerstag zurück nach Salta zu bringen, wo wir dann noch 2 weitere Tage verbrachten.

Als wir zurück in Salta waren, wurden wir wieder einmal zurück in die nackte Realität der Schweizer Bürokraten katapultiert. Inzwischen sind wir schon mehr als 4 Monate unterwegs und da rückt doch das einte oder andere ein wenig in den Hintergrund. Als wir dann beim letzten Telefonat mit zu Hause folgenden Satz zu hören bekamen: „Du hesch de no unerfreulechi Poscht becho!“ wurde uns auf einen Schlag wieder bewusst, wie viel doch bei uns geregelt und oftmals auch überflüssig ist. Manchmal wäre es doch schön, wenn bei uns nicht hinter allem ein System oder eine Regel stecken würde, wie das hier in manchen Ländern gehandhabt wird.

Nun zum Schluss noch einen kleinen Ausblick in unsere bevorstehende Woche: Endlich können wir die grösste Salzwüste der Welt die Salar de Uyuni besuchen, da der Schnee an den meisten Orten geschmolzen ist. 4 Tage und 3 bitterkalte Nächte werden wir in dieser einzigarten Gegend unterwegs sein.

Nun wünschen wir euch eine schöne 1. Augustfeier und geniesst den zusätzlichen freien Tag.

Hasta Pronto und liebe Grüsse
Eliane, Beat und Grumo

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Triathlon im Wilden Westen

25 07 2011

19. Juli – 21. Juli 2011

Von Tupiza hörten wir viel Gutes,vor allem von der schönen Landschaft rund um den Ort. Der Hauptgrund aber warum wir nach Tupiza weiterreisten, war, die geplante Tour durch die Salzwüste Salar de Uyuni. Somit war unsere Mission nach Ankunft und Hostelbezugs klar, verschiedene Tourenanbieter abklappern und ausfindig machen, ob die Touren wieder normal durchgeführt werden können. Jeder Anbieter erzählte uns dasselbe und zwar, dass es Touren gibt aber mit geänderten Routen. Der Grund dafür waren immer noch die zugefroren Lagunen und der viele Schnee, der immer noch nicht geschmolzen ist. Für uns war dann rasch einmal klar, dass wir die Tour so nicht machen wollten. Somit fahren wir halt etwas früher bereits nach Argentinien. Wir werden dann etwas später wieder von Argentinien nach Bolivien zurückreisen um die Tour nachzuholen.

Wie bereits erwähnt, ist die Landschaft rund um Tupiza sehr schön. Somit wollten wir nicht tatenlos im Hostel herumsitzen, sondern buchten kurzerhand einen Triathlon-Trip für den nächsten Tag. Da wir beide noch nie einen Triathlon bestritten hatten, war dies hier in Bolivien die Premiere :-). Natürlich hatte unser Trip nicht viel mit einem richtigen Triathlon zu tun, sondern dieser Ausflug wird nur so genannt. Es gibt zwar auch 3 Disziplinen zu absolvieren aber diese sind doch etwas entspannter und weniger schweisstreibend als beim wirklichen Triathlon.

Unser Programm sah dann wie folgt aus:
1. Disziplin: 2 Stunden mit einem Jeep die Landschaft besichtigen
2. Disziplin: 3 Stunden auf dem Pferderücken die Landschaft besichtigen
3. Disziplin: 30 Minuten auf dem Mountainbike 17 km den Berg herunterfahren

Wir waren eine Gruppe von 5 Leuten und das Witzige an dem Ganzen war, dass wir eine Person, nämlich Brannon aus den USA, bereits in Huaraz vor ca. 6 Wochen getroffen hatten. Die Landschaft die wir zu sehen bekamen, haben wir in diesen 4 Monaten noch nie gesehen. Diese erinnerte uns ganz stark an den Wilden Westen. Überall waren riesige Kakteen zu sehen und die Felsen, Hügel und Berge schimmerten in verschiedenen Farben. Die Jeepfahrt war sehr gemütlich, bevor es dann mit den Pferden weiterging. Zu Hause reiten wir nie und während dieser Reise ist dies nun schon das 2. Mal. Dieser Ausritt führte zu einem Canyon und war etwas gemütlicher als der Letzte in Ecuador. Der Guide war etwas besorgt darüber, dass wir alle keine Reitkenntnisse hatten und somit unterliess er das Galoppieren, was zur Freude unserer Hinterteile war ;-). Zum Schluss war noch das Mountainbiken angesagt. Normalerweise heisst dies für uns, mit Vollgas den Berg hinunter brausen. Doch dieses Mal war dies keine so gute Idee. Die Fahrräder waren in sehr schlechtem Zustand und die Bremsen wollten schon gar nicht mehr richtig funktionieren. Die Ketten waren verrostet und die Schaltung funktionierte auch nicht mehr. Irgendwie kommt man ja immer den Berg hinunter sowie auch wir an diesem Nachmittag. Es war ein lustiger Ausflug und eine solch spezielle Landschaft hätten wir nicht erwartet.

Am nächsten Tag machten wir uns dann nochmals zu Fuss auf, um einen weiteren Canyon zu erkunden, der nur 2 km ausserhalb von Tupiza liegt. Diese Wanderung machten wir zusammen mit Brannon.

Vorerst einmal ging unser Bolivien-Abenteuer zu Ende. Wir hoffen nun ganz fest, dass in den nächsten Tagen der Schnee schmilzt und die Salzwüste dann wieder normal befahrbar ist. Die Vorfreude auf das Land der Gauchos ist aber riesig, da wir nur Gutes von dort gehört haben. Die Weiterreise von Tupiza nach Salta (Argentinien) nahmen wir bereits letzten Freitag um 04.00 Uhr morgens in Angriff. Das Wochenende verbrachten wir in Salta und ab heute Montag werden wir (Bidu, Elä und Brannon) während 4 Tagen die Gegend rund um Salta mit einem Mietauto erkunden.

Den nächsten sowie ersten Bericht aus Argentinien stellen wir voraussichtlich nach dieser Tour online. Bis dahin wünschen wir euch eine wunderschöne Woche und wir hoffen, dass der Sommer baldmöglichst den Weg in die Schweiz zurückfindet.

Noch eine kleine Anmerkung: Momentan ist hier in Argentinien Winter, doch dieser Winter ist wohl der Beste den wir bis jetzt erlebt haben. Wir laufen nämlich im T-Shirt herum und geniessen in den vielen schönen Kaffees und Restaurants die warmen Sonnenstrahlen :-)! Mir (Elä) ist klar, dass ich mir diesen letzten Abschnitt hätte sparen können ;-)!!!

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Ein eindrückliches und trauriges Erlebnis

21 07 2011

14. Juli – 18 Juli 2011

Vom höchsten Flughafen der Welt in La Paz (4060 MüM) flogen wir in die Hauptstadt Boliviens nach Sucre. Danach ging es mit dem Bus weiter in die höchstgelegenste Stadt der Welt nach Potosi
(4060 MüM).

Sucre tönt ja auch schon wie Zucker und die Stadt erinnert auch an die süssen weissen Körnchen. Die Hauptstadt des Landes besitzt ein reiches koloniales Erbe an Gebäuden und Kirchen, die meistens in der Farbe weiss erstrahlen. Da die Stadt wieder etwas tiefer gelegen ist, 2965 MüM, genossen wir die warmen Temperaturen während 3 Tagen. Von der Unterkunft können wir nur sagen, dass war wohl das Beste was wir bis jetzt an einer Unterkunft während den 3 ½ Monaten erlebt haben.

In den 3 Tagen in Sucre unternahmen wir an einem Vormittag einen Ausflug zum Zementsteinbruch Cal Orcko. Was es wohl bei einem Zementsteinbruch in Bolivien zu sehen gibt? An einer grossen Felswand haben vor Millionen von Jahren, Hunderte von Dinosaurier bis zu 80 cm grosse Fussspuren hinterlassen. Mit einem Dino Truck fuhren wir zu diesem Park, der vor 4 Jahren erbaut wurde. Im Park befinden sich nachgebaute Dinosaurier in ihrer wahren Grösse sowie eben diese Wand. Die Wand ist aber 200 Meter von einem entfernt und wir konnten von einer Terrasse aus, die Fussspuren in der Felswand suchen. Viel mehr gab es dort nicht zu sehen :-). In der restlichen Zeit genossen wir einfach die schöne Stadt und das Hostel mit Pool und Liegestühlen. Was gibt es schöneres als im Liegestuhl zu liegen, ein gutes Buch zu lesen und tausende Kilometer vom Gurtenfestival entfernt zu sein und doch live übers Radio einige Konzerte mithören zu können? Dank der heutigen Technik ist dies möglich. Zurzeit findet in Argentinien noch der Copa America (Fussballturnier) statt und so kamen wir auch noch in den Genuss von Fussball der Spitzenklasse. Die Tage in Sucre verbrachten wir für einmal ohne grosse Sachen zu unternehmen.

Am Sonntag ging es während einer 3 stündigen Busfahrt weiter nach Potosi. Wenn wir an Potosi denken, kommen uns zwei Sachen in den Sinn. Als erstes die höchstgelegenste Stadt der Welt und dann das Edelmetall Silber. Die meisten Leute fahren nach Potosi um eine der vielen Minen zu besichtigen, die sich im Berg Cerro Rico (reicher Berg), befinden. In der Stadt ist Reichtum und Elend so nahe beieinander wie bisher nirgends in Südamerika. Unserer Meinung nach überwiegt hier aber das Elend und es gibt nur sehr wenige reiche Leute. Ausserhalb der Stadt türmen sich die Abfallberge und überall in der Gegend sind Plastiksäcke verstreut. Auch die Häuser oder besser gesagt Barracken wo die Leute wohnen sind in sehr schlechtem Zustand. Die einzige Arbeit die man in Potosi findet, ist die Arbeit in einer Mine. Momentan arbeiten rund 10‘000 Männer in den Minen im Cerro Rico. Die Arbeiter suchen jeden Tag nach dem grossen Glück, was hier aus Silber, Zink und anderen Mineralien besteht. Die Silbermengen sind aber nicht mehr in diesem Ausmass vorhanden wie früher einmal. Wie oben bereits erwähnt, fahren die meisten Touristen nach Potosi um eine der vielen Minen zu besichtigen. Wir überlegten lange ob wir eine solche Besichtigung machen wollten oder nicht. Wir entschieden uns schliesslich dafür und was wir zu sehen bekamen war schockierend und stimmte uns extrem nachdenklich.

Vor der Tour erhielten alle Leute Schutzbekleidung, Gummistiefel, Helm und eine Lampe. Danach fuhren wir zum Markt der Minenarbeiter, um für diese einige Geschenke zu kaufen. Auf dem Markt gibt es Dinge wie Dynamit, Kokablätter, 96%igen Alkohol und vieles mehr zu kaufen. Wir entschieden uns für Dynamit und eine Flasche Fanta. Das ist wohl auch das erste und einzige Mal wo wir legal und ohne Probleme Dynamit für Fr. 2.40 kaufen konnten, doch hier in Potosi ist dies das Normalste auf der Welt. Nachdem ging’s weiter zu einer Raffinerie, die das gefundene Erz vom Silber trennt. Über die Verhältnisse die wir dort angetroffen haben, schreiben wir am besten nichts, da dies für Schweizerverhältnisse unvorstellbar ist. Nach dieser kurzen Besichtigung fuhren wir dann zum Eingang der Mine, die wir besichtigten. Mit einem mulmigen Gefühl betrat ich (Elä) die Mine, da mir einigermassen klar war, was mich auf dieser Tour erwartete. Natürlich war es stockdunkel drinnen und meistens musste man auch gebückt durch die vielen Gänge laufen. Je weiter wir nach drinnen kamen, desto wärmer oder heisser wurde es. Das Atmen fiel einem immer schwerer, da es überall Staub in der Luft hatte. Insgesamt waren wir für 2 Stunden in der Mine und in dieser Zeit mussten wir nicht arbeiten, sondern uns nur fortbewegen. Bereits das Laufen brachte uns total ins Schwitzen und somit erstaunte es uns auch nicht, dass die Arbeiter total vom Schweiss durchnässt waren. Einige trugen nicht mal ein T-Shirt und arbeiteten mit nacktem Oberkörper. Die Bedingungen sind miserabel, da es kein festes Licht gibt sondern nur die Lampen auf den Helmen und von Belüftung will man schon gar nicht erst sprechen. Die Arbeiter trugen auch keine Atemschutzmasken oder eben spezielle Schutzbekleidung. Die meisten Arbeiter die wir sahen, waren so zwischen 20 und 40 Jahre alt. Doch dann trafen wir noch Alfredo. Alfredo ist 13 Jahre alt und arbeitet seit einer Woche in der Mine. Was soll man dazu sagen, bei uns gehen die Kinder in diesem Alter zur Schule und hier ist es normal, dass sie arbeiten gehen. Solche Begegnungen machen einem traurig, doch das schlimme daran ist, dass man nichts ändern kann. In Bolivien gibt es Gesetzte, so wie auch jenes über die Altersbegrenzung der Minenarbeiter. Das Gesetz wäre, dass unter 18 Jahre keine Leute in den Minen arbeiten dürften. Was nützen Gesetze, wenn diese nicht kontrolliert werden? Die Antwort darauf, ist für jeden klar.

Für die Männer in Potosi ist die Schwerstarbeit in den Minen eine ganz normale Arbeit, die einfach zu ihrem Leben gehört. Um die Arbeit einigermassen erträglicher zu machen, kauen sie die ganze Zeit Kokablätter. Jeden Freitag gibt es dann jeweils ein Fest wo unter anderem der 96%ige Alkohol konsumiert wird. Vom Alkohol wird nicht nur wenig getrunken, sondern bis fast zur Bewusstlosigkeit.

Nach diesen sehr eindrücklichen Erlebnissen und Begegnungen die schwer in Worte zu fassen sind, reisen wir nun weiter nach Tupiza. Dort hoffen wir die geplante Tour durch die Salar de Uyuni machen zu können. Momentan ist dies noch ungewiss, da zurzeit in den Lagunen und in Chile sehr viel Schnee liegt. Wenn wir die Tour nicht machen können, führt die Reise halt etwas früher als geplant, nach Argentinien.

Bis dahin verbleiben wir wie immer mit lieben Grüssen und hast pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Über die gefährlichste Strasse der Welt in ein kleines Paradies

14 07 2011

5. Juli – 13. Juli 2011

In La Paz wollten wir nicht viel unternehmen, da wir beide keine Liebhaber von solch grossen Städten sind. Ein Spektakel stand aber doch bei uns auf der Liste, etwas dass hier wohl die meisten tun und zwar die wohl gefährlichste Strasse der Welt mit dem Mountainbike bezwingen.

Die sogenannte Death Road (Todesstrasse) ist 63 km lang, ungeteert und seit ungefähr 8 Jahren verkehren hier fast keine Autos oder Busse mehr. Für diese Fahrzeuge gibt es eine neue, etwas weniger spektakuläre Strasse. Die alte Strecke wird nun meistens nur noch zu Tourzwecken verwendet und so waren wir letzten Donnerstag auch nicht alleine, die diese Strecke abfahren wollten. Mit dem Auto ging’s hoch auf 4500 MüM nach La Cumbre, wo auch wieder einmal etwas Schnee lag. Oben angekommen verteilte unser Guide die Mountainbikes von KONA, die wirklich gut waren, und erteilte zusätzlich noch Anweisungen wie und wo man die Bremsen betätigen sollte. Tja, wenn man sich so umschaute, war es vielleicht nicht schlecht, dass einige Leute solche Instruktionen erhielten ;-). In voller Montur ging’s zuerst einmal auf der neuen Strasse einige Höhenmeter hinunter, bis dann die richtige alte Strasse begann. Der Strassenrand war gesäumt von Kreuzen und im Abgrund unten sah man immer noch Fahrzeuge die abgestürzt waren. Es war eindrücklich diese Strecke abzufahren und wir waren froh, konnten wir dies mit dem Fahrrad tun und nicht mit dem Bus. Es gibt nämlich keine Leitplanke und wenn man die Kurve eben nicht erwischt, geht es einige hundert Meter tief hinunter. Somit mussten wir schon achtgeben, wo wir fuhren. Das Schöne war aber, wie weiter runter wir kamen, desto wärmer wurde es, da wir auch wieder näher beim Dschungel waren.
Nach 3600 Höhenmetern abwärts fahren sind alle unserer Gruppe heil unten in Coroico angekommen. Dort gab es dann das wohlverdiente Mittagessen beim Tierreservat Senda Verde. Dieses Reservat hilft Tieren, die von ihren Besitzern misshandelt oder auf dem Schwarzmarkt gehandelt wurden. Wir erhielten von den Volontären eine Führung durch das Reservat und konnten einige Zeit bei den Affen verweilen. Diese sind ganz clever und wollen einem immer alles aus den Hosentaschen stehlen. Es leben aber nicht nur Affen im Senda Verde, sondern auch Papageien, Tukane, Hunde und einige andere Tiere. Nach diesem Tag fuhren wir nicht mit der Gruppe zurück nach La Paz sondern verbrachten 3 weitere Tage in Coroico.

Coroico ist ein kleines Dörfchen mit rund 4000 Einwohnern und einer wunderbaren Landschaft. Diese ist gesäumt von Hibiskusblumen, Mandarinen- und Bananenbäumen und noch von vielen anderen exotischen Pflanzen. Auch unser Hostel lag in dieser wunderbaren Landschaft etwas oberhalb von Coroico. Für uns war diese Umgebung wie in einem kleinen Paradies und hier feierten wir letzten Freitag bei Käsespatzen und einem guten Bier / Wein bereits unseren hundertsten Reisetag! In diesem kleinen Paradies findet man aber auch noch ganz viele kleine Kaffeeplantagen. Wir dachten uns, da wir schon fast jeden Tag dieses köstliche Getränk konsumieren, wollten wir noch etwas mehr über diese kleinen braunen Bohnen, die am Anfang nämlich gar nicht braun sind, erfahren. Die Besitzerin des Hostels organisierte für uns eine Besichtigung einer Kaffeeplantage inkl. den ganzen Verarbeitungsprozesse. Der Besitzer, Rene Brügger ist gebürtiger Schweizer, und seit 2 Jahren im Aufbau der Anlage, wo er zur Zeit 8 Mitarbeiter beschäftigt. Während der 3 stündige Führung die mit der Besichtigung der Plantage begann, sahen wir zuerst wie und welche Früchte gepflückt werden. Danach wurden uns die verschiedenen Arbeitsschritte der Verarbeitung der Früchte gezeigt. Zuerst werden die Früchte geöffnet damit die weissen Bohnen zum Vorschein kommen. Diese werden dann mehrmals gewaschen, bevor von Hand die schlechten Bohnen aussortiert werden. Nach der Sortierung kommen die guten Bohnen für mehrere Tage ins Trocknungshaus. Zum Schluss kam noch der wichtigste Schritt ins Spiel, nämlich das Rösten der Bohnen. Dort erhalten sie dann auch ihre braune Farbe. Je länger man die Bohnen in der Röstmaschine lässt, desto brauner werden diese. Nur sollte man darauf achtgeben, dass die Bohnen nicht verkohlen :-). Wir konnten dann unser Talent selber unter Beweis stellen und einige Bohnen selber rösten. Das Resultat konnte sich sehen lassen, da wir die Bohnen nicht verkohlen liessen. Während dem letzten Prozess hatte es richtig herrlich nach Kaffee geschmeckt und was wäre eine Besichtigung einer Kaffeplantage ohne Degustation? Uns wurde der wohl beste Cappuccino serviert, den wir bis jetzt getrunken haben. Selbstverständlich hat der Kaffee auch einen Namen und zwar Munaipata. Aus Kaffee werden noch andere Köstlichkeiten gemacht wie zum Beispiel Glacé. Auch zu diesem Genuss kamen wir noch. Nach diesen ganzen Schlemmereien war aber noch nicht fertig; Rene lud uns noch zu einem guten Stück Käse und einem Glas Wein zu sich ins Haus ein. Wie ihr seht, ging es uns an diesem Nachmittag mehr als nur gut. Nun wissen wir etwas mehr über die Kaffeeproduktion und wie viel harte Arbeit hinter einer guten Tasse steckt. Auch die Tage in Coroico gingen einmal zu Ende und wir fuhren am Sonntag zurück nach La Paz.

Unser Aufenthalt in La Paz verlängerte sich gezwungenermassen um ein paar Tage. Geplant war nur noch eine Nacht hier zu verbringen und danach wollten wir mit dem Nachtbus weiter nach Sucre. Manchmal geht es halt nicht immer so wie geplant und an diesem Montagabend fuhren keine Busse, da die Strasse ausserhalb von La Paz von einigen unzufriedenen Bolivianern blockiert wurde. Nach langem abwarten im Terminal, ob sich die Blockade doch wieder auflösen würde, kehrten wir in unser altes Hostel zurück, wo zum Glück noch 2 Betten für uns frei waren. Bei solchen Blockaden weiss niemand wie lange diese dauern werden und somit buchten wir am nächsten Morgen kurzerhand einen Flug für am Donnerstag nach Sucre. Dieser war recht preiswert, da der Flug mit TAM, der Militär-Airline Boliviens, durchgeführt wird. Unser Bundesrat Ueli Maurer könnte dies in der Schweiz auch einführen :-). Die 2 zusätzlichen Tage die wir nun mehr in La Paz verbrachten, waren im Endeffekt gar nicht so schlimm. Wir erkundeten die Stadt zu Fuss, da das Wetter während dem Tag schön und warm war. Einen ganzen Nachmittag verbrachten wir auf dem riesigen Marktareal, um noch einige Souvenirs zu kaufen. Da wir die gekauften Sachen nicht länger mit uns rumschleppen wollten und konnten, suchten wir gestern Mittwoch den Kurierdienst DHL auf, der nun die Aufgabe hat, unser Paket, das doch stolze 10 kg wiegt, sicher zu uns in die Schweiz zu bringen!

Die nächsten paar Tage verbringen wir nun in der Hauptstadt Boliviens, in Sucre.

Bis zum nächsten Mal und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Auf Schatzsuche am Titicacasee

5 07 2011

29. Juni – 5. Juli 2011

Bolivien, ein Land der Superlative. Es ist das höchstgelegene, am schwersten zugängliche und raueste Land der südlichen Hemisphäre – und eines der kältesten, wärmsten, windigsten und schwülsten Länder der Erde obendrein. Bolivien hat die trockensten, salzreichsten und sumpfigsten natürlichen Landschaften der Welt zu bieten. Es ist das ärmste Land Südamerikas und ist dennoch besonders reich an Bodenschätzen. Kurz: Bolivien hat alles… bloss keine Meeresstrände!
Dies ist wieder ein Auszug aus dem Lonely Planet Südamerika. Wir werden uns in den nächsten 3 bis 4 Wochen in diesem vielfältigen Land aufhalten.

Bolivien hat eine Fläche von 1 098 580 km2 welches den Ländern Frankreich und Spanien zusammen entspricht. Die offizielle Hauptstadt ist Sucre doch in La Paz befindet sich der Regierungssitz. Das ganze Land zählt knapp 10 Millionen Einwohner. Bezahlt wird hier mit Bolivianos (10 Bolivianos = ca. Fr. 1.20). Ein Mittagessen erhält man hier bereits für 15 Bolivianos.

In diesem Bericht schreiben wir vom Titicacasee, welchen wir von der peruanischen sowie von der bolivianischen Seite besucht haben. Der See bildet die Grenze zwischen Peru und Bolivien und hat eine Länge von 230 und eine Breite von 97 Kilometern. Der See liegt auf 3856 MüM. Wenn wir vom Titicacasee sprechen, kommt uns immer als erstes die Schweizer-Geschichte „Mein Name ist Eugen“ in den Sinn. In dieser Geschichte war der König der Lausbuben Fritzli Bühler auch beim Titicacasee und zwar auf Schatzsuche. Mal sehen, ob wir hier auch noch einen Schatz finden werden ;-).

Titicacasee auf der peruanischen Seite:
Puno liegt wieder etwas höher in den Anden, nämlich auf 3855 MüM. Dies mussten wir bereits beim Verlassen des Busses feststellen, da uns ein kalter Wind entgegen blies. Die Hostels sowie alle anderen Häuser sind natürlich nicht mit Heizungen ausgestattet, wie wir uns das von zu Hause gewöhnt sind.
Von Puno aus besuchten wir während 2 Tagen 3 Inseln die im Titicacasee liegen. Per Boot ging es zuerst zu den Islas Flotantes welche die einzigartigen schwimmenden Inseln der Uros (Inselbewohner) sind. Diese Inseln werden aus Schilf gebaut, welches zuhauf an seichten Stellen des Sees wächst. Die Inseln haben eine Dicke von ca. 2 Metern und diese wird regelmässig mit neuem Schilf von oben ergänzt, da es unten langsam verrottet. Manchmal werden die einzelnen Inseln von den Familien zusammengefügt, damit ein kleines Dorf entsteht. Wenn sich die einzelnen Familien nach einiger Zeit untereinander nicht mehr so gut verstehen, was ja ab und zu in einer Nachbarschaft vorkommt, werden die Inseln einfach wieder mit einer Säge getrennt :-). Bei uns geht dies halt nicht so einfach.

Nach diesem sehr spannenden Besuch auf diesen einzigartigen Inseln, fuhren wir weiter zur Isla Amantani, auf welcher wir dann bei einer einheimischen Familie übernachteten. Am Bootssteg erwarteten uns die Frauen der Familien in ihren wunderschönen Trachten. Alle Touristen wurden dann meistens zu zweit einer Familie zugeteilt. Wir zwei kamen in die Familie von Elsa, welche mit ihrem Mann, den 3 Kindern und ihren Schwiegereltern in einem Haus wohnt. Wir erhielten ein Zimmer mit 2 Betten welches natürlich auch keine Heizung besass. Die Toilette befand sich draussen in einem kleinen Häuschen. Eine Dusche gab es keine, was uns egal war :-). Bei der Familie konnten wir nicht nur schlafen sondern auch 3 Mahlzeiten geniessen. Alles ist sehr einfach eingerichtet und die Familie besitzt nur das nötigste. Da Elsa und ihr Mann Spanisch sprachen und nicht nur ihre Muttersprache Quechua, konnten wir doch noch etwas über sie und ihre Lebensart erfahren. Gegen Abend liefen wir dann alle zusammen zum höchsten Punkt der Insel, um den wunderschönen Sonnenuntergang zu geniessen. Sobald die Sonne weg war, wurde es so richtig kalt und ich (Elä) trug sogar meine ODLO-Thermounterwäsche. Nach dem Nachtessen gab es noch eine Fiesta für uns Touristen und die Familien. Wir bekamen traditionelle Kleider zum Anziehen bevor es dann so richtig losging. Eine peruanische Band spielte im Zentrumssaal tolle Musik. Ja und was macht man bei einem peruanischen Fest? Richtig, TANZEN! Dies ist auch das wohl beste Mittel gegen die eisige Kälte, die hier herrschte. Bidu und ich haben getanzt wie die Wilden mit unseren Gasteltern und es machte riesigen Spass. Leider gibt es von diesem Abend keine Fotos, da die Kamera in unserem Zimmer blieb :-)! Dieser Besuch bei Elsa und ihrer Familie wird uns für immer in sehr guter Erinnerung bleiben. Das Gute an dieser Sache ist, dass wir Touristen den Familien ein zusätzliches Einkommen geben aber alle Familien erhalten nur 1x pro Monat Touristen. Somit werden wir Touristen auch keine Selbstverständlichkeit für die Familien.

Nach einer kalten Nacht ging es dann weiter zur Isla Taquile. Berühmt ist Taquile für seine Weberei und Strickerei, deren Textilprodukte zu den hochwertigsten in Peru gehören sollen. Das Spinnen, Weben und Stricken wird vor allem von Männern durchgeführt. Die Textilkunst von Taquile wurde im Jahr 2005 in die UNESCO-Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Das Wetter war an diesem Tag schlecht und wir waren froh, dass wir noch ein paar Minuten zu Fuss ins Dorfzentrum laufen konnten. Dort besichtigten wir die schönen gewebten Kleider und danach gab‘s Mittagessen, bevor wir dann den langen Weg zurück nach Puno in Angriff nahmen. Diese Tour war ein tolles Erlebnis und ein schöner Abschluss von Peru. Auch dieses Land hat uns sehr gut gefallen. Als Highlight zählen sicherlich der Santa Cruz Trek in Huaraz und der Besuch von Machu Picchu. Als schönste Stadt haben wir uns ohne lange zu überlegen für Arequipa entschieden. Peru hat wie Ecuador sehr viel zu bieten und wir haben die Zeit auch hier sehr genossen. Manchmal konnten wir gar nicht glauben, wie vielfältig hier alles ist.

Bereits seit ein paar Tagen sind wir in Bolivien und zwar in Copacabana. Genau IN Copacabana und nicht an der Copacabana in Rio de Janeiro :-)! Die Grenzüberfahrt dauerte dieses Mal nicht so lange wie von Ecuador nach Peru. Ohne Probleme liessen uns die Grenzwächter auch in unser 3. Land einreisen. Copacabana ist ein kleiner Ort am Titicacasee und nur 8 km nach der peruanischen Grenze. Da das Wetter über das Wochenende nicht schön war und es am Sonntagmorgen sogar geschneit hatte, entschieden wir uns, die meiste Zeit in unserem beheizbaren Zimmer zu verbringen sowie ein gutes traditionelles Schweizeressen zu konsumieren. In unserem Hostel boten sie Käsefondue an. Dieses Mal konnten wir nicht wiederstehen und genossen ein Stück Heimat. Die Temperaturen passten ja zu einem Fondue! Einen Ausflug wollten wir dann trotzdem noch machen und zwar zur Isla del Sol. Diese Insel soll der legendäre Ort sein, wo die Inka erschaffen worden sein sollen und der Inkamythologie nach gar der Geburtsort der Sonne. Natürlich wollten wir hier auch nochmals nach dem verborgenen Schatz suchen, vielleicht befindet er sich ja immer noch auf dieser Insel?! Mit einem Boot, oder besser gesagt mit einer Nussschale, fuhren wir am Montag zur Sonneninsel. Die Sonne schien dann auch den ganzen Tag über somit erkundeten wir die Insel vom Norden Challapamoa in den Süden Yumani zu Fuss. Wir kamen an Inka Ruinen vorbei und konnten die Aussicht auf die bisher verdeckte Bergkette Cordillera Real geniessen. Den verborgenen Schatz haben wir leider nicht gefunden, dazu hätten wir wohl die Karte von Fritzli Bühler gebraucht!

Heute Dienstag reisen wir weiter nach La Paz, wo wir beide ein Ziel ins Auge gefasst haben. Wir wollen wie viele andere auch, mit dem Mountainbike die gefährlichste Strasse der Welt hinunter brausen ;-)!

Bis dahin wünschen wir euch eine gute Woche und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Im tiefsten Canyon der Welt

3 07 2011

23. Juni – 28. Juni 2011

Arequipa, die 2. grösste Stadt Perus und wohl auch eine der schönsten Städte in diesem Land. Das koloniale Arequipa mit seinen erlesenen Museen, seiner fantastischen Architektur sowie der einmaligen Landschaft, die zu den wildesten von Peru gehört. Es ist ein Land mit aktiven Vulkanen, heissen Quellen, Wüsten in grosser Höhe und den tiefsten Canyons der Welt. Die Einheimischen sagen, als sich der Mond von der Erde getrennt habe, habe er vergessen, Arequipa mitzunehmen. Was sehr wohl etwas Wahres hat.

In dieser wunderschönen Stadt angekommen, genossen wir erstmals die herrliche Umgebung der Plaza de Armas, bevor wir uns auf die Suche nach einem Touranbieter machten. Wir wollten nämlich von Arequipa aus für 3 Tage und 2 Nächte den tiefsten Canyon der Welt erkunden. Wahrheitshalber müssen wir noch schreiben, dass der Colca Canyon doch nicht ganz der Tiefste ist. Dieser wird nur noch vom Canyon del Cotahuasi in der Nachbarschaft überragen, der ist nämlich noch 163 m tiefer.

Am Samstag, morgens um 03.00 Uhr, wurden wir von unserem Guide und der insgesamt 9 köpfigen Gruppe abgeholt. Wie ihr seht, kann reisen ganz schön anstrengend sein, da wir mitten in der Nacht aufstehen müssen ;-). Von Arequipa aus ging’s bis nach Chivay, wo wir frühstücken durften. Leider war es an diesem Morgen so bitterkalt, dass die Butter einfach gefroren blieb, die wir verstreichen sollten. Danach fuhren wir weiter zum Cruz del Condor. Dies ist ein Aussichtspunkt wo man die gigantischen Kondore beobachten kann. Wir erhielten 50 Minuten Zeit und hofften, dass wir diese Vögel, welche eine Flügelspannweite von bis zu 3 Meter haben, sehen konnten. In den ersten 20 Minuten war weit und breit nichts zu sehen, doch dann plötzlich tauchten etwa 5 Kondore wie aus dem nichts auf und innert Minuten wurden es immer mehr. Inmitten der gigantischen Bergwelt einen solchen Vogel zu sehen, war sehr eindrücklich. Ob ihr es glaubt oder nicht, zum Schluss waren es etwa 25 Kondore, die über unsern  Köpfen kreisten. Danach war es nur noch eine kurze Strecke mit dem Bus, bis wir zum Anfang des Treks gelangten. Von da aus nahmen wir die 3-tägige Wanderung über 21 Kilometer inklusive Sack und Pack in Angriff.
Der erste Tag war für unsere Knie recht anstrengend, da es 2 Stunden lang nur bergab ging. Als wir dies endlich geschafft hatten, ging es noch ein Stück bergauf bevor wir dann unseren Mittagsplatz erreichten, der zugleich auch unser Nachtlager war. Etwas erledigt, vor allem von der Hitze, durften wir unsere einfach eingerichteten Cabanas beziehen und dann ein feines Mittagessen geniessen. Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung doch viel gab es in diesem kleinen Dorf nicht zu machen und so entschieden sich die meisten, den verpassten Schlaf von letzter Nacht nachzuholen. Gegen Abend war es dann wieder vorbei mit der grossen Hitze und wir mussten die kurzen Hosen gegen lange Kleider tauschen. Die Nächte werden hier nämlich sehr kalt und nach dem Nachtessen wollten alle nur noch ins einigermassen warme Bett.
Der zweite Tag war zugleich Sonntag und wir starteten diesen gemächlich und mit einem Pancake-Frühstück. Wenn es für die Touristen auf den Touren kein Brot hat, gibt es einfach die amerikanische Variante, was zwischendurch auch nicht schlecht ist. Dieser Tag war nicht so anstrengend und viele Kilometer sowie Höhenmeter gab es nicht zurückzulegen. Auf dieser Etappe besuchten wir in einem anderen Dorf noch ein traditionelles Museum, wo wir noch so einiges über die Einheimischen und ihre Bräuche erfuhren. Nach diesen Einblicken in ein etwas anders Leben als wir dies führen, machten wir uns auf, um zu unserer 2. Lodge zu gelangen. Ganz unten im Canyon befinden sich 3 bis 4 Lodges, welche alle einen Pool haben. Diese Oase sieht aus wie im Paradies und dies war zugleich auch der Name unserer Lodge. Was gibt es besseres als nach einem Fussmarsch unter peruanischer Sonne sowie vielem Staub ins kühle Nass zu springen?! Dies setzten wir dann auch alle in die Tat um und diese Abkühlung war herrlich. Wir badeten inmitten einer Landschaft die für uns nicht alltäglich ist. Rings um den Pool waren wir umgeben von riesigen Felswänden. Den Nachmittag verbrachten wir alle zusammen bei einem fast kühlen Bier und jeder hatte etwas von sich oder seiner Reise zu erzählen. In einem Punkt teilten wir aber alle dieselbe Meinung: Dies betrifft das Leben der Leute hier im Canyon, welche alle Lebensmittel aus dem nächsten Ort Cabanaconde holen gehen müssen und dies zu Fuss mit ihren Lasttieren. Es gibt keine Strasse für Autos, die mal schnell runterfahren und alle notwenigen Sachen bringen könnten. Darum waren die Lebensmittel wie Wasser, Bier und Früchte auch recht teuer, was sich aber rechtfertigt, wenn man sieht, was für einen Marsch diese Leute immer zurücklegen müssen.
Am dritten und letzten Tag war dann bereits wieder um 05.00 Uhr Tagwache und ohne Frühstück hiess es dann „hoch den Canyon“. Ein Vorteil hatte das frühe Aufstehen jedoch, es war angenehm kühl und so etwas angenehmer zum Hochlaufen. Am Vorabend erzählte uns der Guide noch, dass der Streckenrekord bei 1.15 Std. liegt aber wir nicht hasten müssten und genügend Zeit hätten. Für mich war sogleich klar, dass Bidu diesen Rekord brechen wollte. Dies schaffte er dann auch und zwar in 1.10 Std. Ich konnte bei diesem Tempo nicht mithalten und absolvierte die 6 Km und über 1000 Höhenmeter in etwas weniger als 2 Std. Bis zum langersehnten Frühstück in Cabanaconde verstrichen noch einige Minuten, da wir auf die ganze Gruppe warten musste. Das war halt der Nachteil, wenn man zu den schnellsten gehören wollte :-)! Danach ging es mit mehreren Stopps wieder zurück nach Arequipa. Unterwegs sahen wir noch ganz viele Lamas, Vilcunas  und Alpacas die in einem riesigen Nationalpark leben. Auch diesen Trek haben wir gut überstanden und haben eine total andere Landschaft Perus kennengelernt, als wir dies auf unserem Trek in Huaraz gesehen hatten.

Den letzten Tag den wir noch in Arequipa übrig hatten, nahmen wir ganz gemütlich. Nochmals besichtigten wir die wunderschönen Kolonialbauten und am Abend kochten wir uns im Hostal (was wieder einmal der Hit war) ein feines mexikanisches Nachtessen.

Unsere Reise führt uns nun zum letzten Ort in Peru nämlich nach Puno. Puno liegt am grössten See Südamerikas welcher zugleich auch noch der höchst gelegene schiffbare See der Welt ist. Es handelt sich hier um den Titicacasee. Danach fahren wir bereits weiter nach Bolivien bis nach Copacabana. Auch dieser Ort liegt noch am bekannten See. Beide Orte sind ein guter Ausgangspunkt um einige Inseln zu besuchen, die sich auf dem See befinden. Somit wird der nächste Bericht von beiden Ländern handeln. Wir machen uns nun mal auf die Suche nach dem berühmten Schatz, der hier verborgen sein sollte. Den meisten ist dies sicherlich ein Begriff, da der König der Lausbuben ja auch schon hier war.

Beim nächsten Bericht könnt ihr mehr darüber lesen :-).

Mit lieben Grüssen bereits aus Bolivien und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Auf den Spuren der Inkas

23 06 2011

15. Juni  – 22. Juni 2011

Die 21 stündige Busfahrt von Lima nach Cusco haben wir gut überstanden, da wir einen exzellenten Service bei Cruz del Sur geniessen durften. Während der letzten 7 Tage haben wir so einiges erlebt und gesehen, da wir viel Zeit auf den Spuren der Inkas verbrachten.

Cusco, ein Ort der schwer zu beschreiben ist. Einst war Cusco die wichtigste Stadt des Inkareichs, heute ist sie die unumstrittene archäologische Hauptstadt Amerikas sowie die älteste durchgehende besiedelte Stadt des Kontinents. Massive von den Inka errichtete Mauern säumen ihre steilen, schmalen, gepflasterten Strassen, und auf den Plazas drängen sich Nachfahren der mächtigen Inka wie der spanischen Konquistadoren. Unumstritten ist der wichtigste Wirtschaftszweig der Stadt der Tourismus und das kann einem ganz schön auf die Nerven gehen. Eine Massage hier, ein Wollpullover dort, hier noch ein Essen oder doch noch eine Tagestour zu einer Inkaruine. Man wird hier als wandelnden Goldesel angesehen, der ja eh alles kaufen will und das brachte uns manchmal fast zur Verzweiflung. Unsere Absicht hier in Cusco war etwas mehr über die Inkas zu erfahren und als Highlight Machu Picchu zu besuchen und nicht jeden Tag 12 oder mehr Massagen über uns ergehen zu lassen.

Als erstes machten wir uns, zwar etwas angeschlagen von der Busreise, auf die Suche nach den Zuggesellschaften die uns zu Machu Picchu bringen sollten. Wir bemerkten sehr rasch, dass sehr viele Leute zurzeit in der Stadt sind. Der Grund dafür ist der 24. Juni, an welchem das grosse Inkafest Inti Raymi stattfindet. Doch wird hier nicht nur an diesem Tag ein grosses Fest gefeiert, sondern bereits 2 Wochen im Voraus, darf man eine Parade nach der anderen bestaunen. Mehrmals haben wir uns gefragt, von wo all die Leute sind, die bei diesen Paraden mitmachen. Leider blieb uns diese Antwort bis heute verwahrt :-).
Um zu Machu Picchu zu gelangen, entschieden wir uns wie folgt: Am Sonntagmorgen wollten wir mit einem Auto von Cusco nach Ollantaytambo fahren und von dort weiter mit dem Zug bis nach Aguas Calientes. In Aguas Calientes übernachten damit wir dann am Montag am frühen Morgen zu Machu Picchu hochlaufen konnten.
Bis am Sonntag hatten wir noch einige Tage Zeit um noch weitere Inkaruinen zu besuchen, von denen es in Cusco und rund um Cusco noch so einige gibt. Wir kauften uns ein Bolleto Turistico das 10 Tage gültig ist, in welchem die meisten Ruinen und Museen inbegriffen sind. Die Touren führten uns ins Valle Sagrado, zu den Salinas in Maras, zu den Terrassen von Moray sowie zu den archäologischen Stätten in der Nähe von Cusco. Die Ruinen sind alle aus verschiedenen Steinarten und meistens wurden diese Steine von den Inkas aus mehreren Kilometern Entfernung hergeholt. Heute wäre dies kein grosser Aufwand aber zu Lebzeiten der Inkas vom 12. bis ins frühe 15. Jahrhundert, brauchte es hunderte wenn nicht tausende von Leuten, um die Bauten zu errichten. Auch erstaunlich ist die Perfektion welche die Inkas dazumal bereits beherrschten. Die Mauern wurden so präzise gebaut, dass nicht einmal ein Blatt durch die Ritzen gestossen werden könnte. Es war sehr spannend die vielen Geschichten zu hören und die Ruinen zu besichtigen. Wenn wir hier alles einzeln aufzählen würden, wärt ihr wahrscheinlich schon längst eingeschlafen :-).

Wie bereits oben erwähnt, machten wir uns am Sonntag auf nach Aguas Calientes. Dieser kleine Ort unterhalb von Machu Picchu (Grosser Berg) besteht aus Hotels, Restaurants, Souvenirläden und der Zugstation. Hier möchte man am liebsten gar nicht sein, aber wenn man am Morgen früh los will, um den Stempel für auf Wayna Picchu (Kleiner Berg) zu erhalten, führt kein Weg an diesem schrecklichen und überteuerten Ort vorbei. Am Montagmorgen um 03.45 Uhr klingelte der Wecker und innert 15 Minuten waren wir bereit, die ersten 2 Kilometer Fussmarsch bis zur Brücke (Startpunkt) mit schnellen Schritten zurückzulegen. Bei der Brücke ist ein grosses Tor, das um 04.50 Uhr geöffnet wird, damit alle Leute die wollen, zu  Machu Picchu hochlaufen können. Wir waren von den ersten die um 04.15 Uhr beim Tor ankamen. Dort warteten wir dann ganz brav, bis der nette Herr endlich das Tor öffnete. Was dann geschah, konnten wir uns selber nicht vorstellen. Es war wie bei einem Rennen und jeder gab alles, um zu den ersten 400 Leuten zu gehören, die den Stempel für auf Wayna Picchu erhalten. Bidu lief vorab und ich keuchend hinterher. Leider ging es nicht einen Pfad bergauf, sondern es waren hunderte von Treppenstufen die bezwungen werden mussten. Um 05.30 Uhr war das Leiden vorbei und wir standen mit einem breiten Grinsen vor dem Eingangstor zu Machu Picchu. Wir gehörten zu den ersten 30 Leuten die oben waren. Natürlich hatte es später auch solche die mit dem Bus hochfuhren oder im Hotel ca. 20 Meter neben dem Eingang übernachteten. Aber es ist viel ein schöneres Gefühl da hochzulaufen um den Stempel auf diese Weise zu erhalten :-)! Um Punkt 06.00 Uhr öffnete sich dann endlich das Tor zu der heiligen Stätte und was wir dann zu sehen bekamen, ist nicht in Worte zu fassen. Es ist unbeschreiblich und einfach wunderschön vor dieser Inka Stadt zu stehen und diese noch fast für sich alleine zu haben. Selbstverständlich machten wir wieder unzählige Fotos, da wir ja den ganzen Tag Zeit hatten und diese auch nützen. Um 10.00 Uhr hiess es dann nochmals schwitzen, schnaufen und nochmals weitere 2000 Treppenstufen hochzugehen um zu Wayna Picchu zu gelangen. Die Aussicht die uns dann der Gipfel von Wayna Picchu bot, war auch nochmals fantastisch. Wir verbrachten den ganzen Tag auf dem Gelände bevor wir dann um 16.00 Uhr mit dem Bus wieder runter nach Aguas Calientes fuhren, wo wir dann am frühen Abend wieder mit dem Zug / Bus nach Cusco zurückfuhren. Mitten in der Nacht kamen wir hundemüde bei unserem Hostel an. Mit Schlafen war leider nichts, da wir wahrscheinlich zu müde waren oder uns die Eindrücke von diesem erlebnisreichen und bestimmt unvergesslichen Tag wach hielten. Der Bericht fällt etwas kürzer aus, da Fotos bekanntlich mehr aussagen als 1000 Worte :-)!

Wenn ihr diesen Bericht lest, haben wir bereits wieder eine 10 stündige Busfahrt hinter uns und sind in Arequipa. Hier werden wir ein paar Tage bleiben und dann noch eine mehrtägige Tour zum Colca Canyon machen.

Bis zum nächsten Bericht verbleiben wir mit lieben und sonnigen Grüssen
Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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In der Schweiz Peru’s

14 06 2011

5. Juni – 11. Juni 2011 Huaraz
11. Juni – 14. Juni 2011 Lima

Die Fahrt mit dem Nachtbus nach Huaraz verlief recht gemütlich und die 10 Stunden vergingen recht zügig. Huaraz liegt auf 3100 MüM und ist das Epizentrum eines der besten Wander-, Kletter- und Mountainbikegebiete Südamerikas. In der gebirgigen Region der Cordillera Blanca und Cordillera Huayhuash häufen sich die Superlativen und überwältigt einen die grandiose Schönheit der Natur. Nach dem Himalaya erhebt sich hier die höchste Gebirgskette der Welt. Die 22 stolzen Gipfel mit über 6000 m Höhe lassen einen das nie vergessen. Die Tage die wir hier verbringen durften waren wirklich atemberaubend.

Während den 6 geplanten Tagen in Huaraz, wollten wir den berühmten Santa Cruz Trek in 4 Tagen absolvieren. Somit war die erste Aufgabe nach der langen Busfahrt und einem feinen Zmorge klar und zwar einen guten Touranbieter finden, um den Trek zu buchen. Da es sehr viele von diesen gibt, verliessen wir uns auf eine Empfehlung, die wir gekriegt hatten. Das Angebot welches wir bei Galaxia Expeditions erhielten, überzeugte uns und somit buchten wir die Tour für am Dienstag.

Unsere 2 Kollegen aus Deutschland Gregor und Anthony waren zur gleichen Zeit in Huaraz wie wir. Mit ihnen hatten wir ja die Grenzüberfahrt von Ecuador nach Peru durchgemacht :-). Wir entschieden uns für am Montag gemeinsam einen Tagesausflug zur Laguna Llaca zu machen. Da wir zu viert waren, buchten wir ein Taxi für den ganzen Tag. Hocherfreut über das schöne Wetter nahmen wir die holprige Fahrt zur Lagune in den Angriff. Der Taxifahrer oder besser gesagt sein altes Auto hatte dann doch ein paar Probleme den Berg hoch und wieder runter zukommen. Die Strasse glich einem Feldweg und die Ölwanne schlug ein paar Mal auf den grossen Steinen auf. Dies beunruhigte wahrscheinlich nur uns, da der Taxifahrer ohne mit der Wimper zu zucken weiterfuhr. Das ist das Schöne in Südamerika, hier nimmt man solche Geschehnisse sehr gelassen ;-).
Bei der Laguna angekommen, war diese sehr beeindruckend mit ihrem Gletscher im Hintergrund. Traurigerweise schmelzen auch hier die meisten Gletscher jedes Jahr um ca. 30 Metern. Der Fahrer sagte uns, dass hier in etwa 30 Jahren der Gletscher verschwunden sein wird. Da die Umgebung so schön war, machten wir wie immer ein paar Fotos, damit ihr euch auch vorstellen könnt, wie schön es hier ist :-). Auf der Rückfahrt war der Taxifahrer dank Gregor sehr gesprächig und so vernahmen wir noch einige Sachen wie: Dass die Frauen in Huaraz nicht nur einen Mann haben, sondern normalerweise 2 bis 3 Männer. Hier in Peru werden nicht nur Cuys gegessen, sondern auch Katzen (seco de gato); und wir dachten, nur die Asiaten essen fast alles was sich bewegt. Aber das erklärt auch wieso man hier überall nur Hunde sieht und fast keine Katzen :-). Am Abend verabschiedeten wir uns dann definitiv von Anthony und Gregor, da wir am Dienstag auf den Wander-Trek gingen und sie dann bereits weiter nach Lima reisten.

Santa Cruz Trek
Dauer: 4 Tage / 3 Nächte
Länge: 52 Kilometer
Höhenmeter: 2900 bis 4750 MüM
Höchster Punkt: Punta Unión: 4750 MüM
Start: Vaquería
Ziel: Cashapampa

1. Tag Dienstag 7. Juni 2011
Dieser 1. Tag war noch nicht so anstrengend, da wir zuerst 5 Stunden im Auto sassen bis wir beim Startpunkt ankamen. Unsere Gruppe setzte sich aus 4 Franzosen (je 2 Pärli), uns, dem Guide und dem Koch zusammen. In Vaquería angekommen, warteten schon die 2 Helfer und die Esel auf uns. Unser Gepäck wurde auf die Esel verladen und wir konnten die Wanderung ohne schweres Gepäck in Angriff nehmen. Der Weg führte durchs Dorf und danach durch ein Tal. Auf halbem Weg, trafen wir dann noch die Dorfkinder, die gerade auf dem Nachhauseweg von der Schule waren. So wurden wir ein Stückweit von ca. einem Dutzend Kinder begleitet. Nach etwa 4 Stunden wandern kamen wir im Camp an und durften dann auch gleich unsere winzigen Zelte beziehen. Während der Wanderung war es angenehm warm aber sobald die Sonne hinter den Bergen verschwand, wurde es bitterkalt. Zum Glück gab es noch ein warmes und feines Nachtessen, bevor sich dann alle in ihren warmen Schlafsack zurückzogen.

2. Tag Mittwoch 8. Juni 2011
Die erste Nacht war eisigkalt und wir beide hatten nicht allzu viel schlafen können. Als wir aus dem Zelt krochen, trauten wir unseren Augen fast nicht, alles inkl. Zelt war gefroren. Nun gut, zum Glück gab es bereits zum Zmorge wieder eine warme Suppe :-). Der 2. Tag sollte der anstrengendste werden, da wir von 3800 MüM zum Punto Unión auf 4750 MüM hochliefen. Wir kamen alle ganz schön ins Schwitzen und Schnaufen als es dann so richtig den Berg hochging. Zum Glück hatten Bidu und ich keine grossen Probleme mit der Höhe. Leider ging es ein paar anderen nicht so gut. Es war ein herrliches Gefühl als wir den Gipfel erreichten. Danach gings dann nur noch bergabwärts und an diesem Tag erreichten wir das Nachtlager schon früh. So hatten wir noch reichlich Zeit um uns im kalten Bach zu waschen und unseren Füssen eine Pause zu gönnen.

3. Tag Donnerstag 9. Juni 2011

An diesem Tag legten wir nicht so viele Höhenmeter sondern viel mehr Kilometer zurück. Die Wanderung war recht weitläufig und da ich (Elä) in der Nacht praktisch nicht schlafen konnte, war ich recht erschöpft. Ich hatte Probleme auf einer Höhe von 4200 MüM überhaupt müde zu werden :-), was für mich doch recht ungewöhnlich ist. Die Wanderung war aber wieder sehr schön und führte mehrere Kilometer durch ein flaches Tal dem Fluss entlang. Es ist erstaunlich wie abwechslungsreich und wunderschön die Landschaft hier ist. Wir waren dann alle froh, als wir gegen 16.00 Uhr (7 Stunden Wanderzeit) unser Camp erreichten und es feine Spaghetti zum Nachtessen gab. An diesem Tag hatte der jüngere Helfer noch Geburtstag. Er wurde 15 Jahre alt. Wir feierten dann alle zusammen noch seinen Geburtstag und wir schenkten ihm ein Schweizer Sackmesser, worüber er sich sehr freute. Selbstverständlich brachten wir es nicht übers Herz nur ihm ein Messer zu schenken. Alle anderen erhielten dann auch noch ein Messer. Das schöne war, dass alle aus unserer Gruppe ihr Sackmesser spendeten!

4. Tag Freitag 10. Juni 2011
Der letzte und wohl am wenigsten strenge Tag war der Freitag. Diese Wanderung ging dann für 2 Stunden nur noch bergab. Alle spürten die bereits zurückgelegten Kilometer schon etwas in den Beinen aber die Landschaft und das tolle Wetter entschädigte für die kleinen Wehwechen. Kurz vor Mittag kamen wir am Ziel in Cashapampa an und wurden dann mit dem Bus nach Huaraz zurückgebracht. Am meisten freuten wir uns auf ein richtiges Bett und auf die warme Dusche. Wir rochen dann doch nicht mehr so ganz frisch :-). Wir gehen ja in der Schweiz auch recht viel wandern aber was wir während diesen 4 Tagen gesehen haben, war doch noch etwas spektakulärer als bei uns. Wir werden diesen Trek bestimmt für immer in sehr guter Erinnerung behalten, auch wenn wir in der Nacht ab und zu gefroren haben.

3 Tage in Lima
Von Huaraz ging es dann weiter in die Hauptstadt Perus nach Lima. Wir entschlossen uns, für einmal nicht mit dem Nachtbus zu reisen, sondern am Tag. Die Fahrt hat sich gelohnt. Zuerst gings ein paar Stunden durch die Anden bergab Richtung Küste. Je näher wir zur Küste gelangten, desto kahler und eintöniger wurde die Landschaft. Zu Beginn der Stadt sahen wir dann wieder sehr viel Trauriges. Über mehrere Kilometer erstreckten sich die Slums von Lima, bevor es dann wieder von Shoppingzentren, Mc Donald’s, KFC und Pizza Hut wimmelte. Dieser Unterschied von Reich und Arm ist hier extrem krass und für uns irgendwie auch schwer nachvollziehbar.
Unser Hostal liegt im Quartier Miraflores was sehr beliebt bei den Touristen ist. Von Lima haben wir nicht sehr viel gesehen, ausser eben dieses Quartier. Die Stadt ist uns zu gross und deshalb entschieden wir uns in diesen 3 Tagen nicht viel zu machen. Ab und zu brauchen wir auch eine Pause :-). Etwas liessen wir uns aber nicht nehmen und zwar gingen wir am Sonntagabend wieder einmal ins Kino den Film „Qué pasó ayer 2“ schauen. Übersetzt heisst dies so viel wie „Hangover 2“. Auf dieses Spektakel wollten wir dann doch nicht verzichten und wir wurden vom „Wolf Pack“ nicht enttäuscht :-)!

Heute Dienstag geht unsere Reise weiter zum nächsten Highlight. Wir nehmen den langen Weg per Bus nach Cuzco auf uns. Die Fahrt wird 21 Stunden dauern aber dann sind wir dem Machu Picchu schon ganz nahe.

Wir wünsche euch einen guten Wochenstart und verbleiben mit lieben Grüssen aus Lima!
Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Unsere ersten Tage in Peru

4 06 2011

30. Mai – 4. Juni 2011

Man stelle sich eine Landschaft vor wie in einem Indiana – Jones Film: vergessene, im Urwald verborgene Tempel, uralte Gräber voller Spinnweben, die in der Wüstensonne schmoren, und vergrabene Schatzkammern voller Juwelen. Tobende Flüsse, Pumas, die durch die Nacht schleichen und Schamanen, die Rituale mit Halluzinogenen praktizieren – hier in Peru ist das nicht Kino, sondern Wirklichkeit. Peru versetzt jeden durch seine Vielfalt in Erstaunen: ein Land wie ein Kontinent. Egal wo in Peru wird man von grossherzigen Menschen begrüsst, die ihr nicht immer ganz einfaches Schicksal mit Begeisterung und grosser Lebensfreude bewältigen. Kein Wunder, dass das Land der Inka zu den beliebtesten Reisezielen Südamerikas für abenteuerlustige Reisende zählt.
Dies ist wieder ein Auszug aus dem Lonely Planet Südamerika. Wir werden uns in den nächsten 4 bis 5 Wochen selber ein Bild machen, wie Peru wirklich ist.

Peru hat eine Fläche von 1 285 220 km2 und ist somit fünfmal so gross wie Grossbritannien. Die Bevölkerung zählt ungefähr 40 Millionen Menschen und die Hauptstadt ist Lima. Bezahlt wir hier nicht mehr mit USD sondern mit Nuevo Soles (3 Soles sind ca. CHF 1.00).

Die Reise bis zu unserem ersten wirklichen Stopp in Peru war wahnsinnig lang, heiss, staubig, ermüdend, lustig und zugleich sehr schön! Wir verliessen Vilcabamba morgens um 06.40 Uhr mit dem Bus bis nach Zumba. Das Ziel war an diesem 1. Tag bis nach San Ignazio in Peru zu gelangen. Im Bus waren wir nicht die einzigen Touristen. Wir zwei aus der Schweiz, 3 Deutsche und eine Südkoreanerin. Die Busfahrt war nichts für schwache Nerven, da der Fahrer doch des öftern sehr nahe am Abgrund fuhr und die „Strasse“ war natürlich nicht geteert. Am besten gar nicht hinsehen, sonst gingen einem sehr komische Gedanken durch den Kopf, was da alles passieren könnte. Nach etwas mehr als 6 Stunden Fahrt erreichten wir Zumba. Von dort aus nahmen wir Touristen ein Taxi bis zum Grenzörtchen La Balsa. Die Fahrt war wie bis jetzt immer recht ruppig und holprig. Die Grenze befand sich bei einem Fluss der Ecuador und Peru trennt. Verbunden ist das Ganze mit einer Brücke. Sonst hat es auf beiden Seiten ein paar Häuser und Essensmöglichkeiten. Für die Ausreise mussten wir ins Büro des Grenzwächters. Dieser trug an diesem heissen Montag ein Fussballleibchen seines Lieblingsclubs, Shorts und Flip Flops. Wir füllten brav unsere Ausreisezettel aus und danach gab’s den Ausreisestempel in den Pass. Hier an dieser Grenze reisten wir zu Fuss aus mit dem ganzen Gepäck über die Brücke nach Peru. Nach 2 Minuten Fussmarsch kamen wir in Peru an :-). Dort mussten wir wieder den Einreisezettel ausfüllen und danach zur Grenzpolizei gehen. Zu unserem Erstaunen trug dieser eine offizielle Uniform aber hörte in voller Lautstärke Musik von Eminem. Man verstand kaum sein eigenes Wort in diesem winzigen Büro. Ein Lachen konnten wir uns alle nicht verkneifen, da das Ganze für uns doch sehr unrealistisch war aber hier normal ist. Im anderen Büro erhielten wir dann ohne grosses Problem das Visum für 90 Tage. Nach diesen Strapazen war ein Mittagessen fällig und es gab wie in den letzten 2 Monaten bereits ein paar Mal Hühnchen mit Reis. Gestärkt konnten wir die Weiterreise bis nach San Ignazio antreten, wo wir dann im Gran Hotel (das beste und teuerste Hotel im Ort) für sage und schreibe CHF 17.00 inkl. Frühstück übernachteten. Auch das Abendessen beim Chinesen fiel sehr günstig aus und ja, hier ist es noch einmal billiger als in Ecuador. Am nächsten Morgen ging es dann bis nach Jaén weiter und von dort in einem Minibus nach Bagua Grande. Der Minibus war für 15 Personen vorgesehen, doch der Chauffeur meinte, dass ohne Problem 21 Personen Platz darin finden. Zum Glück ging die Fahrt nur eine Stunde, weil es wirklich verdammt eng in diesem Gefährt war. Von Bagua Grande aus hiess es dann nochmals ein Taxi nehmen bis nach Chachapoyas. An diesem Tag reisten wir nur noch zu viert, was super war. Gregor und Anthony kommen aus Dresden und sind 2 ganz lustige. Somit war für so manchen Lacher war auf dieser Reise gesorgt. Chachapoyas war nun unser erster richtiger Halt in Peru. Insgesamt waren wir ca. 18 Stunden unterwegs von Vilcabamba bis nach Chachapoyas.

Für am Mittwoch hatten wir eine Tour zu den Kuélap Ruinen gebucht. Diese Ruinen werden nur noch von Machu Picchu übertroffen aber sind zugleich die beeindruckendsten präkolumbischen Ruinen Südamerikas. Das schöne ist, dass dieser Ort noch nicht so touristisch ist, was wir bestätigen können. Wir fuhren mit einem Minibus wieder einmal hoch auf 3100 MüM. Von dort ging’s noch ein Stück zu Fuss weiter. Ein Guide begleitete uns, der dann auch gleich die Führung machte durch die Ruinen. Das Wetter zeigte sich wieder einmal von seiner schönsten Seite und somit war die Aussicht die einem geboten wurde, wieder einmal mehr fantastisch! Nach dem 3 stündigen Aufenthalt fuhren wir zurück bis nach Maria, wo wir dann ein vorzügliches Mittagessen einnehmen konnten. Bidu und ich entschieden uns für Trucha (Forelle) und die 2 Kollegen aus Deutschland für Cuy (Meerschweinchen). Als die Gerichte serviert wurden, waren wir doch etwas erstaunt über das Cuy, weil das tote Tier sah aus, als ob es noch lachen würde :-). Viel Fleisch zum Essen war nicht an dem Tier und ja soooo speziell schmeckt es dann auch nicht. Somit können wir alle beruhigen, wir werden wohl auch in Peru kein Cuy essen. Zurück in Chachapoyas brachten wir Gregor und Anthony zum Busterminal, da die zwei bereits weiter nach Trujillo reisten.

Den Donnerstag verbrachten Bidu und ich zum ersten Mal in diesen 2 Monaten getrennt voneinander. Ich bevorzugte meinen Tag hier in Chachapoyas zu verbringen und Bidu besichtigte noch den Wasserfall Gocta, welcher der dritthöchste der Welt ist mit 772 Metern Fallhöhe. Am Abend ging es mit dem Nachtbus (14 Stunden) nach Trujillo. Die Fahrt verging eigentlich recht schnell und wir entschieden uns die zwei Tage die wir hier geplant hatten, in Huanchaco zu verbringen. Dies ist ein kleiner Ort etwas ausserhalb von Trujillo direkt am Meer. Hier konnten wir die Surfer beobachten, guten Kaffee trinken und unsere Wäsche wieder einmal zum Waschen geben :-). Am Nachmittag werden wir noch Huacas del Sol y de la Luna besichtigen. Und heute Nacht geht‘s im Nachtbus weiter nach Huaraz zum Wandern, wo wir dann auch wieder einmal mehrere Tage bleiben werden.

Wir wünschen euch noch ein schönes Wochenende und hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

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Hoch zu Ross in Vilcabamba

30 05 2011

25. Mai – 30. Mai 2011

Das als Tal der Langlebigkeit geltende Vilcabamba ist berühmt dafür, dass seine Einwohner steinalt werden. Eine solch schöne Lage, derart traumhaftes Wetter, ein sehr entspannendes Lebenstempo und frisches Trinkwasser gibt es nicht überall und wahrscheinlich deshalb leben die Menschen hier etwas länger als im Durchschnitt – von dem wollten wir uns selber ein Bild machen.

Vergangenen Dienstag fuhren wir mit einem Privattransport von Cuenca nach Vilcabamba. Durch diesen Luxus ersparten wir uns eine lange Busfahrt und das Ganze kostete auch nur ein paar Dollar mehr als der Bus. Es war bereits dunkel als wir bei der Hostería Izhcayluma ankamen aber trotzdem konnten wir sehen, dass dies hier ein sehr schöner Fleck auf Erden ist. Wir erhielten ein super schönes Doppelzimmer mit eigenem Bad und danach ging’s auch schon zum Nachtessen. Ja nach fast 2 Monaten unterwegs sein, gönnten wir uns doch hausgemachte Käsespatzen 🙂 und diese waren sehr lecker. Für die nächsten Tage waren wandern, relaxen und eine Pferdetour geplant. Wir entschieden uns am Mittwoch fürs Relaxen und nichts tun, damit wir am Donnerstag voller Tatendrang auf unsere 4 stündige Wanderung konnten. Diese stellte sich auch wieder als exzellent heraus, da die Aussicht zuoberst auf dem Berg Mandango wirklich sehr schön war. Der Aufstieg war wie immer sehr streng aber es hat sich auch dieses Mal gelohnt keuchend und schwitzend den Berg hinauf zu laufen.

Für am Freitag hatten wir uns für eine 6 stündige Pferdetour in den Nationalpark entschieden. Nach dem Frühstück wurden wir abgeholt und dann beim Pferdebesitzer angekommen, gab’s als erstes ein paar Gummistiefel und einen Cowboy-Hut zum Anziehen. Danach liefen wir zu unseren Pferden, die schon ganz brav auf uns warteten. Ohne Instruktionen ging’s mit unserem Guide los auf den 2 ½ stündigen Ritt hoch in die Berge. Die Pferde mussten mit uns auf dem Rücken über 500 Höhenmeter überwinden. Ich erkundigte mich dann rasch einmal, ob das nicht unter Tierquälerei gehe, doch der Guide erklärte uns, dass dies spezielle Pferde sind, die für solche Touren gemacht sind. Nun gut nicht weiter darüber studieren und einfach weiterreiten. Leider hatte es bereits nach kurzer Zeit zu regen begonnen und unsere Gummistiefel füllten sich schön mit Wasser und der Pfad wurde auch immer matschiger. Das Hochreiten ist ja noch eins aber da wieder heil runter kommen und das noch hoch auf einem Pferderücken. Als wir im Nationalpark angekommen waren, ging es tropfnass auf eine 1 ½ stündige Wanderung zu 2 Wasserfällen. Klar mit vollen Gummistiefeln und nassen Kleidern macht doch wandern in den Anden doppelt Spass :-). Als wir den grossen Wasserfall erreichten, meinte der Guide, dass wir hier eine Dusche nehmen könnten, doch wir lehnten dankend ab, da wir bereits kalt hatten und sonst schon genug nass waren. Zurück bei den Pferden ritten wir denselben Weg zurück nach Vilcabamba welcher auch wieder 2 ½ Stunden dauerte. Die erste halbe Stunde regnete es immer noch, doch dann zeigte sich glücklicherweise doch noch die Sonne und wir hatten einen herrlichen Ausblick über das ganze Tal. Unsere Bedenken vom Hochreiten konnten wir dann auch getrost beiseitelegen, da wir die sehr matschigen und schwierigen Passagen zu Fuss zurücklegten und doch nicht auf dem Pferderücken. Natürlich machten sich dann plötzlich auch unser Rücken und unser Hinterteil bemerkbar. Mit jeder Minute wurde der Schmerz schlimmer und uns ahnte Böses für den nächsten Tag. Normalerweise geht man ja auch nicht 6 Stunden reiten, wenn man zu Hause noch nie auf einem Pferd gesessen hat oder höchstens auf einem Pony für ein paar Minuten ;-). Zum krönenden Abschluss meinte der Guide dann noch, dass wir die letzte Strecke zurückgaloppieren könnten. Ich protestierte doch alles half nichts und so wurden die Schmerzen nur noch grösser. Endlich wieder in Vilcabamba angekommen waren wir beide froh den Sattel zu verlassen und zu wissen, dass wir am nächsten Tag nichts machen müssen ausser ein wenig laufen :-). Die Tour war abenteuerlich und ein riesen Erlebnis. Wie ihr euch denken könnt, taten wir uns am nächsten Tag sehr schwer mit aufstehen. Doch nach einigen Metern Bewegung wurden die Schmerzen auch etwas erträglicher!!!

So sind auch diese Tage hier in Vilcabamba wieder wie im Flug vergangen und morgen geht es weiter nach Peru. Wir werden den Bus zur Grenze in La Balsa nehmen, bevor wir dann eine Nacht in San Ignazio verbringen werden. Danach geht’s weiter nach Chachapoyas, wo wir dann mehr als eine Nacht geplant haben.

Somit ist das erste Land unserer Reise bereits Geschichte. Wir sind ohne grosse Erwartungen nach Ecuador gekommen und sind uns einig, dass dieses Land wunderschön ist und auch die meisten Leute sehr nett sind. Das Essen sowie die Unterkünfte, in denen wir übernachteten, waren immer super gut. Es gehört sicher auch Glück dazu aber mit ein wenig Recherche und Tipps von anderen Reisenden findet man ganz tolle Plätze. Somit verlassen wir morgen Ecuador mit einem lachenden und einem weinenden Auge und sind gespannt was uns Peru zu bieten hat. Ich bin mir fast sicher, dass wir den Weg nach Ecuador bestimmt nochmals finden werden :-)!

Ihr hört das nächste Mal von uns, wenn wir in Peru angekommen sind. Bis dahin wünschen wir euch einen guten Wochenstart und eine gute „kurze“ Woche :-)!

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo

Noch zum Schluss: Wir haben doch einige alte Leute hier in Vilcabamba gesehen…oder sie haben zumindest alt ausgesehen. Somit können wir Vilcabamba als Tal der Langlebigkeit nur bestätigen. 🙂

https://photos.app.goo.gl/af53nom1azCvfijNA



Im Athen Ecuadors

24 05 2011

21. Mai – 24. Mai 2011

So wird Cuenca hier auch genannt, da es so viele weisse Kirchen und Gebäude gibt. Cuenca ist die drittgrösste Stadt Ecuadors mit rund 420 000 Einwohnern und liegt 2530 MüM. Im Jahre 1999 wurde die Altstadt auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Wie im letzten Bericht erwähnt, wollten wir uns selber über die Anzahl der Kirchen ein Bild machen. Nun können wir bestätigen, dass es hier sehr viele Kirchen und Kathedralen gibt und die meisten davon sind weiss. In den 4 Tagen die wir uns für hier Zeit genommen haben, machten wir für einmal nicht sehr viel, darum fällt auch der Bericht etwas kürzer aus, als gewohnt. Schöne Fotos gibt es aber trotzdem zu sehen, da Bidu hier wie meistens total in seinem Element war. Egal ob morgens, nachmittags oder abends nach einem köstlichen Nachtessen, die Kamera war immer dabei ;-). Die ganze Stadt ist zu Fuss erkundbar und wir fühlten uns auch sicherer als in Quito. Wir genossen das viele Herumlaufen, da es an jeder Ecke ein schönes Haus, eine Kirche, ein tolles Kaffee oder doch wieder fantastische Souvenirs zu sehen gab. Nahe unserem Hostel La Cigale (danke nochmals Judith und Markus für den super Tipp) war auch der Parque Calderon, wo sich die Neue Kathedrale (La Nueva Catedral) befindet, in welcher über 10 000 Menschen Platz finden.

Wir besichtigten auch noch das Panamahut-Museum, welches sich auch hier befindet. Es hatte so viele schöne Hüte, dass wir uns nicht entscheiden konnten, welchen wir kaufen sollten. Somit liessen wir es bleiben:-). Was die Souvenirs anbelangt, sahen wir in Ecuador so viel schöne Sachen, doch auf einer so langen Reise ist es nicht möglich, immer alles zu kaufen, was einem gefällt. Weil herumschleppen müssen wir ja alles selber und somit kann sogar ich (Elä) sehr gut wiederstehen.

Wie oben schon erwähnt, hatte es auch sehr viele schöne Kaffees, wo wir sicher jeden Tag mindestens eines testeten. Die meisten haben den Test bestanden und im Café Austria gab es sogar die berühmt berüchtigte Sachertorte zum Essen :-). Auch hier gilt die Devise weniger ist mehr, da wir ja auch selber unser Körpergewicht herumschleppen müssen 😉 aber auf ganz alles wollen wir ja auch nicht verzichten.

Nun geht es heute Nachmittag „endlich“ nach Vilcabamba. Wieso endlich: Wir werden dort in der Hostería Izhcayluma für die nächsten 5 Nächte wohnen. Seht selber unter www.izhcayluma.com und dann wird sich das „endlich“ von selbst erledigen. Natürlich werden wir dann noch einen Bericht aus Vilcabamba schreiben, da wir wieder etwas aktiver sein wollen als in den letzten Tagen. Lasst euch überraschen und bis zum nächsten Bericht wünschen wir euch eine sonnige Woche!

Hasta pronto
Eliane, Beat und Grumo